Mit 10 Daumen im Rutenbau

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 22.03.2018, 23:11

Jürgen, jau, aber die Sage ist ein sich im Querschnitt vergrößernder Balken dessen Biegemomente nach hinten beträchtlich wachsen. Das nennt man dann Drehmoment und ist Kraft * Hebelarm, der in diesem Fall nicht einfach linear verläuft, sondern durch den wachsenden eingeschlossenen Querschnitt und die wachsende Wandstärke exponentiel verlaufen dürfte. Nur aus diesem Grund hält die ganze Schose das aus. Die Kräfte werden praktisch in den hinteren Teil durchgeleitet. In einer kurzen Rute wäre sowas ein "Prügel" für grosse Salzwasserfische. In dieser langen Form hier gibt es dieses unnachahmliche 2Hfeeling mit sensibelsten Spitzen die man sonst nur in ganz leichten Klassen oder der Welt des Bambus findet.

Dein Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 23.03.2018, 13:39

Liebe Kollegen,

ich sage ja immer, wer lesen kann ist ganz klar im Vorteil: Sage empfiehlt auf deren Homepage für den Fall der Wahl von Einstegringen statt Schlangenringen, 2 Nummern größer zu wählen. Damit wird deutlich :oops: warum es bei den Einstegringen nach unten rum keine kleiner als Größe 4 - 5 gibt. Jedenfalls sieht das für mich so aus. Ich kann also praktisch die Empfehlung Sage "3" Schlangenring gegen Sage "5" Einstegring ersetzen. Damit wäre der Blank komplett ohne Schlangenringe. Ob ich das jetzt wirklich will, nun da muss ich noch ein wenig grübeln und mal die Experten "anpingen". Damit wäre aber theoretisch ein Fuji-Titan-Keramik-Komplettaufbau möglich.

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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 23.03.2018, 15:42

Hallo Frank!
Das hört sich ja wie nicht richtiges Wickeln und verbacken des Blanks an.
Gruß Robby Vogtlandsalmon63.
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 23.03.2018, 19:30

Hasi, Du hast eine PN.

Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Vogtlandsalmon63 » 24.03.2018, 13:54

Hallo Franky!

Hast ne Antwort.

Gruß Robby.
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Gammarus roeseli » 25.03.2018, 22:14

Hallo Frank,

ich drücke dir beide Daumen für dein Projekt! :daumen

Ist nebenbei vielleicht interessant für dich diese Ringe mal gesehen zu haben ->
http://www.blueblood-rod.com/htm/Rod%20 ... -SNAKE.htm
(Ringformen -> Englischer Schlangenring, Amerikanischer Schlangenring, Einstegring niedrig, Einstegring abstehend.)

Für SH hatte ich bisher verbaut die FUJI SIC SG (Einbein-Fliegenrutenringe). Mein derzeitiger Favorit ist der SIC TLSG TITANIUM -> https://www.tackle24.de/index.php?a=1047 (Aktuell scheint der TLSG 10J ausverkauft zu sein. :roll: ) Dieser Ring schaut auch gut aus als GOLD CERMENTRING -> TITANIUM CONCEPT … FLY RODS -> T1LGG …. -> Seite 6-7 in -> (FUJI) https://issuu.com/elespigon/docs/fuji._ ... o_2009_usa
Meine Erfahrung beschränkt sich auf SH!!
LG Christian
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 26.03.2018, 11:08

Lieber Christian,

Hopkins und Holloway hat mir auch schon der liebe Robby empfohlen. Scheint ja unter den erfahrenen Rutenfricklern einen guten Ruf zu genießen. Die Fuji Typen, da krauche ich auch schon drum herum. Es sind genau die Ringe die ich sehr schön finde. Die güldenen (vielleicht in einer Kombination mit güldenem Rollenhalter) aus TIN sind ebenfalls bombig. Man muss ja sagen, dass Titan-Nitrit nicht einfach eine popelige Vergoldung darstellt, sondern eine hochwertige und extreme harte Beschichtung repräsentiert. Diese wird in einem relativ aufwendigen physikalischen Verfahren erzeugt. Sehr gute Bohrer oder auch Standrohre von Motorradgabelbeinen werden damit beschichtet. Die Besonderheit dieses Verfahrens ist, dass die Werkstücke nicht termisch belastet werden und damit maßhaltig bleiben. So als kleiner Exzerpt der Werkstoffkunde.

