Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon Michael. » 13.02.2017, 15:20

Hallo,

uns erreichte ein Notruf aus der Schweiz:

*Zitat Anfang"

Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide»

Wir alle fischen gerne mit derFliege. Aber die steigenden Fische sind bei uns rar geworden, aus diversen Gründen. Einer dieser Gründe ist leider auch eine immer intensivere Landwirtschaft mit übermässigem Pestizideinsatz (in der Schweiz wird pro Hektare fast doppelt soviel Pestizid verwendet als in der EU!).

Inzwischen sind
… über 100 Pestizide in Gewässern nachweisbar
… rund 80% der Insektenbiomasse wegen den synthetischen Pestiziden verschwunden
… und noch viel mehr!

Man kann erfolgreich und produktiv bauern - ganz ohne Pestizide! Das beweisen nicht nur tausende von nachhaltig denkenden Schweizer Bauern - sondern auch eine ganze Gemeinde im Tirol: Mals

Einer der Hauptinitianten ist deshalb auch ein Gemüsebauer aus dem Seeland - der andere lebt von und für die Insekten.

Es muss etwas getan werden!
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide»: http://manifest-future3.ch/

Wir unterstütze nicht nur unseren Gewässern sondern auch unser aller Zukunft zuliebe, die Initiative fachlich, ideell und mit einem namhaften finanziellen Beitrag. Viele Fischer machen mit.

Spenden - auch ganz kleine, sind von überallher Willkommen, wo Fischer und andere Naturfreunde sind

https://wemakeit.com/projects/suisse-li ... pesticides

*Zitat Ende*
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Re: Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon Rolandus » 15.02.2017, 18:12

Danke. Die Schweiz könnte ja eine Vorbildrolle übernehmen und biologisches Bauern grundsätzlich vorschreiben !
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Re: Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon AlexWo » 15.02.2017, 20:48

Leute, mal in die Runde gefragt, habt Ihr noch richtige Vogelkonzerte am Morgen und am Abend?

Ich habe einen Wohnsitz im Tessin, in einem recht ursprünglich wirkendem Hochtal und einen Wohnsitz im oberbayerischem Voralpenland. Man hört und sieht bei mir kaum noch Singvögel, ausser Amseln, aber die kommen ja auch mit Würmern aus.

Wo sind all die Vögel hin, das hängt doch auch mit dem Insektenschwund zusammen!?

Ich steh morgens auf, trinke auf dem Balkon einen Espresso und es ist fast totenstill, ist irgendwie schon eine richtige Endzeitstimmung!

Nachdenklich

Alex
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Re: Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon BergLutz » 16.02.2017, 10:58

Hallo Alex,
Ist ja noch etwas arg früh im Jahr - aber letztes Jahr war auffällig, daß die Anzahl der Nachtigallen/Sprosser hier in den Elbauen der mittleren Elbe drastisch zurückgegangen war. Es waren Artverschiebungen festzustellen. Z.B. die Mönchsgrasmücke war gefühlt etwas häufiger und die Pirole schienen zugenommen zu haben. Das mit den Nachtigallen könnte mit Problemen auf dem Vogelzug zu tun haben Thema: Zugvogelfang in Ägypten mit langen Netzen.
Allerdings in meinem Garten ist die Anzahl der Brutpaare verschiedenster Arten (Grasmücken, Zaunkönig, Rotkehlchen, Grünfink) nicht zurückgegangen - es kommt nur nix mehr hoch da sich 2 Elsternhorste und ein Eichelhäherhorst in unmittelbarer Nähe befinden. Es ist viel im Umbruch zur Zeit. Problematisch nur daß sich die Bedingungen schneller ändern als die Natur reagieren kann. Was ich hier beschrieb sind nur meine Eindrücke.

Gruß
Lutz
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Re: Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon Rolandus » 17.02.2017, 17:56

eben 50.- gespendet und begonnen mit Unterschriftensammlung in meiner Umgebung.

