Einen Tag zusammen mit Yves Dreux in Aune Vald August 2005..

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Re: Einen Tag zusammen mit Yves Dreux in Aune Vald August 20

Beitragvon Peter Pan » 15.05.2017, 20:49

Was für wunderbare Beiträge!
Toll!!
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Re: Einen Tag zusammen mit Yves Dreux in Aune Vald August 20

Beitragvon Hardy » 16.05.2017, 13:11

Schöne Geschichten, Danke dafür!

Und was mir noch aufgefallen ist: Herr Dreux hatte auf jeden Fall einen exquisiten Hutgeschmack! 8)

Groetjes
Hardy
Die schönen Tage von Aranjuez sind nun vorbei!
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Re: Einen Tag zusammen mit Yves Dreux in Aune Vald August 20

Beitragvon matthias z. » 16.05.2017, 16:17

Hallo,

vielen Dank für die tollen Geschichten.

Ich kannte Yves Dreux eigentlich nicht aber er war 1986 Gast auf dem Lehrgang zur Fischerprüfung, an dem ich in Hamburg teilnahm. Ich habe ihn damals (ich war erst 12 Jahre alt) als sehr sympathisch empfunden.

Viele Grüße

Matthias
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Re: Einen Tag zusammen mit Yves Dreux in Aune Vald August 20

Beitragvon alexdustymiller » 17.05.2017, 22:02

Bevor ich zum Abschluß unserer persönlichen Erinnerungen an den „Großlachsangler“ Yves die letzten Erlebnisse beschreibe, bis wir Ihn seinerzeit aus den Augen verloren, einen Dank an diejenigen, die seiner bereits gedachten. Dem Themenstarter mit dem Namen der Entenbürzelfliege, dem Moderator Michael, und insbesondere dem Norweger Torstein, der umgehend die Anfrage nach dem Poster(bild) beantwortete und ein Bild von der Fliegensammlung sendete.
Letztere wurde offenbar von einem Fischerfreund von Yves in schöner und aufwändiger Handarbeit erstellt und „gespendet“, und als wir damals das Poster (wieder) und die Yves-Fliegen (Neuerdings) dort in Stören ausgestellt sahen, war ich, und das gebe ich gerne zu, zu Tränen gerührt.
Darum, lieber Wolfgang B., einen herzlichen Dank für diese großartige Geste, besser geht nicht!