Die Auswahl der Ringe in Abstimmung zum Rollenhalter erschlägt mich gerade ein wenig. Die Vielfalt ist ja gigantisch. Im Prinzip habe ich aber meine Ringmaße zusammen. Mir raucht auch deshalb der Kopf, weil das ganze Design von Rollenhalter, Ringen und ganz besonders Wicklungsfarben aufeinander abgestimmt sein soll. Das macht extremen Spaß, ich habe mir extra Buntstifte zum Entwurf vom Sohn "geliehen", aber einen auch ein wenig meschugge! :p

Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Hardy » 26.03.2018, 12:16

fly fish one hat geschrieben:...Das macht extremen Spaß, ich habe mir extra Buntstifte zum Entwurf vom Sohn "geliehen", aber einen auch ein wenig meschugge! :p

Frank


Jenun, da besteht ja bei dir kein großer Unterschied zum "Normalzustand". :mrgreen:


Groetjes
Hardy
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Lasst alle Hoffnung hinter euch, ihr, die ihr eintretet!
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 26.03.2018, 14:20

Komm Du mir auf die EWF, Burschi! :D

Dein Frank - freut sich schon
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 27.03.2018, 13:58

Liebe Kollegen,

mal eine Frage: Was hat es für Vorteile oder Nachteile Korkscheiben mit mehr oder weniger Stärke zu einem Griff zu kombinieren? Kann man mit den schmaleren Scheiben eher die "Unreinheiten" aussortieren, als mit den Breiten. In der Kostenbetrachtung ist das ja meist kein großer Unterschied auf die Grifflänge bezogen.

Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon piscator » 28.03.2018, 08:05

Moin, ja schmale Scheiben in guter Quali sind leichter zu bekommen / besser auszuwählen und brauchen nicht gespachtelt zu werden. Nachteil: mehr Arbeit, mehr Kleber. Sehr guter Kork in 12mm Stärke ist sehr teuer. Auf ne 2-Hand würde ich allerdings die Arbeit mit den 6mm Scheiben scheuen. J.
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon Maqua » 28.03.2018, 08:36

Die Fehlerstellen im Kork, die sich ja leider meist erst beim Schleifen des Griffes offenbaren, sind bei den 6mm Scheiben im Endeffekt auch nur max. 6 mm lang.
Das ist dann optisch erträglicher als eine 12mm lange Fehlstelle und dürfte der Hauptgrund für die Verwendung dünner Scheiben sein.
Gerade beim Kork würde ich beim Rutenbau nicht sparen wollen.
Gruss Manni
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 28.03.2018, 11:12

Lieber Jürgen und Manni,

vielen herzlichen Dank! Ich mache mir also trotzdem die Mühe und nehme für den Zweihänder die 6 mm Scheiben. Ich habe im Rutenbauforum einiges an Vorschlägen für die Fertigung der Griffe gefunden. Übrigens Manni, schöne erste Rute geworden, die Du da mal vorgestellt hast! Von den Arbeitsanweisungen im Rutenbauforum hat mir am besten die Teilfertigung in 5 cm Stücke und dann im zweiten Schritt erst die Kombination zum eigentlichen Griff gefallen. So werde ich das mal versuchsweise angehen. Übrigens die Tage nach Ostern sollte der neue Blank kommen, von Hilevel aus Schweden, von denen gestern schon die Alps Dreh- und Wickelbank ankam. Sehr geiles Teil, wenn ich das so schreiben darf. Fotos kommen später.

Frank
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon mooose » 28.03.2018, 16:05

Hallo Frank,

es gibt auch noch ' ne weitere Möglichkeit einen Griff ohne/bzw. mit geringen Fehlstellen zu fertigen:
Bild

Bild

Quelle:
https://www.proofflyfishing.com/collect ... ring-gauge

Kann man sich mit dem nötigen Werkzeug und Ausgangsmaterial auch 'leicht' selbst fertigen.

Damit kannst du dann mit Korkscheiben von nicht 'Top Flor' Qualität recht ansprechende Griffe drehen.
Allerdings muss man man bei der Methode natürlich genau wissen welchen Durchmesser der fertige Griff an den entsprechenden Stellen hat/haben soll.

Beste Grüße
Jan
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Re: Mit 10 Daumen im Rutenbau

Beitragvon fly fish one » 28.03.2018, 16:23

Lieber Jan,

das ist eine gute Idee. Ich schau mal was ich mir frickeln kann. Zumindest hilft es auf jeden Fall schon einmal im Bereich des angestrebten Durchmessers, die Korkscheiben zu prüfen und auszusortieren. Ich kann mich an dem Griff meiner Winston ganz gut orientieren in welchen Durchmessern ich mich bewegen werde. Vielen Dank.


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