Neue Erkenntnisse

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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon dr-d » 13.01.2017, 11:09

hallo RC,

habe 2016 ähnliches beobachtet:Ein Vereinsvorstand(überwiegend Spinnfischer)hatte mich gebeten, ein tw.bewaldetes und
tw.mit verlandeten Wiesen gesäumtes Oberlaufgerinne(ca.2km) im Schwarzwald zu inspizieren.Zitat "Da geht seit Jahren keiner mehr
hin,weil nichts drin ist und der Zugang so beschwerlich".Zudem befindet sich unterhalb davon eine Fischzucht mit tw.
extremen Gastfischerfrequenzen an den Teichen.Die Gewässer sind aber gegeneinander abgeschirmt.
Durch die Zucht sind auch die Reiher zahlreich "domestiziert" und im Winterhalbjahr sind die Kormorane bei ca.20
Exemplaren angekommen.
Die Grundsatzfrage für den Vorstand lautete besetzen oder Pacht aufgeben.
Ich mache es kurz:im sichtigen Bereich ein Bachforellenbestand , daß mir fast schwindelig wurde.Eine gute Pyramide
und zusätzlich Exemplare im Neuseeland-Bereich.
In der Tat waren auch diese Fische sehhhhhhhr aufmerksam!
Die von dir angesprochene Ernährung "besorgen" 2 am Bach anliegende einheimische Wander-Gastronomien...zusätzlich.

Also weiterhin nicht besetzen und die Besuchsfrequenz niedrig halten.


Grüsse


Thomas
dr-d
 
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Headi » 13.01.2017, 13:46

Hallo zusammen,
Royal Coachman hat geschrieben:Ich habe vor kurzem auf einem Feld neben meinem Bach 22 Grau- und Silberreiher gezählt, eigentlich ein Schreckensszenario für einen Wiesenbach wie meinen. :doubt:

Eigentlich gut, wenn die auf der Wiese stehen. Da fressen die Mäuse, und zwar sehr erfolgreich! Selbst ein wenig Schnee stört da nicht.
Wildforellen verstecken sich in Zeiten, wo es keine Nahrung gibt instinktiv. Und das aus einem Grund: Der Aufwand, nach der knappen Nahrung zu suchen ist hoch, im schlechtesten Fall bekommt der Fisch eine negative Energiebilanz. Und - das "weiß" die Forelle nicht - sind die (gleichwarmen) Räuber dann auf die wenigen Nahrungsquellen im er Natur angewiesen, bei mehr Schnee sind die Mäuse nicht zu finden. In dem Bach vor meiner Haustüre sieht man jetzt keinen einzigen Fisch. Zur Laichzeit (dieses mal eher spät am Winteranfang) sind es wenigstens ein Laischfisch pro Meter. Ohne es untersucht zu haben würde ich sagen, dass die Fische unter unterspülten Ufern liegen und in dem kalten Wasser den Stoffwechsel herunter gefahren haben. Auch unsere Reiher wissen das und sind an dem Gewässer nicht zu sehen.
Nur wenn einige Umstände zusammenkommen (Laichzeit bei Nahrungsknappheit an Land) werden die Schäden größer. Aber in dem Fall ist für den Fortbestand schon gesorgt :).


Gruß
Florian
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Royal Coachman » 13.01.2017, 18:03

Hallo Florian !

Die standen auf der Wiese solang es keinen Schnee hatte, aber jetzt ist das ganze unter 25cm Schnee begraben und da gehen sie dann in den Bach.

Gott sei Dank war in der Laichzeit kein Schnee und wir hatten eine "Mäuseplage".

Ich hoffe auf ein gutes 2017 .

tight lines
RC
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Gammarus roeseli » 31.08.2017, 15:15

Royal Coachman hat geschrieben: Ich erinnere mich, dass wir vor Jahren Bachforelleneier im Augenpunktstadium kurz vor Weihnachten in einen Bach in der Nähe eingebracht haben, so ist mir heute ganz klar, warum diesem Besatz nur geringer Erfolg beschieden war. Es waren eben Eier aus der Zucht und in diesem Falle für einen Besatz wenig brauchbar, da sie im Januar/Februar wenig bis gar keine Nahrung finden .... .... ....


