Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon Jaykop » 27.02.2017, 17:03

Hallo liebe Foristen!
Es ist soweit dieses Jahr steht meine erste Transatlantikreise an! Das ganze findet jedoch im Rahmen einer Familienreise statt. Eine ausschließliche Konzentration auf Fischen ist daher nicht möglich. Diesem Fakt ist auch der Reisezeitraum: Mitte Juli bis Anfang August geschuldet. Die wirklich gute Zeit im September werde ich daher nicht mitbekommen.
Bis jetzt sieht die Reiseplanung wie folgt aus:
Ankunft Calgary, Alberta.
4 Tage Aufenthalt im Banff National Park, u.a. Camp Side "Tunnel Mountain Village" Alberta
4 Tage Aufenthalt im Jasper National Park,u.a. Jasper Wabasso Campground, Alberta
9 Tage Vancouver Island (davon 5 Tage Strathcona Provincial Park u.a. Campingplatz Ralph River )

Ich habe nun schon einiges über die fischereilichen Möglichkeiten gelesen. Ich werde mir daher für die National Parks die National Park fishing permit holen und für den Reiseteil auf Vancouver Island die BC Basislizenzen für Süßwasser und eventuell auch Salzwasser. Dazu nehme ich die benötigten Stamps um auch mal ein Fisch entnehmen zu dürfen und mit einem leckeren Fischmahl das Erlebniss zu vervollständigen. Ich habe nur eine 5er Kombo und hoffentlich bald wieder eine 8er Kombo. Ich bin ganz und gar nicht auf ein Rekordfisch aus. Ich wäre schon total happy ein paar Speisefische zu ergattern um das Wildlife-Feeling zu vervollständigen. Ich möchte aufgrund der hohen Preise keine Classified Gewässer befischen es sei denn ihr überzeugt mich das dies eine lohnenswerte Investition wäre. Aufgrund des Studentenbudgets fällt auch ein Guide raus.

Vielleicht hat jemand von euch Erfahrung mit der Fischerei an diesen Orten in der Zeit?
Ich würde mich sehr über Tipps freuen sowohl Gewässertipps als auch Technik- und Ködertipps. Lohnt die Uferfischerei im Salzwasser auf Cohos? Hinweise bezüglich Verhaltensweise in Nationalparks etc. brauche ich nicht. Bin schon besten informiert und Eingewiesen bzgl. Bären etc. .

Beste Grüße,
Jakob
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon DerRhöner » 28.02.2017, 20:16

Hallo Jakob

Ich kann Dir keine konreten Hinweise zu Deinen Reisezielen geben, obwohl ich selbst diesen Sommer an all diesen Orten war... Ich war aber zu früh da (Juni) und Flüsse führten noch Schmelzwasser. Der Zeit nach bis Du aber besser dabei.

Ich kann aber empfehlen auf dem Weg von Vancouver zu den NPs am Thompson River, genauer auf dem Campground Juniper Beach, eine Nacht einzulegen. Das ist nicht nur ein toller Campingplatz mitten in einer Wüste, er ist auch nur 5 Meter vom schnapsklaren Wasser weg... Ich war im Juni und nochmal im Oktober da (dann für Steelhead). Der Flus ist zwar für Lachs und Steelhead bekannt, aber stationär hat es grosse Regenbogenforellen und um die Jahreszeit kann man den einen oder anderen frühen Lach erwischen (ich hatte im Juni einen Chinook auf den 5. Wurf, der Fischereiaufseher sei mein Zeuge!) Um Deine Jahreszeit auch noch nicht classified.

Ebenfalls eine Option ist ein Stopp im Yoho National Park (Ortschaft Field), da gibt es ein paar nette Bäche für die Fischerei mit feinem Gerät. Lohnt sich aber nur, wenn wirklich kein Schmelzwasser oder Regenwasser runter kommt, sprich die Wassertemperatur und der Wasserstand gut sind. Vorher mal in der NP-Touristinfo in Field anrufen, die sind 30 Meter vom Wasser weg.

Gruss

Christian

Disclaimer: Alle Hinweise unter Vorbehalt der ständig ändernden Fischereivorschriften in BC...
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon Jaykop » 01.03.2017, 15:59

Hallo Christian,
danke für deine Hinweise. Selbstverständlich nagel ich dich nicht auf deinen Beitrag fest, falls ich örtliche Fischereibestimmungen verletzen sollte. ;-)

Gingen auf Coho größere Wooly Bugger Varianten oder womit bist du den Kameraden aufs Fell gerückt?

