bei der Herstellung eines Fliegenrutenblankes, wird (in den meisten Fällen) zunächst ein Keil aus der Kohlefasermatte geschnitten. Dieser wird danach um einen Stahlkern herum gewickelt. Hierbei gibt es einen Anfang und ein Ende des Keils - nämlich die jeweilige Außenseite.
Der so (durch Wicklung) entstandene Blank wird nun in der Folge verklebt, gebacken , geschliffen und poliert. Danach erfolgt die Ausstattung mit Ringen, Korkgriff und Rollenhalter.
Je nachdem, wo nun beim Wicklungsprozeß die jeweiligen Außenseiten des Keils (also der Anfang und das Ende) landen, ergeben sich unterschiedliche Wandstärken innerhalb des Blankes.
Bringt man nun den Blank in Biegung und dreht ihn dabei leicht, so "springt" der Blank (sofern man ihn läßt) in die Position, in welcher er den geringsten Widerstand bietet.
Man kann nun die Ringe rund herum um den Blank anbringen. Darüber, wie man sie in Relation zu der jeweils dünneren oder dickeren Wandstärke des Blankes oder einem Bereich dazwischen ausrichten sollte, wurde und wird ebenso viel diskutiert, wie über die tatsächlichen Auswirkungen der jeweiligen Ausrichtung beim Fliegenwerfen.
In einem anderen Thread kam dies Thema nun wieder einmal auf, und dies würde ich gerne mit Euch erörtern:
hshl hat geschrieben:mir fehlt der Einfluss des Springpunktes bei der Betrachtung der "Schnurwelle". Du wirfst auf dem Video mit einer leicht nach außen verdrehten Rolle, so dass der Springpunkt der Rute nicht in der Wurfrichtung liegt. Ich kann mir gut vorstellen, dass dies einen Einfluss auf dieses Schlaufenbild hat. Erscheint die Schnurwelle am Schnurende auch, wenn Du die Rolle in Wurfrichtung steht ?
hshl hat geschrieben:ich bin entsetzt ... zumindest bei Qualitätsruten bin ich davon ausgegangen, dass bei der Bestimmung der Ringachse IMMER der Springpunkt mit berücksichtigt wird !
Hallo Tobias,
wenn der Blank gebogen ist, so hat man (grob betrachtet) 3 Arten von Kurven:
1. Die kurze Innenkurve
2. Die lange Außenkurve und
3. Die mittlere Kurve
Insbesondere die Wandseite mit dem meisten Material - also der höchsten Wandstärke - bietet den größten Widerstand gegen ein Dehnen (Außenkurve) oder Stauchen (Innenkurve). Deshalb springt der Blank so hin, dass diese dicke Wandung in der Mitte liegt. Und, weil wir die mittlere Kurve jeweils auf beiden Seiten zwischen Innen- und Außenkurve haben, gibt es (zumeist) zwei Punkte, wo der Blank hin springt.
Im Internet findet man etliche Erklärungen zum Thema, die besagen die dicke Wandung würde auf die Innenseite (also die kürzeste Kurve) springen. Dabei wird meiner Meinung nach das Stauchen übersehen. Ich halte diese Darstellungen für falsch. Ich denke, hier kann Laverda uns zusätzlich weiter helfen.
Was man generell wissen sollte:
Die Rutenhersteller positionieren ihre Ringe vielfach vorrangig so, dass der Blank (mit nach unten gerichteten Ringen) möglichst gerade verläuft. Dies wird einer spezifischen Ausrichtung der Ringe am springenden Punkt (oder "Overlap") zumeist vorgezogen.
Ferner sollte man wissen, dass der Overlap fast nie exakt parallel zu der Längsachse der Rute verläuft. Mit zunehmender Biegung verändert sich z.B. die Lage des Overlaps!
Letztendlich bieten sich im Wesentlichen zwei Möglichkeiten aus Sicht der meisten Rutenbauer (wenn wir einen geraden Blank voraussetzen):
Die Ringe werden so gesetzt, dass der Blank bei starker Biegung am Fisch in der möglichst entspannten Position (also der des geringsten Widerstandes) ist.
Hier gibt es wie oben beschrieben 2 Möglichkeiten für die Position der Ringe (die dickste Wandung liegt jeweils "im rechten Winkel" nach außen).
Vielfach wurde geschrieben, die Ringe müßten auf der stärkeren Seite angebracht werden. Denn dies ist im Vorwurf die Außenkurve. Ergo wäre die Rute im Vorwurf minimal steifer und am Fisch minimal weicher.
Ich selbst meine, dass der Rückwurf kein bißchen weniger wichtig ist. Dies wird hierbei sehr gerne vergessen!
Unabhängig all diesen Details stellt sich die große Frage, wie groß ist der Einfluß des springenden Punktes, was genau bewirken unterschiedliche Ausrichtungen tatsächlich und welche Vor- & Nachteile muß man hier gegeneinander abwiegen?
In diesem Sinne hoffe ich einige Experten melden sich bei diesem sehr technischen Thema hilfreich zu Wort, und wir können am Ende ein leicht verständlches (wenig technisches) Fazit bilanzieren!
Vielen Dank
Bernd











