Volksbegehren Artenvielfalt

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Royal Coachman » 14.02.2019, 13:31

Hallo Freunde!

Eine kleine Richtigstellung!

Als Beispiel: die Gewässerrandstreifen dürfen in ganz(!) Deutschland per Gesetz nicht als Äcker genutzt werden.
In Bayern aber bis jetzt nur freiwillig!

Und so gibt es auch einiges andere, bei dem festgestellt werden muß, freiwillig ???

Es funktioniert halt nicht auf freiwilliger Basis.
Bei uns wurde Ende Jänner schon wieder Gülle ausgebracht!!
Den Bauern wurde genehmigt, die Ablaufgräben auszubaggern, von 6x Mähen abgesehen usw. usw.

In unserer Gemeinde stehen 2600 Einwohnern 2100 Kühe (ohne Jungrindern!) gegenüber!

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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Ede*** » 14.02.2019, 16:21

Hello Leute, erst mal Danke für die sehr gelungene Zusammenfassung von Hickey!
Ich wohne sehr dörflich, quasi am Acker und viele meiner Nachbarn sind Landwirte, mit denen ich prima auskomme. Keiner dieser Menschen schädigt mit Vorsatz oder böser Absicht die Natur. Und jetzt kommt das "Aber":
- unsere Landwirte hier denken in erster Linie betriebswirtschaftlich. Z.B. selbst eine Halbierung oder sogar den Totalausfall der Jagdpacht (so geschehen, weil auf den Äckern nichts mehr zu jagen war), wird hingenommen, wenn der Mehrertrag der Intensivierung den "Schaden" ausgleicht
-die Betriebsstrukturen fördern eine nicht umweltgerechte Landwirtschaft. Es gibt nur noch wenige, dafür große Betriebe. Die beschäftigen z.B. für die Ernte Lohnunternehmer, die richtig Druck haben und keine Hecken und andere störende Strukturen gebrauchen können
-manchmal ist auch schlicht und einfach Unkenntnis der ökologischen Zusammenhänge
-an Manches hat man sich einfach gewöhnt, z.B. denkt keiner darüber nach, ob es in Ordnung ist die Pestizide bis an die Häuser auszubringen und damit auch in die Hausgärten zu tragen. Die Obstwiesen am Dorfrand gibt es schon lange nicht mehr.
Zumindest in unserer Region (Rheinland), hat die Landwirtschaft einen sehr großen Anteil am Verlust der Artenvielfalt und vor allem auch der Zahl der vorkommenden Tiere!
In vielen Beiträgen klingen Bedenken gegen Eingriffe ins Eigentumsrecht durch. Diese Argumentation verwendet auch der Bayerische Jagdverband als Begründung für seine ablehnende Haltung gegenüber dem Begehren. Leute, lasst Euch nicht vor den Karren der Lobbyisten spannen! Jeder Landwirt bekommt Subventionen, d.h. Steuergelder. Subventionen sind immer dazu da, bestimmte politische Ziele zu erreichen. Z.B. Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln. Welcher Landwirt für was wieviel bekommt, könnt ihr hier einfach : https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/
nachschauen. Sucht Euch einfach einen Landwirt an Eurem Gewässer raus und schaut nach. Fragt nach und urteilt selber, welche Umweltleistungen belohnt werden.
Neben der Basisprämie gibt es eine Greening Prämie und Prämien für den Agrarumwelt und Klimaschutz. Ich bin der Meinung, diese Prämien sind nicht tauglich für den Artenschutz! Mit dieser Meinung bin ich nicht alleine, selbst viele Landwirte sehen das so (schaut mal z.B. hier: https://www.rhoener-kartoffeln.de/news/ ... -landwirt/).
Ein Betrieb, der Subventionen annimmt, kann nicht gleichzeitig nach völliger unternehmerischer Freiheit rufen! Artenschutz und Schutz der Lebensgrundlagen (z.B. Trinkwasser) sind wichtigste Anliegen, die genau über den Weg gefördert werden könnten. Die Versorgungssicherheit würde dadurch nicht gefährdet.
In der ganzen Diskussion darf man auch nicht vergessen, dass es "den" Landwirt nicht gibt. Leider sind die Stimmen der Großen viel lauter, als die der kleinen oder nicht konventionellen Betriebe. Und die Stimmen der Großen hört ihr auch im Bayerischen Jagdverband! Jagd und Landwirtschaft sind aufs Engste verbunden, im Guten wie im Schlechten.

