Gaspe oder BC?

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

Moderatoren: Forstie, Maggov, webwood, Matthias M., Michael., Olaf Kurth

Gaspe oder BC?

Beitragvon fabs.franz » 01.02.2018, 20:46

Moinsen allerseits,

ich habe vor, mit meiner Familie 2019 nach Canada zu reisen. Mit zwei kleinen Kindern wollen wir mit dem Wohnmobil ca. 6 Wochen im Juli/ August unterwegs sein. Nun bin ich mir unsicher, ob wir in den Osten oder Westen fahren sollen. Wie zugänglich mögen die Flüsse sein? Gibt auf Gaspe z.B. Gastkarten für Non Residents? Mit der Familie ist man natürlich etwas an eine gewisse Infrastruktur gebunden, trotzdem wollen wir Wildnis erleben, an Flüssen und Seen nächtigen und fischen usw. Viele Touristen wollen wir nicht unbedingt. Ist natürlich etwas widersprüchlich. In Norwegen können wir diesen Spagat immer wieder gut hinbekommen.

Steelhead oder Antlantischer Lachs ist beides verlockend. Und natürlich möchten wir an den tollen Flüssen fischen, doch wo meint ihr, ist es leichter möglich? Danke für eure Tipps!

Bis denne

Fabian
fabs.franz
 
Beiträge: 81
Registriert: 24.10.2006, 11:50
Wohnort: Großhansdorf
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 1 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon DerRhöner » 01.02.2018, 22:48

Servus Fabian

Einen direkten Vergleich West-/Ostküste kann ich leider nicht bieten.

Aber ich war von Juni bis Oktober mal mit dem Camper in BC unterwegs und kann mich dazu äussern. Einfach mal so einen See und einen Fluss an dem man angeln kann zu finden, das funktioniert in BC und oft genug liegen Campgrounds auch am Wasser. Ob man da dann gut fängt, ist eine andere Frage.... Karten sind auch kein Problem, mit der einen Einschränkung, dass es einige Flüsse gibt, die an bestimmten Tagen (meist nur bestimmte Teile der Saison am Wochenende) nur den Locals vorbehalten sind. An den Seen sollte das kein Problem sein, wobei Du da (ohne Boot) halt Einläufe etc fischst. Wobei mit Famlilie hin und wieder sicherlich auch ein eher luxuriöser privater Campground drinliegen sollte (Duschen, Waschen, Spielplatz) und wenn man da einen am See raussucht, gibt's da bestimmt auch eine Bootsvermietung und viel guten Rat. Aprospos: Wenn es nicht gerade um Steelhead geht, sind die Fischer in BC sehr hilfsbereit. Englisch musste halt können. Vielleich auch ein Argument: ich weiss nicht wie weit Du ohne Französisch im Westen kommen kannst, bzw. wie gut Du Französisch kannst.Ich würde ausserdem überlegen, ob Du von BC bis in den Yukon hochfährst, wegen der schönen Äschen und der tollen Landschaft.

Grundsatzproblem: Saison! Also Steelhead halte ich im Hochsommer für schwierig. Lachse könnten gehen, aber auch noch etwas früh, glaube ich. Königslachs könnte unterwegs sein, aber der ist ja schon eher selten und im Alleingang ein ambitioniertes Vorhaben.

Vom Fischen weg: BC/Yukon bietet meiner Einschätzung nach viel mehr touristische Optionen: Wale auf Vancouver Island, Gletscher in den Rocky Mountains, dazwischen Wälder, Wüsten, Weinberge. Schon eine Stunde nördlich von Vancouver dann tempered Rainforrest, überall "Indianer"-Kultur, und weiter obend dann eben endlose "leere" Landschaften mit Wald, Wald, Wald und vielen Bären.

