Forelleneier und Hochwasser ….

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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 29.01.2018, 22:16

Servus Hans,
mit wie viel Eiern wird so ein Cocoons bestückt? Wie groß ist so ein Cocoons?
Ich habe so etwas auf der Seite von C. R. zum ersten Mal gesehen -> Huchen….
Gruß Christian
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Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon pehers » 30.01.2018, 09:31

Servus!

In so einen Cocoon kann man je nach Fischart mit ca. 2.500 Eiern bestücken - vielleicht ein bisserl mehr ...

So ein Cocoon ist ca. 40cm hoch und 30cm im Durchmesser. Er wird in der Mitte durch eine Lochplatte geteilt, die an einer Gewindestange befestigt ist. Der obere Teil wird mit Kies gefüllt und oben werden die Eier, leicht mit feinem Kies bedeckt, eingebracht. Die untere Box bleibt „leer“ und die geschlüpften Larven sickern durch in diesen Teil der Box.

An sich kann man die Box für jeglichen Kieslaicher verwenden. Wir haben sie für Äsche, Forelle und Huchen im Einsatz. Huchen wie gesagt sogar in der Donau dem Innbach, die sicher relativ viel Sediment führen.

Der gesamte Tubus und alle anderen Teile bestehen aus Niroster Stahl, sodass wir die Boxen jetzt über Jahre hinweg einsetzen, ohne dass Probleme aufgetreten wären. Das ganze System wird auch eben mit einem Netzgeflecht aus Niroster ummantelt, das mit dicken Gummis gesichert wird, sodass der Innenraum sauber bleibt. Wir haben damit in allen Anwendungsbereichen Schlupfraten von über 90% erzielt.

Die Cocoons werden dann - zwar nicht direkt an klassischen Laichplätzen, sondern zB in der Rausche darüber eingebracht, um die Durchströmung ausreichend zu gewährleisten. Für den Homing-Effekt ist dies aber irrelevant. Die ersten natürlichen Laichgruben konnten wir in der Nähe der Cocooning Plätze bereits entdecken.

Ich versuche noch ein paar Fotos einzustellen, damit man sich das besser vorstellen kann.

LG
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 30.01.2018, 20:31

pehers hat geschrieben: Ich versuche noch ein paar Fotos einzustellen, damit man sich das besser vorstellen kann.


Würde mich freuen! :D
LG Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon LenSch » 31.01.2018, 09:20

Gammarus roeseli hat geschrieben:
pehers hat geschrieben: Ich versuche noch ein paar Fotos einzustellen, damit man sich das besser vorstellen kann.


Würde mich freuen! :D
LG Christian


Ich mich auch! Die Schlupfquote ist ja extrem hoch =D>

LG Lennart
Gruß,
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon pehers » 31.01.2018, 22:36

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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon pehers » 31.01.2018, 22:39

Servus!

Ich hoffe, das hat hingehaut...

Auf den Bildern seht ihr die Cocoons in den jeweiligen Stadien des Einbaus.

LG
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 02.02.2018, 21:58

Danke für's zeigen!

Junge Äschen wie schön … … :D

LG Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 02.02.2018, 23:39

pehers hat geschrieben: Das ganze System wird auch eben mit einem Netzgeflecht aus Niroster ummantelt, das mit dicken Gummis gesichert wird, sodass der Innenraum sauber bleibt.


Servus Hans,

wie schon erwähnt, haben wir in D. immer noch große Probleme mit der Überdüngung der Gewässer und deren Folgen, was sich bspw. bei uns in der „Fränkischen Alb“ darstellt durch eine übermäßig starke Ausfällung von Calciumcarbonat = mineralischer Schlamm im Flusswasser und der Bach- und Flusssohle …. Calciumcarbonat = Mittlere Korngrößen von 10 – 0,2 µm. :roll:

(Oder die Überdüngung der Gewässer zeigt sich dadurch, dass abgestorbene Algen -> Schlammteppiche bilden und das Interstitial versiegeln …. :roll: )

Und dann haben wir noch das Problem einer übermäßig starken Wassertrübung und der Verschlammung der Kieslückensysteme durch Bodenerosion auf den landwirtschaftlichen Nutzflächen nach Starkregenereignissen und Schneeschmelze….. :( Bei uns in der Region bestehen die Böden oft aus „Schluff“ (Lehm usw.) in einer Korngröße von 0,002 bis 0,063 Millimeter …. :roll:
:-k
Ich habe die Befürchtung, dass das „Netzgeflecht aus Niroster“ vom Cocoon keinen ausreichenden Schutz bieten kann, gegen das Eindringen von Sedimenten wie Schluff und Seekreide, wodurch die Eier im Cocoon erstickt werden ….