Noch ein paar Worte zu den Uferrandstreifen. Markus schrieb:
MarkusZ hat geschrieben:Wenn "Ufersteifen" bedeuteten würde, dass da in Zukunft auf 5m Breite alles wild wuchern kann, bis zur Wasserline alles zuwächst und Ast- und Buschwerk dann auch noch hineinwächst oder -ragt, würde das zwar wahrscheinlich schon dem Fischbestand zugute kommen. Die Befischbarkeit wäre dann aber wohl kaum noch gegeben.


Das ist nicht so. Starke Beschattung hemmt die Primärproduktion und auch die Insektenvielfalt und Masse ist an stark beschatteten Abschnitten eher gering. Ergo die Fischbiomasse.
Ist auch nicht auch schon aufgefallen, dass in dichten Waldstücken weniger Forellen sind als in Wiesenbereichen? Ideal in Mittelgebirgsbächen sind gepflegte, abwechslungsreiche Uferrandstreifen, in denen sich Wiesenabschnitte, Beschattung, unterspülte Ufer, Wurzelwerk, Abbrüche etc. abwechseln. Das geht aber nur, wenn nicht intensiv bewirtschaftet oder gar befestigt wird! Der Fluss braucht Platz, damit sich Strukturen bilden und neubilden können. Tödlich für natürliche Salmonidenbestände ist auch starker Sedimenteintrag ins Gewässer. Ein Acker muss Abstand zum Gewässer haben und auch durch Zulaufgräben können verheerende Sedimentfrachten eingetragen werden.
Landwirte könnten genau die von uns gewünschten Ufer durch Pflege erhalten. Wenn Sie dafür belohnt würden. Denn genau das haben sie bis vor gar nicht langer Zeit getan. Weil es damals wirtschaftlich war. Und auch heute handeln manche Landwirte so, aus Überzeugung.

Bei der ganzen Dikussion um Eigentum sollte man auch Eines nicht vergessen: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. So steht es im Grundgesetz. Schade, dass ich kein Bayer bin. Glückwunsch zu Eurer Bevölkerung. Ihr habt auch als Einzige den Genuss der Naturschönheiten in der Verfassung verankert.
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon MarkusZ » 14.02.2019, 17:17

Royal Coachman hat geschrieben:Hallo Freunde!

Eine kleine Richtigstellung!

Als Beispiel: die Gewässerrandstreifen dürfen in ganz(!) Deutschland per Gesetz nicht als Äcker genutzt werden.
In Bayern aber bis jetzt nur freiwillig!

Und so gibt es auch einiges andere, bei dem festgestellt werden muß, freiwillig ???

Es funktioniert halt nicht auf freiwilliger Basis.
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Grüß dich auch, leider werde ich aus deinem Posting nicht so ganz schlau.

Wen oder was willst Du eigentlich richtigstellen?

Hat hier jemand was falsches geschrieben?

Findest du es falsch, wenn sich Vertreter der Angler bei der Entwicklung des Gegenentwurfs beteiligen?

Findest Du es falsch, wenn man beim Volksentscheid beide Vorschläge genau prüft und sich für den entscheidet, den man für besser hält.

Warum soll man sich vorab auf das Volksbegehren festlegen ohne die Alternativen zu kennen?

Ist auch nicht auch schon aufgefallen, dass in dichten Waldstücken weniger Forellen sind als in Wiesenbereichen?


