Privatisierung der Wasserrechte

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Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon SniperMS » 16.01.2013, 13:09

Hallo liebe Forengemeinde,

das Nachfolgende hat zwar nichts mit Fliegenfischen zu tun, ich denke aber das es uns alle betrifft!

Die EU-Kommission plant eine Privatisierung der Wasserrechte. Und das kann teuer werden.
Firmen wie Veolia und Nestle sind hier ganz vorne dabei.

Link zum Artikel:
http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Soweit darf es nicht kommen. Daher bitte an der Petition teilnehmen.

http://www.right2water.eu/de



Viele Grüße,

Jan
Tight Lines.....
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon Siegfried. » 16.01.2013, 14:31

Hallo Jan,
habe schon an anderer Stelle reagiert, möchte aber alle auffordern, sich an der Aktion zu beteiligen. Wer ein abschreckende Beispiel braucht, kann sich über die Wasserwirtschaft in GB informieren.

Glück Auf
Siegfried
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon elchvieh » 16.01.2013, 15:14

Heisann,

angesicht dessen, was diese skrupellose, gottver...te S.ubande da in Brüssel treibt, ist die Widerhakengeschichte ein wirkliches Luxusproblem (und dennoch wichtig).
Aber hier liebe Foristi, gehts wirklich ans Eingemachte. Ich halte Verschwörungstheorien für Quatsch, aber wenn das durchgeht, dann geraten wir ALLE in eine Abhängigkeit die wir uns heute noch nicht vorstellen können. Ein par Dr...k....cke werden noch viel reicher und nicht nur wir, sondern genauso unsere Komunen, Länder und Staaten noch sehr, sehr viel ärmer.

Einen kleinen Vorgeschmack kann diese Doku geben http://www.youtube.com/watch?v=vp5dUdHPuxA Leider ist der Fiilm vom Hochlader mit dummen Zwischenkomentaren versehen worden, die er sich besser erspart hätte.
Besser ist die Dokumentation "Water makes money" von ARTE. Sie ist im Netz zu finden - aber ich stell keinen Link ein, da sie vermutlich ilegal bei IhreRöhre eingestellt wurde. Sehenwert (aber besser vor einem Essen - denn danach ist Euch speiübel!)

das Elchvieh, das langsam einen echten Riesengrant auf die Gier und Dummheit der Menschen hat!
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon Zweihandwedler » 16.01.2013, 17:42

Deshalb hiess die EU anfangs EWG =Europäische Wirtschaftsgemeinschaft und genau das sind die. Der Schutz des Aales wurde auch lange verschleppt, da er den Exporteuren nach China die Handelsfreiheit beschränkte.
MFG
Jürgen
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon Rolf Renell » 16.01.2013, 17:50

...unglaublich ,Danke für das post. , Kollege Nestle s. hier :

http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... v4aPDp0SA#!

Rolf
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon Sixgunner » 18.01.2013, 17:48

... der absolute Wahnsinn!

... ran an die Petition!!!

Gruss,

Eric
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon AndreasKR » 18.01.2013, 20:39

Daagestiet tusame,

die EU-Kommission ist in meinen Augen ein reiner Drecksladen , alle korrupt und machen sich die Taschen auf Kosten der Bürger voll. :twisted: Ich bin dabei
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon Torry » 18.01.2013, 23:09

Hier platzt mir doch endgültig der S.ck,

mal abgesehen davon, dass diese Privatisierung gezielt hinter unserem Rücken stattfindet, sind wir uns über die tatsächlichen Auswirkungen doch gar nicht im Klaren. Die Profitgier wird auch vor unseren Trinkwassertalsperren und deren Zuflüssen nicht zurückschrecken- und das ist UNSER Revier. Wenn Euch das Recht am Wasser nicht am Herzen liegt, dann denkt bitte an das Erbe, dass Ihr der nächsten Generation überlassen werdet.
Die verschiedenen Petitionen sind sicher gut und richtig (ich unterstütze sie auch), aber haben wir damit tatsächlich eine Chance? Die verantwortlichen Mitarbeiter in der EU haben wahrscheinlich inzwischen soviel "Zuwendungen" der Industrie erhalten, dass ein Zurück für sie kaum noch möglich ist. Die Medien werden ihre werbeintensiven Kunden nicht verprellen. Man könnte ja an die Moral der Firmen appellieren- schaut Euch den Link von Rolf an...- sie haben keine Moral!
Wovor haben die also tatsächlich Angst? "Umsatzrückgang" - begründet aus der eigenen Geschäftsphilosophie. Rückgängige Aktienkurse empfinden die, wie unsereiner Impotenz.

