Kormoranverordnung

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Kormoranverordnung

Beitragvon Edgar » 29.01.2004, 11:49

Hallo Board,

hier kann man sich sinnvoll beteiligen

http://www.kormoranverordnung.de/index.php?action=seite&Seiten_ID=14

Gruß Edgar
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Beitragvon Andreas aus B » 29.01.2004, 12:11

Finde ich eine sehr gute Initiative des Landesfischereiverbandes BW, die ich gerne unterstütze.
Andreas aus B
 

Beitragvon Peter Olbrich » 29.01.2004, 13:15

das mag aus Solidaritätsgründen motivierend sein, bringt uns aber keinen Schritt weiter, da solche elektronischen Listen jeder Hinz und Kunz selbst erstellen kann. Der Überzeugungs- und Legitimationswert strebt gegen Null,

meint Peter
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Beitragvon Daniel/Bonn » 29.01.2004, 13:39

Sicher, Legitimation ist es keine, da niemand die Echtheit überprüfen kann.
Nur den Betreibern der Seite ist es ein positives feedback, dass sie nicht alleine dastehen!
daniel
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Beitragvon borlonimarco » 29.01.2004, 14:41

@ Peter

Sicher Kontrolle hast da keine, aber es ist ja auch kein Aufwand für eine "gute Sache" sich da einzutragen. Und wenn es wirklich vom Landesverband ist, dann ist es schon zweimal in Ordnung.

meint Marco
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Beitragvon Andreas aus B » 29.01.2004, 15:02

@ Daniel: Du sprichst mir wieder mal aus der Seele.

@Peter: Solidarität ist das Schlüsselwort. Das Engagement des Fischereiverbandes BW finde ich gut und unterstütze es deshalb auch. Die Unterstützung zu unterlassen, weil man das Vorhaben für sinnlos hält, halte ich für den falschen Weg.

Andreas
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Beitragvon Dieter W. » 29.01.2004, 15:06

Lieber Peter Olbrich,
jede Unterschriftenliste (elektronisch oder in Papierform) ist demnach nichts wert, die kann ja auch Hinz und Kunz erstellen. Und doch hat schon so manche Unterschriftenliste etwas bewegt. Ich bin auch der Meinung, der Landesverband BW ist nicht Hinz oder Kunz und so findet eine umfangreiche Liste sicher auch die richtige Aufmerksamkeit. Hier wurde eine dringend notwendige Angelegenheit, die unserem Fischbestand nur hilfreich sein kann, in Angriff genommen. Die Unterschriftenliste ist eine begleitende Maßnahme. Ich denke wir alle sollten dies im eigenen Interesse unterstützen. Den Wert der Liste lapidar abzuwerten, dies finde ich etwas daneben. Jede andere Fraktion hat die Wirkung solcher Listen längst erkannt, nutzt dieses Instrument regelmäßig, ausgiebig und wie wir alle wissen, mit nicht eben geringem Erfolg. Nur wir Angler wissen mal wieder im voraus, dass das nichts bringt ! Schade !

Beste Grüße (auch von den Kormoranen)
Dieter
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Beitragvon Michael. » 29.01.2004, 15:24

Ich bin auch der Meinung, dass dieser Kampf auf vielen kleinen und großen Ebenen ausgetragen werden muß. Hier ist jedes geeignete Mittel recht! Hier helfen sicher auch solche begleitenden Maßnahmen wie Unterschriftenaktionen der Landesverbände. Ob ein Erfolg dann meßbar ist, wage ich zwar auch zu bezweifeln...
Aber ich tue es nicht von vornherein als Quatsch ab, sondern mach mit ! (Habe eben unterschrieben :rolleyes: ).
Und Ihr hoffentlich auch!

Michael
Zuletzt geändert von Michael. am 29.01.2004, 15:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Edgar » 29.01.2004, 15:45

Hallo Board,

ich bin von Euch begeistert, daß hier ein so großes Interesse vorherrscht.
Man sollte nicht nur diese Kampagnen in BW unterstützen sondern auch Bundesweit. Jeder Verein und jedes Fischwasser ist bereits von dieser "Plage" betroffen.

Wir zählten an unserer kleinen Sülz mit angrenzenden Fischzuchtbetrieben in der letzten Woche 180 dieser Vögel und der Winter hat gerade erst angefangen.

Gruß Edgar
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Beitragvon Jürgen Gaul » 29.01.2004, 19:32

Ich muss Peter doch etwas in Schutz nehmen. Natürlich habe ich mich als Baden-Württemberger schon vor 1/4 Jahr in die Liste eingetragen, das Problem ist allerdings, dass uns eine Lobby fehlt, welche auf der politischen Ebene entsprechenden Einfluss ausübt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie deutlich kleinere Verbände dort ihre Vorstellungen zu Gehör bringen können, die ca. 1,5 Mio. organisierten Angler in Deutschland aber offensichtlich nicht.