Ne, bei uns stehen die meisten und größten Forellen dort, wo sie vor dem Zugriff von Anglern, Kormoranen etc. einigermaßen geschützt sind, und das sind die bewachsen Uferstrecken. Allerdings sind unsere Gewässer nicht naturbelassen und werden mit Besatz gestützt.

Code: Alles auswählen
Landwirte könnten genau die von uns gewünschten Ufer durch Pflege erhalten. Wenn Sie dafür belohnt würden. Denn genau das haben sie bis vor gar nicht langer Zeit getan. Weil es damals wirtschaftlich war. Und auch heute handeln manche Landwirte so, aus Überzeugung.


Deshalb werde ich u.a. auch prüfen , durch welchen der beiden Vorschläge die Landwirte dazu stärker motiviert werden, bevor ich meine Stimme abgebe.
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Da Beppe » 14.02.2019, 17:46

Royal Coachman hat geschrieben:Hallo Freunde!

Eine kleine Richtigstellung!

Als Beispiel: die Gewässerrandstreifen dürfen in ganz(!) Deutschland per Gesetz nicht als Äcker genutzt werden.
In Bayern aber bis jetzt nur freiwillig!

Und so gibt es auch einiges andere, bei dem festgestellt werden muß, freiwillig ???

Es funktioniert halt nicht auf freiwilliger Basis.
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ganz genau so ist es - seit der Flurbereinigung kann man doch bei uns hier überhaupt nicht mehr von natürlicher Natur sprechen.

Falls Zugriff auf die Mediatheken es ermöglich kann sich jeder gerne mal die Dokumentationen Deutschland von oben, Frankreich von oben und England von oben angucken.



Bei uns wird Mais Monokultur angebaut so weit das Auge reicht.
Uferrandstreifen sind nicht vorhanden.
Am liebsten würden noch die Wege und Straßen umgepflügt.
Beim ökologischen Rapsanbau für unseren total unsinnigen Ökobenzin
wird 10 mal Gift in unterschiedlichsten Varianten versprüht, damit das Zeug auch richtig Ertrag bringt.
Pestizide, Fungizide, Insektizide, - darf man ja alles nicht sagen - heißt ja auf Neusprech Pflanzenschutzmittel

Weil es den Landwirten sooo schlecht geht - mir kommen die Krokodilstränen.

Schuld an vielem ist einfach die total verbödete Subventionierung.
Photovoltaik wird gefördert - dann pflanzen wir alle Felder damit voll
Biogas wird gefördert, dann der Rest mit Mais bestellt.

Was hat denn das noch mit Landwirtschaft und Nahrungserzeugung zu tun - überhaupt nichts mehr.

Das ist nur reines Unternehmertum und da muß jeder selber gucken wie er um die Runden kommt. Kein Handwerker oder Selbständiger kriegt ne müde Mark, aber die Bauern müssen jammern.
. . . so vui schee, unser boarisch Hoamadl . . .
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Ede*** » 14.02.2019, 18:50

Hi Markus,
ja, bin da nicht überall Deiner Meinung. Der Staatsregierung jetzt den Rücken zu stärken, hieße der Landwirtschaftslobby den Rücken stärken. Ich wäre in der jetzigen Situation für weiteren Druck auf die Staatsregierung. Umschwenken kann man dann, wenn der Entwurf vorliegt und was Vernünftiges dabei rausgekommen ist.
Aktuell gibt es gar keine Alternative und ohne die Initative hätte es auch so bald keine gegeben. Das Volksbegehren öffnet nicht den falschen Weg, sondern hat erst überhaupt einen Weg geöffnet. Was draus wird, muss man sehen, da gebe ich Dir Recht! Leider bin ich kein Bayer und kann nicht mitbestimmen. Aber Hut ab, in NRW kann ich mir so viel Engagement für Naturschutz kaum vorstellen.