Packen wir diese Geldgeier also an ihrem Schwanz und drohen mit einem Boykott ihrer Produkte.

Hier richte ich meine Bitte an die guten "Schreiberlinge" und die "Internetauskenner" hier im Forum. Wir benötigen eine ehrliche Liste der Firmen, die in diesem Interessengebiet agieren. Weiterhin brauchen wir einen "Vordruck", der per mail den entsprechenden Firmen gesendet werden kann ( z.B. ... sollte ihre Firma in den nächsten 3 Monaten ihre Firmenphilosphie bezüglich der Privatisierung der Wasserrechte nicht überdenken, werde auch ich am Boykott ihrer Produkte und der ihrer Geschäftspartner teilnehmen und dies auch stets in der Öffentlichkeit darstellen).

Eine Sache noch zum Schluss, ich wollte mir in diesem Jahr eine atmungsaktive Wathose kaufen, habe gespart und habe mich darauf gefreut. Sollte diese Aktion hier jedoch nur mit Geld Erfolg haben (Aufkleber, Werbeschilder usw. kosten ja), dann fische ich noch ein Jahr in Neopren oder "nagsch" und gebe das Geld gern für eine bessere Zukunft aus.

Liebe Grüße aus dem Erzgebirge

Torsten
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon Rene63 » 18.01.2013, 23:13

Da gibt es nur eins!!!!!! Unterschreiben =D>

http://www.right2water.eu/de

Gruß René
Zuletzt geändert von Rene63 am 19.01.2013, 22:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon Seeadler » 19.01.2013, 01:35

Hallo,

in "Dritte-Welt-Ländern" wurde auf Druck der Konzerne die Privatisierung des Wassers mit verheerenden Folgen bereits seit einigen Jahren durchgeführt.

Ich kann Interessierten nur empfehlen, diesen Link zu klicken:
http://www.friwe.at/Solidaritaet/Wasser ... nsmayr.htm
Dort findet sich eine Rede eines Aktivisten gegen die Privatisierung der Wasserrechte bei der Enquete des Steirischen Landtages zum Schutz des Wassers am 28. Juni 2006 in Graz

Ein kurzer Auszug daraus führt vor Augen, welche katastrophalen Folgen eine solche Privatisierung für die davon betroffenen Menschen jetzt schon hat :evil: :

Bolivien

Im Jahr 2000 wurde auf Druck der Weltbank das Wasser in der bolivianischen Region Cochabamba privatisiert und an den US-amerikanischen Konzern Bechtel übergeben. Per Gesetz wurden marktkonforme Rahmenbedingungen geschaffen:

es gab keine Verpflichtung zur Versorgung ländlicher Gebiete,

den Gemeinden wurde untersagt, Brunnen zu graben oder Wasser zu besteuern,

sogar die Benutzer bestehender Brunnen, egal ob öffentlich oder in Familienbesitz, mussten eine Gebühr entrichten,

ohne Sondererlaubnis wurde auch das Sammeln von Regenwasser unter Strafe gestellt.

Die Folgen: die ärmeren Familien zahlten plötzlich bis zu einem Drittel ihres Einkommens für das Wasser. Es kam zu wütenden Protesten der Bevölkerung und tagelangen Straßenschlachten, bei denen acht Menschen von der Polizei getötet und 175 verletzt wurden. Schließlich beugte sich die Stadtverwaltung dem Druck und widerrief den Privatisierungsvertrag. Bechtel strengte daraufhin eine Klage über 25 Millionen Dollar Schadenersatz bei der Weltbank an.

