Mit 10 Daumen im Rutenbau

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Forelleke » 18.05.2018, 23:22

Sehr schön...

Ich glaube nur das eine verdünnter erster Lackschicht besser im Garn einzieht, und so eine bessere Haftung zum blank garantiert...aber ich kenne deinen benützten Lack nicht...also vielleicht fließt der unverdünnt auch gut...

und mir gefallen solche ausgefallene Farben..und dein Drang nach Perfektionismus! Gogogo!

Vielleicht sehe ich dich mal an der Isar beim probewerfen ...üben...

Roel
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 19.05.2018, 14:14

Der erste Ring, DER Ring, in den Höhlen von Mordor, geschmiedet aus Titan, einen Ring um sie Alle zu finden, einen Ring um sie Alle zu drillen:

Bild

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 19.05.2018, 20:12

Forelleke hat geschrieben:Sehr schön...

Ich glaube nur das eine verdünnter erster Lackschicht besser im Garn einzieht, und so eine bessere Haftung zum blank garantiert...aber ich kenne deinen benützten Lack nicht...also vielleicht fließt der unverdünnt auch gut...

und mir gefallen solche ausgefallene Farben..und dein Drang nach Perfektionismus! Gogogo!

Vielleicht sehe ich dich mal an der Isar beim probewerfen ...üben...

Roel


Hallo Roel,

lieben Dank! Die Sache mit dem Lack, da muss ich in Zukunft wirklich mal etwas experimentieren. Ich benütze im Moment den von CMW und das ist Flexcoat. Es ist der ganz normale Lack, also nicht High Build oder wie man das auch immer nennt. Die Idee den Lack für eine erste Schicht stärker zu verdünnen, macht aber ja nur Sinn, wenn man keinen Fixierer vorher benützt hat?? Ich habe mich jetzt zunächst mal am Dale Clemens orientiert, der immer Fixierer benützt, egal welche Fadenart. Der kriecht ja, weil er so flüssig ist, wirklich in die kleinste Ritze und auch unter den Faden zum Blank. Ich verdünne ihn mit Wasser - auch Dale Clemens Hinweis. Damit sollte doch theoretisch ein guter Kontakt zum Blank bestehen?

CMW macht eigentlich folgendes mit dem Lack (laut Video zum Thema): Nass lakieren, also zweite Schicht mit kurzer Pause von rund 20 Minuten nach dem ersten Auftrag. Ansonsten hat man eine Schichtbildung. Die Autolackierer machen das auch so. Über den Zeitraum der Pause kann man noch etwas philosophieren, aber auf jeden Fall darf die erste Schicht nicht richtig trocken werden. Nur so leicht anziehen. Wobei wir uns mit den Ruten leicht tun, wenn die rotierend lackiert werden. Ich habe in meiner Jugend mal ein paar Autos lackiert, wenn ich die hätte rotieren lassen können, wäre das leichter gewesen. Ich habe bei dem Lacken der Rute echt Kulleraugen bekommen und immer mit Läufern gerechnet, was ich da an Lack in einem Arbeitsgang aufgetragen habe. Nun muss man aber auch fairerweise sagen, ein Autolack muss zum Spritzen echt stark verdünnt werden. (Gibt bei den Herstellern natürlich heute ganz andere Verfahren, aber als Hobbyfrickler haste kein Tauchbad zur Verfügung - - aber ich schweife ab.)

Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 04.06.2018, 15:45

Urlaub rum und 5 Ringe von 13 angefrickelt. Davon aber die beiden Doppelstegringe. Es hat sich so eine Art eigenes Verfahren entwickelt, die Zierwindungen der Einstegringe zu etablieren. Auf die Idee hat mich wiederum Dale Clemems gebracht. Die erste Wicklung hinter dem Ring wird sofort fixiert. Mir sind die sonst immer beim Richten und Schieben der Anderen aufgegangen. Der erste Doppelstegring, nicht der ganz große, der hat mich zuerst an den Rand des Wahnes getrieben. Ich habe entgegen des Rates einer meiner Mentoren den Fuß nicht noch weiter angeschliffen, weil ich ihn schon perfekt fand, mit feiner Phase. Außerdem das schöne Titan noch malträtieren, dass habe ich nicht fertig gebracht. Ich habe es schließlich aber ganz gut auf den Fußübergang bekommen. Ich habe die Muster und Farben wie angekündigt ein wenig zu den Überschüben variiert. Eines habe ich aber nicht bedacht: Der erste Ring sitzt sehr dicht am Überschub. Da musste ich ein wenig mit den Farben improvisieren. Weiter sind die Doppelstegringe etwas anders als die Einstegringe im Design. Dies ist den Gedanken zur Stabilität geschuldet. Ich wollte auf den Füßen der Einstegringe komplett nur einen Faden wickeln und auf den Doppelstegringen nicht mehr wie einen Zierring. Dieser Umstand bewirkt einen leichten Bruch im Design der Ringwicklungen. So im Ganzen betrachtet, sind es trotzdem erhebende Momente für mich, wie fröhlich die Farben im Lichte leuchten. Es gibt später auch erste Fotos davon.