Und ja, finde es auch falsch, immer davor zu warnen ins Eigentum der Landwirte einzugreifen. Boden, Wasser Luft sind besondere Güter. Aus der Eigentumsgewährleistung des Grundgesetzes kann kein Recht auf größtmögliche Rendite abgeleitet werden. Schon gar nicht wenn man für Leistungen subventioniert wird. Finde, da hat die Politik die Verpflichtung, Anreize nach Zielen des Gemeinwohls zu setzen. Ich glaube, wie auch andere hier, nicht an Freiwilligkeit bei Umweltmaßnahmen die den Betrieb was kosten, zumindest nicht als Mittel für flächendeckende Veränderungen. An Anreize für Wirtschaftsbetriebe glaube ich schon, und da kann man bei den Agrarsubventionen schon etwas ändern.

Und ich bin auch der Meinung, der Jagdverband lügt sich selbst in die Tasche: Zitat: "das geltende Bayerische Naturschutzgesetz (BayNatSchG) hat sich seit Jahrzehnten bewährt und wird seinen Aufgaben gerecht". Ok, Bayern ist in der Summe viel besser als NRW, aber die Daten zur Natur sprechen eine deutliche Sprache. Du schreibst ja selbst wenig Gutes über den Zustand Deines Gewässers.

In Punkto Gewässerrandstreifen will ich nur sagen, extreme in die ein oder andere Richtung sind für die Fischerei und Artenvielfalt nicht gut. Wie so oft hast Du auch hier die größte Artenvielfalt in der gepflegten Kulturlandschaft. Dabei darf es ruhig auch völlig wilde Abschnitte geben. Schatten, überhängende Bäume, alles super und dringend notwendig auch gegen Hitze. Früher wurden die Weiden geschnitten und auch die Erlen regelmäßig als Brennholz genutzt. Geackert wurde nicht bin zum Ufer, viel zu feucht und auch gefährlich, weil unbefestigt. Da ergab sich die richtige Mischung durch Bewirtschaftung. Aber durchgehend Wald ist nicht gut, zu wenig Licht und damit Produktion. Außer gegen Kormorane, aber da sind Ortslagen sogar noch besser. Und die sind mal wirklich naturfern.

Gegenüber dem Bauernverband ist meiner Meinung nach größte Skepsis angebracht. Er vertritt nicht alle Betriebe gleichermaßen.

Fische selber sowohl an einem naturfernen, von Besatz völlig abhängigen Fluss in NRW (Rur), als auch an so mancher Perle im Osten der Republik. Dort haben wir die Landwirte im Verein. Das ist mal das Allerbeste! Sind aber auch keine Großbauern wie bei mir zu Hause. Die gehen lieber Jagen, aber nicht bei sich, sondern in der Ukraine.
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon MarkusZ » 14.02.2019, 19:08

Hi Markus,
ja, bin da nicht überall Deiner Meinung


Ebenfalls Hi,

und meiner Meinung muss sich auch niemand anschließen. Bin schon froh, dass ich noch eine äußern darf, wir leben ja noch in einer Demokratie.

Ich wäre auch dankbar, wenn man meine Beiträge richtig liest und korrekt zitert.

Ich hab nie gesagt, dass man der Staatsregierung den Rücken stärken soll und dem Bauernverband schon gar nicht.

Umschwenken kann man dann, wenn der Entwurf vorliegt und was Vernünftiges dabei rausgekommen ist.


Da fände ich es eben besser, wenn Anglerverteter beim Gegenentwurf mitarbeiten würden, damit könnte die Chance steigen, dass was Vernünftiges bei raus kommt.

Wer sich da verweigert überlässt dann das Feld halt anderen Interessengruppen.

Und wenn dann die Bezirksverbände doch plötzlich umschwenken würden, obwohl sie im Vorfeld dem Volksbegehren Unterstützung im vollen Umfang zugesagt haben, könnte sie doch in Zukunft keiner mehr ernst nehmen. Man liebt nur den Verrat, nicht die Verräter.