Die Wasserversorgung in El Alto und La Paz wurde vom französischen Konzern Suez gekauft. Der Konzern verlangte für einen Wasseranschluss umgerechnet vier Monatsgehälter, hunderttausende Menschen in den Armenvierteln sind ohne Wasseranschluss; die Preise wurden permanent erhöht, da dem Konzern 12 % Gewinn vertraglich zugesichert worden sind. Im Jahr 2005 kam es wieder zu Wasserrevolten, woraufhin auch Suez die Konzession entzogen wurde.

Südafrika

In Südafrika wurde Hunderttausenden der Wasserhahn abgedreht, seit die Wasserversorgung privatisiert worden ist. Im September 2002 erschoss die Polizei in Unicity bei Kapstadt 15 Menschen, als sie sich gegen die Wassersperrungen wehrten. Polizeihundertschaften und Sicherheitsdienste der privaten Firma brachen den Widerstand und kappten die Leitungen, ein ganzes Viertel wurde buchstäblich ausgetrocknet. In Durban kam es 2001 zu Massendemonstrationen gegen die Wasserpolitik. Menschen, deren Wasser abgestellt worden war, hatten aus öffentlichen Toilettenspülungen getrunken, Cholera und Typhus waren die Folge. Tausende Menschen starben an den Folgen dieser Erkrankungen.


Viele Grüße,
Daniel
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon elchvieh » 19.01.2013, 14:07

Mein Gruß ins Wochenende!

Ich bin gebeten worden zu diesem Thema noch einmal etwas zu schreiben. Das ehrt mich sehr, allerdings bin ich kein Journalist, kein Wissenschaftler, kein Anwalt und kein Finanzgenie (leider....).
Trotzdem habe ich in den letzten zwei Tagen versucht, mich so schlau wie möglich zu machen.

Da ich meine Gedanken nicht mit Zahlen untermauern kann und mag – das mögen Klügere tun, sind es ein par sehr persönliche Zeilen geworden.

Viele negative Effekte haben meine Vorschreiber aufgezeigt, das ist gut und wahr.

