Uferentfesselung

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Uferentfesselung

Beitragvon LippeTorsten » 14.01.2004, 15:22

Bei uns an der Lippe wurden Uferentfesselungen vorgenommen. Wer hat mit so etwas schon einmal Erfahrung gemacht und wie verhalten sich die Fische.
Nehmen sie den neuen Verlauf an oder was sagt ihr dazu.
Hat es langfristig Sinn so etwas zu machen oder ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein um damit die Naturschützer ruhig zu stellen.

Gruss Torsten
LippeTorsten
 

Beitragvon Thomas aus Hamm » 14.01.2004, 17:30

Hallo Thorsten,

in diese Objekte werden jährlich durch den Lippeverband
Millionen von Euro gesteckt.

Ein Objekt, bzw. einen Rückbau in Lippetal/Lippborg habe ich mir
nach Abschluß der Arbeiten genau angesehen und bin begeistert.

Es geht letztendlich darum die Fließgeschwindigkeit der Lippe zu verringern.

Wir in Hamm sollen im nächsten Jahr dran sein, hoffe das meine
Fangergebnisse dann besser werden.

Aber ich muß hier in Hamm mit ganz anderen Gegnern kämpfen....



:mad: :mad:

Gruß Thomas
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Beitragvon LippeTorsten » 14.01.2004, 17:40

Sind es die gleichen Gegener die ich auch habe. :shot: Mafia
Also noch sind sie nicht zahlreich wie am Rheindoch es wird mehr und die haben keinen Schein. Da hilft nur eins:Police:
Nunja wenn du die Lippe kennst dann kennst du ja auch das Problem von Kanuten.
Also die haben hier in Höhe Wesel mit der Uferentfesselung angefangen wie im Bild zu sehen ist aber so richtig überzeugen tut mich das nicht.
Man wird sehen was anch dem Hochwasser draus geworden ist.
Ich denke es wird verlanden und Brutstätte von Vögel werden.
Naja so ist das eben wenn man was anfängt und nicht zuende macht.

Gruss Torsten:daumen:
LippeTorsten
 

Beitragvon Thomas aus Hamm » 14.01.2004, 17:50

Vermute Thorsten, wir sprechen von der gleichen Bande.

Für meine Bande, sind alle Fische über 10 cm eine Delikatesse und
werden entsprechend behandelt. Bei schlechten Fangergebnisssen
werden die Fische unter 10 cm für einen leckeren Suppeneintopf
verwendet.

Bei auftretendem Hungergefühlen weiß man sich zu helfen,
Tankstellengrill ausgepackt, Weide, Erle oder sonst was gefällt
und los gehts.

Leider kann man nach der Mahlzeit kaum noch atmen, was zur folge
hat, daß man den gesamten Müll liegenläßt.

Ich könnte weiter erzählen......aber ich lasse es lieber.

Zur Info: Befische die Lippe auf ca. 12 km, Ab Hamm-Uentrop,
mit 3 großen Wehren, wo es früher super Barben und Döbel gab.

Grüße aus Hamm
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Beitragvon LippeTorsten » 14.01.2004, 17:59

Wusste ich doch as wir die gleichen Meinen.
Die Fressen auch alles.

Wenn sich die Barben doch ganz gut machen bei euch. Fängts du die auch gut.
Meinst du das durch die Uferentfesselung bessere Bedingungen geschaffen werden.
Also wir haben ja jetzt schon gute Sandbänke wo sich die Barben auslassen und dort laichen.
Mir schwiert es nur im Kopf was ist wenn diese Bereiche zu Naturschutzgebieten erklärt werden.
Dann ist schluss mit lustig.
Ist doch jetzt schon an manchen Telstrecken darf man nur einseitig vom Ufer aus ran.
Denn Sie wissen nicht was sie tun.
Sicher es kann mit der Fliesgeschwindigkeit runtergehen, hab ich nichts gegen. Doch in der Wupper haben die das anders gelöst. Da haben die riesen Stein in Wasser gelassen. Sind super Strecken entstaden in den es heute wieder eine tollen Bestand von Äschen und Bafo gibt.
Wir werden es sehen.
Der Lippeverband hat mir ja einiges erzählt und man wrd sehen wie lange die dafür brauchen.
Und was es bringt!!!!

Hamm ist ja auch nich so weit weg. Schau doch mal bei uns auf die Seite da sind ein paar Bilder von der Lippe.Kannst dir ja ein Bild davon machen. Vielleicht geht ja ach mal was zusammen.
Tanze immer gerne mit den Barben wenn einer dabei ist.

Gruss Torsten
LippeTorsten
 

Beitragvon Thomas aus Hamm » 14.01.2004, 18:06

Für Steinpackungen, bzw. Steinquader ist die Lippe bei uns zu tief,
wir haben teilweise Gumpen von 6-8 m tiefe.