Was meinst den Du dazu?

LG Christian

PS: Lieber Hans, lieber Gebhard, damit erst gar keine Missverständnisse aufkommen können, ich sehe Fischbesatz ähnlich kritisch wie ihr! Sehe das Ganze aber nicht ganz so streng wie ihr, weil halt bei uns in D. viele Gewässer einfach noch nicht in dem guten Zustand sind, dass wir ein Eigenaufkommen (von BF,.Ä, L, Hu, RBF usw.) haben bzw. ein ausreichend hohes Eigenaufkommen vorweisen können.
Ich lehne bspw. einen Besatz generell ab (fremder, nicht autochthoner Stamm) und bin streng dagegen, wenn eine natürliche Reproduktion der alten Stämme noch vorhanden ist!! … … …
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 06.02.2018, 00:21

dr-d hat geschrieben: selbiges habe ich auch bei uns im schwarzwald und auch in Niederösterreich feststellen können.egal ob Oberlauf oder
weiter unten - v.a. wenn es wärmer wird treibt der "landwirtschaftliche dünger" und kolminiert alles.zusätzlich tun
insuffizient ausgestatte und gepflegt Kläranlagen ihr übriges.

Hallo Thomas,
ich kann berichten, dass die Rohre unserer Erbrütungssysteme in der S.L. jahreszeitlich bedingt mal stärker (->Düngung mit Gülle im Umland) mal schwächer von Fadenalgen besiedelt werde…. Die Fadenalgen auf den Rohren fällen das Calciumcarbonat aus dem Wasser aus, so dass die Rohre unter den Algen langsam versintern -> mit einer festen Kalkkruste überzogen sind ….

dr-d hat geschrieben: vor langen jahren musste ich ganz oben in der königsseeache feststellen, wie empfindlich selbst ein gewässergüte 1 - gewässer
bei niedrigen Wassertemperaturen auf diese exogenen einflüsse reagiert: der flussgrund war glitschig gefährlich veralgt - das
zeug war zudem nahezu durchsichtig!ein experte klärte michdann auf:klimaveränderung haut hier besonders durch und auch
im Nationalpark gibt es Landwirtschaft..

Auch ich habe die Erfahrung gemacht, das Algen uns sehr viel über den Zustand der Gewässer erzählen … … …
Gute Wasserqualität -> Saprobie I-II
Algen S. I-II.JPG
Algen S. I-II.JPG (177.61 KiB) 1513-mal betrachtet
Wenn man darauf achtet, erkennt man die Sauerstoffbläschen an dem (sehr glatten) Algenfilm auf dem Stein.


Fadenalgen sind dagegen immer ein sicheres Zeichen für Überdüngung …. :roll:
Fadenalgen....JPG
Fadenalgen....JPG (305.76 KiB) 1513-mal betrachtet

Ich dachte vor Jahren, das Wasser in diesem Bach (Foto), der aus einer Karstquelle entspringt (Bachmühlbach) sei besonders sauber und unbelastet…. :roll: Welch einen bösen Irrtum ich damals begann, zeigten mir die Fische in einem Kaltwasseraquarium am darauffolgenden Morgen an…. :shock: :shock: :shock: Der Sauerstoffgehalt in Wasser lag nur noch bei ca. 4,5 mg/l …. :shock:

Vor allem im Frühjahr füllen sich die Algengeflechte oft mit Sauerstoff (weichgründiger Untergrund in strömungsberuhigten Bereichen) und steigen in Form von Algenkissen anschließend zur Wasseroberfläche auf …

LG Christian

PS: Eutrophierung & Biomanipulation :-k
(Lachs …. -> Nister -> Siegsystem, Rheinland-Pfalz)
http://www.lachsprojekt.de/main/Eutroph ... ation.html
Man beachte die vier Fotos Abb. 4b und 4c…. Es scheint überall dasselbe Schlammassel mit der Überdüngung der Fließgewässer in D. zu sein …. … … (Wir haben in der S.L. Nasen besetzt…. :smt003 )
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Royal Coachman » 06.02.2018, 11:00

Hallo !
Das Problem der Grün- bzw. Fadenalge kenne ich aus meinem Bach zu Genüge.
Der Bach kommt aus einem Moorsee, der schon im Zufluss belastet ist.