Wenn man mit dem Wagen anreist, auf dem Jakobsweg der Lachsangler, der E6, kommt man eine kurvige Strecke hinab von Berkak zum Gaulatal an einen kleinen Fluß, die Sokna, welche in Stören in die Gaula fließt.
Man ist angekommen – und entweder sieht man einen schönen kleinen Fluß, mit hübschen mittelgroßen Pools, mit lachsverdächtigen Löchern, und an jedem steht ein Fischer mit seiner Rute, die Parkplätze sind von Anglermobilen besetzt, und man würde am liebsten aussteigen und ein paar Würfe machen.
Oder, und in manchen Sommern ist das eben so, man schaut auf ein Felsenmeer, einen Bach ohne Wasser, ein Rinnsal, und nicht mal ein Narr käme auf die Idee, hier die Fliege auszuwerfen, und die Reisenden in Sachen Lachs schauen sich an und sagen „kann in ein paar Tagen ganz anders aussehen“ oder, gut möglich, einfach nur „ach du schei..e!!!“
Ein solches Jahr war das nun. Yves hatte im Frühjahr bei uns angerufen und meldete voller Vorfreude: „He, Leute, Ich hab den Stjördal!!! Ihr müsst unbedingt vorbeikommen, wenn Ihr da seid im Sommer…“
Wir waren etwas skeptisch, die Fangstatistik am Stjördal war in den Jahren zuvor „im freien Fall“, Manfred hatte die Zeichen der Zeit erkannt und das sinkende Schiff verlassen, aber Yves, im Vertrauen auf seine Fähigkeiten als Fliegenfischer und auf das Glück des Tüchtigen, nutzte die Gunst der Stunde und wurde zum Pächter eines eigenen Beats, nämlich dem erwähnten Överkil, mitsamt des Farmhauses und den paar Hundert Metern zugehörigem schönem Fischwasser. Wir sagten zu mal vorbeizukommen, aber „buchen“, nein, lieber nicht, wer weiß?
Mitte oder Ende Juli kamen wir dann an. Vorbei an der ausgetrockneten Sokna, der Freiluftbadeanstalt Gaula und dem verwaistem Stjördal schwante uns bereits Übles.
Yves saß in der Küche „seiner Lodge“. Er war verdrossen, schimpfte auf Gott und die Welt, und freute sich glaube ich auch sehr über unseren Besuch, denn er war in diesem Moment wohl auch irgendwie einsam.
Wir kauften ihm eine ältere 14“CF Rute ab, die er ausrangiert hatte, und ich machte einen Durchgang damit, oberhalb der Brücke, in den wenigen Quadratmeter schwarzem Wasser, welches in der Mitte des Pools verblieben war. An Sinnlosigkeit war das damals allerdings nicht zu überbieten, denn der Fluß rief einem schon von weitem zu: „Brauchst es gar nicht zu versuchen, hier gibt es keine Fische….“
„Der grösste Mist an der Sache ist, daß am Sonntag die Italiener kommen“ sagte Yves, oh Schreck, da hatten sich ja tatsächlich 4 Fischer eingebucht, für 7 oder 14 Tage, am Stjördal, beim Yves und seinem Överkil-Beat…
..und pünktlich am Sonntag Mittag rollten Sie dann auf den Hof, mit ihrem gemietetem Wohnmobil, nach fast 3000 km Fahrt, 4 nette junge Kerle aus der Gegend von Rom, mit 20 nagelneuen 1- und 2Handruten, zehn topmodernen CNC-Rollen, 40 Schnüren und Schußköpfen (hiervon ein Viertel transparent, das neueste vom Neuesten..) und grob geschätzt 1500 Fliegen in einem Koffer voller Fliegenboxen. Am imposantesten fand ich die rund 400 Epoxid-Harz-Garnelen-Nachbildungen, in welche diese Jungs offenbar grösste Hoffnung legten. Irgendjemand mußte denen mal erzählt haben, das die Lachse auf alles beissen, was einer Garnele ähnelt…
Tja, und der Yves hatte nun die undankbare Aufgabe, den glorreichen 4 möglichst schonend beizubringen, das Sie eigentlich direkt wieder heimfahren könnten, um, vielleicht am Po, Karpfen oder Welse zu angeln.
Aber die nahmen es erstaunlich gelassen, coole Italiener waren das, Hut ab!
Sie probierten es trotzdem, 1-2 Tage lang, und dann hatte der Yves eine Idee! „Glomma“ war das Zauberwort. Wenn schon kein Lachs, dann wenigstens Forellen und Riesenäschen….Also zogen die 5 von dannen, und wir machten uns auch weiter auf die Suche, nach dem „Norwegian Salmon“. Eine Woche später, etwa, schauten wir auf dem Rückweg Richtung Tyskland nochmal bei Yves vorbei. Die Italiener waren weg, er war wieder allein, der Stjördal immer noch wasserarm und Lachsfrei.
Meine erste Frage war nach der Glomma, wie Viele? Große???
„Wie viele? Eine einzige Äsche von 20 cm…“ kam als verdrossene Antwort.
3 Tage Glomma im Dauerregen, während 300 km weiter im Norden die versammelte Lachsgemeinschaft verzweifelt nach Wolken Ausschau hielt.
Ja – man sieht daran, das der Yves nicht nur im bürgerlichen Leben in so manchen sauren Apfel beissen mußte – auch sein Fischerdasein bestand keineswegs nur daraus, einen Großlachs nach dem anderen rauszukurbeln…