Ich persönlich hab mich noch nicht festgelegt, ich warte bis zum Voklsentscheid und prüfe beide Vorschläge vorab ganz genau.
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Ede*** » 14.02.2019, 22:39

Hi Markus,
passt, wir haben uns schon richtig verstanden!
Ich meine, glücklich könnt ihr sein, dass ihr über so etwas entscheiden dürft.
Und dankbar den Initiatoren auch, sonst wärs nie soweit gekommen.
Die Revolution frisst ihre Kinder, kann passieren, aber immerhin habt ihr in Bayern mal wieder eine kleine Revolution und irgendwas wird bleiben.
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Gammarus roeseli » 14.02.2019, 23:13

MarkusZ hat geschrieben: Anstatt den LFV Bayern bei den anstehenden Verhandlungen mit der Staatsregierung den Rücken zu stärken, um eine gangbare Alternative für den Volksentscheid zu entwickeln, die allen Beteiligten einigermaßen gerecht wird, schlägt man sich auf die Seite der Gegner.


Gegner? :-k :-k :-k
Wieso „Anstatt“ den LFV Bayern den Rücken zu stärken?? [-X Wir haben unseren LFV Bayern den Rücken gestärkt!! :smt003 :-D Zitat: „Der LFV Bayern begrüßt die Ziele des Volksbegehrens grundsätzlich sehr!“ ...
Siehe ->
https://lfvbayern.de/schuetzen/umweltsc ... -2400.html
Gruß Christian
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon MarkusZ » 14.02.2019, 23:46

Gegner? :-k :-k :-k
Wieso „Anstatt“ den LFV Bayern den Rücken zu stärken?? [-X Wir haben unseren LFV Bayern den Rücken gestärkt!! :smt003 :-D Zitat: „Der LFV Bayern begrüßt die Ziele des Volksbegehrens grundsätzlich sehr!“ ...
Siehe ->
https://lfvbayern.de/schuetzen/umweltsc ... -2400.html
Gruß Christian


Das war jetzt aber ironisch gemeint, oder?
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Gammarus roeseli » 15.02.2019, 00:49

Nein lieber Markus, war nicht ironisch gemeint! Gülleausbringung -> Mich stört es halt, dass unsere Bäche und Flüsse zeitweise (zum Teil völlig) überdüngt sind …. Mir ist dieser geforderte 5 Meter breite Uferstreifen daher sehr, sehr wichtig (ein guter Anfang)! :D

Auf den runden Tisch für Artenvielfalt bin ich gespannt… Vor dieser altbewährten Strategie der Gegner :roll: (Diskussion, …,…) -> https://www.youtube.com/watch?v=7MlGnYAvtdM sollte sich unbedingt in Acht genommen werden!

Gruß Christian :smt003
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon MarkusZ » 15.02.2019, 09:24

Dann lieber Christian,

solltest du ggf. deine Formulierungen überdenken und keine sinnverfälschenden Zitate in den Raum stellen.

Du wirst hier schwerlich jemand finden, der die Ziele des Volksbegehrens nicht unterstützt. Würde mich auch wundern, wenn hier jemand Ackerflächen bis zur Uferlinie fordert.

Es gibt aber Anglerverbände, die das Volksbegehren in vollem Umfang unterstützen, keinerlei Gefahren für die Fischerei darin sehen und das damit auch 1:1 so umsetzen wolle.

Und es gibt den LFV Bayern :

Der LFV wird auf diese Beteiligung drängen und im Interesse seiner 138.000 Mitglieder darauf hinwirken, dass nachteilige Veränderungen für die Gewässer und die heimischen Fischbestände sowie die Berufs- und Angelfischerei vermieden werden.


Dessen Position wird nicht unbedingt gestärkt, wenn die Bezirksverbände eben nicht verhandlungsbereit sind.

Das Volksbegehren steht beim Volksentscheid ja nach wie vor zur Auswahl, warum man hier drauf drängt, bloß keinen vernünftigen Alternativvorschlag zu entwickeln, kann ich halt nicht nachvollziehen.

Ich persönlich entscheide mich lieber zwischen zwei Alternativen, als mir von anderen was aufs Auge drücken zu lassen.

