Zustand der Fischfauna in der Isar

Hier geht es um wichtige Belange wie Naturschutz, sinnvolle Gewässer-Bewirtschaftung, schonender Umgang mit Umwelt und Kreatur, Ärgernisse (Schlagthemen) wie Klein-Wasserkraft & Kormoran und Rechtliches.

Moderatoren: Maggov, webwood, Forstie, Matthias M., Michael., Olaf Kurth

Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon tobster8108 » 15.05.2019, 00:01

Hier ein Artikel zur Fischartenzusammensetzung an der Oberen Isar. Sieht wohl leider nicht so gut aus.

https://www-merkur-de.cdn.ampproject.or ... 74582.html
Benutzeravatar
tobster8108
 
Beiträge: 47
Registriert: 27.09.2011, 20:57
"Danke" gegeben: 10 mal
"Danke" bekommen: 10 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Beppo » 15.05.2019, 10:43

Da kann man nur hoffen, dass die WRRL so schnell wie möglich umgestzt werden.
Dies ist wahrscheinlich nur ein frommer Wunsch und sie werden weiter nach hinten verschoben.
Gruß Beppo
Beppo
 
Beiträge: 129
Registriert: 25.11.2012, 17:18
"Danke" gegeben: 37 mal
"Danke" bekommen: 47 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Ede*** » 15.05.2019, 15:18

Traurig und leider eher die Regel als die Ausnahme. Und was wird gemacht? Billiger Aktionismus, indem man die Paddler und Schlauchbootfahrer reglementiert. Klar, viel zu viele, und jede Menge besoffene Idioten dabei, also tatsächlich gab es Regelungs- und Sanktionsbedarf. Das Fischen wird sicher auch leichter. Aber den Fischen wird es gar nichts nutzen, denn an den Strukturproblemen ändert sich nichts. Aber die Behörden haben was gemacht, und das taugt ganz gut als Ausrede. Und leider erwischt es auch die Falschen gleich mit, nämlich die ambitionierten Paddler, die als eine der wenigen mit den Anglern für die Durchsetzung der WRRL kämpfen. Vor dem 1. Juni paddeln oft nur die, vor allem wenn der Frühling mal nicht so will. Toller Schachzug! So kann man die wenigen Gewässerfreunde auch noch schön gegeneinander ausspielen. Und an dem ganzen kommerziellen Verleihzirkus im Sommer ändert sich nichts.
Ede***
 
Beiträge: 28
Registriert: 10.07.2018, 13:14
"Danke" gegeben: 9 mal
"Danke" bekommen: 29 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Royal Coachman » 15.05.2019, 16:59

Hallo Freunde!

So einfach wie Herr v.S. es darstellt ist es aber nicht, denn die erwähnte Pupplinger Au ist nämlich Naturschutzgebiet und wird nicht befischt, es darf auch der Kormoran nicht vergrämt werden. (Ansonsten letale Vergrämung!)

Auf einem Vortrag des Bezirksfischereisachverständigen ist die Pupplinger Au das Gebiet an der gesamten Isar lt. letzten Untersuchungen mit der geringsten(!) Biomasse an Fisch.

Der Vortrag fand vor Vogelschützern statt und erregte großes Aufsehen, aber kein Einsehen :?

tight lines
RC
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Royal Coachman
 
Beiträge: 2403
Registriert: 28.09.2006, 20:06
Wohnort: Anthering b. Salzburg
"Danke" gegeben: 92 mal
"Danke" bekommen: 203 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon dreampike » 16.05.2019, 12:10

Im Artikel ist von dem Gebiet zwischen Sylvensteinspeicher und Lenggries die Rede. Die oben erwähnte Pupplinger Au liegt unterhalb von Bad Tölz zwischen Geretsried und Wolfratshausen. Dort ist m.W. das Fischen auch nicht verboten, sondern nur wenigen möglich. Aus meinen Drifttauch-Erfahrungen weiß ich auch, dass es in der Pupplinger Au zumindest Barben und Nasen gibt, wenn auch bei Weitem nicht in der Menge wie früher.
Die Gründe für den Artenschwund in der Oberen Isar sind sicherlich vielfältig. Zwischen der Pupplinger Au und der Oberen Isar liegt der Isarstausee Bad Tölz, inwieweit die Fische da durch kommen, ist mir nicht bekannt. Andere Isarstrecken sind noch viel weniger strukturiert, werden befahren wie verrückt oder es gibt einen starken Badebetrieb, weisen aber halbwegs gute Bestände an Barben und zumindest Restbestände der anderen Fischarten auf, die da oben fehlen.
Wolfgang aus Ismaning
Benutzeravatar
dreampike
 
