Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon Fusselkopp » 27.05.2019, 10:53

Servus zusammen,

Anfang Juni habe ich drei Tage frei und würde die Zeit gerne zwischen Zelt und Fließgewässer verbringen. Da ich keine Zeit für eine weite Anreise habe, möchte ich höchstens 250km von Karlsruhe weg fahren. Bis Jetzt habe ich den Campingplatz hier http://www.schlossberg.fr/activites-de.html im Auge. Allerdings lese ich u.a. hier im Forum, dass die Flüsse und Bäche im Elsass teilweise leer geknüppelt sind. Hat jemand von euch Erfahrungen mit der Gegend dort?

Oder kann mir einer von euch was anderes empfehlen? Süddeutschland oder Elsass, im Umkreis von 250km um Karlsruhe. Ein Campingplatz in der Nähe wäre gut. Der muss auch keine Sterne haben, bin da recht anspruchslos.

Das oder die Gewässer können vom Bach bis kleinen Fluss sein, Forellen oder Äschen bevorzugt.


MfG Leo
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Re: Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon Sigi » 27.05.2019, 11:34

Hallo Leo,

schau dir mal das hier an: [url][/url]https://www.altenahr-ahr.de/de/angeln
Von der Entfernung sollte es in etwa hinkommen.

Gruß
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Re: Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon volki » 30.05.2019, 15:11

Etwa am Rande des 250 km-Radius, VOR München, nicht allzuweit von der A-8 weg, war ich mal an einem schönen Bach fischen. Die Karte hat mir https://www.royalflyfishing-shop.de/cms/impressum.html vermittelt
Ich kann mich im Moment nicht an den Namen des Baches erinnern, aber im Laden werden sie das schon können.
Es ist kein Hotel-Gewässer und nicht Exclusiv :mrgreen: , aber ob es einen Campingplatz hat, weiss ich nicht. Wir haben ein Wohnmobil und konnten beim Karten-Herausgeber im Hof "wohnen" (Er hat irgend so ein Titel, wie Graf xy)
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Re: Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon The Sharpshooter » 30.05.2019, 21:58

Servus,
zu Volkis post - da gehts um die Paar bei Schmiechen und um Ferdinand Freiherr von Wiedersperg-Leonrod - ein sehr netter freundlicher Mensch (und selber natürlich auch Fliegenfischer - wobei er lieber jagen geht "es gibt nix bessers wia a gscheide Antn") ...
An der Paar war ich früher auch viel fischen ...wie's da jetzt ist, weiß ich nicht.

lG Christian
"Pan doth pipe to us anew, Reedy calls and catches, So we’ll go and throw a fly Dainty, delicate and dry, Forty miles from Waterloo – Where the Mayfly hatches."
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Re: Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon volki » 31.05.2019, 08:07

The Sharpshooter hat geschrieben:Servus,
zu Volkis post - da gehts um die Paar bei Schmiechen und um Ferdinand Freiherr von Wiedersperg-Leonrod - ein sehr netter freundlicher Mensch (und selber natürlich auch Fliegenfischer - wobei er lieber jagen geht "es gibt nix bessers wia a gscheide Antn") ...
An der Paar war ich früher auch viel fischen ...wie's da jetzt ist, weiß ich nicht.

lG Christian

Danke Christian.

Jetzt wo du das schreibst, ja es war die Paar
Schande über mich, jetzt habe ich doch einen Freiherr zum Grafen gemacht. Aber für uns "Erzproleten" ist das sowieso "Hans wie Heiri"
Ich habe lange noch ein Karte mit mir geführt, weil am 2.Tag regnete es Bindfäden. Der Kartengeber sagte : "Hast noch en Tag zugut. Einfach vorher anrufen, wenn du kommen willst."
Leider hat es dann nie gepasst, wenn ich Richtug München fuhr
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Re: Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon Fusselkopp » 05.06.2019, 08:11

Servus,

Vielen Dank für die Vorschläge. Die werden für zukünftige Ausflüge notiert.
Ein Mitglied hat mich ausführlich zu der Region um den Campingplatz im Ausgangspost beraten, dafür auch noch mal vielen Dank an dieser Stelle.
Deshalb habe ich mich entschieden, zum Campingplatz Schlossberg zu fahren und die Thur und den Stausee zu befischen. Wird dann heute und morgen noch etwas chaotisch, Auto beladen, Fliegendosen sortieren und Flossen fürs Belly Boat besorgen.
Nächste Woche werde ich dann berichten wie es war.