Was das sein wird, entscheide ich am Abstimmungstag.

Wer jetzt schon weiß wie er abstimmen wird, kann das aber natürlich tun. Auch das ist Demokratie.
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Gammarus roeseli » 15.02.2019, 23:34

MarkusZ hat geschrieben: … solltest du ggf. deine Formulierungen überdenken und keine sinnverfälschenden Zitate in den Raum stellen.

Hi Markus, wie ich sehe, nutzt Du in der Kommunikation die altbewährten Strategien (Falschinterpretation, Ablenkung, Täuschung,…) um Deine Ziele möglichst zu erreichen…. Meine Antwort darauf lautet -> Dir schenke ich erst Glauben, wenn es in Bayern Frösche regnet! :smt003
MarkusZ hat geschrieben: Es gibt aber Anglerverbände, die das Volksbegehren in vollem Umfang unterstützen, keinerlei Gefahren für die Fischerei darin sehen und das damit auch 1:1 so umsetzen wolle.

Das lieber Markus, kannst Du gar nicht wissen = wildes drauf los behaupten!

Gruß Christian

PS: Wir Fischer/ Angler (und natürlich auch alle anderen Menschen) sind den Landwirten nichts schuldig!
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon MarkusZ » 16.02.2019, 10:25

Hi Christian,

du must mir weder Glauben schenken noch meiner Meinung sein.

Wüste Unterstellungen sind allerdings nicht mein Ziel und auch nicht mein Stil.

Könnte aber natürlich sein, dass ich die Aussagen der betreffenden Verbände und deine posts falsch interpretiert habe.

Wenn ein Bezirksverband seine Mitgliedsvereine mit "wir Unterstützen das Volksbegehren in vollem Umfang" anschreibt und bittet die Vereine mögen das auch tun und ihre Mitglieder dazu ermuntern, klingt das für mich schon ziemlich eindeutig.

Von irgendwelchen Risiken für die Fischerei war in diesem Schreiben übrigens nicht die Rede. Anders beim LAV Bayern.

Und wer die Aktion in vollem Umfang unterstützt, der will doch dann wohl, dass das Volksbegehren entweder gleich vom Landtag akzeptiert wird oder dann eben beim Volksentscheid von den Wählern, und zwar so wie es jetzt ist. So ist ja die Rechtslage.

Man kann ja aber wohl nicht die Aktion in vollem Umfang unterstützen und gleichzeitig einen an einem Gegenvorschlag mitarbeiten, oder??? Das widerspräche zumindest meiner Vorstellung von Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit.

Der LFV Bayern hat deshalb eben nur die Ziele des Volksbegehrens unterstützt, nicht aber das Volksbegehren selber, weil man dort eben auch Risiken sieht. Da sollte man erkennen, dass das einen gewaltigen Unterschied macht ob man nur für die Ziele oder den Gesetzesvorschlag selber ist. Damit hat sich der LFV den Verhandlungsspielraum erhalten. Das haben die betroffenen Bezirksverbände eben nicht. Die können nun entweder zu ihrem Wort stehen oder ihren neuen Freunden in den Rücken fallen. Und wie gesagt: Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.

Mir ist es lieber, wenn beim runden Tisch auch Anglervertreter mit einbezogen werden. Die könnten dann eben auf Dinge wie: Randstreifen ja, aber mit dem Recht auf Nutzung/Pflege um die Uferbetretung sicher zu stellen. Biotopverbünde ja, aber trotzdem Beibehaltung der Fischereirechte an den betroffenen Gewässern etc.

Wer sich natürlich jetzt schon auf das Volksbegehren festgelegt hat, dem kann egal sein was beim runden Tisch rauskommt, weil ja schon feststeht, wo er sein Kreuz machen wird.

Ich fände es halt besser, wenn sich alle Wähler beim Volksentscheid beide Vorschläge genau durchlesen würden und sich für den entschieden, den sie für besser halten. Ich weiß, dass man das nicht von allen erwartet kann, aber wünschenswert wäre es für mich schon.