Allerdings hat er gleichzeitig ein starkes Wachstum von Unterwasserpflanzen verschiedenster Art, angefangen vom flutenden Hahnenfuß bis zum Sternkraut in ruhigen Zonen, sodass sich anscheinend bei mir das wieder ausgleicht, denn bei aufgelockertem Untergrund laichen die Forellen seit Jahren regelmäßig und mit Erfolg.
Was aber bemerkenswert ist, dass sich die Laichzeiten stark nach hinten verschoben haben, binnen 5 Jahren um über einem Monat.

tight lines

RC

PS: bei mir kann man die Zulaufgräben als Odelabtransportgräben bezeichnen und es besteht keinerlei Chance dies zu ändern!
Der immer auf Seiten der Fische steht!
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 11.02.2018, 22:26

Royal Coachman hat geschrieben: Was aber bemerkenswert ist, dass sich die Laichzeiten stark nach hinten verschoben haben, binnen 5 Jahren um über einem Monat.


Servus Gebhard,

ich meine, Deine Beobachtung synchronisiert mit den Messdaten vom „Gewässer kundlicher Dienst Bayern“, bezogen auf die Wassertemperatur ….
Beispiel: Gesamtzeitraum Station Erbendorf / Fichtelnaab: https://www.gkd.bayern.de/fluesse/wasse ... &zr=gesamt
Aufmerksam betrachtet erkennt man an den Kurven im Diagramm, dass die Laichtemperatur für die Bachforelle ab 2012 später erreicht wird als vor 2012…

Interessiert Dich vielleicht….
Ein paar Fotos vom Entwässerungsgraben ->Winzer Regensb.
Laichgrube ->
11.02.2018 Winzer Regensb. Entwässerungsgraben 1..JPG
11.02.2018 Winzer Regensb. Entwässerungsgraben 1..JPG (244.59 KiB) 1430-mal betrachtet

11.02.2018 Eine der letzten Bachforellen im Entwässerungsgraben ist mit dem schlagen von Laichgruben beschäftigt …
11.02.2018 Winzer Regensb. Entwässerungsgraben 2..JPG
11.02.2018 Winzer Regensb. Entwässerungsgraben 2..JPG (250.83 KiB) 1430-mal betrachtet

11.02.2018 Winzer Regensb. Entwässerungsgraben 3..jpg
11.02.2018 Winzer Regensb. Entwässerungsgraben 3..jpg (206.6 KiB) 1430-mal betrachtet

Die Wassertemperatur liegt bei 10,2°C. (Die Lufttemperatur bei 1,5°C.)
11.02.2018 Winzer Regensb. Entwässerungsgraben 4..JPG
11.02.2018 Winzer Regensb. Entwässerungsgraben 4..JPG (210.94 KiB) 1430-mal betrachtet


Das Wasser im Graben ist Sommerkühl bis ca. 16°C und sehr Winterwarm aufgrund vom vielen Grundwasser + eine zusätzliche Erwärmung im Winter durch das permanente Einleiten von warmen Gießwasser aus den beheizten Gewächshäusern. Wenn es eisig ist und der Schnee auf den Feldern liegt, hat das Wasser im Graben nicht selten zwischen 10-13°C (über 10°C Wassertemperatur sterben die Forelleneier…). Das warme Wasser ist den Bachforellen im eisigen Winter 2016/2017 zum Verhängnis geworden. Die nahe Donau war zugefroren, die Felder bedeckt mit Schnee und die Reiher hatten in dem geradlinigen und eher flachen Wassergraben leichtes Spiel, so dass der BF Bestand um ca. 98% dezimiert wurde…. Die größte BF in dem Graben war ein Rogner von ca. 70 cm den ich stark abgemagert Ende April das letzte Mal im Bereich vom Hebewerk (breiterer und tieferer Bereich) gesehen habe… (Die aufgestaute Donau liegt höher als der Graben.)
In der S.L. laichen die BF im kühleren flussmittellauf früher als im Oberlauf der stärker durch warmes Grundwasser erwärmt wird… Und wie schon gesagt, durch Überdüngung haben wir eine zu starke Fällung von Calciumcarbonat = mineralische Verschlammung der Flusssohle und somit der BF Laichareale. Ich meine, die starke Fällung vom Calciumcarbonat wird ab ca. dem Mittellauf der S.L. überwiegend vom Phytoplankton (Kieselalgen) verursacht und weniger von den höheren Wasserpflanzen im Fluss. Die Wassertemperaturen (Sommer) sind im Oberlauf niedriger als im Mittellauf, daher vermehrt sich das Carbonat fällende Phytoplankton (Kieselalgen) im Mittellauf der S.L. deutlich schneller und stärker als im Oberlauf…

:-k
@ Alle
Die Pegel in den Flüssen und Bächen sind gefallen und man kommt wieder an die Erbrütungssysteme heran um sie zu kontrollieren… Wie schaut es bei Euch aus, haben die Augenpunkteier bei Euch auch Schaden genommen aufgrund vom Hochwasser und den mitgeführten Sedimenten...?