Aber sehen wir es uns doch einmal von der anderen Seite an: Öffnen wir den Markt für Wasser, später vielleicht für Luft und Licht, für den Strom ist er ja schon offen. Wie vielen Bürgermeistern, Ratsherren und Kommunalräten muss das nicht wie ein reiner Segen erscheinen, wenn da VEOLIA, SUEZ oder ein anderer Konzern an die Türe klopft und nicht nur viele Millionen „Eintrittsgeld“ verspricht, sondern auch noch die lästige, teure Wasserver- und Abwasserentsorgung übernehmen will? Sind doch die Stadtsäckel längst nur noch mit Kreditbriefen und drängenden Schuldscheinen gefüllt und kaum ein Magistrat weiß noch, wie er sein Budget zusammenbekommen soll. Da tun ein par Millionen mehr als gut, endlich kann man die drängendsten Schulden bezahlen (und die Peter Huber Gedächtniskinderkrippe wäre ja auch noch zu bauen...) sich vielleicht noch über eine Wahlperiode hinüberretten und die eigene kleine Datscha ist ja auch noch nicht ganz abbezahlt. Derlei Gedanken mögen in dieser Situation in vielen verantwortlichen Schädeln kreisen! Tja, und dann ist der Konzern im Geschäft, vielleicht noch mit der einen oder anderen Überzeugungshilfe. Nun gilt es Verträge zu schließen. Viele Verträge, mit vielen, vielen Seiten und noch mehr Klauseln. Das finden sich Fachanwälte aus konzernseigenen Rechtsabteilungen auf der einen Seite des Tisches und Bürgermeister, Gemeinderäte und Lokalpolitiker im Nebenberuf auf der anderen Seite. Da werden neue Fachbegriffe wie „private Partnership“u .a. ins Feld geführt und am Ende „steht ein Vertrag der so kompliziert ist, das er von den Menschen nicht mehr verstanden werden kann (Zitat des Kölner Oberbürgermeisters – der diese Erfahrung selbst machen durfte)“.
Nun ist die Wasserwirtschaft also in eines Konzerns Hand. Gut, die Kommune ist sie also erst mal los – denkt sie. Der Konzern, weil wirtschaftlich denkend, reorganisiert zuerst, soll heißen die halben Stellen werden abgebaut und eingespart. Welche Mittel für diese Wasserwirtschaft zur Verfügung stehen weiß und kontrolliert niemand mehr – ist ja Konzernsache. Und weil das Wasser ohnehin immer viel zu billig war, werden erst mal die Preise erhöht – um bis zu 400% (z.B. in Lyon). Und das die teuren Wasseruhren sich erst in 12 Jahren amortisiert haben sollen, geht schon gar nicht – als werden die „Leihgebühren“ verdreifacht. So geht es erst mal munter dahin. Das der Konzern weder für die Leitungen, noch für die Zähler noch für irgendwas in diesem Zusammenhang bezahlt hat, werden wir noch sehen. Denn siehe da, es stellt sich heraus, das die Millionen des „Eintrittsgeldes“ gar kein Geschenk und kein Kaufpreis waren, sondern ein Kredit! Den heißt es nun abbezahlen – vom Wasserverbraucher.
Da es langsam dem Verbraucher – der außer der Preissteigerung, bisher nicht viel von all dem mitbekommen hat (soer nicht einer der gefeuerten Angestellten ist) unheimlich wird; und er Wasser zu sparen beginnt – immerhin tut es weh 4x mehr im Jahr für die selbe Menge zu bezahlen, ist damit nicht aus der Patsche geholfen. Denn die Kommune hat im § 746b/II/abs.24 Ziff 94f des Vertrages dem Konzern eine jährliche Gewinnsteigerung von 12% versprochen! Und die will der Konzern haben. Also zahlt der Verbraucher weiter – nur dieses zweite Mal unter einer anderen Bezeichnung.
Mittlerweile wären die ersten echten Reparaturarbeiten am uralten Leitungsnetz nötig. Der Druck in den Leitungen fällt ab und der Dreck dringt ein. Aber das ist ja nicht schlimm, immerhin kann man mit Chor und Chemie einiges abpuffern, das ist billiger als Reparaturen und der Verbraucher soll gefälligst zufrieden sein mit dem was er bekommt. Wenn ihm die Brühe aus dem Hahn nicht schmeckt, soll er halt Flaschenwasser kaufen! Reparaturen an der Wasserversorgung lohnen sich für einen Konzern nicht – die haben eine Amortisation von 150 Jahren und die Aktionäre wollen jetzt Dividenden sehen und nicht erst ihre Ururururenkel. Wenn der Vertrag zwischen Konzern und Kommune ganz schlau ist, dann stellt der Herr Bürgermeister jetzt plötzlich fest, das weiterhin die Kommune für den Erhalt der Leitungen zuständig ist und zahlen darf. Aber vielleicht gibt’s noch einen Kredit vom Konzern – gegen Vertragsverlängerung. Dumm gelaufen, sag ich da bloß...
Beim Abwasser siehts nicht anders aus. Erst gehen mal die ohnehin schon herben Preise noch mal kräftig in die Höhe, während auf der anderen Seite soviel als möglich an Menschen und Materialien eingespart wird. An der Abwasservermeidung und Reduktion hat der Konzern natürlich gar kein Interesse – sowenig wie am Wassersparen. Also nur her mit der Gülle und den Industrieabwässern. Herein geleitet und bezahlt, wunderbar! Das die örtliche Kläranlage das Aufkommen schon lange nicht mehr schafft, interessiert höchsten ein par dumme Fischer und Ökofuzzis. Gesetze werden dabei keine verletzt, wie man am Beispiel Bayerns sieht. Dort sind weder die Oberläufe der Flüsse noch die vielen Bäche vom Gesetz geschützt (aber dazu kann unser grauer Panther mehr sagen). Sind die Tanks voll, dann macht man den Hahn auf – das ist kosteneffizienter als Neubau einer Kläranlage. Das weiter unten am Fluss eine Gemeinde ihr Wasser entnimmt interessiert dabei wenig. Sowenig wie das ganze Landstriche mit Phosphaten und Nitrogenen verseucht und vergiftet werden. Das geht ja die Konzerne nichts an....
Ich könnte diesen Sermon noch einige Zeit fortsetzen, aber ich will zum unrühmlichen Ende kommen. Hat endlich eine Kommune genug von diesem Spiel (oder wohl eher ihre Bürger) und will aus den Verträgen raus, ja dann wird es wirklich eng. Denn siehe da, die Rückzahlungen fürs Eintrittsgeld sind gar nie auf die entsprechenden Konten geleistet worden, es waren ja Gebühren und keine Rückzahlungen– mit anderen Worten die Kommune hat immer noch viele Millionen Schulden beim Konzern! Sie steht also selbst wenn sie nach jahrelangen Prozessen aus den Knebelverträgen herauskommt, schlecht da. Die Anlagen sind hinüber, die Umwelt kaputt und zudem darf sie einen riesigen Berg Schulden abbezahlen – der eigentlich längst bezahlt ist.