Gemeinsam fischen gerne, habe da schon eine Stelle im Auge;)
Kesseler Mühle in Lippborg, Top-Stelle mit riesen Rapfen, Döbeln
und Barben.

Treffen kurzfristig möglich,

Gruß Thomas
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Beitragvon LippeTorsten » 20.01.2004, 20:52

Jetzt ist Hochwasser und man sieht was die ganze Schose gebracht hat.
Nichts!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Alles weggeschwemmt.
Da waren Spezialisten am Werk die mal wieder was machen wollten und keinen Plan hatten.
Nunja der Wille war da doch was nützt das der Natur?
Auch Nichts!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Vielleicht wird es beim nächsten Mal besser.

Gruss Torsten
LippeTorsten
 

Beitragvon LippeTorstenNRW » 17.02.2004, 09:33

Hier mal ein Bild von der Stelle nur mit Hochwasser
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Beitragvon Daniel/Bonn » 17.02.2004, 09:41

Vielleicht kann die Fliegendose zu den Ergebnissen was Erhellendes beitragen. Aus meiner Marburger Zeit erinnere ich mich an ähnlich Projekte in der Lahn.
Los Mario, Fakten aufn Tisch!
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Beitragvon Robert F. » 17.02.2004, 11:53

Moin Torsten und Thomas,
eine Uferentfesselung ist ökologisch gesehen immer sehr sinnvoll. Der Vergleich zur Wupper ist völlig fehl am Platz. Es gibt aus ökologischer Sicht nicht mehr die Einteilung in Regionen (z. B. Äschenregion), da dies nicht sinnvoll ist. Die Wupper ist ein Fluss des Gebirges, die Lippe ein Sandfluss. Damit sind die Strukturen völlig anders. Zudem hat der (Weiss-)Fischrückgang an der Lippe auch (man mag es kaum glauben) ursächlich mit der gestiegenen Wasserqualität zu tun (natürlich auch mit der Raubfischerei). Weniger Abwasser, weniger Pflanzen, weniger Nahrung, weniger Weissfisch.....Euthrophierung mal anders. Das Rückbringen eines Gewässers in einen Urzustand erhöht zwar die Artenvielfalt, ist aber selten Ursache für mehr Fisch. In den Ruhezonen am Ufer ist grob gesagt die "Kläranlage" des Flusses. Hier ist eine ökologische Nische für bestimmte Tierarten (z. B. Muscheln) die zur Klärung des Gewässers beitragen. Deshalb ist es unbedingt notwendig den Fluss seinen Raum zu lassen.
Gruss
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Beitragvon TimM » 17.02.2004, 12:52

Moin zusammen.

@ Torsten, was machst du auf meiner Seite der Lippe. Los scher dich wieder rüber. ;-)

@ Robert, du hast da schon nicht ganz unrecht, aber die bisherigen Maßnahmen dazu waren totaler Müll. Wenn man sich die Flussabschnitte wärend der Bauphase ansieht und darüber nachdenkt wird schnell klar was damit bezweckt werden soll. Nur was bringt so eine Veränderung, wenn der Fluss sie beim nächsten Hochwasser wieder vollkommen wegspühlt?

MfG Tim
TimM
 

Beitragvon Robert F. » 17.02.2004, 15:56

@Tim
Leider kann ich zu der von dir genannten Maßnahme nichts sagen, da ich sie nicht kenne. Das der Fluss durch Hochwasser etwas verändert ist aber grundsätzlich beabsichtigt. Alle Gewässer verändern sich und sollen das auch (auch in Bezug auf den Fischbestand, bei neu angelegten Gewässern ohne dauernd neuen Fischbesatz einzubringen ist dies besonders auffällig). Der Fluss wird sich schon sein Bett legen, wenn man ihn nur lässt. Steinschütungen an der Lippe sind deshalb eine Katastrophe. Laßt das Hochwasser arbeiten, dass ist nicht nur gut sondern auch notwendig.
Gruss
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Beitragvon LippeTorstenNRW » 26.02.2004, 18:17

Also nachdem jetzt das Hochwasser weg ist und einigermassen normale Wasserstände zu vermelden sind kann man sehen das sich der Fluss seinen Weg ins entfesselnde Ufer gefressen hat.
Nachdem ich über ein unterspülten Uferbereich gelaufen bin hab ich es am eigenen Leibe gespürt das der Fluss Macht hat.

Ich hab voll den Sittig nach unten gemacht mit allem drum und dran mit samt Erdreich unter mir.
Zum Glück war da noch ein Zaunpfahl ansonsten hätte ich wohl nasse Füsse bekommen.

Torsten
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