Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon Postman76 » 24.01.2018, 17:37

Hallo Leute,

dem ein oder anderen ist wohl schon zu Ohren gekommen, dass unsere Obrigkeit in München einen 3. Nationalpark in Bayern gründen will. Wen die Hintergründe genauer interessieren bitte hier http://www.np3.bayern.de/index.html#konzept oder mal googeln.

Ich bin selber Fischer in der Region zwischen Freising und Moosburg und mache mir da so meine Sorgen. Gar nicht so sehr um das Fischereirecht sondern um alles andere drumherum:

*Kann da noch ein Besatz stattfinden?
*Wenn ja, mit welchen Fischarten? Größen?
*Darf das Gebiet z.B. zum jährlichem Ramadama noch befahren werden?
*Darf der Kormoran/Gänsesäger dort vergrämt werden? Falls nicht wird das großflächige Auswirkungen auf alle angrenzende Fischereireviere haben
*Dürfen da noch Wege zu den Gewässern ausgemäht werden?

Die Isar in dem Bereich ist, ich muß es leider so drastisch sagen, tot. Eine natürlich Reproduktion findet nicht statt. An heissen Sommertagen ist die Restwassermenge ein Witz, der Großteil des Wassers wird über den Mittleren Isarkanal verstromt. Es wird ausschliesslich das gefangen was gesetzt wird. Die Wiederfangquoten sind katastrophal. Auf der Website der Regierung wird etwas von "wertvollen Auenwäldern" erzählt. Das geht schon alleine deswegen nicht, weil sich die Isar so tief eingegraben hat das, wenigstens an den Strecken die ich kenne, nur bei echtem(!) Hochwasser Berührung mit dem Wald gibt.

Irgendwie ist das alles ein wenig surreal, ich kieg das nicht zusammen. Unter einem Nationalpark stell ich mir was anderes vor.

Gruß & TL

Peter
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon jpick » 24.01.2018, 17:49

Ich würde mal aufpassen, ob das nicht die geringsten Probleme sind und nicht auch das Angeln bzw. Betreten sogar ganz verboten wird. Da sind m. W. die Fischereirechte sogar unerheblich. Siehe hier:

natur-umwelt-f26229/angelverbote-fehmarnbelt-t273634.html

Die folgende Karte zeigt auch schon mal die Planungen im Binnengebiet, da sind wohl große Teile der Flüsse bei Dir geplante FFH-Gebiete, die zum Natura2000 Konzept gehören:

http://www.geodienste.bfn.de/schutzgebi ... layers=515

So langsam sollten alle mal aufwachen. Ich betone noch mal: die Fliegenfischer wird es am härtesten treffen, denn unsere Zielgewässer entsprechen 100% dem Beuteschema der "Naturschützer". Der Kormoran könnte dann das kleinste Problem sein, alle Aufbauarbeit und jahrelange Mühe um den Bestand umsonst. Kann nur nochmals um Unterstützung der Klage von Anglerdemo werben.
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon Postman76 » 24.01.2018, 17:58

Ich kann das leider nicht öffnen, da kein Flashplayer, sollte aber dasselbe sein wie hier:

http://www.np3.bayern.de/doc/isarauen_3_konkretisierter_suchraum.pdf

Das wäre ja Wahnsinn, nicht nur für die Fischerei. Darf man mit Paddelbooten durch so einen Nationalpark gondeln? Falls nicht sollte die bayerische Polizei da ein Patroullien-Schlauchboot mit einem 1000 Seiten Strafzettelblock aufstellen...

Äh Nachtrag: Wäre wahrscheinlich auch der einzige Nationalpark auf dem Planeten wo man Verkehrsflugzeuge "zum Greifen" nah im 30 Sekunden takt sieht...

Man kann gar nicht soviel essen wie man ko...n möchte.


Gruß & TL

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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon Peter S. » 24.01.2018, 18:44

Hallo,
seit wann darf denn in Naturschutzgebieten bzw. FFH-Gebieten nicht
geangelt werden?