Während die Wasserwirtschafter wie VEOLIA und SUEZ die Infrastruktur des Wassers fröhlich zugrunde gerichtet haben, haben sich die „Welternährer“ wie NESTLE die letzten sauberen Quellen unter den Nagel gerissen. Da wird was kostenlos aus dem Boden, kommt in Flaschen, Fässer und Kanister gefüllt und in die ganze Welt für teures Geld verkauft. Wollen wir dann sauberes Trinkwasser haben, dann bekommen wir es im Supermarkt um die Ecke – zum hundertfachen Preis!

Das, meine Lieben erwartet uns wenn die Lügner, Betrüger und Lobbyisten in Brüssel ihren Willen durchsetzen. Und was unser Hobby anbetrifft, das werden wir uns sonst wohin schieben können. Denn in kaputten Flüssen, Bächen und Seen gibt’s nix mehr zu fischen! Aber einige Wenige werden es sich weiterhin leisten können, zum Fischen nach Patagonien zu fliegen....

Einer meiner Vorschreiber schrieb „ran an die Petition“. Das ist wohl richtig – aber zu wenig!!!
Euer, mein, unser Aller Widerstand kann nur Erfolg haben, wenn wir so viele Menschen wie möglich auf diese Sauerei in Brüssel aufmerksam machen. Bis jetzt sind 300.000 Unterschriften gesammelt worden – das sind nicht mal so viele wie VEOLIA Angestellte hat....

Ich bitte jene unter Euch, die die Möglichkeiten, das Wissen und vielleicht auch das Kapital haben, sich in den Dienst dieser Sache zu stellen. Ein kluger Kopf hat gesagt, das man den 3. Weltkrieg nicht um das Öl führen wird – sondern ums Wasser. Genau da sind wir jetzt, allerdings ist es ein Krieg mit Geld, Macht und Politik – von den Konzernen gegen die Menschen geführt, die dem nur ein NEIN entgegenstellen können.
Einen moralischen Appell an einen Konzern zu richten ist lächerlich. Konzerne haben kein Gewissen, sie haben Aktionäre und Dividenden – und keine sich verantwortlich fühlenden Menschen. Darum fordere ich Euch auf, nicht nur die Petition zu unterzeichnen sondern die Produkte und Dienstleistungen dieser Konzerne zu boykottieren (wenn ihr noch könnt) und diesen Boykott an die Zentralen der Konzerne auch mitzuteilen. Schwindende Dividenden sind der Punkt an dem man diese Riesen treffen kann.
Und ich fordere Euch auf, geht an die Öffentlichkeit, macht Publik was geschieht und setzt eure Europaratspolitiker und die Parteien unter Druck – sie wollen wiedergewählt werden!
Je mehr Menschen begreifen, was geschieht und ein hörbares NEIN bis nach Brüssel dringt, desto eher haben wir die Chance, diese Entwicklung noch einmal aufzuhalten.