Hierzu trägt dann auch noch die organisatorische "Kleinstaaterei" der Fischereiverbände bei. So gibt es bei uns in BW insgesamt 6 (!!) Regionalverbände neben dem Dachverband, nämlich den Verband für Fischerei und Gewässerschutz (überwiegend Nordwürttemberg und angrenzende Gebiete), den LFV Südwürttemberg-Hohenzollern (ehemalige französische Besatzungszone), den Badischen Sportfischerverband (Nordbaden), den LFV Baden (Südbaden), nebst Landesverband der Berufsfischer und Teichwirte in Baden Württemberg und der "Besatzkommission der baden-württembergischen Bodenseefischer", wobei die vier erstgenannten eifersüchtig darauf bedacht sind, ihre Hegemonie zu wahren.

So kann kein politischer Einfluss ausgeübt werden. Trotzdem halte ich die erwähnte Aktion natürlich für unterstützenswert.

Jürgen
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Beitragvon Peter Olbrich » 29.01.2004, 21:22

den solidaritätsgedanken habe ich ja ausdrücklich gewürdigt, aber ich finde, dass es leicht frustierend sein kann, wenn man an eine solche Aktion zuviele Erwartungen stellt. Keinewegs bin ich gegen ein Engegement in der Richtung, aber unsere Mittel und das Engagement der Angler ist so kostbar, das es am besten da angebracht ist, wo Erfolge wahrscheinlicher sind als bei einer unverbindlichen Solidaritätsadresse.

meint Peter
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Beitragvon Dieter W. » 30.01.2004, 01:19

Peter,

nochmal, es kostet weder "kostbare" Energie noch sonst einen Kraftakt sich in eine Liste einzutragen. Jede Maßnahme die auch nur den geringsten Erfolg verspricht ist es wert angegangen zu werden.

Wer kämpft der kann verlieren, wer nicht kämpft der hat schon verloren. Unterstütze und motiviere die Angelkollegen, und vermittle ihnen nicht das Gefühl es ist wäre ohnehin sinnlos. Solltest du aber bessere Vorschläge haben wie die Sache anzugehen ist, dann bitte behalte dies nicht für dich. Warum ich dir dies so schreibe ? Ich bin selbst Vorstand eines (betroffenen) Vereins mit ca. 300 Mitgliedern. Viele sagen mir, genau wie du, was nichts bringt, nur was etwas bringt, das sagt mir keiner - auch du nicht ! Also, solltest du den Stein der Weisen besitzen, lasse uns bitte alle teilhaben ! Ansonsten hilf bitte mit etwas zu tun, als darüber zu lamentieren, dass das was getan wird eh vergebene Liebesmühe ist. Als Nachsatz möchte ich betonen, dass diese Zeilen keinerlei Wertung deiner Person sind, ich weiß zu schätzen, wie du dich für die Sache des Wildlachses einsetzt. Aber das Kormoranproblem liegt uns leider näher.

Viele Grüße

Dieter
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Beitragvon Peter Olbrich » 31.01.2004, 22:02

Hallo Dieter,

es ging mir wirklich nicht darum, zur Tatenlosigkeit auf zurufen, sondern eher darum, seine verfügbaren Kräfte auch dort einzusetzen, wo eine Chance besteht, wirklich etwas zu bewegen und zu Erfolgen zu kommen.

Ähnlich den Lachsen bewegen sich die Kormorane in Lebensräumen, die unsere direkten lokalen Zugriff übersteigen ( von der Küste in die Binnengewässer, an die Flüsse, wieder zurück etc.) Das heisst, dass Maßnahmen, die dafür sorgen sollen, die Mengen oder Bewegungen zu beeinflussen oder zu steuern dort erarbeitet und abgestimmt werden müssen, wo der Größenordnung entsprechende rechtlich bindende Vereinbarungen getroffen werden können – z.B. in Brüssel.

Im Rahmen meines Engagements für den Lachs habe ich das in der Vergangenheit selbst miterlebt. Wirklich bedeutsame Verbesserungen haben sich in diesem Bereich wirklich nur dort ergeben, wo sich professionelle Aktivisten in Vollzeit und unter Einsatz entsprechender Finanzmittel tätig wurden.

Viel schlimmer als das Nichtstun ist nämlich der Verschleiß der Motivation unserer Ehrenamtler, wenn die nach Jahren engagierter Arbeit erkennen, dass ihre Aufbauarbeit von „oben“ vom Tisch gewischt wird. Und so wahnsinnig breit gestreut ist ehrenamtliches Engagement für die Fischerei auch nicht, dass wir uns ein „Verschleudern“ unseres Potenzials leisten könnten.