Beiträge: 700
Registriert: 30.09.2006, 21:50
Wohnort: Ismaning bei München
"Danke" gegeben: 28 mal
"Danke" bekommen: 137 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Royal Coachman » 16.05.2019, 18:15

Herr v.S. erwähnt die Pupplinger Au als Vorbild, nur scheint er die Zahlen der Bezirksfischereibehörde nicht zu kennen.
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Royal Coachman
 
Beiträge: 2403
Registriert: 28.09.2006, 20:06
Wohnort: Anthering b. Salzburg
"Danke" gegeben: 92 mal
"Danke" bekommen: 203 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon AlexWo » 16.05.2019, 21:59

Royal Coachman hat geschrieben:Hallo Freunde!

So einfach wie Herr v.S. es darstellt ist es aber nicht, denn die erwähnte Pupplinger Au ist nämlich Naturschutzgebiet und wird nicht befischt, es darf auch der Kormoran nicht vergrämt werden. (Ansonsten letale Vergrämung!)

Auf einem Vortrag des Bezirksfischereisachverständigen ist die Pupplinger Au das Gebiet an der gesamten Isar lt. letzten Untersuchungen mit der geringsten(!) Biomasse an Fisch.

Der Vortrag fand vor Vogelschützern statt und erregte großes Aufsehen, aber kein Einsehen :?

tight lines
RC


Liegt wohl auch daran, dass dort kein Verein seinen Besatz reinkippt?

LG

Alex
www.salmonpartners.is
AlexWo
 
Beiträge: 1219
Registriert: 15.08.2010, 10:31
Wohnort: Buchs SG
"Danke" gegeben: 464 mal
"Danke" bekommen: 167 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon dreampike » 17.05.2019, 08:18

Nein, der geringe Fischbestand in der Pupplinger Au ergibt sich eindeutig aus dem Fraßdruck der Kormorane, die dort nicht bejagt werden dürfen. Bei Fischzählungen ergaben sich eklatante Unterschiede im Äschenbestand zwischen den Isarabschnitten, in denen der Kormaran intensiv geschossen wird und denen, in der er freie Bahn hat. Bei Bad Tölz oder unterhalb Münchens in der Strecke der Isarfischer wurden in der Isar auf vergleichbaren Strecken teilweise über 1000 Äschen gezählt, in der Pupplinger Au (die weitgehend naturbelassen ist), waren es gerade mal 7 Äschen! Und die Isarfischer besetzen seit Jahrzehnten keine Äschen mehr, die Fische kamen dort von ganz alleine auf, weil sie schlicht und ergreifend nicht gefressen werden. Der Unterschied liegt also einzig und allein in der Bejagung der Kormorane. Die Argumente der Natur- und Vogelschutzverbände von fehlenden Laichmöglichkeiten, Durchgängigkeit der Flüsse, fehlende Habitate usw. sind nicht zutreffend und sollen nur verhindern, dass die Kormoranbestände wirksam verkleinert werden.
Wolfgang aus Ismaning

HIer die ganze Untersuchung:
https://www.researchgate.net/publicatio ... e_WRRL.pdf
Benutzeravatar
dreampike
 
Beiträge: 700
Registriert: 30.09.2006, 21:50
Wohnort: Ismaning bei München
"Danke" gegeben: 28 mal
"Danke" bekommen: 137 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Maggov » 20.05.2019, 09:06

Hallo Wolfgang,

Dein Link war nicht vollständig und ging deshalb nicht - habe mir erlaubt diesen zu überarbeiten.