Gruss

Christian
"Die Rhön ist schön, nur ohne Rhöner wär' sie schöner!" - Letzte Worte eines Hessen in der Bayerischen Rhön
Benutzeravatar
DerRhöner
 
Beiträge: 97
Registriert: 28.01.2013, 23:59
"Danke" gegeben: 3 mal
"Danke" bekommen: 19 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon fabs.franz » 02.02.2018, 11:34

Moin Christian,
danke für deine Antwort. Das mit der Steelheadsaison ist natürlich nicht so optimal. Das spricht ja eher für die Lachsflüsse im Osten. Allerdings sind die Preise für Angelkarten, soweit im Netz erkennen konnte, auch nicht gerade billig. Und die Frage der Zugänglichkeit ist auch so eine Sache. Da habe ich letztes Jahr in Schottland zu viele schlechte Erfahrungen gesammelt, als dass ich so eine lange Reise ohne gründliche Recherche mache. Natürlich ergibt sich vor Ort immer ein ganz anderes Bild und meistens ist dann doch möglich zu fischen. Gerade in Kanada. Ich bin eigentlich ein Fan von etwas kleineren Flüssen, die nicht ganz so überlaufen sind. Davon gibt es ja in beiden Regionen scheinbar mehr als genug. Vielleicht sollte wir nochmal Elternzeit nehmen und die Reise bis zu Herbstferien im Oktober verlängern. Huuuu, großer Plan! Eine der beiden "Hauptsaisons" für Steelhead liegt doch im September/ Oktober. Oder irre ich?
Wenn man schon mal da ist, sollte man doch auch auf sie fischen. Meine Befürchtungen gehen eher in die Richtung, dass nur die Bewohner großer Lodges an die Flüsse können. Aber in BC scheint das eher weniger der Fall zu sein. Schon klar, wir reden über ein riesiges Gebiet mit vielen Flüssen. Aber irgendwo muss man ja anfangen.

Viele Grüße
Fabian
fabs.franz
 
Beiträge: 81
Registriert: 24.10.2006, 11:50
Wohnort: Großhansdorf
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 1 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon volki » 02.02.2018, 15:38

Vor Jahren :!: :!:
Damals Reise-Route im Herbst
1. Queen Charlotte (diverse Flüsse auf Coho/Silver ) Bester Erfolg an einem "Late River" auf der Süd-Insel. Nord-Insel war eher mager.
anschliessend
zum 2 Mal nach Terrace auf Steelhead
Lodge-Aufenthalt
Skeena nicht befischt, da ("leer)
aber mit Jet-Boot an Nebenflüsse (Erfolg eher mager)
per 4x4 auf Forststrasse an die Oberläufe von Seitenflüssen (Erfolg mager)
per 4x4 auf Forststrasse bis ans Ende, und dann per Heli weiter, an die Oberläufe von Seitenflüssen
das brachte den besten Erfolg, alle 5 Gruppen-Mitglieder fingen je 3-5 Steelhead (C&R) Eine war laut "deutschem Lodge-Inhaber" sogar "rekord-verdächtig"

Was ich so höre und lese, soll es heutzutage sehr schwierig sein, in BC einfach so an ein Permit zu kommen und ob's heute noch ohne Heli zu den oberen, wenig befischten Stellen geht?
--------------------------------
ein anderes Mal im Sommer:
Camper in Montreal gemietet.
Rundreise durch die USA bis nach Boston und dann entlang der Ostküste nordwärts. (Hummer-Land) Überall wo ich hielt, hiess es bei den Fischern: Hier ist nichts mehr, du musst weiter in den Norden. Zum Schluss landeten wir ganz weit im Norden, auf Neufundland. :badgrin:
Aber Wasserstand war katastrophal niedrig, An der Westküste, bei noch 50 andern Fischern !, ein Grils-Schwänzchen gefangen, gerade 1 Mahlzeit für 2 Pers. :mrgreen: .
Dann mit teurem Guide eine Inland-Fluss befischt, 1 kleiner Lachs, aber 100'000ende von beissenden Black-Flys. (Geflüchtet)
Dann gehört, dass an der Südküste noch 2 Flüsse offen seien. Aber ohne Ahnung von kanadischen Distanzen.
Auf dem TC-Highway bis zur Insel-Mitte, dann südwärts, 300 km durch "Niemandsland" zur Süd-Küste.
Beide Flüsse nur noch Rinnsale, (auch keine Guides vorhanden) daher umgekehrt und mit Fähre zurück zum Festland. Auf dem Schiff, in den Nachrichten, hiess es: "Alle Flüsse in NFL gesperrt wegen Wassermangel"

Dann durch New Brunswick zur Gaspé-Halbinsel, entlang des "Grande-Gascapedia", zur Nordseite. Auf dem Fluss wurde in allen Beats nur per Boot gefischt, nicht vom Ufer aus, das Boot mit Guide war mir aber zu teuer. Dann mit der Fähre von Matane aus über den Strom nach Baie-Comeau. Dann irgendwie ostwärts bis Sept-iles, ab da irgendwie (Inland) zurück nach Montreal. Unterwegs immer mal wieder für den Topf/Grill gefischt, nicht mehr auf Lachs.