MfG Leo
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Re: Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon Fusselkopp » 12.06.2019, 10:38

Hallo zusammen,

wie versprochen kommt jetzt eine Zusammenfassung des Ausflugs ins Elsass.
Für diejenigen, die jetzt Bilder von vielen großen Fischen und nonstop Action erwarten, ihr werdet etwas enttäuscht sein. Hauptgrund für den Ausflug war aus dem Alltag heraus zu kommen und etwas ruhiger zu werden, mit dem Fischen als Beruhigungsmittel sozusagen.

Die Vorbereitungen waren wegen Zeitmangel und Frühschicht(inklusive Schlafmangel) etwas chaotisch, aber irgendwie habe ich es doch geschafft fast nichts wichtiges zu vergessen. Fast heißt in dem Fall meine BW-Stiefel(in Turnschuhen über Stock und Stein :? ) und die Rolle mit der Schnur für eine meiner Ruten(genau genommen habe ich die Rolle mit einer anderen verwechselt :x ). Außerdem wäre es nicht verkehrt gewesen, eine etwas schwerere Rute inklusive Hechtstreamern mitzunehmen, aber das war letztendlich auch nicht dramatisch.

Los ging´s am Freitag gegen 13h in Ettlingen. Ich bin direkt von der Arbeit losgefahren und stand nach fünf Kilometern das erste mal im Stau, zwei weitere musste ich bei Baden-Baden und kurz vor Freiburg ertragen. Irgendwann war iuch dann in Breisach und habe mich auf dem weg über den Rhein nach Neuf-Brisach verfahren und musste mich von Google Maps retten lassen. In Neuf-Brisach habe ich den Angelschein geholt, dort wurde mir gesagt dieser wäre nur für den Bach, nicht für den Stausee. Dazu später mehr.
Danach habe ich mich von Google Maps auf dem kürzesten Weg zum Campingplatz führen lassen. Der Weg dorthin führte durch wunderschöne kleine Dörfer und letztendlich über einen Pass in über 1200m Höhe. Die Abfahrt vom Pass runter wurde dann noch etwas haarig, weil die vier jahre alte Bremsflüssigkeit in meinem Auto irgendwann zu kochen anfing und ich mit der Handbremse arbeiten musste. Die Bremsflüssigkeit wird übermorgen gewechselt, und in Zukunft alle zwei Jahre :oops:

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Auf dem Campingplatz angekommen, stellte ich mein Zelt auf, während auf der Parzelle neben mir zwei Vater-Sohn-Duos aus Tittisee ihr riesiges Lager aufbauten. Die vie waren ebenfalls zum Fischen da, allerdings nur für den Stausee. Lustigerweise hatten sie die gleichen Scheine wie ich, die sie mit der Information, dass diese für Bach und stausee gelten würden, gekauft hatten.
Abends habe ich zuerst von der Staumauer aus einige riesige Regenbogenforellen im Stausee beobachtet, und dann mit den vier Nachbarn am Lagerfeuer gesessen.

Am nächsten Vormittag fuhr ich gut zwei Stunden lang durch die Gegend, um einen Gewässerabschnitt zum Fischen zu finden. Die Verwunderung wuchs stetig, da überall Schilder standen, aus denen nicht hervorging, ob ich mit der Wochenkarte dort fischen dürfte. Ein Franzose(glücklicherweise Angler), der als Anhalter an der Straße stand, durfte mitfahren und wurde dann ausgiebig nach den Gewässerabschnitten befragt. Etwas hinderlich war, dass mein Französisch etwas dürftig ist, und er kein Wort deutsch oder englisch konnte. Letztendlich zeigte er mir einen Abschnitt, der für alle Karteninhaber frei wäre, und verabschiedete sich. Dort wollte ich dann fischen, merkte aber recht schnell dass ich meine Tippetspulen, Schnurknipser und Lösezange im Zelt vergessen hatte.
Also zurück, und dort habe ich noch ein paar worte mit den Nachbarn gewechselt, die sich inzwischen nicht mehr sicher waren, überhaupt die richtigen Karten gekauft zu haben. Also gingen einer der Jungs und ich zur Rezeption, um den Platzwart um hilfe zu bitten. soweit ich ihn verstehen konnte, waren die Scheine für Bach und Stausee, und die Typen aus Tittisee fuhren zum Stausee und ich zurück an den Bach.
Im glasklaren Wasser der Thur habe ich erst einige Fische verscheucht, dann erfolgreich mein Tempo herunter "meditiert" und konnte recht schnell die ersten Bisse auf die Nymphe versemmeln :lol:
Nach einer Weile hatte ich mich dann so weit im Griff, dass ich dann doch die nächsten Fische, zwei BaFos mit 20 und 30cm, im Kescher hatte.