Frank

Und einen habe ich noch und einen habe ich noch: Ich brauche tatsächlich einen extrabreiten Rutensack und Rohr! Zfix, die hohen Ringe wirken bis in letzte Details fort. :mrgreen: Auch hier hatte einer meiner Mentoren schon gewarnt. :D Aber, Kollegen, vom Rutenwickeln zum Sacknähen ist es doch nicht weit, oder?? :badgrin: Und das Rutenrohr muss ich mir womöglich von den Spinnanglern leihen, wa? "Kopf------>Tisch" :badgrin:
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 04.06.2018, 16:56

Und noch einen.
Nebenher laufen die Recherchen für die Leinen und Rolle. Rolle ist einfach, verrate ich aber noch nicht. Die Leinen:

1) Rio Long Head Spey #10/11 850 Grain und zarte 20 Meter - passt laut Empfehlung von Rio, muss aber noch die Grains etwas sacken lassen, weil die noch einmal 100 Grain über der Skagit Empfehlung mit 750 Grain liegen! Wie auch immer, die Skills sind zwar noch heiße Luft, aber damit die erste amtliche und eigentlich einzig wahre Leine im Hause fly fish one!

2) Rio Skagit Max 750 Grain. Es gibt ihn in Short, Max und Long. Long kam nicht in Frage, weil für längere Köpfe bevorzuge ich Scandi oder Spey. Und Short, nun, ich will es nicht übertreiben. Dazu gibt es die Rio IMow Tipps als Kit in Medium mit T11. Es gibt sie aber auch als T18. Ich halte das zunächst für übertrieben. Selbst mein ganzes Skagit Setup ist einzig und allein der Tatsache geschuldet, es nicht wirklich benützen zu wollen, aber auch nicht irgend wann verzweifelt am Wasser zu stehen, wenn es wirklich angebracht wäre.

3) SA UST #10/11 mit ca. 650 Grains mein Scandi Setup und wohl das was ich am häufigsten nutzen möchte. Kommt auf eine vernünftige Länge, die aber mit 15 Fuß und meinen Skills zu berherrschen sein sollte.

4) Running Line SA URL. Die habe ich schon für die Winston und meine Einhand in Gebrauch und bin sehr angetan.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 04.06.2018, 22:42

Die ersten Bilder der Ringwicklungen:

Bild

Bild

Bild


Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Trockenfliege » 05.06.2018, 13:12

Bei so viel Mühe solltest du weiterhin auf die Proportionen achten:
Bei dem Brückenring erscheint die eine lila Zierwicklung sichtbar breiter.

Gruß
Reinhard
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Forelleke » 05.06.2018, 14:27

Geht doch...

Wieso schaut das Hellblaue eigentlich homogen nach dem lackieren aus, und das Lila usw so strukturiert...? Stört irgendwie... oder ist das nur Foto-technisch so...


Roel
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 05.06.2018, 17:28

Trockenfliege hat geschrieben:Bei so viel Mühe solltest du weiterhin auf die Proportionen achten:
Bei dem Brückenring erscheint die eine lila Zierwicklung sichtbar breiter.

Gruß
Reinhard


Lieber Reinhard,

dahinter steckt System. Die Einstegringe haben alle vorne eine 5/10/5 Anzahl Wicklung und hinten eine 5/5/5. Ich wollte das Hinterteil schmaler halten und den Blank nicht noch weiter überwickeln.

Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 05.06.2018, 17:35

Forelleke hat geschrieben:Geht doch...

Wieso schaut das Hellblaue eigentlich homogen nach dem lackieren aus, und das Lila usw so strukturiert...? Stört irgendwie... oder ist das nur Foto-technisch so...