Hallo & kurze Info … :smt003

Unsere Bachforellen die wir als Ei im Augenpunktstadium zwischen Weihnachten (!) :smt003 und Silvester vom Züchter bekommen haben, sind überwiegend Mitte Februar geschlüpft. Weitere sechs Wochen hat es dann gedauert (!!), :D :D :D bis die Brütlinge den Dottersack weitgehend aufgezehrt hatten und mit dem freien schwimmen und fressen begannen. :smt003
Aufgrund der gleichmäßigen Wetterlage (Eis und Schnee statt Regen) hatten wir in diesem Winter den besten Schlupf der letzten Jahre (Fluss im Bayrischen Jura)… :D :D :D

Die Erbrütungsboxen sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden (nach Möglichkeit aller 7 bis 10 Tage :arrow: bis der Schlupf beginnt ) um abgestorbene (weiße und weiß werdende Eier) oder schon verpilzte Eier zu entfernen. Entfernt man diese Eier nicht, geht der Pilz von den abgestorbenen Eiern schon nach kurzer Zeit (!!) auf die gesunden Eier über …. :arrow: Es dauert dann nicht sehr lange, bis ein Totalverlust in diesen Brutboxen bestaunt werden kann… :roll:

Grüße Christian :smt003
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Olaf Kurth » 31.08.2017, 19:47

Gammarus roeseli hat geschrieben:

Die Erbrütungsboxen sollten in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden (nach Möglichkeit aller 7 bis 10 Tage :arrow: bis der Schlupf beginnt ) um abgestorbene (weiße und weiß werdende Eier) oder schon verpilzte Eier zu entfernen.



Lieber Christian,

wir organisieren seit vielen Jahren in einer gesonderten Anlage sehr erfogreich unser prämiertes "Bachforellen-Brutprojekt". Nach der Befruchtungsphase bis zum Augenpunktstadium und danach werden die Eier jeden (!) Tag kontrolliert!

Abgestorbene, weiße Eier sind völlig normal. Würden wir sie jedoch nur nur alle 7 bis 10 Tage entfernen, wäre der Ausfall um ein vielfaches größer. Zugegeben, es bedarf einer Menge Manpower mit viel Enthusiasmus und Engagement, aber es lohnt sich.

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Gammarus roeseli » 01.09.2017, 01:11

Hallo Olaf,

habt ihr ein eigenes kleines Bruthaus? Wenn ja dann gebührt euch höchster Respekt!!
(Ich arbeite noch daran …., Laichfischfang, …., Bruthaus usw. …. Stehe aber derzeit immer noch so ziemlich einsam da …. Der hohe Arbeitsaufwand, …., …, und mangelndes Interesse in den Vereinen, bei den privaten Pächtern und den Fischwasserbesitzern .… erschweren ein solches Vorhaben…. :roll: )

Ihr verwendet vermutlich warmes, mit Sauerstoff angereichertes Quellwasser. Richtig? Umso wärmer das Wasser ist, umso schneller laufen alle Prozesse im Wasser ab!! (Pilzbefall der Eier usw.) Daher haben es die Frühjahrslaicher wie Äschen und Huchen in der heutigen Zeit (stoßweise Belastungen der Gewässer nach Starkregen usw.) besonders schwer (in D.) sich überhaupt noch ausreichend zu reproduzieren.... Weiß ich zu berichten …. :(

Wir haben in den letzten Jahren bei uns die Erfahrungen gemacht und es hat sich bewährt, dass es bei uns (kühleres Wasser als wie bei der Quellwasserhälterung) völlig ausreicht die erste Überprüfung der Eier (vorgezogen) nach 7 Tagen durchzuführen und danach, wenn alles in Ordnung ist im Intervall aller 10 Tage. Wenn der Wetterbericht Regen meldet, kontrollieren wir unabhängig vom „Intervall“ möglichst noch mal vor dem Regen und bringen alles in Ordnung. Schmutzwasserereignisse im Bach oder Fluss (bei Starkregen usw.) können sich sehr problematisch auf die Sauerstoffversorgung der Eier auswirken. (Da haben wir schon mal brutal negative Erfahrungen machen müssen … :smt022 ) Wenn eine Kontrolle der Eier nach dem Regen aufgrund erhöhter Fließgeschwindigkeit des Wassers oder einem erhöhten Pegelstand nicht machbar ist, dann versuchen wir für kurze Zeit die Behältnisse oder Einsätze (bei Rohren) in Bewegung zu bringen, um Ablagerungen auf den Eiern zu entfernen und somit die Sauerstoffversorgung der Eier zu verbessern und zu gewährleisten….

@ Alle
Mein Eindruck derzeit ist, dass bei nicht optimalen Kiessubstraten ein Großteil der Forelleneier (Naturverlaichung) nicht selten sehr dicht (zu dicht) aneinander liegen…. Ich gehe mittlerweile davon aus, dass ein einzelnes abgestorbenes Ei ganz schnell der Anfang vom Ende sein kann ….. :roll:

LG Christian

PS: Für einen (im Winter eiskalten) Urgesteinsbach haben wir die Eier (in fünfstelliger Anzahl) erst in den ersten Februartagen vom selben Züchter erhalten. Der Hauptschlupf der BF begann 20 Tage später und zog sich aufgrund der extrem niedrigen Wassertemperaturen in die Länge…. Ca. fünf bis sechs Wochen später hatten die meisten Brütlinge den Dottersack weitestgehend aufgebraucht und begonnen die Schwimmblase an der Wasseroberfläche mit Luft zu füllen um frei schwimmen zu können …. Interessant zu sehen war, es gab für die jungen Forellen Futter in Form von Kriebelmückenlarven in den Brutsystemen. :D :D :D
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Olaf Kurth » 01.09.2017, 14:49