Gruß Peter
Sei auf der Hut bei schönen Frauen und allem was Chinesen bauen. ;-)
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon The Sharpshooter » 24.01.2018, 19:41

Servus,

es geht nicht um Naturschutzgebiete oder FFH - das ist an der Isar bereits so - sondern um NATIONALPARK - dazu als Beispiel aus der Verordnung zum Nationalpark Bayerischer Wald:

http://www.nationalpark-bayerischer-wal ... ng_neu.pdf

§ 13 Abs.4 „Fischfang ist nur insoweit zulässig, als er wissenschaftlichen
Zwecken dient.“


she dazu auch: http://www.av-moosburg.de/aktuelles.html
(die angesprochene Stellungnahme kann dort auch angefragt werden)

Petri
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon Postman76 » 25.01.2018, 09:49

Hallo!


Heute abend 25.01.2018 soll es dazu auch einen Bericht bei "quer" geben. BR Fernsehen.
Da bin ich ja mal gespannt.

Gibt es irgendwelche Erkenntniss wie weit sich Kormorane von Ihren Nistbäumen zum Futter begeben?
Man stelle sich vor es gäbe and der Isar und Donau Nationalpark wo man sie nicht mehr vergrämen darf und wo sie in Ruhe brüten können. Ich denke da wären große Teile von Ober- Niederbayern und Schwaben davon betroffen. Die Spirale "Mehr Besatz - Mehr Vögel" würde losgehen.
Mal abgesehen davon, dass die Hauptfließstrecken der Angelvereine Freising und Moosburg weg wären. Dann können die dicht machen. Irre.


Gruß & TL

Peter
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon Hans. » 25.01.2018, 11:54

Regeln Nationalpark Harz (sehr gekürzt):
Lassen Sie ihren Müll nicht im Wald.
Entnehmen Sie der Natur nichts.
Entzünden Sie kein Feuer im Nationalpark!
Leinen Sie Ihren Hund an.
Verhalten Sie sich möglichst ruhig in der Natur.
Das Campen im Nationalpark ist nicht erlaubt.
Bitte unterlassen Sie das Rauchen im Nationalpark wegen Waldbrandgefahr in der Zeit vom 15. Februar bis 31. Oktober.
Im Nationalpark gilt das Wegegebot. Bleiben Sie auf den beschilderten Wanderwegen.
Reiten ist nur auf entsprechend gekennzeichneten Wegen erlaubt.
Radfahren ist auf (fast) allen Wanderwegen erlaubt. Wanderer haben Vorrang.

---

Hallo,

das mal als ein Beispiel. Im Nationalpark Harz gibt es meines Wissens keinerlei Eingriffe durch den Menschen. In Sachen Borkenkäfer und Waldentwicklung läuft eine wissenschaftliche Begleitforschung. Der Borkenkäfer darf sich ungehindert ausbreiten und Fichten vernichten. Es wächst aber unter den grauen toten Stangen ein neuer Wald heran. Das alles wird penibel beobachtet und ausgewertet.

Man müsste in Flussauen ebenfalls auf eine umfassende Begleitforschung drängen, die auch die Fauna unter Wasser im Blick hat. Dann würde man zumindest sehen wie weit man kommt -oder auch nicht kommt!- mit einem Sich-Selbst-Überlassen.

Gruß,
Hans
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon The Sharpshooter » 25.01.2018, 19:59

Ach Hans, fall doch nicht auf die Bayerische Staatsregierung rein.
Dass die mit Umwelt- und Naturschutz so überhaupt gor nüscht zu tun haben - haben sie erst kürzlich beim Riedberger Horn eindinglich bewiesen. Es gab einen politischen Beschluß, dass es einen dritten Nationalpark in Bayern geben muß - und die halbwegs vernünftigen Regionen sind am massiven Protest gescheitert. Die örtlichen CSU-Funktionäre und Landräte waren einfach zu mächtig. Und dann war da die Idee mit der Donau (nicht gänzlich falsch), nur war das gebietsmäßig zu wenig - und dann kam die Isar ins Spiel. Dieses gequälte und geschundene Restwasser-Gerinne (der größte Teil wird im Kanal verstromt), eng umgeben von landwirtschaftlichen Flächen und Städten, soll ein "Nationalpark" sein???? Der höchstmögliche Schutzstatus für äußerst wertvolle Flächen??? Da lachen nicht nur die Hühner. Mir als Bayern ist das zutiefst peinlich.