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Am Nachmittag habe ich mir dann den Stausee näher angeschaut und ein paar Stunden auf dem Belly Boat verbracht. Hier wäre die oben erwähnte Hechtrute sinnvoll gewesen, letztendlich habe ich dann mit einem kleinen Wooly Bugger oberflächennah gefischt und einen Döbel, einen Barsch und ein Rotauge, alle um die 20cm, gefangen. Außerdem Habe ich mich noch mit einem Franzosen, der ebenfalls im Belly Boat unterwegs war, unterhalten. "Unterhalten" ist víeleicht zu viel gesagt, wir haben mit wenigen Worten, vielen Gesten und ein paar Handyfotos eine lose Konversation geführt. heraus kam, dass selbst die Kontrolleure dort nicht genau wissen wer wo und wie fischen darf, aber meistens daraus auch keine Probleme entstehen.

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Den Abend habe ich wieder bei den Nachbarn am Lagerfeuer verbracht, bis die beiden jungs und ich noch kurz vor der Dunkelheit zum Stausee gelaufen sind, um noch kurz zu fischen. Meine Nachbarn hatten den ganzen Tag mit Ansitz-und Spinnfischen verbracht und keinen einzigen Fisch gesehen. Am Stausee angekommen, konnte ich noch zwei kleine Döbel mit einer Nassfliege direkt unter der Obefläche fangen, die Jungs gingen wieder leer aus.

Am Sonntag fuhr ich gemütlich am Vormittag in Richtung Thann, um einen Gewässerabschnitt der Thur zu finden, an dem ich fischen durfte, wollte, keine Mauer runter kraxeln musste und keine 2km vom Auto weg laufen musste.

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Letztendlich landete ich dann in der wunderschönen Altstadt von Thann im dortigen No-Kill-Abschnitt, der laut einem französischen Fliegenfischer, mit dem ich mich kurz auf französisch und englisch unterhielt, recht anspruchsvoll sei. Dort fing ich in einer Rausche zwei kleine BaFos(10 und20cm), und verbrachte danach noch zwei Stunden mit immer kleineren Trockenfliegen an immer feineren Tippets und einigen Äschen, bis auf einen Fehlbiss passierte allerdings nichts mehr.

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Am Abend gingen die Nachbarjungs und ich wieder zum Stausee, wo wir erfolglos und etwas halbherzig fischten bis es anfing zu regnen. Danach saßen die Nachbarn und ich erst am Feuer, dann im Zelt, wärend es draußen in Strömen regnete.
Am nächsten Morgen verstaute ich mein nasses Zelt sowie mein restiches Campingzeug im auto und trat den Heimweg an, diesmal um die Berge herum und nicht über den Pass.

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Zusammengefasst kann ich sagen, dass die Gegend dort sehr schön ist und auch die Gewässer sicherlich eine Reise wert sind. Dort gibt es auch einige Sehenswürdigkeiten(Museen, Ruinen) sowie viele Wanderwege, weshalb sich die Region bestimmt auch für einen Urlaub zusammen mit nichtfischenden Menschen eignet. Mein persönliches Ziel habe ich in den drei Tagen erreicht, nämlich aus dem Alltag herauszukommen, fischen, entspannen und mal was neues zu sehen.

Danke fürs Lesen!

MfG Leo
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Re: Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon MaxS » 12.06.2019, 21:02

Dank Dir für den schön zu lesenden Bericht, hat Spaß gebracht!
TL
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Re: Drei Tage Elsass oder Süddeutschland

Beitragvon Steff-Peff » 13.06.2019, 11:12

The Sharpshooter hat geschrieben:Servus,
zu Volkis post - da gehts um die Paar bei Schmiechen und um Ferdinand Freiherr von Wiedersperg-Leonrod - ein sehr netter freundlicher Mensch (und selber natürlich auch Fliegenfischer - wobei er lieber jagen geht "es gibt nix bessers wia a gscheide Antn") ...
An der Paar war ich früher auch viel fischen ...wie's da jetzt ist, weiß ich nicht.

lG Christian


Hallo Christian,
ich war vor 2 Wochen an der Paar. Leider waren die Bedingungen nicht so, wie man es sich wünschen würde.
Es war extrem hell und heiss, da die Sonne unerbittlich vom Himmel brannte. Weiterer Nachteil war, dass der
Freiherr aus Versehen statt der angeblich maximal 3 Tageskarten pro Tag an dem Wochenende 7 Tageskarten
pro Tag ausgegeben hat. Mit dem Jahreskarteninhaber, den wir getroffen haben, waren wir also zeitweise zu
acht in der Strecke, was klar zu viel ist.
Gefangen haben wir trotzdem, wenn auch keine Riesen.

Abgesehen von den Bedingungen dieses mal, ist die Strecke aber immer einen Trip wert. Die Fische, die angeblich
rein aus natürlicher Reproduktion stammen, haben tolle Farben und sind extrem kampfstark :-)

Gruß Steff
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