Will sagen: Zum Einschlagen eines dicken Nagels ( und die Einstellung der Kormoranbestände ist einer) brauchen wir einen dicken Hammer. Und dieser Nagel wird in Brüssel gesetzt. Aber dort agieren unsere Interessenvertreter unter fehlender „Waffengleichheit“.
Die Kormoran-Naturschutzfraktion ist dort gut unterstützt und professionell vertreten für eine effektive Lobbyarbeit. Das können wir für unsere Interessen nun nicht gerade behaupten, sprechen wir doch noch nicht einmal mit einer Stimme. Profis brauchen Profis als Gegenpart zur Erzielung von tragfähigen Interessenausgleichen, wie wir sie z.B. beim Kormoran benötigen. Während Vertreter der Naturschutzverbände gut und kompetent bestückte Meetings ansetzen können, erfahren wir als Sportfischer nicht einmal wann und wo welche stattfinden.

So, und wir diskutieren in unseren Vereinen darüber, ob Jahresbeiträge um 10 EUR erhöht werden dürfen und solche Fragen: „Sollen wir nicht aus dem Verband austreten, die tun sowieso nix für uns“.

Ich glaube, dass unsere Kinder in Zukunft nicht fragen werden, wer sich wann in Solidaritätslisten eingetragen hat sondern ob es uns gelungen ist, ein für das Gemeinwesen tragbares Gleichgewicht Fischbestände <-> Kormoran zu erzielen. Das Kormoranproblem wird sich nur politisch lösen lassen. Also müssen wir dafür sorgen, dass unsere Interessenvertreter politisch handlungsfähig werden.

Man könnte das extrapolieren auf die Forderung: Weg vom Ehrenamt hin zur professionellen Dienstleistung. Aber diese Diskussion sprengt jetzt den Rahmen.

Ich halte das für den Weg, für den es sich lohnt zu investieren - mit Engagement und Geld, denn zum Nulltarif ist eine effektive Interessenvertretung nicht zu bekommen.

Mir ist vollkommen klar, dass all dies für einen geplagten Vereinsvorsitzenden mit einem akuten Kormoranproblem wenig tröstlich ist, denn was der braucht, sind schnelle, pragmatische Lösungen, die die Mitglieder zufrieden stellen. Die wären aber wahrscheinlich schon zum größten Teil zufrieden, wenn die Vögel nur beim Nachbarverein fischen würden. Aber den Gefallen wird uns der Vogel nicht tun – so gibt es m.E. keine Alternative zum langen Weg durch die Instanzen. Das schliesst nicht aus, dass ggfs. lokale Abwehrmaßnahmen flankierend ergriffen werden. Wenn sie die vereinspolitische Lage zeitweise stabilisieren können halte ich das für legitim, man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass das keine nachhaltige Lösung des Problems darstellt. Legitime Tips dazu habe ich allerdings auch keine.

Kopf hoch, Peter
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Beitragvon Dieter W. » 31.01.2004, 23:04

Hallo Peter,

vielen Dank für deine detailierte Ausführung. Es ist unschwer erkennbar, dass du die Materie und die Komplexität dieser Sache sehr präzise erfaßt hast. Ich kann dir in allen Punkten uneingeschränkt zustimmen. Vielleicht ist es im Falle des Kormoranprolems gerade diese unsägliche Abhängigkeit von der eurpäischen Politik, verbunden mit scheinbarer Ohnmacht vor dem Einfluß der vermeintlichen Natürschützer, die uns jene Zornesröte ins Gesicht treibt. Mir ist auch klar, das Unterschriftslisten immer nur einen flankierende Maßnahme sind und wenig wert sind, wenn sie dann irgendwo in einer Schublade, in unserem Fall auf irgendeiner Festplatte in Vergessenheit geraten bzw. nicht professionell eingesetzt werden. Doch ich bin mir sicher, die Pyramide muss von unten ausgebaut werden und der einzelne Angler muss erkennen, dass auch von ihm eine Mindestmaß an Engagement erwartet werden muss, wenn wir nach oben hin Druck ausüben wollen. Deshalb ist es mit sehr wichtig, daß sich möglichst viele Angelkollegen in die Listen, die im Übrigen den Vereinen in BW auch in Papierform vorliegen eintragen. Doch da müssen wir immer wieder schnell feststellen, dass die Gleichgültigkeit über das Kormoranproblem obsiegt. Gerade deshalb wünsche ich mir, dass Persönlicheiten wie du keine Chance auslassen für diese wichtige und für unsere Fischbestände entscheidende Aktion werben, um nicht zu sagen "missionieren". Gerne würde ich dies mit dir bei einem Glas guten Rotweins persönlich diskuktieren.

Ich bedanke mich nochmals für deine sachlichen Argumentationen.

Beste Grüße

Dieter
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Beitragvon Peter Olbrich » 31.01.2004, 23:31

hallo dieter,

ich sehe wir verstehn uns, wir sollten mal miteinander fischen.
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