Es fehlen alle Voraussetzungen für ein "natürliches"!!! schutzwürdiges Gebiet. Es ist keine Aue. Es gibt keine Überschwemmungen oder Au-Dynamik. Es fehlen nahezu alle Pflanzen und Vögel und Insekten und und und für eine "Aue". Es gibt keine Anbindung von Nebenbächen an die Isar (im Zuge der sogenannten "Renaturierung" als viel zu teuer und nicht effektiv abgelehnt - von der Staatsregierung, selbstredend). Es gibt keine Laichgewässer. Die Leitarten Äsche und Nase (und Barbe) sind nahezu vollständig verschwunden (trotz intensiver Bemühungen der Fischereivereine) (- bei der Nachschau durch Behörden wurden nur vereinzelte Greise gefunden). Die gesamte Vegetation ist keine Auen-typische ....

ach, ich könnte da endlos weitermachen ... aber es ist eine politische Verarschung, ohne materielle Grundlagen. Es paar sich die Problematik der Europäischen Wasserrichtlinie mit Vernebelung der Bevölkerung und Kraftmeierei der Staatsregierung. Gruslig.

.. und die Fischereivereine in Freising und Moosburg können ihren Laden dichtmachen. Kollateralschäden. So what. Sollen die blöden Angler doch an irgendwelche Weiher gehen. Peta wird sich schon drum kümmern.

Christian

PS ich könnte natürlich auch noch viel erzählen was der Moosburger Verein alles unternommen hat, der Moosach wieder zu einem natürlichen Fischbestand zu verhelfen (Aufgraben, schuften, Kiesbetten herstellen, Unterstände schaffen, Brutboxen, div. Besatzstrategien - alles kolmatiert und sinnlos - jaja, so ein toller Nationalpark)

PPS die Isar ist bereits Naturschutz- und FFH-Gebiet also daran liegt es nicht
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon Hickey » 25.01.2018, 20:39

Hallo zusammen,

Vorweg: Ich bin eigentlich begeisterter Fan von Nationalparks, kann aber der deutschen Ausgestaltung bisweilen wenig abgewinnen. In den USA ist es selbstverständlich, dass man in NPs fischen kann - warum geht das nicht auch hier?

Mithin teile ich eure Bedenken - aber: Schaut doch mal auf www.np3.bayern.de. Dort steht in riesengroßen Lettern geschrieben: "Laut Kabinettsbeschluss vom 18.07.2017 wird die Nationalpark-Prüfung mit Rhön und Donauauen fortgesetzt". Verstehe ich das jetzt vollkommen falsch - oder ist die Isar schon aus dem Rennen und die Aufregung umsonst?

Viele Grüße
Michael
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon The Sharpshooter » 25.01.2018, 20:46

Servus Michael,

"Steigerwald ist ausgeschlossen" - das war das sinnvollste Projekt - Rhön ist eigentlich auch bereits vom Tisch... "Donauauen" ist identisch mit Isar - die soll da einbezogen sein (was immer das für ein seltsam verhackstücktes Gebilde sein soll)

lG Christian
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon The Sharpshooter » 25.01.2018, 20:54

Noch was.
"Ich bin eigentlich begeisterter Fan von Nationalparks" - genau deshalb bin ich so emotional und verärgert. Mein Bruder der die Stellungnahme im Moosburger Verein geschrieben hat - ist Biologe, ich selber bin - wenn auch Laie - massiv naturschützerisch und biologisch engagiert und hier im Forum (she z.B. Insektenbilder auf der Bindeseite oder Wiederentdeckung der Rhitrogenia germanica bei uns) durchaus so bekannt - aber genau deshalb bin ich so sauer. Das ist eine klare Verarsche oder andersum gesagt - wenn der 3. Nationalpark auch "Isaraue" heißt, dann wird es für die nächsten 20, 30 oder mehr Jahre keine Chance mehr geben, wirklich sinnvolle Regionen unter diesem höchsten Schutz zu stellen. Und genau das ist beabsichtigt. Und viele der Naturschutzorganisationen fallen darauf herein, nach dem Motto mit dem "Spatz in der Hand" ... und sind am Ende die Verlierer!