Wenn du das anders siehst und lieber Feindbilder pflegen willst , respektiere ich das zwar, aber so richtig nachvollziehen kann ich es nicht.
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon Da Beppe » 16.02.2019, 13:17

ohne in die Gerhingänge der Entscheidungsträger Einblick zu haben (gilt aber für jeden) kann es bei dem Aufruf doch nur darum gegangen sein die Mitglieder zur Unterschrift zu bewegen.

In meinen Augen ist es weltfremd anzunehmen das das Volksbegehren 1:1 genau so wie es aufgesetzt wurde umgesetzt wird.

mit Verlaub, das kann doch keiner denken?

ich sehe nicht mal im Ansatz auch nur die geringste Gefahr eines überhaupt irgendwie gearteten Risikos.

Das Beste was uns doch passieren kann - kein Landwirt oder sonst wer bewirtschaftet überhaupt die Gewässerränder.

Was soll da riskant sein?

Mehr als die Urzustände (auf die sich die Natur wohl auch eingestellt hat) können doch nicht passieren - damit müssen wir natürlich zu Recht kommen!

aber warten wir mal ab wie die gute Initiative weichgekocht wird und dann vom Bauernverband und CSU zur Kampfabstimmung agitiert wird, da bleibt sowieso nicht mehr viel übrig :badgrin:
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Re: Volksbegehren Artenvielfalt

Beitragvon MarkusZ » 16.02.2019, 15:43

Hallo,

noch kann wohl kaum jemand in die Gedankengänge anderer Menschen hineinschauen, deshalb ist eben wichtig, wie man Botschaften formuliert.

Selbst wenn die betroffenen Verbände das Volksbegehren selber gar nicht unterstützen wollten, sondern nur die Regierung etwas auf Trab bringen wollten, klingt die Formulierung :
Unterstützung in vollem Umfang
schon ziemlich eindeutig.

Ob jeder der Unterzeichner kapiert hat, dass er mit seiner Unterschrift den Landtag beauftragt hat, den Gesetzentwurf so wie er vorliegt als Gesetz zu beschließen, kann ich natürlich auch nicht beurteilen.

Dass sich im Landtag dafür ne Mehrheit findet, halte ich zwar auch für unwahrscheinlich, aber dann ist eben wieder das Volk gefordert.

Und wie sich dann die Mehrheit entscheidet, wage ich noch nicht zu beurteilen. An den Brexit hat ja im Vorfeld auch keiner geglaubt.

Nach der großen Zustimmung zum Volksbegehren, wird die Staatsregierung sicherlich nen Gegenentwurf entwickeln.

Und da andere Angler und ihre Vertreter im ÖDP-Entwurf durchaus Risiken für die Fischerei sehen, werden die auch versuchen, diese im Gegenentwurf möglichst niedrig zu halten. Wobei sich der LFV dann wahrscheinlich schon fragen lassen muss, für welche Angler er eigentlich spricht, wenn da ne Reihe von Bezirksverbänden und Vereinen eben das Volksbegehren noch aktiv unterstützen. Und das ist ja nicht verhandelbar, der Entwurf bleibt wie er ist. Dafür haben ja immerhin 1,5 Mio unterschrieben.

Natürlich könnte man dann sagen, wir haben zwar unsere Mitglieder aufgefordert zu unterschreiben, aber eigentlich waren wir schon immer gegen das Volksbegehren. Oder beim Volksentscheid die Mitglieder aufrufen, doch für den Gegenentwurf zu stimmen, weil man das Volksbegehren plötzlich doch nicht mehr toll findet.

Als glaubwürdiger, verlässlicher Partner und zuverlässige Interessenvertretung hätte man sich damit aber dann wohl diskreditiert.

Beim Volksentscheid wird dann abgestimmt ob man für den ÖDP-Entwurf ist oder für den Gegenvorschlag.

Einige hier scheinen sich ja schon festgelegt zu haben, ohne den Gegenvorschlag zu kennen.

Ich nicht.
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