Nodeless

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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Nodeless

Beitragvon franky » 21.07.2011, 18:03

Hallo Zusammen,

nach langjähriger berufsbedingter Abstinenz im Rutenbau möchte ich gerne nach der Saison wieder in den Rutenbau einsteigen.

Ich würde die Rute gerne nodeless bauen. Im Netz habe ich mich mal schlau gemacht über den entsprechenden Winkel und die benötigten Werkzeuge.
Einige Fragen ergeben sich trotzdem.
Welcher Kleber ist für die Verbindungen zu empfehlen, insbesondere wenn der Blank noch getempert werden soll?
Die amerik. Kollegen nehmen in aller Regel keine Verteilung der Verbindungen innerhalb des Blank vor.
Wie halte Ihr es hier? Verteilt Ihr die Verbindungen im Blank (Garrison, 3/3, 2/2/2)?

Wäre toll wenn Ihr berichten könntet wie Ihr Nodeless-Ruten aufbaut.

Viele Grüße und gut Span
Frank
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Re: Nodeless

Beitragvon Grasfischer » 23.07.2011, 09:22

Hallo Frank,

die Suchfunktion hat bei mir zwar komischerweise für Nodeless oder Knotenlos kein Ergebnis gebracht, habe aber trotzdem diesen alten Thread mit ähnlichen Anhaltspunkten gefunden...

http://www.fliegenfischer-forum.de/flyfishing/rutenbau-selbst-gemacht-f26228/knotenlose-uhu-endfest-300-t258139.html

Die meisten angebenen Winkel die ich damals gefunden hatte waren mir persönlich zu steil. V.a. weil ich vor hatte am Handteil einen "Magic Star" einzubauen, bei dem alle Scarfings auf gleicher höhe liegen - ich machte es durchweg mit 4°. Jeweils 3 der ersten Sticks vom Spitzenteil und die 3 zweiten vom Handteil kürzte ich um die Hälfte, um so auf eine Verteilung von 3/3 zu kommen.

Die Frage mit dem Kleber stellte sich mir damals auch und sehr gute Ergebnisse aus heutiger Sicht erziehlte ich mit Endfest für die Sticks und R+G für die fertigen Spleisse. Bei dem Tempern würde ich aber an Deiner Stelle anders vorgehen - backe die kurzen Sticks zu Beginn des Baus im Backofen, das ist ja das erbauerfreundliche einer Knotenlosen.

Viel Spaß und gut Span,
Friedrich
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Re: Nodeless

Beitragvon franky » 23.07.2011, 16:45

Hallo Friedrich,

vielen Dank für deine Antwort. Der Ansatz mit dem Winkel von 4 Grad hört sich sehr interessant an. Ich denke das ich dies beim Bau des entsprechenden Werkzeugs berücksichtigen werde.

Hatte auch daran gedacht die Verbindungen mit Uhu zu machen. War nur ein wenig verunsichert, da die amerk. Kollegen meist Titebond verwenden.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, schiebst Du die Sticks in den Ofen und nicht das Teil des Tonkinrohrs, spaltest also vorher? nach dem Backen dann den Winkel von 4 Grad anbringen, verleimen, vorhobeln und dann auf das Endmass hobeln.
Dann verleimen und gut ist, oder danach moch mal zum tempern in den Ofen, damit der Kleber eine höhere Zugfestigkeit bekommt?
Beim tempern hätte ich dann wieder das Problem, das sich evtl. der bereits gehärtete Kleber an den joints löst bzw. verändert.

Nochmal vielen Dank für Deine Hilfe.

Viele Grüße und gut Span
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Re: Nodeless

Beitragvon Grasfischer » 24.07.2011, 10:17

Hallo Frank,

sorry hatte wie so oft auch bei Dir die Begriffe tempern und backen verwechselt - klar werden zuerst die kurzen Stücke "gebacken". Dabei markiere ich die einzelnen Sticks auf der Stirnseite mit einer Farbe für jeden Spleiss und die Reihenfolge habe ich durch nummeriert. Ich möchte behaupten wenn Du die einzelnen Sticks danach gleich richtest brauchst du es beim ganzen Spleiss nachher nicht mehr machen (Wärmeeinwirkung).
Wichtig ist es auch jetzt die Oberseite (Emaillle) und Unterseite (Mark) einigermaßen Plan zu hobeln/schleifen. So bekommt man später beim Jointübergang keine Wellen rein und die Sticks liegen gleichzeitig besser im Spliceblock.
Deine letzte Anmerkung war genau der Grund, dass ich mich für zwei unterschiedliche Kleber entschied. Wie gesagt, würde ich den Endfest für die Jointverbindungen nehmen (habe seinerzeit 3-4 so kleine Metallspannzwingen benutzt) und etwas Temperatur nach Bauchgefühl und per Hand mit der Heißluftpistole dazugegeben. Für die fertigen Spleisse dann R+G benutzt, weil die empfohlene Tempertemperatur niedriger liegt als bei UHU Endfest - wenn ich mich richtig erinnere.
Die besagte Rute mit dem "Stern" ist jetzt über 3 Jahre alt und wird seit gut einem Jahr von einem Freund gefischt - der nicht gerade zimperlich damit umgeht :P Gestern waren wir den ganzen abend mal wieder zusammen Fischen und wegen des Threads habe ich sie dann mal wieder genau begutachtet. Es sind keinerlei Leimfugen oder sonstige Beschädigungen zu erkennen, Bolzengerade wie damals ist sie auch noch.

Also - viel Spaß
Gruß, Friedrich
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