Ich werde die Folgen der Entscheidung vermutlich nur mehr peripher erleben, aber ich möchte mich vor meinen Kindern und Enkel – die das mit voller Härte treffen wird, nicht jetzt schon schämen müssen. Ich habe das große Glück einen Heldenopa zu haben – auch wenn ich ihn nie kennenlernen konnte, er war mir in vielen schweren Entscheidungen der letzten Jahre ein leuchtendes Vorbild. Und auch wenn ich nicht seine Größe habe, so hoffe ich doch ein bisschen ein kleiner Heldenopa für meine Enkel sein zu dürfen. Das, nehme ich an, wird Euch auch nicht anders ergehen, Oder?

Euer sehr nachdenkliches Elchvieh
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon CPE » 19.01.2013, 19:18

Liebe Leute,

Vielleicht doch einmal der sanfte Hinweis, die Sache nicht ganz so hoch zu hängen.

Zum Umfeld: Monitor ist der Linksausleger des politisch schon nicht immer wirklich ausbalancierten WDR. Da wird man sehr schnell gegen Troika und EU laut. So auch hier: Portugal und Griechenland haben jahrelang über die Verhältnisse gelebt und sollen eben nun auch daran denken, ihr Tafelsilber zu verkaufen, damit die Geberländer (Deutsche, Niederländer, Skandinavier, etc.) weniger für sie auf den Tisch legen müssen. Stört den einen oder anderen Steuerzahler in der Runde vielleicht doch...

Die kommunalen Trinkwasserversorger in Deutschland würfeln ihre Preise weitgehend aus und sind durch nichts in der Welt gehalten, die Preise zu minimieren (die Berliner Wasserbetriebe hauen z.B. jeden Tag Unmengen von echtem Leitungswasser in die Kanalisation, weil sie die Gülle wegspülen müssen...). Die Konzessionsvergabe zu regulieren und einmal mit etwas mehr Wettbewerbsdruck anzugehen, ist angesichts des Staatsmonopolismus bei der Trinkwasserversorgung in Deutschland vielleicht gar nicht so eine falsche Idee. Aber angesichts des Beharrungsvermögens deutscher Behörden eine komplett unsinnige, weil sowieso nichts passieren wird. Außerdem haben wir in Deutschland solch einen Flickenteppich, daß das Schweizer Nestlé-Problem nicht sehr wahrscheinlich auch über Deutschland hereinbricht.

Was die Trinkwasserversorgung mit Fischerei und damit unseren Fischereirechten in Flüssen, Seen und Talsperren zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Vielmehr ist es doch gerade in Westdeutschland das normalste der Welt, Flüsse von irgend einem Bischof, Grafen, Prinzen, Fürsten, Großbauern, was auch immer zu pachten, weil derselbe diesen Fluß vor 500 Jahren erschlichen, erobert oder gegen 1.000 Leibeigene eingetauscht hat. Und wir leben ohne Murren damit.

Gruß, Norbert
CPE
 

Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon elchvieh » 19.01.2013, 20:23

Carl Phillip Emanuel hat geschrieben:Liebe Leute,

Vielleicht doch einmal der sanfte Hinweis, die Sache nicht ganz so hoch zu hängen.


Pas trop de zêle! lieber Norbert, wie der Herr de Tallyrand zu sagen pflegte – solange er seinen Kopf noch auf den Schultern hatte.



Carl Phillip Emanuel hat geschrieben:Die kommunalen Trinkwasserversorger in Deutschland würfeln ihre Preise weitgehend aus und sind durch nichts in der Welt gehalten, die Preise zu minimieren (die Berliner Wasserbetriebe hauen z.B. jeden Tag Unmengen von echtem Leitungswasser in die Kanalisation, weil sie die Gülle wegspülen müssen...). Die Konzessionsvergabe zu regulieren und einmal mit etwas mehr Wettbewerbsdruck anzugehen, ist angesichts des Staatsmonopolismus bei der Trinkwasserversorgung in Deutschland vielleicht gar nicht so eine falsche Idee. Aber angesichts des Beharrungsvermögens deutscher Behörden eine komplett unsinnige, weil sowieso nichts passieren wird. Außerdem haben wir in Deutschland solch einen Flickenteppich, daß das Schweizer Nestlé-Problem nicht sehr wahrscheinlich auch über Deutschland hereinbricht.