Beste Grüße,
Jakob
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon Nick303 » 04.03.2017, 09:07

Moinmoin.
Ich kann Dir für das Festland keinerlei Tipps geben.
Aber ich fahre schon seid mehreren Jahren nach Vancouver Island von der Jahreszeit her immer später als Du.
Ich will Dir Deine fischereiliche Hoffnung nicht nehmen, aber in den letzten 2 Jahren waren über den Sommer die Flüsse auf der Insel wegen der heißen Sommer und der Wasserknappheit gesperrt.....
Es kann dieses Jahr durchaus anders sein, weil die Insel doch einiges an Schnee abbekommen hat...
Das erste Mal seid 3 oder 4 Jahren.....
Wenn du Glück hast kannst du von der Küste oder auch im Fluss Pinks erwischen, aber für Coho und Co denke ich wirst Du zu früh sein....
Über die Forellenfischerei und die Entnahme solltest Du Dich genaustens informieren....
Am besten täglich via Internet, denn das kann sich täglich ändern!
Und in Kanada schützt Unwissenheit nicht vor Strafe....

Nicht destotrotz ist die Insel insgesamt ein Paradies..... nette Menschen unschlagbare Natur und tolle Gewässer....
Bin dieses Jahr auch wieder dort aber erst ab Ende September...
Bei weiteren Fragen helfe ich gerne weiter...
TL Stefan
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon Jaykop » 06.03.2017, 11:51

Hi Stefan,
danke! Ich werde hoffentlich alles andere als "unwissend" sein wenn die Reise vor der Tür steht. ;-) Ich habe mir schon gedacht das ich zu früh bin. Aber in erster Linie ist es ja ein Familien-Urlaub. ;-) Ich hoffe trotz aller Widrigkeiten zu meinem Fisch zu kommen oder wenigstens meine Wurfkünste vor traumhafter Kulisse zu verfeinern. ;-)
Gruß
Jakob
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon jo » 08.03.2017, 15:25

Hallo Jakob,

kann Stefan nur zustimmen, auf der Insel könnte es noch zu früh sein - sofern die Flüsse offen sind. Eventuell hast du Chancen auf Pinks, am besten wohl an der Küste. Probier es auf jeden Fall aus, vielleicht sind ja die Flüsse und Forellen offen, das könnte auch klappen.

Aber weil du Aufenthalt in Banff hast, kannst du auch dort fischen. Im Stadtzentrum an der Touristeninformation kannst du Tageskarten lösen. Ist preislich überschaubar, du solltest aber ein wenig Zeit für das Anstehen mitbringen. Du kannst so ziemlich den gesamten River fischen, sowohl direkt in der Stadt als auch außerhalb. Lachse dürfte es dort keine geben, dafür aber Forellen - und die Jahreszeit ist genau richtig. Unten in der Stadt ist so ein Schloss (sehr viele Touristen!!!) mit einem Wasserfall. Die Fische, die dort einmal "runtergefallen" sind, kommen nicht mehr hoch. Dementsprechend ist die Fischerei dort relativ gut, dann kannst du seitlich am Golfplatz (rechte Uferseite) noch eine lange Strecke abfischen und dich den vielen Touristen entziehen (5er Einhandrute genügt).

Zum Thompson-River: Der ist classified, musst du also online separat buchen und entsprechend dafür bezahlen. Die Fischerei ist anspruchsvoll, sofern du an einem Fluss dieser Größe noch nie mit der Zweihand auf Steelhead gefischt hast. Da wird es im Sommer recht warm und trocken -> Klapperschlangen!

Wenn du von Banff in Richtung Insel fährst, kommst du am Columbia River vorbei (bei Revelstoke). Sieht eindrucksvoll aus, ist aber keinen Stopp wert (aufgrund der zahlreichen Dämme kommen dort weder Lachse noch Steelheads hoch). Auf die paar Dolly Varden zu fischen, lohnt sich m.E. nicht. Habe dort zwei Tage verbracht, war absolute Zeitverschwendung.

viele Grüße
Jo
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon Jaykop » 13.03.2017, 16:00

Hi Jo,
super danke für deine sehr präzisen Tipps. Klingt wie die Wegbeschreibung eines "locals". ;-)

Besten Gruß,
Jakob
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon jo » 06.09.2017, 11:22

Jakob: Bist du dort gewesen? Wie war es?
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon Jaykop » 06.09.2017, 12:17