Gammarus roeseli hat geschrieben:Hallo Olaf,

habt ihr ein eigenes kleines Bruthaus? Wenn ja dann gebührt euch höchster Respekt!!
(Ich arbeite noch daran …., Laichfischfang, …., Bruthaus usw. …. Stehe aber derzeit immer noch so ziemlich einsam da …. Der hohe Arbeitsaufwand, …., …, und mangelndes Interesse in den Vereinen, bei den privaten Pächtern und den Fischwasserbesitzern .… erschweren ein solches Vorhaben…. :roll: )




Ja, lieber Christian,

wir nutzen ein Bruthaus mit konstantem Quellwasserzufluss. Der Arbeitsaufwand ist jedes Jahr enorm: Laichfischfang, Hälterung, Abstreifen, Sortieren, Auflegen, Beobachten, Auslesen, E-Befischung der Kinderstuben und das eigentliche Ausbringen der Brütlinge - all das kostet sehr, sehr viel Zeit und ist nur mit einem guten Team zu schaffen.

Bei uns waren es in erster Linie unsere älteren Vereinsmitglieder, die das Brutprojekt mit ihrer Erfahrung ins Leben gerufen haben. Hinzu kommen ausgebildete Fischwirte, engagierte Mitglieder und eine wirlich sehr aktive, tolle Jugendgruppe, da geht einiges .... 8)

Außerdem arbeiten bei uns Angelvereine, Privatpächter und Fischereigenossenschaften Hand in Hand für ein gemeinsames Ziel. Für unser Projekt wurden wir schon vor Jahren von der Stiftung Wasserlauf NRW ausgezeichnet.

Liebe Grüße,

Olaf
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Royal Coachman » 01.09.2017, 16:14

Hallo Freunde!

Heuer habe ich sehr große Unterschiede im Wachstum bei den Bachforellen feststellen können.

Z.T. haben die schon über 10/12 cm und andere die sogar in deren Nähe ihren Standplatz haben sind gerade mal so 7/8 cm??

Hat jemand ähnliche Beobachtungen?

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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Gammarus roeseli » 01.09.2017, 21:31

Schaut bei uns ganz ähnlich aus….. (Bitte nagelt mich beim Schätzen der Länge nicht fest!)
Unsere in zwischen halbjährigen Bachforellen sind im Fluss aktuell geschätzte 6 cm und die eineinhalbjährigen Bachforellen sind im Fluss aktuell geschätzte 9- 10 cm.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diejenigen Brütlinge die wir im wärmeren Wasser gehalten haben, deutlich schneller gewachsen sind als ihre Geschwister im Fluss (gefüttert wurde mit Naturnahrung).

Gruß Christian

@ Olaf :daumen
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Gammarus roeseli » 02.09.2017, 11:06

Mal noch ergänzend möchte ich erwähnen, dass in der Forellenzucht die Bachforellen deutlich schneller wachsen als in der Natur. In der Forellenz. ist die BF1+ also älter als ein Jahr schon ca. 15-20cm, die RBF wächst noch schneller. (Bei optimalen Wassertemperaturen für optimales Wachstum + energiereiches Futter usw.)

Es heißt: Die BF erreichen heutzutage in der Fischzucht bereits (schon!) nach 2 bis 2,5 Jahren das Schlachtgewicht (Portionsgröße). Ich gehe mal davon aus, diese BF haben dann so ca. 250 bis 300g ( = 28-30cm?).

Grüße Christian
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Gammarus roeseli » 02.09.2017, 11:25

PS: In dem Link „Forellenbesatz nach Sekundenlitern“ (November/ Dezember 1973)
http://www.zobodat.at/pdf/Oesterreichs- ... 5-0192.pdf
wird auf der Seite 8 bzw. 188 in der Tabelle 3 die Forellengröße und Alter (RBF?) dargestellt ….
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Royal Coachman » 02.09.2017, 16:23

Hallo!

Hier geht es nicht um Besatz in welcher Form auch immer, sondern um Bachforellen, die im Bach das Licht der Welt erblickt haben.

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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Gammarus roeseli » 02.09.2017, 23:34

Hallo!

Aber Du selbst hast doch ….. :? Ach, was solls !

