Mit 10 Daumen im Rutenbau

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 05.04.2018, 14:52

Bei mir waren es eher Bo Derek und Pamela Anderson. Ich war kurzzeitig als ihr Partner in "10 die Traumfrau" und "Bay Watch" im Gespräch. Ich konnte wegen unaufschiebbarer anderweitiger Projekte unmöglich einsteigen. Die Beiden waren kaum zu trösten, war mein unvergleichbarer Esprit doch bereits zu ihnen vorgedrungen. Mit meiner Figur hatte ich nie Probleme. Sowas hat mein einfach in den Genen oder eben nicht! Aber nunja, man wird trotzdem älter und die Projekte wandeln sich. Am Ende steht halt das Fischen, aber wem sage ich das!

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Hans. » 05.04.2018, 23:00

fly fish one hat geschrieben:Bei mir waren es eher Bo Derek und Pamela Anderson. Ich war kurzzeitig als ihr Partner in "10 die Traumfrau" und "Bay Watch" im Gespräch. Ich konnte wegen unaufschiebbarer anderweitiger Projekte unmöglich einsteigen. Die Beiden waren kaum zu trösten, war mein unvergleichbarer Esprit doch bereits zu ihnen vorgedrungen. Mit meiner Figur hatte ich nie Probleme. Sowas hat mein einfach in den Genen oder eben nicht! Aber nunja, man wird trotzdem älter und die Projekte wandeln sich. Am Ende steht halt das Fischen, aber wem sage ich das!

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 30.04.2018, 12:28

Liebe Kollegen,

letzte Woche ist endlich der Blank angekommen. Der Blank ist fehlerfrei und hat keinerlei Macken. Hilevel aus Schweden sei gedankt. Es ist wirklich ein sehr freundlicher und umtriebiger Händler. Nun konnte ich endlich auch den Rest des Materials ordern. Die Ringe, viele von euch wird es wegen der vorangegangenen Ringdiskussion freuen, werden jetzt wirklich Einstegringe statt Schlangenringe. Für alle die es interessiert, komplett aus Titan mit Keramikeinlagen in folgenden Typen von Fuji: TKWSG (Doppelstegleitringe 2 x), TKLSG und TKTSG und Spitzenring TFST. Ist mit dem Rest der Bestellung doch noch ein ordentliches "Sümmchen" on Top. Aber ich wollte es ja nicht anders. :D Damit erkläre ich den Mai und Juni zum Rutenbaumonat! Ick freu mir.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 03.05.2018, 16:35

Liebe Kollegen,

der Ringsatz liegt jetzt vor mir. Ich habe noch nie etwas so schönes in der Welt der Rutenringe gesehen. Allein wie sich diese Ringe schon anfühlen, das Titan, die Keramik, alles geradezu sexy, smooth und edel. In den Größen bin ich in allen Durchmessern, nur danach habe ich mich orientiert, 2 Millimeter über der Empfehlung von Sage geblieben. Das war der nächste Sprung zur Originalempfehlung. Das hat bei den Leitringen zu richtigen Krachern geführt. Das ist ein 25er mit 18,4 mm und ein 20er mit 14 mm. Die folgenden Einstegringe setzen sich dann mit 10,8 mm (16er); 8,4 mm (12er) und 7 mm (10er) fort. Der Spitzenring auch in 7 mm. Laut Sage sind es 16er; 12er; 5er; 4er; und 3er, die aber in Millimeter 16; 12; 8,68; 6,52 und 5,38 repräsentieren. Diese allgemeinen Nummern betrachte ich als irreführend. Allein die Durchmesserangaben sind in meinen Augen das Maß der Dinge.

Die Füße sind perfekt angeschliffen und liegen auf ganzer Fläche auf. Diese Ringe haben noch die Besonderheit, dass sie in einem gewissen Winkel nach vorne geneigt sind. Fuji nennt das wohl "tangle free". Die Keramik hat einen Farbton zu einem dunklen Grau und ist leicht glänzend. Das Titan, jenun (wie ein geschätzter Kollegen sagen würde) schimmert und glänzt in feinem Titan. Eigentlich viel zu schade um sie den Lachsen "vorzuwerfen", oder? :mrgreen:

Aber seht selbst, wie sie funkelnd darauf warten.....
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon piscator » 03.05.2018, 18:00

