Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon MarkusZ » 22.04.2018, 13:20

Ich war über nen Zeitraum von gut 30 Jahren immer wieder gerne in B.C. um dort vor allem auf Steelhead zu fischen. Wie sich die Bedingungen für Angeltouristen dort im Laufe verändert haben, möchte ich hier schildern. Da vieles auf Erinnerungen beruht, möchte ich aber betonen, dass es meine subjektiven Eindrücke sind und ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder 100% Genauigkeit stelle. Sollte ich irgendwo Unfug schreiben, darf man mich gerne berichtigen.

Step 1) Anfang der 80er waren die Unterschiede Einheimischer/Tourist moderat.
Touristen mussten lediglich ca. 50% mehr für Basic-, Salmon- und Steelheadlizenz bezahlen, ansonsten kann ich mich an keine wesentliche Benachteiligung erinnern.
Sockeye, Chum und Pink waren für alle Angler gesperrt, nur die First Nations durften die fangen.

Step 2) Ende der 80er kamen dann die „possession quotas“. Wer keinen Wohnsitz in B.C. hatte, durfte nicht mehr als zwei Tagesfänge in Besitz haben. Hatte für mich persönlich zwar keine Auswirkungen, da ich eh nur maximal zwei Lachse mitgenommen habe, aber für andere Touristen war das schon ein Schlag ins Kontor. Mit dem Erwerb der Lizenz hatte man zwar weiterhin das Recht bis zu 10 Lachse pro Saison zu entnehmen, da man in der Praxis aber nicht mehr als zwei davon in Besitz haben durfte, war das quasi ne Absenkung des Limits um 80%. Also mussten Touristen pro Fisch nun rein rechnerisch 750% mehr bezahlen als Einheimische.

War auch nicht für jeden Touristen gleich verständlich und bei Razzien am Flughafen, in Lodges oder an Zufahrtsstraßen wurden die überzähligen Seiten konfisziert und pro Fisch noch 100,- $ Strafe abkassiert. Übrigens hat sogar ein Redakteur von Fisch & Fang in einem Artikel ganz stolz berichtet, dass er damals vier Steelheads geräuchert mit nach Hause genommen hatte, weil er extra von Ende August bis Anfang September gefischt hatte um zwei Monatslimits ausnutzen zu können. Auf meinen Leserbrief hat er dann mit „ich wusste von nichts“ reagiert. War mit einer Gründe mein F&F-Abo zu kündigen.

Step 3) Anfang der 90er kamen dann die „classified waters“ Bestimmungen.
Eine Reihe von Flüssen darf seitdem von Touristen nur noch mit Tageskarten befischt werden. Die waren z.T. dann auch nur über Losverfahren zu erwerben, wie z.B. für den Dean River oberhalb des Canyons bei Cedar Hall.

Bei den nicht-kontingentierten Flüssen konnte man Anfangs noch nen 5er Block erwerben, wo man Tagesdatum und Strecke selber eintragen konnte. Später musste man dann für jeden einzelnen Streckenabschnitt vorab eine Tageskarte kaufen.

Einheimische zahlten einmalig 15$ und konnten damit das ganze Jahr über unbegrenzt in allen classified-waters angeln. Macht rein rechnerisch nen Kostenunterschied von mehreren 1000% pro Angeltag für nen Touristen.

Step 4) Zu Beginn das Jahrzehnts kam dann als Krönung noch das canadian-only“ Prinzip

An vielen Flüssen dürfen Touristen nun nur noch „Mo-Do“ oder „Mo – Fr“ oder überhaupt nicht mehr fischen.
Ausnahmen nur für Touristen mit einem Guide, der für das betreffende Gewässer „rod-days“ hat. Diese Rutentage sind aber auch streng limitiert, deshalb verlangen solche Guides mittlerweile auch bis zu 1500 CAD für nen Angeltag mit zwei Personen im Motorboot.

Einer meiner Lieblingsflüsse ist übrigens „no guiding - no powerboats“ aber trotzdem „canadian-only all year“ . Dort habe ich bei meinen „walk-ins“ auf mehreren Kilometern selbst an Wochenenden nur ganz selten mal nen anderen Angler gesehen und Touristen überhaupt nicht. Für mich also nicht nachvollziehbar, warum ich dort nicht mehr angeln darf.

Das war dann der Tropfen, der für mich persönlich das Fass zum Überlaufen brachte. Seitdem ist B.C. für mich ein no-go-aera.

Wen das alles kalt lässt, kann dort drüben aber wahrscheinlich immer noch ne schönen Urlaub verbringen.

Wie lange das noch so bleibt steht in den Sternen.

Die Sockeye und Chinook Aufstiege sind ja momentan schon so niedrig, dass es z.B. letztes Jahr bis Mitte Juli ne Komplettsperre für alle Angler gab.

Und auch für dieses Jahr steht laut DFO wieder ne Sperre im Raum, die diesmal evtl. sogar auch für die First Nations gelten könnte.

Keine rosigen Aussichten.
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon dr-d » 22.04.2018, 15:45

hallo markus,


bei uns nur mit fischereischein - dann ggf.küstenschein - dann tageskarten (zunehmend mit übernachtungsnachweis) oder noch besser nur in begleitung

eines vereinsmitgliedes. für uns schon tw. schwer verständlich --- durch die augen eines gastes gesehen ?... :?: :?:

unsere bestände sind überwiegend auch im sinkflug wg. klimaveränderung, falscher neo- renaturalisierung (kormoran, gänsesäger,otter,u.a.) , "grüne" kwk`s ,

fleischmachern (auch in vereinen) , schwarzfischern, etc.

die wollen dort halt auch noch was fangen!

das mit dem tourismus ist denen momentan nicht so wichtig wie uns - wir schmeissen dann halt tonnenweise rf rein - für uns und die gäste.

ein weit gereister lachs - afficionado und - schriftsteller sagte zu vor einiger zeit sinngemäss : entweder versorgt marine - harvester uns mit einem dna - manipulierten

atlantischen lachswunder (einsatz) oder aber wir sehen den klimawandel positiv und schaun uns mal intensiv in grönlands süden um ...

traurig , aber wohl ein bisschen wahr.


schönen sonntag


thomas

p.s.:wie ich von mitgeschädigten hörte, geht das ganze auch schon in teilen von patagonien in die knie.
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon AlexWo » 22.04.2018, 17:20

Tja Leute, wer weiss warum die Bestimmungen für Touris so verschärft wurden. Würde mich nicht wundern, wenn die Kanadier auf die Barrikaden gegangen sind, wegen der Fleischmacher aus Europa....

Ich seh ja, was manche Leute so an den isländischen Flüssen aufführen, ich nenne das Gastrecht missbrauchen!

LG

Alex
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon Magellan » 22.04.2018, 18:13

Hallo

Ich gehöre zu denen die B.C während der Step1-2 Regulierungen bereisten bzw. fischten. Die von dir aufgelisteten Einschränkungen nach dieser Zeit sind offensichtlich politisch motiviert.

Aus unserer Sicht eines Angelturisten (ist nicht negativ gemeint) sicher traurig, aber als local sicherlich willkommen...

Aber wie Thomas schon bemerkte, für dich als als nicht local gelten beinahe überall andere Regeln, und das durchaus nachvollziehbar.

Gruss
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon Magellan » 22.04.2018, 18:21

Hallo Thomas

Auf die Gefahr den Faden mit Sicherheit zu entern, aber du hast da etwas (für mich) unverständliches in den Raum geworfen:

dr-d hat geschrieben:p.s.:wie ich von mitgeschädigten hörte, geht das ganze auch schon in teilen von patagonien in die knie.


Kannst du das bitte etwas näher erläutern?

Gruss
Heiko
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon dr-d » 22.04.2018, 19:21

hallo heiko,


das ist kein enter-problem m.e., wenn wir uns informativ austauschen - ich z.b. lerne dabei immer mal etwas neues:


also der hauptgeschädigte ist der rio grande im mittleren und oberen bereich - die kollateralgeschädigten die gut bezahlenden gäste.

lt.dem mefo-profi s.jones, der dort 18 jahre fischt, hat dank klimawandel und dauerbesonnung, geringer wasserführung und tw.

extremer veralgung das laichgeschäft stark gelitten ---"eine schwierige saison, wie noch nie erlebt".

wir werden uns damit einfach alle beschäftigen müssen - auch globalisierung. schade.


gute zeit.


thomas


p.s.:wir haben hier im nordschwarzwald waldbrandstufe 4-5, geschlossene algenteppiche im nächsten stausee,fischseuchen der bafos in fliessgewässern und gestern fast 30 grad am 21.4.2018 - da stimmt doch etwas nicht mehr.
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon Magellan » 22.04.2018, 20:58

Hallo Thomas

Du sprichst über eine auftretende Klimaveränderung die regional immer mal wieder für Niedrigwasser sorgt. Das steht doch in keinem Zusammenhang mit Touristen Reglementierung bezogen auf die Fischerei in Patagonien.

Gruss
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon dr-d » 22.04.2018, 22:26

hallo heiko,

ich meinte bezgl. patagonien nur die ökologischen veränderungen - beileibe keine reglementierungen wie in b.c. .




schönen abend


thomas
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon matthias z. » 23.04.2018, 10:27

AlexWo hat geschrieben:Tja Leute, wer weiss warum die Bestimmungen für Touris so verschärft wurden. Würde mich nicht wundern, wenn die Kanadier auf die Barrikaden gegangen sind, wegen der Fleischmacher aus Europa....

Ich seh ja, was manche Leute so an den isländischen Flüssen aufführen, ich nenne das Gastrecht missbrauchen!

LG

Alex


Moin,

in Island sind es oft die Isländer, die haufenweise Fische entnehmen. Habe ich eigentlich bis jetzt auch nur bei Isländern gesehen, dass die Entnahmeregeln missachtet wurden.

Viele Grüße

Matthias
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon volki » 23.04.2018, 12:33

Grundsätzlich sind "einheimische" Fischer beim "Fleisch-Fischen" schon vom Standort her bevorzugt :mrgreen:
Da diese die gefroren Fische aber auch zur Ernährung in der Wintermonaten brauchten, ist das eine andere Fleisch-Fischerei, als die in unsern Kreisen verpönte.

Nur ein paar ALTE Beispiele aus der "reichen" Schweiz.
Innerhalb eines "Arbeiter-Fischer-Vereins" propagierte ein Gruppe:
zum "Äschen Fang an die Glomma" in Norwegen.
Dort war bereits ein Pool bereit und alle gefangenen Äschen wurden dort lebend eingesetzt, bis zum letzten Tag vor der Heimreise. Dann wurden alle Fische getötet und filetiert und in Kühlboxen verpackt. Auf dem Heimweg Norwegen-Schweiz sei eine Kühlkette organisiert.

Ein anderer Alaska-"Fischer" propagierte:
Selbstgefangener ! und geräucherter Lachs aus Alaska.
Auf meine Frage wie er die Fische aus Alaska in die Schweiz bringe, sagte er :
in Alaska filetiere er die Fische, lege sie in Kühlboxen, und verlade sie in den damaligen Direktflug Alaska- Zürich.
Mit dem Geld bezahle er seine Unkosten :wink:

Wenn immer ich in West-USA oder Kanada war, traf ich immer wieder "Fischer" mit elektrisch gekühlten Riesen-Kühlboxen im Laderaum. Warum wohl?

Beide Male in Island, hat jeder unserer 10 Mann-Gruppe (Lodge-Grösse) ein paar Fische von mittlere Länge. Die haben wir bei der Heimreise tiefgefroren ins Büsschen gepackt und im Hafen an einer bestimmten Fischräucherei vorbeigefahren. Dort haben wir die Fische abgegeben. Kurz vor Weihnachten hat der Betrieb uns die Stücke vacuumisiert und geräuchert, per Flugpost nach Zürich-Airport geschickt. Dort mussten wir dann in der Veterinärabteilung die Beamten bezirzen, da keiner eine Fischerkarte vorweisen konnt, dass wir die Fische als "Selbstgefangene"" zollfrei importieren konnten und dass die Menge für 10 Mann gelte und kein Handelsgut sei
..
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon AlexWo » 23.04.2018, 12:37

matthias z. hat geschrieben:
AlexWo hat geschrieben:Tja Leute, wer weiss warum die Bestimmungen für Touris so verschärft wurden. Würde mich nicht wundern, wenn die Kanadier auf die Barrikaden gegangen sind, wegen der Fleischmacher aus Europa....

Ich seh ja, was manche Leute so an den isländischen Flüssen aufführen, ich nenne das Gastrecht missbrauchen!

LG

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Moin,

in Island sind es oft die Isländer, die haufenweise Fische entnehmen. Habe ich eigentlich bis jetzt auch nur bei Isländern gesehen, dass die Entnahmeregeln missachtet wurden.

Viele Grüße

Matthias[/

Was Einheimische machen, nehme ich zwar zur Kenntnis, heiße es nicht immer gut, halte aber meine Klappe, da ich dort zu Gast bin. Ich habe das in Island bei Deutschen, Spaniern und Schweizern gesehen... Deutsche sind ja als Fleischmacher bekannt, siehe Norwegen.

LG

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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon MarkusZ » 23.04.2018, 12:50

wegen der Fleischmacher aus Europa.


Woher die Fleischmacher kommen, sollte eigentlich egal sein. Nur die Menge zählt.

Und auch in B.C. wird laut Staistik der Löwenanteil an Fischen von Kanadiern entnommen.

Wenn gegen Entnahmeregeln verstoßen wird, helfen auch keine strengeren Regeln, sondern nur strengere Kontrollen.

Und bei den Fischen, die nicht in Fanglisten auftauchen, ist das natürlich auch für Einheimische wesentlich einfacher, da diese die Fische in der heimischen Kühltruhe verschwinden lassen können. Touristen laufen ja immer Gefahr z.B. bei der Räucherei oder am Flughafen erwischt zu werden.

Aber die Fischmenge war mir persönlich eh egal, da ich z.B. bei den reinen Steelheadtouren eh keine Fische mit nach Hause genommen habe.

Mir als "non-guided-non-resident-alien" gaben dann halt die Angelverbote den Rest. Und da bin ich nicht der Einzige.

Es geht auch nicht um Schutz von "Anwohnern" , sondern um die Aufsplittung in "canadian-residents" allgemein und "aliens" .

Warum ich nun nicht mehr an meinem ruhigen, abseits vom Trubel gelegenen Lieblingsfluss angeln darf, der Investmentbanker aus Toronto oder der Zahnarzt aus Montreal aber schon (wenn sie die 45 min Anmarsch nicht scheuen) , ist mir eben nicht so ganz klar. Die kommen auch mit dem Flieger an und haben mit B.C. außern Angeln nichts am Hut.

Da bin dann halt wie ein beleidigtes Kind, dem man Lieblingsspielzeug weggenommen hat und schalte auf stur.

Klar gibt es auch in Europa durchaus unterschiedliche Regelungen für Einheimische und Gastangler. Dass aber ein Tourist für einen Tag an einem "classified water" aber fast das Tausendfache an Gebühren zahlen muss wie ein "resident" ist mir aus unseren Breiten hier aber nicht bekannt.
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon AlexWo » 23.04.2018, 13:48

In der Schweiz kosten z.B. die Jahrespatente für ausserkantonale Fischer auch meist das doppelte .

Wir werden es nicht ändern.....

LG

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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon DerRhöner » 23.04.2018, 14:57

Servus beinander

Ich war vor einem Jahr einen ganzen Sommer lang mit dem Camper unterwegs zwischen Vancouver (BC) und Homer (Alaska). Meine Erfahrung aus 5 Monaten ist:

- Den Focus auf Beute haben die First Nations und die Kanadier. Ich hab auch erlebt, dass die First Nations hintenrum versucht haben ihre Fänge zu verkaufen (was verboten ist). Und ich habe erlebt, dass an meiner Angelstelle einer mit dem Pick-up zurückgestossen ist 40 leicht verfärbte (nicht topfrisch aufgestiegene) Fische wieder in den Fluss entsorgt hat, die in seinem Netz verendet waren. Ich hatte mal einen Fisch in dieser Farbe auf dem Grill und der war top! Wo ist da der Fanggrund "Ernährung"? Ich behaupte, für's Überleben ist deren Fischerei nicht entscheidend, sondern hat nur Traditionsgründe. Ob man dafür einen Freifahrtschein erteilen muss... das ginge auch limitiert. Ich habe auch mit einigen Kanadiern gesprochen, die mit dem Boot im Schlepptau bis zu 2000 Kilometer anreisen und jedes Familienmitglied im Auto dabei haben, das schon/noch laufen kann, damit sie ihre ohnehin hohen Limite erhöhen können. Die hatten Gefriertruhen, Vakuumverpacker und sogar eine Konservendosenverschliessmaschine und Einkochtopf dabei! Da hat nach Sonnenuntergang neben meinem Camper im Flutlicht eine Konservenfabrick gerattert. Ich finde, wer als Tourist aufgrund der geschilderten Besitzlimite max. 4 Fische mit nach Hause nehmen kann, der schädigt die Bestände nicht. Und ich finde es legitim, ein kulinarisches Souvenir zu wollen.

- Für die Stellheader ist die Mengenlimitierung eh egal, weil Entnahmeverbot. Das ist gut und richtig so.

- Ich finde auch die erhöhten Lizenz-Kosten für Touristen in der aktuellen Dimension noch in Ordnung. Wer für 1000€ nach BC fliegt, der kann auch noch ein paar Euro extra für die Lizenz zahlen. Daran kann es nicht scheitern. Es könnte nicht schaden, wenn wir das in D auch hätten, geht aber nicht, weil die Lizenzen hier ja nicht zentral vergeben werden.

- Ich finde das grosse Problem ist schlichtweg die verschwendete Zeit! Wer zwei Wochen Fischerurlaub macht und davon ein Drittel "verschwenden" muss, der fühlt sich verarscht. Zumindest wenn er bei seinem 3. Besuch dann alle Museen durch hat. Zumal wenn er das nur dann umgehen können soll, indem er 1000-1500 CAD (mal 4 Wochenendtage = 4000-6000 CAD) für einen Guide zahlt, den er evtl. gar nicht braucht weil er alleine ganz ordentlich fischt und sein Glück in der Einsamkeit sucht. Wenn er ihn denn bekommt, denn ich weiss aus Erfahrung, die sind meist ausgebucht. Hier schlägt es ins Kontor: Entweder verschwendet man die knappen Urlaubstage sowie die Kosten (Unterkunft, Essen, Mietwagen etc.) für diese "leeren" Tage. Oder man investiert 6000 CAD zusätzlich. Und plötzlich kostet so ein Trip 10.000 CAD und mehr.

Aaaaaaber: Solange es immer noch genug Touristen gibt, die in Smithers und Terrace die Hotels, Restaurants, Fischereibedarfsläden, Guides, Lodges etc. auslasten, so lange wird man dort mit dieser Regelung glücklich sein. Erst wenn dort das lokale Gewerbe (und diese Communities reden bei solchen Entscheidungen mit) ernsthafte Rückgänge verzeichnet, wird man das überdenken. Also entweder ist man konsequent und stimmt mit den Füssen ab (wie es manche, auch ich, tun) oder man bestätigt das System darin indem man weiter hingeht.

Herzliche Grüsse

Christian
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Re: Entwicklung der Touristenreglementierung in B.C.

Beitragvon MarkusZ » 23.04.2018, 19:00

In der Schweiz kosten z.B. die Jahrespatente für ausserkantonale Fischer auch meist das doppelte .


Für mich macht das aber schon nen Unterschied ob der Preis mit Faktor 2 oder mit Faktor 1000 multipliziert wird.

Wobei ich den absoluten Preis der Tageskarte an sich jetzt nicht überzogen finden, wohl aber die Relation.

Da hat nach Sonnenuntergang neben meinem Camper im Flutlicht eine Konservenfabrick gerattert.


Ich kenne die aktuellen regulations nicht, aber früher war das explizit verboten. Aber bei Kanadiern wird da vielleicht eher ein Auge zugedrückt als bei z.B. Amerikanern.

aufgrund der geschilderten Besitzlimite max. 4 Fische mit nach Hause nehmen kann,


Als die Quotas eingeführt wurden, waren das de facto nur 2 Fische, da je nach Jahreszeit entweder Chinook oder Coho im Fluss war und die anderen Arten nur von den First Nations gefischt werden durften. Erlaubt war ein Lachs pro Tag. Und ob nun ein Einheimischer oder ein Tourist seine erlaubten 10 Lachse pro Saison entnimmt, macht das aus meiner Sicht keinen Unterschied.


Die First Nations würde ich aber als Sonderfall ausklammern, auch wenn Pick-up-Trucks, Jetboote, Nylonnetze etc. etc. für mich jetzt nicht unbedingt nach traditioneller Fischerei ausschauen.


Für die Stellheader ist die Mengenlimitierung eh egal, weil Entnahmeverbot. Das ist gut und richtig so.


Für wilde Steelheads trifft das wohl zu, hatchery steelhead darf meines Wissens nach aber noch entnommen werden.

Aber auch was die Steelheadentnahme anging, lagen meines Wissens die Kanadier weit vor den Touristen.
Ich hab ja früher immer meinen Fragebogen zurückgeschickt und als Antwort dann die Fangstatistik mit den Kennzahlen für "caught" "released" "retained" erhalten.

Aber wie gesagt, auf die Quotas würde ich pfeifen, aber die "canadian-only" Regeln kann ich an vielen Strecken nicht nachvollziehen. Nach Willkommenskultur sieht das für mich jetzt nicht aus.
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