Forelleneier und Hochwasser ….

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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon pehers » 16.01.2018, 20:30

Servus an alle!

Noch einmal zur Sache:
Ganz generell - so ketzerisch es auch klingen mag - muss man sich als Bewirtschafter vielleicht eben in manchen Bereichen die Frage stellen, ob Brutboxen noch einen Sinn haben:

Das wichtigste Ziel dieser Maßnahmen, des Besatzes mit Eiern, ist es, einen selbstreproduzierenden Stamm zu etablieren, indem man den Homing-Effekt nützt, damit die Fische wieder an ihre angestammten Laichplätze zurück kehren. Einiges, was ich in Euren Postings gelesen habe, lässt mich massiv an der Erreichbarkeit dieses Ziels zweifeln. Wie Ihr alle wissen könntet, bin ich ein extremer Besatzgegner, aber wenn es einfach nicht anders geht, weil mit einem erfolgreichen natürlichen Ablaichen der erfolgreich aus Boxen geschlüpften, abgewachsenen Fischen nicht mehr zu rechnen ist, da das Habitat und andere Faktoren es nicht zulassen, dann sollte man überlegen, ob ein Brutboxenprojekt noch Sinn macht und man nicht andere Aktivitäten setzen sollte, um dem Bestand wieder auf die Beine helfen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, müsst Ihr teilweise die Boxen alle paar Tage reinigen und die Eier abspülen oder so? Ich bewundere Euren Tatendrang, Euer Engagement und Eure Aufopferung, aber wie oben dargestellt, kann ich dabei den Sinn nicht mehr nachvollziehen (wenn das ein Dauerzustand sein sollte und nicht nur schlechte Jahre betrifft). Ebenso bei Christian: Wenn die Situation so fatal ist, wie beschrieben (egal, wie gut das Jahr ist, ist mit einem natürlichen Laichgeschehen, das auch Erfolg haben könnte, nicht zu rechnen), dann könnt ihr die Eier sein lassen! Zumindest ich sehe dann keinen Sinn mehr darin. Warum soll ich "homen", wenn der arme Fisch dann - überspitzt formuliert - seine Eier in ein paar Jahren in den Schlamm (unter einem Rohr) legen muss??? Das ist an einem solchen Gewässer dann eben der "bottleneck", den es zu vermeiden gilt.

Es gäbe dann für mich nur die Möglichkeit, zu versuchen,
1. einen Stamm zu etablieren bzw zu finden, der mit dem Wasser zurecht kommt und einen zuverlässigen Züchter, der Euch dabei unterstützt und nicht fremdes Material darunter mischt. Besatz dann erst mit Brütlingen.
2. Änderungen am Habitat zu erreichen, die Morphologie des Gewässers soweit verbessern, dass ein natürliches Ablaichen wieder möglich ist. Soweit das überhaupt möglich ist...

Aber Brutboxen in Flussabschnitten, in denen natürliches Ablaichen nicht möglich ist, sind vergebene Liebesmühe!

Liebe Grüße
Hans
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 16.01.2018, 21:39

Lieber Hans, lieber Gebhard,

ich denke, der Konflikt welcher zwischen uns schwelt findet seine Ursache darin, dass ich nicht bereit bin die eine oder andere "in Stein gemeißelte Behauptung" zu unterschreiben…..
Bitte glaubt mir(!), dass ich keine bösen Absichten habe oder verfolge, wenn ich Euch hin und wieder mal widerspreche….

LG Christian

PS:
pehers hat geschrieben: Aber Brutboxen in Flussabschnitten, in denen natürliches Ablaichen nicht möglich ist, sind vergebene Liebesmühe!

Ich habe Verständnis für Deine Meinung lieber Hans und akzeptiere Deine Meinung auch! Habe aber eine andere Meinung dazu und mein großes Vorbild kann man sich hier anschauen :arrow:
(Wiederansiedlung und Erhaltung von Lachs und Meerforelle in der Stör)
https://www.youtube.com/watch?v=mNmIV1f1F9c =D> :arrow: :daumen
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 16.01.2018, 23:25

Hallo,

eine kurze Geschichte…. :arrow:
Ein Stück Zeitgeschichte aus meiner Region …. :D Niedergeschrieben und somit erhalten in dem Buch :arrow:
„Fischköpfe und Wasserratzen“ :D