Irgendwo muss man einfach anfangen, auch wenn jede Massnahme irgendwem wehtut. Aber wir machen wirklich die ganze Erde/Natur zur Sau.
Manchmal geht es sehr lange, bis sich Auswirkungen bemerkbar machen und so wissen wir nie, ob der Rückgang gewisser Tier- und Pflanzenarten ein neue Phänomen ist, oder sich einfach langsam über Jahrzehnte angebahnt hat, weil der Mensch schon seit sehr langer Zeit (spätestens seit der Industrialisierung) extreme Eingriffe in gewissen Gebieten vornimmt.

Und mich erstaunt es eigentlich, dass es trotz allem überhaupt noch Fische, Vögel und andere Lebenwesen gibt.
Es hat ja bald mehr Flieger als Vögel am Himmel, mehr Boote auf dem See als Fische drin und massiv mehr Autos als Rehe.....

Ich jedenfalls möchte in keinem der vergifteten Böden leben, wenn ich zu irgend einer Spezies der Kleintiere gehören würde, welche es im Boden braucht....
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Re: Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon Michl » 17.02.2017, 20:17

Tag,
Die Anzahl der Vögel ist definitiv zurückgegangen, das lässt sich nachweisen Zählungen haben ergeben das bis zu 50 % weniger Induvidien als üblich da sind.
Der Vorgang ist aber nicht neu, nur fällt er dieses Jahr sehr stark auf.
Das betrifft übrigens sowohl Stand- wie auch Zugvögel.
Im letzten Jahr war das Frühjahr kalt und sehr nass, daher sind viele Bruten aufgrund fehlender Nahrung, eben Insekten, und an der Kälte komplett eingegangen.
Dazu kommt ein stellenweise sehr starkes Regenereigniss, im Mai hat es z. B. hier bei uns in 18 Stunden mehr als 130 l /m2
geregnet, da sind viele Insekten im Boden einfach weggeschwemmt oder von den Bäumen gespült worden.
Wir haben beispielsweise keine grossen Waldameisenhaufen mehr, das ist das Wasser 15 cm hoch durch dem Wald gelaufen und hat alles mitgenommen.
Es fehlt fast ein ganzer Jahrgang, Insekten und Vögel, zumindest da wo entsprechende Wetterlagen waren.
Da nun die Verhältnisse allgemein durch Pestizide und Insektizide sowieso schlecht sind, wirken sich solche Ereignisse verheerend aus, das kann nicht ausgeglichen werden, zumal die Habitate der Vögel eben nur noch kleinräumig sind.
Deshalb müssen ja die Rabenvögel, die ja schon immer Nesträubet waren und eben auch durch ihre Grösse auf dieses Futter für ihre Aufzucht angewiesen sind, auch in diese Habitate drücken, mit entsprechenden Folgen.
(Die schönen gerngesehenen Spechte verfüttern übrigens auch gerne Singvogelbrut an ihren Nachwuchs....)
Leider gehen die Insekten schon seit vielen Jahren völlig unbeachtet im Bestand zurück, es vermehren sich nur noch die Neozoen stark, weil sie die leeren Nischen besetzen und ihre Predatoren aus dem Insektenreich nicht mehr vorhanden sind, was dann wiederum für erhöhten Einsatz von entsprechenden Mitteln sorgt.
Insektizide wirken aber nicht selektiv.
Das ist aber nicht alles, die entsprechende Flächenbewirtschaftung der
Landwirtschaft sorgt auch mit für den Rückgang, es gibt viele Gründe.
Wenn ich vor 20 Jahren an einem lauen Sommerabend mit dem Moped eine Runde durchs Flusstal und über die Hügel gedreht habe, waren Visier und Kiste voll mit Insekten, manchmal musste man am Schluss mit offenem Visier fahren, das war nicht so toll. (Mir ist da mal ein Hirschkäfer aufs Auge geknallt, ich dachte da erst an einen Stein und dann an einen Vogel)
Das ist vorbei, heute gibts nur noch einzelne Treffer.
Das komische ist, es interresiert keinen.
Das betrifft übrigens auch die Fische, bei uns am Bach wurde vor 4 Jahren eine Untersuchung des Insektenaufkommens gemacht, mit dem Ergebniss das der Bestand im Vergleich zur Untersuchung 10 Jahre vorher um 60% zurückgegangen ist.
Mit entsprechenden Folgen für den Fischbestand.