Die Schutzmassnahmen die ich dort für "Atlantic Salmon" angetroffen habe, schienen mir besser als Alles , was ich Schottland, Norwegen oder Island angetroffen habe. Vielleicht kennst du das noch nicht? https://www.saumonquebec.com/en/fishing ... peninsula/
----------------------------
Meiner Meinung nach, würde ich im Sommer mit Camper, eher in den Osten und wenn es mit dem Fischen nicht hinhaut, über den St-Lorenz-Strom, in den dortigen nördlichen Teil Quebecs. Ich kann mich dort an keine "Übervölkerung" erinnern. Im südlichen Teil hatte es allerdings genügend "Amis" mit riesigen Wohnmobilen, die noch einen PKW hinter sich her zogen. :|

PS Oregon hat auch schöne "Steelhead"-Flüsse, mit Zucht-und Wild-Steelhead. Unterschied ist wie "Sommer und Winter"
volki
 
Beiträge: 271
Registriert: 29.09.2006, 00:40
"Danke" gegeben: 2 mal
"Danke" bekommen: 40 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon DerRhöner » 05.02.2018, 11:14

Servus beinander

Ich möchte ergänzen: Steelhead-Saison ist richtig erkannt. Aber die Stellhead-Fischerei auf eigene Faust ist schwierig. Ich habs 8 Wochen zwischen Terrace und Smithers versucht. Das Problem ist, dass es etwa ein bis zwei Dutzend Stellen gibt, die man mit dem Auto erreichen kann. Und wenn das Wasser steigt, muss man in die Oberläufe und das geht fast nur per Boot. Kommt also das Thema Boot (Drift-/Belly-/Motor-Boot) vorzugsweise mit Guide und danach dann das Fliegen. Lassen wir fliegen mal weg, kostet der Kauf eines Bootes auch Geld und dann ist immer noch nicht gesagt, dass man die guten Stellen findet. Oder anders formuliert: Die Lodges an den teilweise abgelegenen Orten mit Guides und Bootshuttle gibt es aus guten Gründen. Faustregel: Je weiter weg von der Strasse umso weniger befischungsdruck. Und dann ist es halt einfach so, dass die Einwohner bevorzugt werden, als ich dort war hiess das: Am Wochenende durften Ausländer nicht fischen! Es sei denn sie bezahlen einen Guide, aber den muss man auch erst mal finden, die sind manchmal jetzt schon ausgebucht. Ich hatte dann das grosse Pech, dass es Sonntag- bis Donnerstagabend geregnet hat. Im Ergebnis: Steelheads möglich, aber nur mit Zeit, Energie und Frustrationstoleranz.

Lachs ist grundsätzlich ähnlich, aber mit dem Unterschied, dass die Behrlichkeiten nicht ganz so hoch und die Limitationen nicht ganz so heftig sind. Wobei das an ausgewiesenen Steelheadflüssen auch keinen Unterschied macht, da gilt Lachsfischer=Steelheader.

Dein Problem mit den Lizenzen verstehe ich in BC nicht, da gibt es eine pauschale Landeslizenz, zu denen man die pauschalen Lachs- und Steelheadmarken kauft. Das kann man alles online machen, jeweils ein Häkchen setzten und fertig ist die Chose. In der Steelheadsaison braucht für manche Flüsse nochmal Tagestickets, aber auch die gibt es über den gleichen Online-Shop. Viele Shops in den einschlägigen Gebieten haben auch den Service, dass sie Dir das vor Ort machen und ausdrucken, wenn Du eine Kleinigkeit da kaufst.

Aber nochmal: Sowie Du nicht den Ehrgeiz hast, Dich nur auf Lachs &Co. zu konzentrieren kann man sehr einfach eine schöne Forellenfischerei finden.

