Europäische Sumpfschildkröte

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Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Arowana » 19.06.2013, 20:15

Hi,

Hab heut diesen Brummer auf einem Feldweg bei Ulm gefunden. Sein Wasserloch war aus getrocknet u. er war auf der suche nach einem neuen.

Bild

Lg

Max
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Rolf » 19.06.2013, 21:29

Hallo Max,

das ist in der Tat ein sehr großes und somit sehr altes Exemplar der europäischen Sumpfschildkröte. Weißt Du, ob die Gegend in der Du das Tier gefunden hast, bekannt für das Vorkommen diese Schildkrötenart ist? Könnte ansonsten ja auch ein Ausbrecher sein :( . Und was mich natürlich interessiert, hat sie ein angemessenen neuen Tümpel gefunden?


Gruß Rolf
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Arowana » 19.06.2013, 21:34

Ich glaube die sind sehr selten in Deutschland. Bei der Suche war ich ein bisschen behilflich und hab ihn mit dem Rad ein Stück mitgenommen, zu einem Tümpel der nicht austrocknet. Den werd ich in Zukunft im Auge behalten, wobei die Kröten glaub sauscheu sind.

Lg
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Rolf » 19.06.2013, 22:14

Hallo Max,

ja die sind wirklich sehr selten. - Genau deshalb wäre es natürlich toll, wenn es sich um ein Exemplar einer dort etablierten Population handeln würde, dann solltest Du die Lokalität jedoch besser für Dich halten. Allerdings werden die europäischen Sumpfschildkröten gar nicht so selten in Privathand gehalten und da sie wahre Ausbrecherkönige sind, wäre natürlich auch diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.


Gruß Rolf
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Arowana » 19.06.2013, 22:43

Hier ist ihre Größe noch besser zu erkennen.

Bild

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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Rolf » 19.06.2013, 22:47

Die hat schon einige Jährchen auf dem Buckel....

Gruß Rolf
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Lellbeck » 20.06.2013, 11:27

Wirklich ein Prachtexemplar, es wäre schön wenn es wirklich eine Population wäre, allerdings gibt es ja leider auch die Möglichkeit dass irgendjemand die Gute dorthin ausgesetzt hat. Bei uns in der Gemeinde findet seit einiger Zeit mit gutem Erfolg ein Wiederansiedelungsprojekt statt. In RLP war die Schildkröte schon verschwunden, irgendwas bleibt halt auf der Strecke wenn der Tullau in die Natur eingreift und der Mensch sich optimiert:

http://rlp.nabu.de/projekte/sumpfschildkroete/

Grüße
Oli
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Frank. » 20.06.2013, 11:35

Rolf hat geschrieben:Könnte ansonsten ja auch ein Ausbrecher sein


In der Tat. Kein Witz: Im vorvergangenen Jahr stand mein Hund schwanzwedelnd vor mir und hatte solch einen Streuner im Maul: auf der Wiese gefunden und erfolgreich gejagt ... Zum Glück hingen an den Laternen schon überall Suchzettel, so dass Frauchen (9 Jahre alt) rasch ermittelt werden konnte. Transportschäden waren nicht zu verzeichnen.

Euer Frank
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Rolf » 20.06.2013, 14:35

Hallo Frank, hallo Oli,

@ Frank:
war das wirklich eine europäische Sumpfschildkröte oder nicht doch eine der nordamerikanischen Schmuckschildkröten? - Übrigens braver Hund, der bringt doch bestimmt auch die Zeitung ohne Schäden :) .

@ Oli:
bzgl. des Aussetzens muss man wohl relativieren: ausgesetzt :evil: , weil zu schnell zu groß geworden und zu stark schmutzend, werden fast nur die von mir oben erwähnten nordamerikanischen Schmuckschildkröten. Der Preis regelt auch hier leider das Handeln, europäische Sumpfschildkröten sind -im Vergleich zu den Nordamerikanern- recht teuer.