Gruß Christian
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon pehers » 12.02.2018, 11:53

Servus!

Habe länger nicht geantwortet, kann aber zu allen geschilderten Problemen nur festhalten, dass ich deren dramatische Auswirkungen so aus meiner doch auch über zehnjährigen Erfahrung mit Brutboxen - zum Glück - nicht nachvollziehen kann. Wie bereits gesagt verwenden wir die Cocoons auch an einem Bach, der ein Zubringer der Donau in Linz Oö. ist und landwirtschaftlich intensivst genutztes Gebiet durchfließt (Eferdinger Becken) bzw. mit der Aschach einen Zubringer hat, der durchs gesamte Eferdinger Becken rinnt. Im Innbach haben wir ebenso fantastische Schlupfraten bei den Hucheneiern mit diesem System, obwohl der Zustand sicher nicht besser ist, als in den von Euch dargestellten Bächen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Innbach

Auch vor der erfolgten Renaturierung im Rahmen des Projekts "Marktau" haben wir tolle Resultate erzielt.

Zum Kleinen Kamp kann ich auch ausführen, dass dieser laut meinen Informationen im Bereich, wo dieBewirtschafter Pächter sind, einen hervorragenden, natürlichen Bestand an Bachforellen und Äschen aufweist, obwohl dort auch leider die von dr-d geschilderten Probleme auftreten.

L.G.
Hans
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 23.06.2018, 14:29

:-k
Ich bezweifle, dass eure Cocoon (bzw. dieses Netzgeflecht) wirksam vor einer Verschlammung im inneren des Cocoon schützen kann.... Des Weiteren sehe ich ein Problem darin, das ihr die Brut aus euren Cocoon befreien müsst…. Was ist bei länger anhaltendem Hochwasser mit entsprechend hohen Pegeln, wenn die Cocoon nicht (mehr) erreichbar sind? Muss die Äschen- oder Huchenbrut dann im inneren der Cocoon verhungern, wenn die Cocoon unerreichbar sind und die Brut schon sehr weit entwickelt ist, :arrow: der Dottersack bereits aufgezehrt ist? :-k
pehers hat geschrieben: Im Innbach haben wir ebenso fantastische Schlupfraten bei den Hucheneiern mit diesem System, obwohl der Zustand sicher nicht besser ist, als in den von Euch dargestellten Bächen.

Ob der Zustand am Innbach vergleichbar ist mit dem unseren, kann ich so (rein vom Hörensagen) nicht beurteilen…. (Habe aber große Zweife daran!)
Vom bekanntesten Vertreter der Bäche und Flüsse im Jura (Schwäbische- Fränkische Alb) ) der Wiesent heißt es, die Weisent sei der verschlammteste Fluss in ganz Oberfranken….
https://www.infranken.de/regional/forch ... 216,412120
Die Wiesent, die ist mit dem Zustand der Sch. L. schon eher vergleichbar!

Und damit man es auch besser nachvollziehen kann:
Kies in einer Rausche der Schwarzen L. … Der Kies in den Rauschen ist völlig versetzt mit Calciumcarbonat, der als Schlamm aus dem Flusswasser ausgefällt ist…
Calciumcarbonat als Schlamm ausgefällt.JPG
Calciumcarbonat als Schlamm ausgefällt.JPG (243.61 KiB) 580-mal betrachtet


Um die Geschwindigkeit der Verschlammung zu ermitteln, mache ich Tests:
Ein kleiner mit Kies gefüllter Korb, in Bewegung gebracht nach ca. 6 Wochen im Fluss…
Kleiner mit Kies gefüllter Korb, nach ca. 6 Wochen im Fluss….JPG
Kleiner mit Kies gefüllter Korb, nach ca. 6 Wochen im Fluss….JPG (171.11 KiB) 580-mal betrachtet

Kies nach dem waschen des Kieses durch bewegen/ rütteln des Korbes.
Nach rütteln des Korbes …..JPG
Nach rütteln des Korbes …..JPG (186.21 KiB) 580-mal betrachtet