Gruss

Christian
"Die Rhön ist schön, nur ohne Rhöner wär' sie schöner!" - Letzte Worte eines Hessen in der Bayerischen Rhön
Benutzeravatar
DerRhöner
 
Beiträge: 97
Registriert: 28.01.2013, 23:59
"Danke" gegeben: 3 mal
"Danke" bekommen: 19 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon Peter S. » 05.02.2018, 14:14

Hallo Fabian,
für mich steht fest, dass ich die Anti-Touri-Politik in BC nicht (mehr) unterstützen
werde! Du zahlst pro Tag mit Zwangs-Guide vllt. $ 300 und der Lokal neben dir zahlt
$ 25 für die ganze Saison. Und an manchen Tagen dürfen Touris garnicht ans Wasser.
Was soll denn das? Die können sich ihre Lachse sonst wo hinstecken! Ich war mal
2,5 Tage am Kitimat und habe über 70 Lachse gefangen. Ohne Guide. Die 10 Lachsfliegen,
die ich mir im Shop gekauft habe, waren teurer, als die Saison-Lizenz. Die Zeiten
scheinen vorbei zu sein. Wie das in Ostkanada ist, weiß ich nicht.

So wäre es wünschenswert...

https://www.youtube.com/watch?v=pXqUvet_lhU


Gruß
Peter S.
Sei auf der Hut bei schönen Frauen und allem was Chinesen bauen. ;-)
Benutzeravatar
Peter S.
 
Beiträge: 591
Registriert: 31.05.2007, 17:16
Wohnort: Hessen
"Danke" gegeben: 1 mal
"Danke" bekommen: 58 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon fly fish one » 05.02.2018, 17:38

Hallo Peter,

vielen Dank. Ich bin über das Video auf die Salmon Lodge und das Camp gestoßen! Wow, der Hammer! Sehr grosse Lachse auf Sicht in klarstem Wasser! Nicht das ich mir die Lodge leisten möchte, die ohne Zweifel auch grandios ist, aber die umgebenden 3 Flüsse sind ein Traum! In wie weit man sowas ohne Guides geregelt bekommt ist aber wohl fraglich. Ist auch nicht so wichtig für mich. Ich freue mich einfach. Meine Traumziele haben ein weiteres Puzzleteil mehr bekommen.

Frank
Wathosenfetischist und Angeltheoretiker
fly fish one
 
Beiträge: 1153
Registriert: 11.09.2016, 11:08
"Danke" gegeben: 224 mal
"Danke" bekommen: 163 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon DerRhöner » 05.02.2018, 19:32

Servus!

Ich kann dazu noch ergänzen: Ich hatte aufgrund der Videos mal Kontakt mit den beiden aufgenommen. Es stellte sich raus, er war (ist?) Guide und kennt dementsprechend jeden Fleck. Völlig verständlich war mir dann auch, dass er als Einwohner privilegierten Zugriff auf einige Pools hat und immer jemanden kennt der jemanden kennt... Und (obwohl ich es natürlich schade finde) er spricht über die hübschen Stellen nicht und zeichnet Dir bestimmt auch keine Karte. :badgrin: Ich hab da aber volles Verständnis... Und dann muss man sich noch vergegenwärtigen, dass so ein 5-Minüter das Ergebnis beinahe täglichen Fischens während einer ganzen Saison (oder mehr) ist.

Ganz klar, das ist toll, was man da sieht und ich würde das auch sehr gerne erleben. Aber als jemand der es in BC und Alaska fünf Monate gemacht hat möchte ich halt sagen: Es ist harte Arbeit (mit Familie im Schlepptau?) und die endet oft genug mit dem frustrierenden Ergebnis, dass man als Reisender da nicht fischen darf, kann oder nicht ohne Guide hinkommt. Diese ganzen Lodges mögen überteuert sein, weil sie für Unterkunft, Verpflegung, Transport Apothekerpreise nehmen. Aber die haben halt die Energie investiert, das Wissen und die Logistik aufzubauen, dank derer man dann von der ersten Stunde an effektiv fischen kann. Ich behaupte: Dieses Niveau kriegt man auf eigene Faust nicht hin, ohne dort zu leben.