Zitat: In der Weißen Laber lagert sich immer mehr Sand ab. … … …, dass erstmals um 1970 die Versandung der Weißen Laber als Problem diskutiert wurde. In den 1970er Jahren häuften sich bereits mächtige Schichten von Sand am Flussgrund an. Rudi P… kennt Stellen, an denen die Laber früher mehr als sechs Meter tief war. Bereits um 1980 waren alle tiefen Stellen so sehr mit Sand verfüllt, das man überall durch den Fluss waten konnte. … … … … … … Durch die Erosion von landwirtschaftlich genutzten Böden gelangt mehr denn je feiner Sand in die Gewässer. …. …. Um 1965 fand hier die Flurbereinigung statt und wenige Jahre später wurde die Versandung der Laber zu einem massiven Problem. …. … …

(Betroffen ist nicht nur die W. Laber, sondern mehr oder weniger alle Bäche und Flüsse in der gesamten Oberpfalz…)

Hoch Interessant fand ich es zu lesen, dass die Fischereivereine vor über 100 Jahren Forellen „streiften“ und Bruthäuser unterhielten. :D Ebenso interessant fand ich es zu lesen, dass bereits in den 1920er Jahren Satzfische vom Forellenzüchter … … gekauft wurden….
:-k
Wirkt auf mich so, als ob schon sehr lange die Notwendigkeit besteht, Fisch zu besetzen…. :roll:

Gruß Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 16.01.2018, 23:29

Hallo Jürgen,

wir kontrollieren die Rohre nach Möglichkeit im Intervall von 7-10 Tagen (niedrige Wassertemperatur da Flussmittellauf, der Oberlauf ist wärmer = hat mehr warmes Grundwasser) und bringen alles in Ordnung …

LG Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Royal Coachman » 17.01.2018, 01:39

Hallo!
Nachdem ich auf das erste Mal keine vernünftige Antwort bekommen habe frage ich nochmals:

Stehen diese Systeme einfach im Wasser an durchströmten Stellen?

RC
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Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon pehers » 17.01.2018, 10:02

Servus Christian!

Dass du andere Meinungen hast, ist nicht mein Problem an Deiner Diskussionsführung, sondern dass es bei Dir offenbar nur darum geht, deine Überlegenheit zu demonstrieren! Wenn es dich wirklich interessieren würde, welche Erfahrungen andere gemacht haben, dann würdest du mal auch das einfach aufnehmen... schaffst du aber nicht, weil du offenbar nur Deine Meinung kund tun willst und hier eben nur einen Raum gefunden hast, in dem Du das tun kannst. Hat aber mE nichts mit dem Sinn eines Forums bzw. wäre es ehrlicher einfach offen zuzugeben, dass du uns belehren willst und nicht den Willen auf Meinungs- und Erfahrungsaustausch vorzutäuschen.

Das ganze leitet sich auch daraus klar ab, dass du auf die meisten Antworten ja nicht einmal wirklich eingehst, sondern irgendwelche Bücher und Beiträge oder Videos ins Rennen schickst, die vielleicht inhaltlich richtig sind, aber eben andere Sachverhalte betreffen oder nur Deine Meinung wiederholen.

Auch eine Wiederansiedlung macht nur Sinn, wenn eine solche möglich ist! Wenn es keine Laichplätze für Lachse in einem Gewässer gibt, kann die Wiederansiedlung nur in die Hose gehen! Dann ist es einfach nur Besatz und keine Wiederansiedlung!

Wenn ich in einem betonierten Springbrunnen in einer Großstadt Forellen aussetze, ist das auch keine Wiederansiedlung, sondern Besatz... egal ob in Boxen, als Brütling oder fangfähig!

Ich habe mehrfach klargemacht, dass ich Deine Ansichten zu dem Thema respektiere - respektiere meine teils anderen Ansichten auch! Ich habe fünf Jahre ein Brutboxenprojekt begleitet und viele Projekte kennen gelernt - das sind meine Ergebnisse.

LG
Hans
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Maggov » 17.01.2018, 10:45

Hallo Hans,
hallo Gebhard,

ich verstehe Eure Fragen und Euer Feedback an Christian durchaus - der Ton bleibt sachlich und vielleicht tut der Austausch auch gut, wenn ich auch denke dass dieser via PN etwas weniger "öffentlichen Druck" bei Christian erzeugen würde. Soweit der Beitrag als Moderator.

Die Frage ob die Rohre am Boden lagen oder frei-schwimmend im Fluss installiert wurden interessiert mich auch. Ich hoffe darauf antwortet Christian noch.

So wie ich das Eingangsposting lese und verstehe war dieses Jahr eine wetterbedingte Ausnahmesituation. Das Hochwasser kam zusammen mit den ungewöhnlich hohem Sedimenteintrag zu just dem falschen Zeitpunkt. Daraus schließe ich dass es in Vorjahren durchaus geklappt hat obwohl auch da Sedimenteinschwemmungen sicherlich (in deutlich kleinerem Umfang) vorhanden waren. Brutboxen bringe gerne Rückschläge mit sich und ein erfahrener Gewässerwart und Vorstand hat mir mal gesagt dass diese Projekte mindestens 7 Jahre beibehalten müssen damit es halbwegs sicher klappt und es gerne an dem Durchhaltevermögen scheitert.

Deine Frage, Hans, ist durchaus berechtigt: Was bringt ein Brutboxen-Projekt wenn ich keinen natürlichen Laichplatz in der Strecke habe? Es wird sich kein Stamm etablieren können und Alternativen wie Brütlinge hätten vielleicht eine höhere Erfolgschance auf fangfähige und robuste Fische bei weniger Arbeitseinsatz. Ich denke alle vier sind wir uns einig dass Strukturverbesserungen immer vor Besatz gehen sollten und wir wissen auch alle dass die schöne Theorie in der Praxis leider extrem schwer um zu setzen ist.

Unter Cocooning verstehe ich vertikale Rohre die in den Kies des Flussbettes eingelassen werden - ich denke die Rohre wie Christian sie verwendet liegen horizontal im Wasser. Deshalb gehe ich von einer Konstruktion wie die Ulmer Box oder die m+s Box aus (Kurzbeschreibung der Boxen unter diesem Link: http://gewässerwart.de/brutboxen-die-systeme-im-ueberblick/)

@Christian:
- vielleicht kannst Du ja auf die Frage von Gebhard bzgl. der Positionierung der Rohre eingehen? War das Rohr mit Abstand zum Gewässergrund montiert oder lag es am Grund?
- gibt es in der Strecke natürliche Laichhabitate?
- Zusatzfrage: gibt es an Eure Strecke keine Nebenbäche die in die Strecke gehen?

Ich denke diese Fragen lassen sich ohne Bilder oder Literaturhinweise beantworten und erlauben uns den Faden wieder auf zu nehmen.

LG

Markus
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 17.01.2018, 22:26

pehers hat geschrieben: Wenn es dich wirklich interessieren würde, welche Erfahrungen andere gemacht haben, dann würdest du mal auch das einfach aufnehmen... schaffst du aber nicht, weil du offenbar nur Deine Meinung kund tun willst und hier eben nur einen Raum gefunden hast, in dem Du das tun kannst. Hat aber mE nichts mit dem Sinn eines Forums bzw. wäre es ehrlicher einfach offen zuzugeben, dass du uns belehren willst und nicht den Willen auf Meinungs- und Erfahrungsaustausch vorzutäuschen.


Lieber Hans,
mit reinem Gewissen kann ich Dir versichern (!!), Du liegst mit Deinen Behauptungen völlig falsch!
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 17.01.2018, 22:49

:-k
Ich meine, Bilder erzählen mehr als tausend Worte … (Finde ich einfacher.)

Royal Coachman hat geschrieben:Stehen diese Systeme einfach im Wasser an durchströmten Stellen?
RC


@ Alle.

Die Rohre befinden sich ca. 25 cm über der Flusssohle.
m+s Brutbox 1.JPG
m+s Brutbox 1.JPG (196.85 KiB) 442-mal betrachtet


Prallplatte vorn am Rohr. Die Prallplatte zeigt flussaufwärts. Das frische Wasser wird von flussabwärts in das Rohr gesogen und tritt an der Prallplatte wieder aus. (Mit etwas Milch die man in das Rohr gibt, kann man die Funktionsweise testen. Nach kurzer Zeit tritt die Milch an der Prallplatte aus. -> Das schaut dann aus wie ein rauchender Kamin bei Wind. )
m+s Brutbox 2.JPG
m+s Brutbox 2.JPG (186.97 KiB) 442-mal betrachtet


Ablagerungen (niedrige Strömungsgeschwindigkeit im Rohr) von Calciumcarbonat (kalkreiches Wasser) auf dem Edelstahleinsatz nach ca. 7-10 Tagen im Rohr.
m+s Brutbox 3.JPG
m+s Brutbox 3.JPG (165.53 KiB) 442-mal betrachtet


Kontrolle der Eier nach 7-10 Tagen.
m+s Brutbox 4.JPG
m+s Brutbox 4.JPG (179.59 KiB) 442-mal betrachtet



Abgestorbene und verpilzte Eier nach 7-10 Tagen im Rohr. Werden diese Eier nicht aus den Boxen entfernt, geht der Pilz auf die gesunden Eier über und tötet alle Eier nach und nach ab….
m+s Brutbox Eier ....JPG
m+s Brutbox Eier ....JPG (175.28 KiB) 442-mal betrachtet


Kontrolle von WV- Box nach ca. 7-10 Tagen …
Korb WV Box 1.JPG
Korb WV Box 1.JPG (159.25 KiB) 436-mal betrachtet

Korb WV Box 2.JPG
Korb WV Box 2.JPG (164.18 KiB) 436-mal betrachtet


Rohr WV- Box.JPG
Rohr WV- Box.JPG (115.82 KiB) 432-mal betrachtet

Rohr WV- Box ....JPG
Rohr WV- Box ....JPG (259.09 KiB) 432-mal betrachtet


Der Pilz greift auf gesunde Eier über. Kontrolle nach 14 Tagen …
Eiklumpen - Pilz.JPG
Eiklumpen - Pilz.JPG (189.93 KiB) 432-mal betrachtet


Gruß Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 17.01.2018, 23:58

@ Markus
Ich beantworte morgen Deine Fragen …
LG Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Royal Coachman » 18.01.2018, 10:22

Hallo!

Aha, also Fischzucht im Bach .

RC
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 18.01.2018, 23:39

Maggov hat geschrieben: - gibt es in der Strecke natürliche Laichhabitate?


Unterhalb der Wasserkraftanlagen in den Mühlgräben laichen die Forellen und auch Äschen. Allerdings ist das Substrat von sehr schlechter Qualität. (Das Substrat auf den Fotos ist künstlich eingebrachter Kies, der sich ein gutes Stück unterhalb der Laichplätze befindet.) Die Wasserkraftbetreiber lehnen es ab, dass in die Mühlgräben unterhalb der Wasserkraftanlagen Kies eingebracht wird!! :( Begründung, wegen dem befürchteten Rückstau… :roll: Es müsste daher erst der alte Kies ausgebaggert werden, bevor neuer Kies eingefüllt werden kann. Diese Mühlgrabenbereiche sind allerdings schwierig mit einem Bagger zu erreichen…. Und dann gibt es noch das Problem mit der Entsorgung vom alten Kies. :roll: Man hat Schadstoff-Belastungen im Sediment des Flusses nachgewiesen („Blei, Chrom, Kupfer, Zink, Kohlenwasserstoff-Verbindungen wie PCB“ usw.), sodass die ausgebaggerten Sedimente möglicherweise sogar als Z2- Sondermüll entsorgt werden müssen…. :roll:

Maggov hat geschrieben: - Zusatzfrage: gibt es an Eure Strecke keine Nebenbäche die in die Strecke gehen?


Nicht wirklich, im Gelände erkennt man aber noch alte Bachläufe die trocken sind (abgesehen von der Schneeschmelze oder ergiebigen Starkregen). Die Niederschläge auf den Albhochflächen und in den alten Bachläufen versickern in den Untergrund und fließen unterirdisch weiter…. "Karst" -> Überwiegend unterirdischer Wasserhaushalt. Daher haben die Flüsse im Karst nur sehr wenige Zubringerbäche … (Kennst Du so von der Wiesent…)

Sorry,(!!) aber ich kann es nicht besser beschreiben.... Daher :arrow:
Zitat: Aus dem Link -> http://www.jachenhausenergruppe.de/?page_id=75
Zitat: Der Untergrund ist extrem durchlässig. Die Filterwirkung der meist geringen Oberbodenauflage und des anschließenden wasserlöslichen Kalksteins ist vieler orts gering. Gleichzeitig ist die Neubildungsrate von Grundwasser hoch. Die Reinigungs- und Filterleistung des Bodens wird durch die teilweise kurzen Abflusswege, beispielsweise beim Wasserablauf durch die Dolinen, weiter reduziert. Dadurch sickern unter anderen Schadstoffe mehr oder weniger ‚ungebremst’ durch den Boden und verunreinigen das Grundwasser.