Verschlammung eines unserer m+s Rohre mit gefälltem Calciumcarbonatschlamm nach ca. 90 Tagen ohne Reinigung. Die Funktionsweise des Rohres ist während der Reinigung (oder dem in Bewegung bringen des im Rohr befindlichen Edelstahleinsatzes/Brutbox) gut zu erkennen…
Calciumcarbonatschlamm durch Fällung.JPG
Calciumcarbonatschlamm durch Fällung.JPG (116.31 KiB) 580-mal betrachtet


Zusätzliche Verschlechterung/ Verschlammung des Interstitials in den Bächen und Flüssen bei uns durch Bodenerosion ….
Bodenerosion bei Starkregen …. ....JPG
Bodenerosion bei Starkregen …. ....JPG (372.72 KiB) 580-mal betrachtet


Gruß Christian

Nicht fertig …. :roll: Unser Bruterfolg 2018 folgt…. :D
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 23.06.2018, 14:54

Gammarus roeseli hat geschrieben:...
aufgrund des erhöhten Pegels in einem Bach (Urgestein) konnten wir drei Erbrütungsrohre nicht mit Forelleneiern bestücken…. Wir haben diese Eier auf 14 WV- Boxen verteilt und vor dem Hochwasser (Foto 1) in den kleinen Fluss im Oberpfälzer Jura direkt auf der Fußsohle (übergangsweise) eingebracht, fixiert und gesichert…

IMG_1557.JPG
IMG_1557.JPG (241.4 KiB) 574-mal betrachtet


Diese Eier waren der Strömung vom Hochwasser ausgesetzt und sind nicht mit Seekreide verschlammt…. (Waren nur etwas geschützt hinter einem größeren Pflasterstein. Die WV- Boxen haben allerdings während dem Hochwasser viele kleine Äste gefangen…)


Das Ergebnis aus diesen WV-Boxen Mitte Februar:

IMG_1782.JPG
IMG_1782.JPG (199.46 KiB) 572-mal betrachtet


IMG_1783.JPG
IMG_1783.JPG (169.72 KiB) 572-mal betrachtet


Ein hervorragender BF Schlupf!! :D
Das Ergebnis aus den WV-Boxen konnte sich sehen lassen, zwei Kübel mit Dottersackbrut die vorzeitig ausgesetzt werden mussten, weil wir 20 000 BF Eier nachbestellt haben, um den Hochwasserverlust auszugleichen … :smt003
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Re: Forelleneier und Hochwasser ….

Beitragvon Gammarus roeseli » 23.06.2018, 15:36

Die neuen BF Eier konnten im vorgesehenen Bach (Region Urgestein) eingebracht werden…. :D
IMG_1844.JPG
IMG_1844.JPG (215.4 KiB) 570-mal betrachtet


Und ca. 2000 davon wurden genutzt um den Hochwasserverlust in einer anderen Flussstrecke (im Jure) auszugleichen… :D

Im vergangenen Jahr (2017) gab es keine Zwischenfälle bei der Erbrütung in den WV Boxen und nur sehr wenig zu tun aufgrund von dem eiskalten (kältester Winter seit der Wetteraufzeichnung) Bachwasser (Region Urgestein).
2018 war der Aufwand aufgrund von Stauraumspülungen (Wasserkraftwerk) in dem Bach spürbar größer…. Wir hatten plötzlich verrottetes Laub, Sediment und auch etwas Schlamm in den Rohren…
Dennoch war der Bruterfolg aus den ca. 20 000 BF Eiern akzeptabel ….

1. Bach (Region Urgestein).JPG
1. Bach (Region Urgestein).JPG (280.76 KiB) 565-mal betrachtet

und
2. Bach (Region Urgestein).JPG
2. Bach (Region Urgestein).JPG (246.63 KiB) 565-mal betrachtet

Um den Aufwand und die Ausfälle wegen der Stauraumspülungen (Wasserkraftwerk) in den Rohren zu beenden, haben wir die Dottersackbrut aus den WV-Boxen entnommen und die Fische in die Freiheit entlassen …..

Im Vergleich zum Bach (Region Urgestein) waren die gleichalten Brütlinge in dem wärmeren Wasser im Fluss (Region Jura) schon deutlich weiter entwickelt und auch schon schwimmfähig ….
Wärmeres Wasser im Fluss (Region Jura).JPG
Wärmeres Wasser im Fluss (Region Jura).JPG (217.14 KiB) 564-mal betrachtet


So erstmal Schluss für heute! :smt003

LG Christian
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