Ein weites Feld und keine schnellen Lösungen in Sicht, nicht mal der Willen dazu.
Leider.

Gruss Michl
Die Beute ist unwesentlich, entscheidend ist nur das Gefühl.
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Re: Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon AlexWo » 18.02.2017, 00:18

Also, im Groben und Ganzem, was ich auch beobachtet habe. Das ist der Preis für billige Lebensmittel, die so schlecht sind, dass wir sie eigentlich besser nicht essen sollten. In oberbayern ist auf jeden Fall festzustellen, das die grössten Umweltverschmutzer die Bauern sind.

Nachdenklich und traurig

Alex
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Re: Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon Jaegher » 18.02.2017, 00:55

50 chf abgedrückt. Gehört sich als Schweizer Fliegenfischer so PUNKT.


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Re: Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Beitragvon Michl » 18.02.2017, 02:07

Hallo Alex,
man kann das nicht pauschal auf die Landwirte abwälzen, das isr zu einfach.
Viele von diesen stehen unter enormem Druck da die Preise für ihre Erzeugnisse entweder seit Jahren nicht gestiegen oder sogar gefallen sind, während die Ausgaben für die Herstellung steigen.
Das sind Opfer des Verdrängungswettbewerbes der Lebensmittelindustrie und der Discounter, letztendlich des Konsumverhaltens der breiten Masse, also unseres.
Und der Globalisierung, alles wird irgendwoher billig importiert.
Wenns in Spanien schneit ist der Salat (den es normalerweise um diese Zeit gar nicht gibt) halt ein bissel teurer.
Dazu kommt zugegebenermasen bei der "alten" Generation ein mangelndes Umweltbewusstsein, da früher darauf überhaupt kein Wert gelegt wurde, kein Thema an den landwirtschaftlichen Schulen.
Das ändert sich zwar gerade, aber das wird noch lange dauern bis es sich auswirkt.
Ausserdem mischen in diesem Thema die Lobbyisten grosser Konzerne mit, und zwar europaweit, man beachte nur mal die Diskussion um Glyphosate.
Das ist das Zeug das auf Getreide und Kartoffeln ausgebracht wird um es schlussendlich schneller und gleichmässiger zur Reife zu bringen, damit werben die Hersteller. :evil:
Eigentlich ist es ja ein Unkrautvernichter, aber sowas geht halt auch.
Wirkt übrigens auch gegen Insekten, da es deren Nahrungspflanzen am Ackerrand ausmerzt.
Es kreist der Berg und gebiert eine Maus, trotz mehrfach nachgewiesener schädlicher Auswirkungen kam da kein Verbot zustande, obwohl mittlerweile bei der Hälfte der Bevölkerung das Zeug im Körper nachweisbar ist, da gehörts aber ganz sicher nicht hin!
Sagt übrigens das Umwelt Bundesamt.
Aber es muss erst nochmal eine Studie beweisen das es doch wirklich gesundheitsschädlich ist.......
Da gibts Stimmen die das Bluspenden wegen erhöhter Werte dieses Stoffes in Frage stellen,
schön, gell!
In Fischen ist das Zeug auch nachweisbar, wäre ja auch seltsam wenn nicht.
Da wirkt es schon in geringen Dosen zellverändernd.
Alles nachzulesen bei seriösen Quellen, z. B. Uni Leipzig.
In meiner Familie sind übrigens Landwirte, hauptberuflich und im Nebenerwerb, diese Diskussion haben wir wöchentlich, leider ändern wir das nicht, auch hier fehlts wohl am Willen des Gesetzgebers.
Warum blos?

Gruss Michl
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