Moin Frank, diese hochbeinigen Ringe sind sehr ungewöhnlich für eine Fliegenrute -- oder was wolltest du bauen. J.[quote][/quote]
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 03.05.2018, 18:17

Lieber Jürgen,

ja sind sie. Sowohl die Größe, als auch die Bauart. Hat mich auch leicht verunsichert, ob ich da richtig liege. Wurde aber besprochen und nicht von abgeraten. Ist wohl leicht unorthodox, aber nicht ganz ungewöhnlich. Von der reinen Funktion kann ich es mir trotzdem sehr gut vorstellen. Die Optik an einer Fliegenrute ist natürlich extrem, obwohl wie beschrieben, die Ringe für sich betrachtet unglaublich aussehen.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon piscator » 03.05.2018, 19:01

Die Theorie ist, dass sich so Schnurschlingen bilden können, die sich dann im Wurf um den Blank schlingen. Da gibts ne kleine Untersuchung, die zeigt, dass niedrige kleine Ringe bessere Wurfweiten erzielen (bei Fliegenruten). Ausserdem sieht das ja fast wie ne Spinnrute aus -- mit den hohen Ringen -- :roll: J.
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon dr-d » 03.05.2018, 19:54

hallo und naja,


dann würd ich mal einen blick auf z.b. die ht #10 von arden werfen - der hat ein nicht unähnliches konzept :twisted:


weiterhin viel spass.


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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Gammarus roeseli » 03.05.2018, 20:43

piscator hat geschrieben:Die Theorie ist, dass sich so Schnurschlingen bilden können, die sich dann im Wurf um den Blank schlingen. Da gibts ne kleine Untersuchung, die zeigt, dass niedrige kleine Ringe bessere Wurfweiten erzielen (bei Fliegenruten).


Trotz aller Kritik :roll: sind diese Ringe bestens für unsere Fliegenruten geeignet! :D
Man spürt es in der Praxis (!) deutlich und sofort, :D dass diese Ringe ein wirklich müheloses und ein deutlich weiteres (!!) Werfen im Vergleich zu den gewöhnlichen Fliegenrutenringen :roll: ermöglichen…. :D

Und, ich bin davon überzeugt, der Praxistest würde auch unseren skeptischen Jürgen sofort von diesen Ringen überzeugen! :smt003

LG Christian
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 06.05.2018, 20:31

Liebe Kollegen,

ein armes Spinnrutenopfer musste Buße tun und mit seinem vergammelten Leitring herhalten.

Ihr seht die Wickelbank und einige Versuche. Lackieren folgt morgen.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 06.05.2018, 20:40

Ich habe den ganzen Nachmittag/Abend experimentiert. Einfache Wicklung geht gut, aber mit Zierwicklung am Anfang, meine Fresse! Das hat mich 2 - 3 Stunden, ein paar Anfälle und einen steifen Nacken/Arme gekostet, bis ich das so einigermaßen kapiert hatte, wie ich das hinbekomme. Das letzte Bild ist die schönste Wicklung - nur der Faden war zu lang! Arrrrgggll und später habe ich vor lauter Wickeln die "Durchzieher" vergessen und ich weiß nicht noch alles. Aber es macht einen Höllenspaß.

Ich werde das "Opfer" noch ein wenig mit weiteren Wicklungen verzieren und dann geht es an die Sage mit der Sicherung der Überschube.


Frank - für heute feddich und Coutsch :badgrin:
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 07.05.2018, 09:01

Sieht ja schon recht ordentlich aus. Nur der kleine Pinsel in Mitten der Wicklung , der vom abschneiden des Fadens übrig bleibt, stört dann beim Lacken. Am Besten eine scharfe Cuttermesserklinge oder eine Rasierklinge zum Trennen des durchgezogenen Restfaden nehmen und dann noch mit dem Fingernagel oder einem Schaber aus dem Fingernagelnassesair die Wicklungen noch glätten und richten.
Eventuell mit einem Feuerzeug die Wicklung abfämmen, wenn leichte Fusseln zu sehen sind. Aber Vorsicht dabei! Sonnst fängt man von vorn an.

Gruß
Robby.
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Trockenfliege » 07.05.2018, 11:18

Zierwicklungen lassen sich sehr einfach binden, wenn man den späteren Zierwicklungsfaden und die benötigte Schlaufe vor der Hauptwicklung an den blank tapt und dann mit der Hauptwicklung fixiert. So lässt sich auch eine Zierwicklung mit nur 1 Wicklung herstellen.