Oder verunreinigen den Fluss ... -> Wir erkennen die Stoßbelastung durch Düngung (oft mit Gülle) der Albhochflächen sofort am massiven Algenwachstum im Fluss und der anschließenden eintrüben des Flusswassers aufgrund verstärkt biogener Entkalkung….

LG Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon DerRhöner » 19.01.2018, 00:46

Hallo allerseits

Ich hab sowas noch nie gemacht oder gesehen, aber mir stellt sich im Bezug auf das Ausgangsproblem (Verschlammung der Eierboxen) diese Frage: Kann man die Prallplatte nicht weglassen oder zumindest verkleinern? Dann wäre die Fliessgeschwindigkeit höher und der Sand lagert sich nicht ab. Wäre jetzt so meine naive Idee...

Denn wenn ich das richtig verstehe sind die Eier ja in diesen Metallboxen gegen dem Verdriften geschützt. Ich glaube (aber erklärts mir wenn ich falsch liege) etwas höherer Wasserdurchsatz ist den Eiern lieber als unter Schlamm zu ersticken?

Gruss

Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon pehers » 20.01.2018, 09:54

Gammarus roeseli hat geschrieben:
pehers hat geschrieben: Wenn es dich wirklich interessieren würde, welche Erfahrungen andere gemacht haben, dann würdest du mal auch das einfach aufnehmen... schaffst du aber nicht, weil du offenbar nur Deine Meinung kund tun willst und hier eben nur einen Raum gefunden hast, in dem Du das tun kannst. Hat aber mE nichts mit dem Sinn eines Forums bzw. wäre es ehrlicher einfach offen zuzugeben, dass du uns belehren willst und nicht den Willen auf Meinungs- und Erfahrungsaustausch vorzutäuschen.


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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Maggov » 20.01.2018, 14:11

DerRhöner hat geschrieben:Hallo allerseits

Ich hab sowas noch nie gemacht oder gesehen, aber mir stellt sich im Bezug auf das Ausgangsproblem (Verschlammung der Eierboxen) diese Frage: Kann man die Prallplatte nicht weglassen oder zumindest verkleinern? Dann wäre die Fliessgeschwindigkeit höher und der Sand lagert sich nicht ab. Wäre jetzt so meine naive Idee...

Denn wenn ich das richtig verstehe sind die Eier ja in diesen Metallboxen gegen dem Verdriften geschützt. Ich glaube (aber erklärts mir wenn ich falsch liege) etwas höherer Wasserdurchsatz ist den Eiern lieber als unter Schlamm zu ersticken?

Gruss

Christian


Hallo Christian,

ich fürchte wenn Du die Prallplatte vorne entfernst bekommst Du noch mehr Sediment in das Rohr da es direkt eingespült wird und sich in den Gittern und Eiern fängt.

Die Idee das Wasser von hinten an zu saugen finde ich deshalb gar nicht schlecht.

Hallo anderer Christian,

So lange das Laichhabitat angenommen wird bestehen doch noch gute Chancen für ein Eigenaufkommen. Das Einbringen von Kies ist - nach Hören-Sagen - ein schwieriges Unterfangen. Es wird wohl nicht jedes künstliche Kiesbett angenommen. Ausserdem würde dieses doch auch mit der Zeit versintern.

Wie tief ist das Wasser an der Stelle? Liesse sich das bestehende Kiesbett nicht im Herbst mittels Harken auflockern und etwas ausspülen/durchlüften? Das wäre ein Arbeitseinsatz mehr, ist mir klar. Auf der anderen Seite ist es auf Dauer doch beschwerlich jedes Jahr die aufwendige Brutboxenpflege zu organisieren und zu wissen das die Fische die dazukommen keine Chance haben den Bestand ausreichend zu schützen.

LG

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