Petri!
Christian

PS wäre die ganze Sache naturschutzfachlich sinnvoll und begründet hätte ich - in meiner Position als Angler und, verschärft, als Moosburger Mitglied, natürlich einen massiven Interessenskonflikt - nur der stellt sich in DIESER Situation nicht.
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon The Sharpshooter » 25.01.2018, 22:28

... und wie befürchtet, wurde in der Sendung "Quer" nicht eine inhaltliche Position dargestellt, sondern die Angler wurden "vorgeführt" und instrumentalisiert. Schade (ich könnte auch ... das entsprechende "emotie" ist hier leider nicht im Fundus .. jedenfalls, Ihr wißt schon "könnte gar nicht so viel essen wie ...).
Auch kritische Sendungen folgen ihrer Ideologie und nicht Inhalten ... (noch eine Niederlage)

Petri!
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon Postman76 » 26.01.2018, 09:20

Hallo!

stimmt, die Grundaussage, dass sich das Gebiet schlicht nicht eignet kam nicht rüber. Andererseits wurde seiten Hr. Hartl ein klares Statement gemacht: "Wollen wir nicht". Wenn man das noch mit den Worten von Hr. Söder am Megaphone zusammenstellt, ist der Drops IMHO eh gelutscht. Wahrscheinlich macht er es nur deswegen nicht, um Horsti zu ärgern. Wer weiß das schon.

Gruß & TL

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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon Headi » 19.02.2018, 19:46

Hallo Michael,

Hickey hat geschrieben:In den USA ist es selbstverständlich, dass man in NPs fischen kann - warum geht das nicht auch hier?

Warst du schon einmal in einem? Da geht es nicht darum, Natur zu schützen, sondern ein "Disney-Land" für "Naturfreunde" breit zu stellen. Fischen dort ist ein Witz. Es gibt keine Fische mehr, weil alle Meter mit der Rute gewedelt wird. Das gilt für alle Abschnitte, die für den durchschnittlichen fischenden Ami in Reichweite sind. x Millionen Besucher im Jahr tun ihr übriges, auch ohne Rute. Richtige Natur findest du dort nur, wenn du ein paar Stunden in die Pampa läufst. Dazu gibt es dann auch Guides, die dich begleiten (gegen gutes Geld ;)). Der Witz ist letztlich, dass in Nationalparks jeder die Natur nutzen kann und soll (Fischereilizenzen sind zwar nötig, aber weitgehend unregelmentiert und günstig). Das kann in den USA noch einigermaßen funtionieren, in Europa wäre das ein Alptraum.
Leider gibt es da keine gute Lösung. Nationalparks sollen allen dienen, aber nicht übernutzt werden. Damit kann es keine private Fischerei geben (wiederspricht dem allgemeinen Nutzungsanspruch), aber auch keine freizügige Nutzung (die würde hier direkt in Übernutzung enden).
Möglich wären maximal verloste Kontingente an Lizenzen, aber ganz ehrlich: für die paar km² Wasser wäre mir das zu blöd...


Gruß
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Re: Isarauen & Donauauen als Nationalpark???

Beitragvon pehers » 21.02.2018, 17:10

Servus Headi!

Da möchte ich ein bisschen widersprechen - das ist in den USA kein Phänomen eines Nationalparks, sonder aller Fischereigewässer, vor allem der berühmten, die in der Regel alle öffentlich zugänglich sind. Dort ist Fliegenfischen eben wirklich ein Massensport im Gegensatz zu unseren Breiten. Und die Nationalparks in den USA so negativ zu sehen, finde ich auch eigenartig! Dort finden sie wenigstens Akzeptanz, weil die Menschen nicht ausgesperrt werden, sondern an einem Nationalpark teilnehmen können! Da darf ich drinnen noch wandern gehen etc. - das ist doch für die Natur nicht schlecht, wenn ich mich an ein paar Grundregeln halte.

Es würde in Europa bereits reichen, die derzeit fischereiberechtigten nicht durch Nationalparks zu enteignen, sondern sie einfach weiter fischen zu lassen. Allenfalls unter ökologisch sinnvollen Auflagen und Begrenzungen! Natürlich kann es in einem Nationalpark weiterhin private Fischerei geben. Wieso denn nicht?

Es ist aber in Österreich leider so, dass die Fischerei bei Gründung eines Nationalparks endet... offenbar dürfte es bei Euch nicht anders sein.

L.G.
Hans
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