LG

Markus
Reflection is a broad deep and quiet pool into which the stream of an angler's thought opens out from time to time.
A. A. Lucas in Fishing and Thinking, 1959
Maggov
Moderator
 
Beiträge: 5320
Registriert: 28.09.2006, 14:21
Wohnort: München
"Danke" gegeben: 270 mal
"Danke" bekommen: 331 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Gammarus roeseli » 20.05.2019, 11:26

dreampike hat geschrieben: Die Argumente der Natur- und …….verbände


@ Wolfgang
Entschuldige bitte den kleinen Einwand! Ich würde mich wirklich sehr darüber freuen, wenn es bspw. in Zukunft heißen könnte, "die Argumente EINIGER (!) Naturverbände". Unser Landesfischereiverband Bayern ist schließlich auch ein anerkannter Naturschutzverband!! :daumen
Grüße aus der schönen Oberpfalz :-k -> einer der Hochburgen vom Kormoran, Säger, Mink, Fischotter, …, …, …, Stauhaltungen, landwirtschaftlichen Einträgen in die Bäche und Flüsse und vieles mehr….. :roll:

PS: Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie unsere Fließgewässer ohne entsprechenden "Naturschutz" ausgeschaut haben….. Des Weiteren ist beispielsweise die aktuelle Kormoranproblematik bei uns in Bayern eine Folgeerscheinung der Wasserkraftnutzung (= mangelnder Naturschutz)! Damit möchte ich sagen, hätte man unsere Bäche und Flüsse nicht zu Teich- und Seenlandschaften umgestaltet (Stauhaltungen), gäbe es den Vogel bei uns nicht oder nur in sehr begrenztem Maße und Anzahl…..
Im ENERGIE-ATLAS BAYERN kann man sich durch zoomen das Ausmaß an Wasserkraftwerken (auch das Landschaftsbild und vieles mehr) von beispielsweise der besagten Isarstrecke (!), aber auch einer jeden Wasserkraftanlage in jedem kleinen Bachlauf oder Fluss in Bayern anschauen.

ENERGIE-ATLAS BAYERN:
https://geoportal.bayern.de/energieatla ... &theme=500

Ich habe mir gestern eine der Kleinwasserkraftanlagen in meiner Region näher anschauen dürfen (übers Wehr fließt kein Wasser mehr), im inneren der Anlage war ein Display darauf war unter anderem abzulesen, 38 KW und 752 U/min. :shock: :-k Da kommt kein einziger Fisch mehr lebendig durch, war mein erster Gedanke…. :-k
Zuletzt geändert von Gammarus roeseli am 20.05.2019, 22:55, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Gammarus roeseli
 
Beiträge: 919
Registriert: 06.07.2007, 19:52
Wohnort: Oberpfalz
"Danke" gegeben: 75 mal
"Danke" bekommen: 86 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon dreampike » 20.05.2019, 16:41

Vielen Dank für den Hinweis. Ich wollte eigentlich schreiben "der sogenannten Naturschutzverbände", das fand ich dann aber doch nicht ganz zutreffend. Letztlich gibt es ja einige Verbände, die viel für die Umwelt und die Natur tun, leider scheint bei den meisten die Natur an der Wasseroberfläche aufzuhören.

Die nächsten Tage wird es wohl ein ziemlich starkes Hochwasser in der Isar geben, es ist jetzt schon Meldestufe 3 vorhergesagt. Da kommt was auf uns zu!

Wolfgang aus Ismaning
Benutzeravatar
dreampike
 
Beiträge: 700
Registriert: 30.09.2006, 21:50
Wohnort: Ismaning bei München
"Danke" gegeben: 28 mal
"Danke" bekommen: 137 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Beppo » 24.05.2019, 07:41

Hallo in die Runde,
bei dieser derzeitigen Klimahysterie "Gammarus......", wird es sehr schwer sein diesen energiepolitischen Unsinn mit den kleinen Wasserkraftanlagen zurück zu fahren, im Gegenteil. Nicht einmal die Politik setzt ihre Beschlüsse, die sie in den WRRL festgeschrieben hat, um. Sehenden Auges kann man der Vernichtung einer Flusslandschaft zu sehen, flächendeckend und nicht nur in Bayern. Das ist dem derzeitigen Zeitgeist geschuldet und aus meiner Sicht auch teilweise hausgemacht. Hier spielen die Angelverbände keine gute Rolle.
Muss mich jetzt beherrschen und schließe meine sehr kurzen Anmerkungen.
Gruß Beppo
Beppo
 