Gruß Rolf
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Frank. » 20.06.2013, 15:15

Lieber Rolf,

Du hast (fast) Recht: Die Streunerin in diesem Falle war eine griechische Landschildkröte.
Mein Hund apportiert am liebsten bewegliche Beute. Manchmal allerdings trägt er wirklich auch Zeitungen - aber die sind hinterher dann schwer eingespeichelt ...

Dein Frank
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Arowana » 20.06.2013, 17:47

Hallo,

Ich glaub europäische Sumpfschildkröten sind gar nicht mal so einfach zu bekommen (selten = teuer). Daher wohl eher ein Liebhabertier und vermutlich nicht ausgesetzt. Schmuckschildkröten gibt's wohl in deutschen Gewässern deutlich mehr :roll:

Ich glaube, dass die in einem überschwemmten Feld war und jetzt einfach zurück zu ihrem Tümpel wollte.

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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Rolf » 20.06.2013, 21:38

Hallo Frank, Hallo Max,

@Frank:
ja ich ging fälschlicherweise automatisch von "Wasserschildkröte" aus; jedenfalls ein guter (sanfter) Apportierer dein Hund...


@ Max:
die Europäischen Sumpfschildkröten werden von Liebhabern regelmäßig nachgezüchtet, der Aufwand ist jedoch nicht unerheblich. Was Deine Überlegung betrifft, könnte dies angesichts der extremen Wasserstände eine Erklärung sein. Auf Grund der Größe ist dieses Tier ziemlich sicher ein Weibchen, die Männchen bleiben deutlich kleiner. Deshalb spricht wohl mehr dafür, dass die Schildkröte auf der Suche nach einem Eiablageplatz war. Das ist so ziemlich der einzige Grund, aus dem sich diese Art weiter vom Wasser entfernt und auch erhebliche "Wanderungen" auf sich nimmt. Auch die Jahreszeit ist durchaus passend .

Gruß Rolf
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Arowana » 20.06.2013, 22:21

Ah, geschlechtsmässig war ich mir ziemlich unsicher. Ziemlich groß wie du schon sagst, aber ein ziemlich nach innen gewölbter Brustpanzer und sehr langer Schwanz. :shock:

Ein Bekannter von mir züchtet auch Sumpfschildkröten, ob europäische weis ich jetzt nicht. Der betreibt auch n mords Aufwand. Hat mir mal was erzählt, dass er ihnen sogar Medikamente spritzt, dass die nicht in Legenot kommen. (Bitte nicht nach Details fragen, kenn mich da nicht aus)


Lg


Max
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Re: Europäische Sumpfschildkröte

Beitragvon Rolf » 21.06.2013, 00:16

Hallo Max,

für die Geschlechtsbestimmung anhand der Bauchwölbung ist es hilfreich, Männchen und Weibchen als Vergleich zu haben, an einem Einzelexemplar ist das nicht so einfach, und nur nach reichlich Übung möglich. Die Schwanzlänge ist leider kein aussagekräftiges Charakteristikum zur Geschlechtsbestimmung bei den Sumpfschildkröten, auch wenn es im Netz leider immer wieder diese Fehlinformation gibt. Bei etwa gleichgroßen Tieren sind auch die Schwänze in etwa gleich lang (altes Männchen, junges Weibchen). Geschlechtsreife Tiere lassen sich allerdings an der Breite der Schwanzwurzelbasis kurz hinter der Kloake in Richtung Schwanzspitze geschlechtlich einordnen. Bei den Männchen sind dort die handschuhfingerartig umgestülpten Hemipenes untergebracht, die brauchen Raum und erzeugen die Verbreiterung. Aber hier bedarf es dann auch beider Geschlechter, erst dann erkennt man -bei reichlicher Übung- die sehr geringfügigen Unterschiede. Dies ist auch noch abhängig von der Jahreszeit, im Herbst kann die Ausprägung bei den Männchen geringer sein als im Frühjahr. Dann gäbe es noch die Augenfarbe, über die eine Geschlechtsbestimmung möglich sein kann, aber das führt hier sicher zu weit. Über die Größe, wie in diesem Falle, ist es allemal einfacher, zumal das Exemplar wirklich sehr groß zu sein scheint.

Gruß Rolf
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