Die letzte Begegnung hatten wir ein oder ein paar Jahre später.
Irgendjemand hatte uns gesagt wo er zu finden sei, gleich oberhalb von Stören, und da trafen wir Ihn dann auch. Er zeigte uns erstmal die Hütte, das war wohl eher ein Haus, und ich erinnere mich an einen Raum mit einem riesigen Tisch, an dem 8 oder 9 „Fischer“ aus Finnland saßen.
Das war am hellichten Nachmittag, wir grüssten, das Gespräch verstummte und die ganze Mannschaft starrte uns mit glasigen Augen an, als wären da gerade 3 frisch gelandete Klingonen zu der illustren Runde gestoßen.
Überall standen leere und halbleere Schnapsflaschen und Bier herum, die Herren befanden sich mitten in einem Saufgelage und waren allesamt voll wie die Haubitzen. Halbherzig grüssten sie zurück, und wir gingen wieder raus, an den Fluß, der reichlich Wasser führte und nach einer fallenden Flut die Farbe von Whisky bekam. Wir waren konsterniert, Yves war angesäuert, nahm seine Rute und wir gingen ans Wasser.
Er warf seine Fliege aus, hielt die Rute mit Daumen und Zeigefinger, an beiden Griffen, schnelle und saubere Überkopfwürfe, er legte die Fliege genau da ab wo er sie haben wollte. Hinten flogen die Blätter der Birken, wenn die Fliege sie berührte, aber er schaute nach vorne, und mit der ihm eigenen Zuversicht wurde er nicht müde zu versichern, daß da Fische wären, unten vorbeischwimmen würden und jeden Moment könnte einer hochkommen und zupacken. Man konnte die grosse orangene Fliege deutlich sehen, wie sie knapp unter der Oberfläche über die Strömung zog, er zupfte sie deutlich und regelmässig, sie öffnete und schloss sich, sie atmete….
Das sind meine letzten Erinnerungen an Yves Dreux, danach verloren wir uns aus den Augen, wir fanden einen Platz an der unteren Gaula (an den ich mit Wehmut denke), waren dort gebunden, nach rund 15 Jahren Suche waren wir gelandet, aber das ist ja eine andere Geschichte. Und Yves war wohl mehr und mehr an der Orkla zu finden, ich weiß es jedoch nicht.

Uns hat der Yves sehr geholfen, aus saumässigen Lachsfliegenfischern immerhin mittelmässige zu werden, ist das etwa nichts???

Und er war nicht nur ein leidenschaftlicher Fischer, ein klasse Fliegenangler, ein Künstler beim Binden, ein Meister beim Beschaffen und Färben von Material. Seine Freundlichkeit war echt, er war weder oberflächlich noch überheblich, statt dessen unbefangen und unvoreingenommen.
Er kam mit dem Golf oder Fiesta ans Wasser, statt G-modell oder RangeRover, und seine Mogul hatte ne starke Bremse und fiel nicht beim ersten Großlachs auseinander. Das reichte vollkommen.
Und statt sich zu rasieren, irgendwas zu putzen, zu spülen oder aufzuräumen ging er lieber Fischen, die Gunst der Stunde nutzen, das Leben ist kurz und „WENN DU FISCH WILLST, DANN MUßT DU FISCHEN!“. Recht hatte er!

Also Lieber Yves, Du wirst hier nicht Vergessen, und Danke!!!
Ruhe in Frieden
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Re: Einen Tag zusammen mit Yves Dreux in Aune Vald August 20

Beitragvon FlyMike » 18.05.2017, 18:28

Hallo,

ich bin zwar kein Lachsfischer und Yves kannte ich bis zu diesen Thread auch nicht, aber finde solche geradlinigen Persönlichkeiten toll. Ebenso finde ich es toll das ihm hiermit gedacht wird und er nicht in Vergessenheit gerät. Ich habe die Beiträge in diesem Thread schon einige male gelesen, echt tolle Anekdoten und Bilder, danke fürs teilhaben. =D>

Gruß
Michael
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Re: Einen Tag zusammen mit Yves Dreux in Aune Vald August 20

Beitragvon FlyMike » 23.06.2017, 11:26

Moin,

ich habe vor kurzem einen Schwung alter Ausgaben der Zeitschrift Fliegenfischen bekommen, beim durchschauen ist ein mir auf dem Titelblatt der Ausgabe Nr.1 von 1986 ein bekanntes Gesicht entgegen gesprungen. Das wollte ich euch nicht enthalten falls es einer nicht kennen sollte....

Ives mit einer Meerforelle von 10,1 Kg aus dem Pool 1 der Mörrum

Bild

Gruß
Michael
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Re: Einen Tag zusammen mit Yves Dreux in Aune Vald August 20

Beitragvon benny » 26.06.2017, 18:40

Hallo,
erinnere mich an Yves nur als Binder, Konspirative Treffen in Kolding an einem Kofferraum voll BesterFfuchsschwänze, mit Haarlängen die man leider nicht mehr findet.
Hatte einem der Binder in seiner nähe einen Schwanz in Blau mit gefärbt einige bewunderten die Farbe aber meinten er wäre zu Stumpf.
Nachher meinte Yves zu mir in einem ruhigen Moment, hast mit xy gefärbt :wink: , das Blau geht nur so- nicht... ; aber musst sie am Ende mit Conditioner Waschen dann glänzen die auch wieder;).
Ein Spanneder Binder und großer Erzähler, der in der Szene sicher fehlt.
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