Roel


Lieber Roel,

das Hellblaue ist noch gar nicht lackiert. Der Unterschied ist, dass Lila, Schwarz und Gold alles Metallic ist. Nur das Hellblaue nicht. Durch den Blitz sieht das Hellblau etwas seltsam aus und fast weiß. Im normalen Tageslicht wirkt das wirklich sehr ansprechend und recht edel in der Kombi mit Schwarz/Lila.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon piscator » 06.06.2018, 07:59

Moin Frank, über Geschmack läßt sich ja trefflich streiten :twisted: aber hast du mal mit Hendrik gesprochen ob das an der Orkla zugelassen ist? :P

Nur als Tip von meiner Stileberaterin: die schwarzen Separatorwicklungen sollten viel schmaler (3 Wicklungen) -- dann wäre das auch nicht so simple zu wickeln , J.
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 06.06.2018, 10:28

Lieber Jürgen,

ja ok! :mrgreen: Und mittlerweile könnte ich auch halbe Wicklungen, wetten!? Ich verrate auch den Trick: Sekundenkleber. Nee, geboren aus Schmerzen auch mit 5 Wicklungen, verrate ich Dir wie ich die jetzt mache. Du musst den Anfang und das Ende der Wicklung (egal wie wenig) länger lassen und nicht abschneiden. Dann mit der nächsten Wicklung überwickeln. So hast Du irgend wann 5 und ein paar Zerquetschte auf den losen Fäden zur Stabilisierung. Zusätzlich, mit der 2ten Wicklung noch in Arbeit, kann Jürgen/Frank jetzt die Zierwicklung "nachspannen". Die wird sich fast immer zunächst leicht lösen und wird so wieder korrigiert. Das ist tatsächlich wirklich sehr einfach, Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand vorausgesetzt. Die ganz filigranen Bestandteile dann noch gleich fixieren (wenn der sowieso geplant ist), dann sitzt das sehr gut und Frank/Jürgen können ganz entspannt weiter tüddeln.

Und wann sehe ich mal eine fetzige und nicht so altbackene Bambusgerte, am besten einen Zweihänder, von Dir. Ich las von den Problemen der Steckverbindungen. Vielleicht können 2 physikvorgeschädigte Brains da mal was reißen - meine ich ernsthaft.

Frank

Und Tante Edit: Aber es braucht eine Vorrichtung in der sowohl Rute als auch zweiter Faden ständig unter einer doch gar nicht so geringen Spannung gehalten werden können - die Alps Wickelbank mit ihren feinen Rollen unter Federspannung und deren weitere Fadenführung z.B.
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 09.06.2018, 10:23

Projektstatus Spitzenteil:
Ohauaha! :-X Ganz vorne der erste Ring nach der Spitze, nur erst die Zierwindung hinter dem Ring! Also noch ohne Ring, die ist mir jetzt zweimal aufgesprungen. Einmal direkt beim Fixieren. Trotz extremer Achtsamkeit und Sanftheit. Ich glaub ich nehm jetzt doch Sekundenkleber und tunke den Faden direkt im Wickeln darin ein und feddich, wa!? :badgrin:
Wer hat bloß so dünne Querschnitte erfunden und welche Nase wollte eigentlich unbedingt Ruten selber tüddeln?? Hat von Euch nicht einer Lust das Spitzenteil für mich zu machen? :badgrin:

Frank
Zuletzt geändert von fly fish one am 10.06.2018, 13:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Trockenfliege » 10.06.2018, 10:01

Klar Frank, kein Problem, schick mir das Teil incl. Rückporto.

Allerdings kommt es dann mit roten, mit dem blank harmonierenden, durchscheinenden Wicklungen zurück. :mrgreen:

Gruß
Reinhard
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 10.06.2018, 11:36

Lieber Reinhard,

das wäre egal! :badgrin: Die Durchmesser der Wicklungen werden so klein, dass man die Verzierungen eh nicht unterscheiden kann. Dazu kommt das ich vom anderen Ende beim Fischen das Spitzenteil eh nicht sehen kann, weil der Eumel so lang ist!

Nein, natürlich nicht. Das Design wird durchgehalten. Gestern die ersten 3 Ringe (die Größeren) angetüddelt. Nach extremen Startschwierigkeiten mit dem ersten Ring. Wo mir die Wicklung 2mal aufgesprungen ist und einmal habe ich sie selber geöffnet, weil ich vorne 5 statt 10 Windungen Lila hingetüddelt hatte. Man fokussiert sich so auf das Gelingen, dass das Zählen irgendwie zur Nebensache wird. Ich habe es erst gemerkt, als ich das Krepp von der Ringbefestigung genommen habe, die die hintere Zierwicklung verdeckt hatte. Daraufhin kam mein Sohn ins Zimmer, fand mich am Boden zerstört und fluchend vor. Er konnte seinen Vater schon allein durch seine liebevolle Anwesenheit moralisch aufrichten, so dass der dann den Rest ohne weitere größere Probleme schaffen konnte.

Heute kommen die letzten 3 Ringe auf den ganz furchtbar kleinen Durchmesser auf dem letzten vordere Stück. Das wird noch einmal richtig spannend.

Frank
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