Das Ende eines Wicklungsfaden, das dann mit der Schlaufe unter die Wicklung gezogen wird, kann man schon vor dem Unterziehen kurz abschneiden, dann vermeidet man das aus der Wicklung herausschauende Fadenende.
Dazu wird einfach die Schlaufe mit dem Fadenende soweit angezogen, dass der Faden fixiert ist. Dann schneidet man den Faden kurz ab und zieht die Schlaufe durch.

Wenn man mal das Fadenende zu lang gelassen hat und Gefahr besteht, dass das Ende nach dem Schlaufen ziehen aus der Wicklung schaut, kann man den Weg der Schlaufe etwas schräger verlaufen lassen, dann passiert nichts.

Gruß
Reinhard
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 07.05.2018, 15:28

Vogtlandsalmon63 hat geschrieben:....
Eventuell mit einem Feuerzeug die Wicklung abfämmen, wenn leichte Fusseln zu sehen sind. Aber Vorsicht dabei! Sonnst fängt man von vorn an.

Gruß
Robby.


*Hüstel* ähem, ja genau. Einmal zuviel hingehalten und "zwirrrrr"! :oops:

Eure Tipps kommen genau richtig. Nach den ersten Versuchen zeigen sich die echten Probleme. Ich habe daraufhin auch noch einmal meine Bücher nachgelesen und so wie Ihr das beschreibt, wird es dort im Prinzip vorgestellt. Es sind so die kleinen Tricks, wie Eurer "Abschneiden" usw. auf die es ankommt. Dann werden die Wicklungen sauberer. Ich möchte nämlich genau eigentlich 2 Zierwindungen. Einmal eine ganz feine und dann eine etwas breitere. Das werde ich die nächsten Tage nach Eurem Input noch einmal testen. Heute würde ich meine Versuche von gestern gerne lackieren. Da bin ich erst gespannt! :twisted:

Allgemein muss ich sagen, dass ich die Wickelbank schon als sehr angenehme Hilfe erfahre. Auch gerade als Anfänger. Gutes Werkzeug macht echt Spaß. Ich habe mich wirklich auch getraut einen Teil mit Motor zu wickeln - auch wenn ich dabei sicher noch unbeholfen bin! Ich freue mich schon auf die Arbeit am Griff in der Alps. Wobei, was die Fadenführung angeht, es sicher noch Optimierungsbedarf gibt in Bezug auf mehere Rollen und die Spannung der Fäden. Ich glaube da werde ich in Zukunft noch etwas verbessern und umbauen. Zunächst ist das aber für mich mehr als genug Potential.

Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 08.05.2018, 23:17

So liebe Kollegen,

ein "Buidl" einer lackierten Zierwicklung auf rotierender Wickelbank:
Bild

Ich habe Eure Ratschläge und neuerlichen Recherchen genutzt und siehe da, die feinen gelben Windungen gingen sehr viel besser von der Hand. Diesmal habe ich vorher Schlaufen auf allen Seiten befestigt und ein gutes Stück vom gelben Faden. Den habe ich zunächst lose hängen lassen und als erstes dann die blaue Windung ausgeführt und diese auch mit Schlaufe am Ende unter sich selbst gezogen. Danach die beiden Gelben auf jeder Seite 4 Windungen je und dann mit den Schlaufen unter die Blaue gezogen. Ging alles ohne Schwierigkeiten.

Die Lackierung habe ich jetzt nur einmal ausgeführt und an diesem kleinen Stück mal ohne Fixierer. An dem Leitring sitzt Fixierer. Von dem mache ich später noch Fotos. An der Sage wird in kurzen Abständen zweimal lackiert. Hier wollte ich Lack für später sparen. Luftblase ist 1 vorhanden und habe diese auch nicht geflämmt. Das probiere ich später mal. Aber sehen kann man die praktisch fast nicht! Von daher bin ich hoch zufrieden.

Weiter geht es mit der angestrebten Zierwicklung mit ganz kurzer und einer längeren Wicklung, also praktisch zwei Zierwicklungen. Und ein Frage habe ich zu den untergezogenen Fäden. Man sieht diese wo sie liegen, schon allein durch eine leichte Wölbung! Habt ihr dafür einen Trick? Kürzer abschneiden? Oder läßt sich das irgendwie nicht ganz vermeiden? Denn irgendwo muss man mit den Enden ja bleiben.

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