Was die Trinkwasserversorgung mit Fischerei und damit unseren Fischereirechten in Flüssen, Seen und Talsperren zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Vielmehr ist es doch gerade in Westdeutschland das normalste der Welt, Flüsse von irgend einem Bischof, Grafen, Prinzen, Fürsten, Großbauern, was auch immer zu pachten, weil derselbe diesen Fluß vor 500 Jahren erschlichen, erobert oder gegen 1.000 Leibeigene eingetauscht hat. Und wir leben ohne Murren damit.


Und wenn Du „Water makes money“ angesehen – oder gelesen und verstanden hättest, was ich geschrieben habe, dann würde sich Dir die Frage was das mit der Fischerei zu tun hat, nicht mehr stellen. Aber wie heißt es so schön: „Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart.“ (C.Goetz).

In dem Sinne wünsche ich ein entspannten Sonntag

sagt das Elchvieh, welches Morgen für die Wehrpflicht abstimmen geht.
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Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon CPE » 20.01.2013, 01:04

Hallo Elchvieh,

Eifer ist häufig ein schlechter Ratgeber.

Stattdessen erzähle ich aber gerne eine Geschichte aus meiner Kindheit (als ein winziges Argument dafür, daß sich zumindest deutsche Kommunen das ein oder andere Mal als nicht besonders geeignete Monopolisten herausstellten): Da gab es in dem Dorf, in dem ich geboren wurde mehrere Quellen, die einer Genossenschaft gehörten, die dann die Wasserversorgung des Dorfes sicherstellte. Es war ein kleines Dorf. Die Kommune hat die Hauseigentümer irgendwann gezwungen, auf Versorgung durch Talsperrenwasser umzustellen. Hauptargument war die mangelhafte Sicherstellung der Hygiene der Quelle, nicht die tatsächlich verprobte Wasserqualität. Diskutieren konnte man nicht, denn Monopol ist Monopol. Mein Vater war in der Genossenschaft engagiert, deshalb hatte ich die Unterlagen einmal gelesen. Teurer wurde es übrigens deutlich, weil die erzwungene Anbindung ja von irgendjemandem bezahlt werden mußte.

Bei 6.200 knallhart monopolistischen deutschen Wasserbetrieben sehe ich der Großindustrie also relativ gelassen entgegen. Übrigens nicht nur ich. Das Bundesverfassungsgericht z.B. findet auch, daß die Wasserwerke etwas streng nach Kaiser Wilhelm riechen...

http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... 60640.html

Gruß, Norbert
CPE
 

Re: Privatisierung der Wasserrechte

Beitragvon Torry » 20.01.2013, 01:41

Hallo,

folgende Sache habe ich eben hier gelesen: Vielleicht doch einmal der sanfte Hinweis, die Sache nicht ganz so hoch zu hängen.

Zum Umfeld: Monitor ist der Linksausleger des politisch schon nicht immer wirklich ausbalancierten WDR.


Was haben Tatsachen mit politischer Balance zu tun. Steht die politische Mitte folglich für eine Privatisierung der Wasserrechte? Dann sch...e ich ich nämlich auf diese Mitte. Denn sie steht schon für das Monopol der Energieunternehmen - jeder von uns kennt das Ergebniss. Unsere Krankenhäuser und Pflegeheime wurden privatisiert. Seit dieser Zeit müssen sie Gewinne bringen- für diese Gewinne sterben Menschen -!!!
Lassen wir uns also auch noch das Recht am Wasser nehmen? Öffnet bitte Augen, Ohren und Verstand!

viele Grüße aus Schneeberg

Torsten
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