Hi Jo!
JA! Ich bin noch noch immer am trauern, ob der tollen Zeit die nun vorbei ist. Ich habe schon die Einwanderungsrichtlinien und Jobangebote studiert, wenn nur meine Liebste mitziehen würde... . ;-) In Baff habe ich den Bowriver befischt und auch einige Forellen gefangen, der Bogen um den Golfplatz war dabei mein Zielgebiet alles andere war tatsächlich völlig überlaufen und kam meiner Vorstellung von Fischen in Kanada nicht im geringsten entgegen. Der Bowriver führte jedoch viel Wasser und daher musste ich mich mehr oder weniger auf die Uferkanten festlegen. Aber immerhin - ich hatte Erfolg. Leider war ich ein wenig übermotiviert, aufgrund der Familie hatte ich nur wenige "freie" Tage. Daher habe ich sehr verbissen im Wasser ausgeharrt, obwohl ich - da für die Wassertemperatur zu schlecht gekleidet - arg fror. Die Quittung erhielt ich umgehend und war während des Aufenthaltes in Jasper tot krank. Aber während unseres Aufenthaltes im Strathcona National Park erlebte ich eine fantastische Fischerei in einem Bergsee auf dem Forbidden Plateau. Die Familie Wood bietet hier Unterkunft auf einer Insel im Moat Lake. Die Herren der Familie sind allesamt begeisterte Angler und bereits 30 Minuten nach Ankunft nach einem 6 Stündigen Hike zum See saß ich mit den Woods im Boot und mir wurden die Hotspots fürs Fliegenfischen gezeigt! Traumhaft! In den wenigen Wochen in denen der See nicht von Eis bedeckt ist stürtzen sich die Fische auf jegliche Flugnahrung (inklusive künstliche ;-) )

Eine wundervolle Sache an einer geteilten Leidenschaft ist die unlaubliche Geschwindigkeit mit der sich Freundschaften entwickeln können. So kam es, dass ich direkt auch noch zum Lachsfischen (Pinks) am Campell River eingeladen wurde. Einer Terassentür zum Dank meiner 8er Rute beraubt, war es leider recht ernüchternd mit meiner 5er Rute neben den Einheimischen mit ihren dicken Lachsrute incl. Multirolle, schwerem Blei + Fliege am Seitenarm und übergroßen Schaumstoffposen zu stehen. Es gab auch "richtige" Fliegenfischer die mit schwerem Gerät (wegen dem benötigten Tiefgang) wenig - aber immerhin - erfolgreich waren. Ich fischte stoisch den ganzen Vormittag mit meiner leichten Rute obwohl ich nicht auf die benötigte Tiefe kam. Ich musste einfach Fischen in dem Fluss mit seinen Fischen, auch wenn die Chancen schlecht standen. Um mich herum wurden Zahlreiche frisch aufgestiegene noch silberblanke Pinks gefangen.

Schnell solidarisierten sich die anwesenden Einheimischen mit dem erfolglosen aber hartnäckigen Ausländer, mir wurde der beste Platz zugewiesen und man bot mir zahlreiche Ruten zur Leihgabe an. Aber ich wollte mit "meiner" Rute fischen.
Durch die zugegebener Maße vorhandene (aber gut verborgenen) Frustration hatte ich einen Fliegenwechsel nur noch lustlos durchgeführt, ich wusste um die schlechte Qualität des Knotens, aber jeder Hoffnung beraubt war es mir, zu meiner Schande, einfach egal geworden. Da dachte sich der Mister Murphy "meine Gesetze bricht keiner" und es kam wie es kommen musste. Ein ordenlicher Lachs stieg ein und stürmte nach dem erfolgreichen Anhieb in rasanter Flucht, unter dem Gejubel der Einheimische, davon. Bei dem Versuch die Flucht zu bremsen folgte nun der Moment bei welchem (ich bin mir völlig sicher) Mister Murphy im Grabe grinste. Die Rute federte zurück und der Fisch war verloren, die Einheimische fluchten mindestens so laut wie ich!

Die Familie drängte.
Aber die Kanadier wollten mich nicht gehen lassen: ich solle doch wenigstens ein Foto machen und einen Lachs hoch halten für die "Fischerfreunde" Zuhause. Ich wies dieses Angebot aber mit dem Hinweis auf meine "Fischer-Ehre" ab und erntete viel anerkenndendes Schulterklopfen. Letzendlich machten wir ein Foto in dem ich neben dem "echten" Fänger der seinen Fisch in den Händen hält stehe und auf dem ich mindestens genauso so sehr strahle, als wäre es mein eigener. Zu guter letzt tauschte ich noch mit einem Angler ein paar selbstgebundene Fliegen gegen einen Lachs zum Verzehr ein und zog unter einen vielzahl von freundlichen Zurufen von Dannen! Ich hatte selten einen so tollen Angeltag in Gesellschaft völlig fremder Menschen!

Der nächste Urlaub ist schon in Planung! ;) Mit besserem Gerät! Und besseren Knoten! Das passiert mir nie nie mehr!

Beste Grüße Jakob
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Re: Banff-, Jasper National Parks und Vancouver Island

Beitragvon jo » 07.09.2017, 08:33

Hi Jakob,

danke für die schnelle und ausführliche Antwort. Das hört sich doch alles ziemlich gut an - besonders für den ersten und zugleich selbst organisierten Trip nach Kanada. Danke für die Infos bezüglich des Strathcona Nationalparks. Musste ich erst googlen, um dann festzustellen, dass ich auch schon dort gewesen bin. Vom See wusste ich nichts, aber gut zu wissen!

viele Grüße
Jo
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