Von denen die im Bach (bzw. im Fluss) das Licht der Welt erblickt haben(!), kann ich auch etwas berichten…. :smt003 Die sind bei uns im Fluss (im Bayerischen Jura) zur selben Zeit aus dem Ei geschlüpft wie die, die wir von einer Forellenzucht bekommen haben. Das wissen wir deshalb, weil wir nachgeschaut haben! :smt003 Dazu muss ich sagen, das Kiessubstrat und Kieslückensystem ist bei uns im Fluss von schlechter Qualität, es ist kolmatiert, teilweise sogar versintert und wird fortwährend mit „Seekreide“ verfüllt… Beim Laichen der BF habe ich oft zugeschaut und hatte dabei den Eindruck, dass aufgrund der schlechten Qualität vom Kiessubstrat bis zu zwei Drittel der Eier abgedriftet sind und nicht ins Lückensystem gelangten. :roll: Um herauszufinden ob und wie gut die natürliche Reproduktion der Bachforellen funktioniert, haben wir einige der Laichgruben (Stein für Stein) geöffnet. Das Resultat war sehr ernüchternd -> abgestorbene Eier ... :shock: In nur einer einzigen Laichgrube haben wir neben abgestorbenen Eiern auch ein paar wenige im Augenpunktstadium dokumentieren können. Diese Eier haben wir anschließend in eine separate Brutbox gegeben und regelmäßig kontrolliert. Daher wissen wir, dass die Brütlinge aus Naturverlaichung im selben Zeitraum aus dem Ei geschlüpft sind wie die, die wir von einer Forellenzucht bekommen haben…

Grüße Christian

PS: Irgendwo habe ich mal gesehen, wie die Sauerstoffversorgung im Sediment der Kiessohle überprüft wurde in dem lange Eisennägel (bis zum Nagelkopf) in die Bachsohle eingesteckt wurden. Sind die Nägel nach Wochen gut gerostet zeigen sie Sauerstoff in der Bachsohle an. :D Sind die Nägel nicht gerostet …. :roll:
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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Royal Coachman » 03.09.2017, 00:48

Hallo!

Die Forellenbäche sind einfach extrem unterschiedlich.

Bei mir beginnt das Laichgeschäft Mitte Oktober und endet erst rund um Neujahr!

Dass diese Spätlaicher wahrscheinlich im Wachstum hinterher sind, ist wahrscheinlich, habe aber gehofft, dass noch jemand solche Beobachtungen gemacht hätte.

Versinterungen habe ich auch, aber es ist eben ein winterwarmer/sommerkühler Bach und da ich den Boden bei den Laichgruben stark lockere funktioniert das einigermaßen.

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Re: Neue Erkenntnisse

Beitragvon Gammarus roeseli » 03.09.2017, 12:03

Wird schwierig werden eine Aussage zu treffen, da wir von deinem Bach nicht einmal Daten vom Jahresverlauf der Wassertemperatur haben ….
Es kann halt vorkommen, dass am Anfang der Laichzeit schon Aktivitäten im Kies zu erkennen sind die Fische aber noch nicht abgelaicht haben und eine Pause machen, weil die Temperatur im Wasser wieder angestiegen ist…. (Um es genau zu wissen, müsste man eine der Laichgruben aufmachen und nachschauen ….)

Ein Bild von diesem „Auf und Ab“ der Wassertemperatur während der Laichzeit in einem der winterwarmen (viel warmes Grundwasser) Forellenbäche kann man sich mal da ->
http://www.gkd.bayern.de/fluesse/wasser ... l=Download
anschauen. Ich würde als optimale Laichtemperatur 6-8 °C angeben.

Die Forellen laichen in einem durch Grundwasser erwärmten Mittellauf (winterwarmer Bach) später als im kälteren Unterlauf desselben Baches. Auf der anderen Seite schlüpfen die Brütlinge in einem durch Grundwasser erwärmten Mittellauf (winterwarmer Bach) früher als im kälteren Unterlauf desselben Baches usw. (Eigene Beobachtung.)
Steigt das Wasser auf über 10°C an, sterben alle Eier der Bachforelle ab…. (Geschah genauso bei uns in einem kleinen begradigten -> kanalähnlichen Bachlauf durch Warmwassereinleitungen aus Gewächshäusern…. Das Wasser hatte nach dem Laichen der BF auf einmal wieder 13°C.

Ich meine, selbst dann, wenn es Unterschiede von 4-6 Wochen beim Schlupf geben sollte wird man es den Jungforellen im Jahresverlauf nicht wirklich ansehen…. Es ist ja so, dass sich die Brütlinge bei winterlichen Wassertemperaturen nur sehr, sehr langsam entwickeln und diejenigen Brütlinge die später geschlüpft sind bei frühlingshaften Wassertemperaturen rasch aufholen.

LG Christian

PS: Große Laichfische = große Eier, kleine Laichfische = kleinere Eier. Wie es sich auswirkt steht in dem Link ->
http://www.besatz-fisch.de/adaptfish/Pr ... r_2007.pdf
Ab der Seite 23.
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