Beiträge: 129
Registriert: 25.11.2012, 17:18
"Danke" gegeben: 37 mal
"Danke" bekommen: 47 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon dreampike » 26.05.2019, 09:36

Na ja, die Kraftwerke in der Isar sind nicht in den letzten Jahren aufgrund irgendeines Hypes entstanden, sondern existieren teilweise seit bald 100 Jahren. Eine Maßnahme wie die Kraftwerkstreppe Mittlere Isar mit massiver Umgestaltung einer ganzen Region in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wäre heutzutage kaum mehr genehmigungsfähig. Und das kann auch nicht die Ursache der Misere an der oberen Isar bzw. in der Pupplinger Au sein. Als Jugendlicher habe ich es noch erlebt, wie die Nasen in Massen zum Laichen in die Nebenbäche der Isar kamen. Das waren so viele Fische, dass wir sie im Bach stehend locker mit den Händen fangen konnten. Da gab es die Stauwehre und Kanäle schon lange, allerdings noch keine Kormorane. Unterhalb Münchens war die Isar bis Moosburg eine lange begradigte Strecke, die in ihrer Eintönigkeit nur von den Querwehren unterbrochen wurden. Die Wasserqualität war damals eher mau, die Regenüberläufe auch der Stadt München spülten bei Starkregen regelmäßig ungeklärtes Abwasser in den Fluss. Aber es hatte Fische ohne Ende! Barben, Nasen, Äschen, Bachforellen, Elritzenschwärme, Schneider, Hechte... die durfte ich damals nur anschauen, nicht (offiziell :roll:) befischen. Und jetzt: Sauberes Wasser, keine Regenüberläufe mehr, renaturierte Bereiche wie es sich das Fliegenfischerherz wünscht. Aber Fische? Kaum noch vorhanden. Wenn man Glück hat, sieht man ein paar große Barben, Aitel, ab und zu mal einen Hecht oder eine frisch besetzte Regenbogenforelle. Nur an den Strecken, an denen die Kormorane intensiv bejagt werden, trifft man bessere Verhältnisse an. Dort sieht man Äschen, Bachforellen, Elritzen, Schneider, Barben in unterschiedlichen Größen, Nasenschwärme (nicht so wie früher, aber immerhin), Regenbogenforellen und ab und zu auch einen Huchen.
Wolfgang aus Ismaning
Benutzeravatar
dreampike
 
Beiträge: 700
Registriert: 30.09.2006, 21:50
Wohnort: Ismaning bei München
"Danke" gegeben: 28 mal
"Danke" bekommen: 137 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Royal Coachman » 26.05.2019, 10:11

Hallo Wolfgang!

Du sprichst mir aus der Seele, ich habe in den 80igern die Isar im oberen Bereich mehrfach befischen können, der "Fischreichtum" war märchenhaft, davon hat heutzutage kaum mehr jemand eine Vorstellung.

Dies gilt für fast alle Oberbayrischen Flüsse, die Äschen der Loisach z.B. waren legendär.

tight lines
RC



.
Der immer auf Seiten der Fische steht!
Royal Coachman
 
Beiträge: 2403
Registriert: 28.09.2006, 20:06
Wohnort: Anthering b. Salzburg
"Danke" gegeben: 92 mal
"Danke" bekommen: 203 mal

Re: Zustand der Fischfauna in der Isar

Beitragvon Gammarus roeseli » 27.05.2019, 21:02

:-k
@ Beppo
LG Christian
Benutzeravatar
Gammarus roeseli
 
Beiträge: 919
Registriert: 06.07.2007, 19:52
Wohnort: Oberpfalz
"Danke" gegeben: 75 mal
"Danke" bekommen: 86 mal

Nächste

Zurück zu Natur & Umwelt

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste