NS brünieren

Hier treffen sich die wahren Handwerker unserer Zunft. Gibt es eine schönere Fischerei, als mit einer Selbstgebauten - ob nun Gespließte, Kohlefaserrute oder Eigenbaurolle? Geizt nicht mit Euren Ratschlägen.

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NS brünieren

Beitragvon Karl » 19.02.2006, 13:01

Hallo Leute, hat schon jemand von euch Erfahrung mit dem Brünieren von NS-Teilen gemacht bzw. selbst durchgeführt ? Ich meine jetzt nicht das Auftragen der handelsüblichen Paste, um eine Verfärbung des Metalles zu erzielen (ist ja mehr Lackieren), sondern die künstlich erzeugte Oxidation mittels heißem Brünierbad. Danke + Gruß Karl
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Beitragvon Wolfram Schott » 20.02.2006, 19:13

Hallo Karl
schau mal da nach:

http://www.bamboorodmaking.com/html/hardware_-_bluing.html

Gruß Wolfram
Wolfram Schott
 

Beitragvon Karl » 20.02.2006, 21:20

Hallo Wolfram, die Seite hab ich mir schon angeschaut, besten Dank. Goldenwitch hat ein Produkt von Birchwood Casey (Brass Black) das wird auch in Deutschland vertrieben, das hab ich mir jetzt mal bestellt. Eigentlich wollte ich das nicht, weil es Kaltbrünieren ist, habe mich mittlerweile aber
mit einem Fachmann übers Brünieren unterhalten, der mir sagte NS läßt sich nicht Heißbrünieren (nur Stahl und Guß), sodaß man gar keine Alternative zum Färben hat. Die HLL hängt z.Z. im Lackierschrank, wenn sie rauskommt schick ich dir mal paar Bilder. Ist eigentlich ganz gut geworden.
Herzliche Grüße Karl
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Beitragvon Breiflabb » 16.03.2011, 17:49

Hallo Karl,
ich krame diesen Tröt von 2006 hervor, weil mich die Suchfunktion über "Brünieren" dahin führte. Gern würde ich erfahren, wie Dein Test mit dem Birchwood Brass bei NS verlaufen ist, hattest Du Erfolg. Ich habe im Moment den gleichen Stand wie Du. Ich möchte gern 7% tiges NS schwärzen.
Gruß Udo
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Beitragvon Berner » 17.03.2011, 09:49

ns brünieren und schöner als mit brass black geht mit "pariser oxyd", gibts auch in d;

http://www.bullnheimer.de/xtc/product_i ... 00-ML.html

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Beitragvon Breiflabb » 17.03.2011, 18:02

Hallo Berner,
ich danke für den Tip. Hast Du beide Mittel probiert, gibt es farbliche Unterschiede.
Gruß Udo
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Beitragvon Berner » 17.03.2011, 18:34

das oxyd gibt einen warmen, bräunlichen ton, birchwood eher schwärzlich. das oxyd hät aus meiner sicht besser als das andere,aber letztendlich werden die hülsen oft noch lackiert, also hinfällig.
pariser oxyd ist aber giftig und hat ne menge äther drin, also nicht einpennen beim brünieren :)

gruss

berner
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Beitragvon Karl » 20.03.2011, 11:49

Hallo Udo,
Birchwood funtioniert gut, wenn du es NICHT so machst wie in der Anleitung beschrieben. NS wird nicht brüniert (brüniert wird bloß Eisen) sondern gefärbt. Die Oberfläche wird leicht angeätzt, anschließend (ich glaube durch Silberionen) gefärbt, was diese grau-schwarze Schicht hervorruft. Läßt du es jetzt wie angegeben eine Minute drin, so entwickelt sich innerhalb kürzester Zeiz (bis 15 s) eine Schicht, welche wieder angätzt wird und dafauf bildet sich ne neue Schicht. Nach 1 Minute hast du 2-3 Schichten drauf, die sich untereinander nicht verbinden und deshalb wieder abblättern (schaut Sch.... aus). Laß die Hülse 15 s drin, raus damit spülen reinigen trocknen, wieder 15 s rein usw. bis du den gewünschten Schwärzungsgrad erreicht hast. Anschließend zaponieren. Den Tip vom stefan werd ich auch mal ausprobieren, der Brunner hat damals so schöne braune Hülsen gehabt, hab aber leider nie rausbekommen mit was er seine Hülsen behandelt. Schreib mal wies gelaufen ist.
Gruß Karl
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Beitragvon Breiflabb » 20.03.2011, 15:31

Hallo Karl,
danke für Dein Wissen. Ich werde mir das Pariser Oxyd besorgen und damit einen Versuch starten. Ich kann es hier in Berlin direkt abholen, mal sehen ob ich noch einige mündliche Tips darüber bekommen kann.
Ich werde dann berichten.
Grüße von Udo
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Beitragvon Harald Langer » 21.03.2011, 20:46

Grüß Euch,

zum Färben hätte ich nach langer Abstinenz im Forum wieder einmal etwas beizutragen.
Zuerst möchte ich anmerken, dass bei mir Versuche mit Pariser Oxyd keine zufrieden stellenden Ergebnisse gebracht haben. Speziell bei Neusilber mit hohem Nickelanteil waren die Ergebnisse eher flau.
Meine Suche nach Alternativen hat mich über die Jahre zu zwei Produkten aus der Metallchemie geführt.
Eines nennt sich PROSEAL COLOR BME und ist ein Konzentrat zum Antikfärben von Kupfer, Messing, Zink, Nickel, Zinn und Silber. Der erhaltene Farbton variiert von leicht gelblich zu dunkelbraun, abhängig von den Arbeitsbedingungen.
Funktioniert bei Messing sensationell und bei Neusilber mit niedrigem Nickelanteil brauchbar.
Das Zweite nennt sich ME-100/NI und wird auch als flüssiges Konzentrat geliefert. Damit können im Tauchverfahren auf Nickel und seinen Legierungen braune bis schwarze, dekorative Schichten hergestellt werden.
Damit kann man meines Erachtens verlässlich arbeiten. Zu beziehen gibt’s das bei einer Chemiefirma in Österreich. Allerdings leider nur in ½ Liter Gebinden.

Wenn ihr mir eine E-Mail schreibt kann ich euch bei Interesse die PDF Datenblätter zurückschicken.
Liebe Grüße aus Gablitz - Harald.
Harald Langer
 
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Beitragvon Peter S. » 22.03.2011, 10:40

Hallo zusammen,
über's Brünieren habe ich auch lange nachgedacht und
mir seinerzeit so eine blaue Flüssigkeit aus dem Internet
bestellt. Bei dem niedrig legierten Neusilber (7 % Nickel)
geht das gut, es wird schön dunkelbraun. Der Grund, warum
ich gänzlich davon abgekommen bin, ist allerdings ein ganz
anderer.
Wenn schon brüniert, dann alle Metallteile an der Rute, damit's
harmonisch ausschaut. Und weil sich die Chromiumringe, die
ich verwende, absolut nicht brünieren lassen, jedenfalls habe
ich bisher, trotz intensiver Suche, nichts gefunden, was gehen könnte
lasse ich es also ganz. Zudem müssten die brünierten Teile
alle lackiert werden, weil sich sonst die Färbung sehr schnell
abreibt. Bei den Hülsen kein Problem, bei den Schubringen allerdings
doch.

Ich habs also aufgegeben, eine Rute mit brünierten Metallteilen
bauen zu wollen.

Gruß
Peter S.
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Beitragvon Breiflabb » 29.04.2011, 10:08

Hi, hier ein kleiner Report über die Verwendung von Pariser Oxyd.
Da ich für Versuche nur 20ml. geordert habe konnte ich meine Teile nicht ins Bad legen. Ich habe jeweils eine kleine Menge abgegossen und von dieser geringen Menge mit einem Pinsel die Teile bestrichen.
Bei 7% NS ging das recht gut, die Oberfläche war allerdings etwas scheckig da ein gleichzeitiges Auftragen überall durch den Pinsel nicht möglich ist, tauchen wird sicherlich gleichmäßiger.

Überraschenderweise funktionierte Pariser Oxyd auch bei den aus Dentaldraht bestehenden Schlangenringen. Eine Aussage wie sich verchromte Spitzenringe verhalten habe ich nicht.

Da ich das P.O. direkt in der Gold und Silberscheideanstalt abgeholt habe, bekam ich den Rat, niemals benutzte Flüssigkeit ins Original zurückzugießen, da die Chemie dadurch leidet.

Grüße von Udo
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Beitragvon Peter S. » 29.04.2011, 15:21

Hallo Udo,
klingt interessant, was Du da schreibst. Wie groß ist denn
der Farbunterschied zwischen NS und den Dentalringen.
Haben beide so in etwa den gleichen Ton, nach dem Brünieren?
Wie gut bleibt die Brünierung haften? Bei mir was es so, daß
ich die Brünierung mit einem Baumwolltuch abreiben konnte.

Gruß
Peter S.
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Beitragvon Breiflabb » 29.04.2011, 18:24

Hallo Peter,
leider kann ich noch keine Aussage über Deine Frage machen. Unmittelbar nach dem Auftragen waren beide Materialien kräftig dunkelbraun bis schwarz gedeckt. Beim weiteren hantieren mit dem NS trägt sich die oberste dunkle Schicht wieder ab, der verbleibende Belag hat einen leich gelblichen touch. Bei den Schlangenringen
kann ich noch nichts sagen, denn ich habe sie nach dem Auftragen in einem Kästchen verstaut.
Ich baue im Moment eine Rute auf und experimentiere ein wenig mit dem Thema Brünieren, wenn ich zu weiteren Ergebnissen gekommen bin werde ich berichten.
Als Rettungsring bleibt die von Harald Langer genannte Chemie, er hat seine Erfahrungen wohl über einen längeren Zeitraum gesammelt. Man wird ja durch Experimente immer ein wenig klüger, somit kann es nicht schaden und hilft vieleicht anderen Rutenbauern.
MfG Udo
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Beitragvon Berner » 29.04.2011, 18:53

männliche hülse soweit sie in die weibliche geht mit malerkrepp oder lenkerband abdecken, ins oxyd tauchen (!), dann unter dem kaltwasserhahn abduschen, mit papiert-taschentuch abtrocknen und sofort mit acryllack übersprayen. auf einem q-tip die hülse "aufstecken", im schraubstock trocknen lassen. die hülse kann nach dem montieren und nach der montage problemlos im rutentauchbad weiter überlackiert werden, die weibliche hülse wird mit einem kleinen gummizapfen "gestopft", die männliche soweit sie ins weibliche teil passt mit krepp abgedeckt.

gruss

berner
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