@BC: Ja, dort ist man als Touri ein Fischer 2. Klasse. Es sei denn man beschäftigt einen Guide oder ist in einer Fishing-Lodge (die Guides mit den nötigen Kontingenten beschäftigt) untergebracht. Und genau das ist das Ziel: Hochpreisigen Tourismus fördern, der mehr Arbeitsplätze schafft. Kann man gut finden oder nicht. Nach wie vor ist es ja jedem unbenommen noch einen selbstorganisierten Trip zu machen, dann muss man sich halt mit den Restriktionen arrangieren (Museumsbesuche, Wandern etc. am Wochenende).

Wenngleich ich Alaska weniger sympathisch fand als Kanada würde ich überlegen, BC, Yukon und Alaska zu kombinieren. Die Fischerei in Alaska ist weniger limitiert. Die guten und gut erreichbaren Stellen haben auch viel Befischungsdruck, aber auf der Kenai-Halbinsel sollte es ein paar gut greifbare Gewässer geben.

Gruss

Christian
"Die Rhön ist schön, nur ohne Rhöner wär' sie schöner!" - Letzte Worte eines Hessen in der Bayerischen Rhön
Benutzeravatar
DerRhöner
 
Beiträge: 97
Registriert: 28.01.2013, 23:59
"Danke" gegeben: 3 mal
"Danke" bekommen: 19 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon fly fish one » 05.02.2018, 20:52

Liebe Kollegen,

ich bin wegen der aufgerufenen Preise und der eingeschränkten Möglichkeiten als "Stand Up Lachsheini vorort" gar nicht sauer. Ich sehe das wie Christian, als ihr gutes Recht. Solange die Lachsaufstiege, Volki hatte ja auch auf scharfe Restriktionen hingewiesen, intakt sind und bleiben, finde ich das alles absolut ok. Und zu dieser Lodge muss ich sagen, die ist zu vielen Anderen was sich Lodge nennt, wirklich mal als solche zu bezeichnen! Da scheint auch das Essen und das gesamte Ambiente auf hohem Niveau zu liegen.

Ich sehe mich schon mit Sun Downer und Zigarre auf der Terasse über den Lachstag sinnieren, tja bis, bis meine Frau kommt und die Träume mit Hinweis auf Bankkonten und Freizeit, Schule, PIPAPO, alles platzen läßt! Ich liebe sie trotzdem, denn man kann nicht alles haben. :badgrin: Hammerfrauen und Hammerlachse! :badgrin: :badgrin: :badgrin:

Frank
Zuletzt geändert von fly fish one am 05.02.2018, 21:10, insgesamt 1-mal geändert.
Wathosenfetischist und Angeltheoretiker
fly fish one
 
Beiträge: 1153
Registriert: 11.09.2016, 11:08
"Danke" gegeben: 224 mal
"Danke" bekommen: 163 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon MarkusZ » 05.02.2018, 21:09

Hallo,

B.C. war von Anfang der 80er bis 2006 mein bevorzugtes Reiseziel. Auch wenn es sukzessive immer schwieriger und teuerer für "non-guided-non-resident-aliens" wurde, habe ich die Reisen dorthin sehr genossen.

Als dann aber die "canadian-residents-only" Regelungen dem Fass die Krone aufsetzten, war auch für mich Schluss.

für mich steht fest, dass ich die Anti-Touri-Politik in BC nicht (mehr) unterstützen
werde!


War auch meine Entscheidung, aber das muss jeder für sich selber beurteilen.

Wie bereits geschrieben wurde, betrifft das hauptsächlich die Steelhead-Flüsse in der Region 6 und da passt die Reisezeit nun eh nicht unbedingt ideal. Wobei im Skeena Mainstem Ende Juli/Angang August früher schon die ersten Steelhead-Runs auftauchten.

Ist um die Zeit allerdings nicht ganz einfach dort im Hauptstrom zu fischen, besonders wenn man kein Boot hat.

Mittlerweile ist man dort auch vor dem Klimawandel nicht mehr sicher. Knochentrockene Sommer mit Höchsttemperaturen weit über 30° C sind nicht auszuschließen. Und ohne Regen steigt wenig auf.

2017 war am Skeena ein Katastrophenjahr für Rotlachs und Chinook, da war sogar die Freizeitfischerei auf Lachs im ganzen Skeenagebiet bis 15. Juli komplett gesperrt, nur die First Nations durften noch fischen.

Aber natürlich kann man in B.C. immer noch ohne große Restriktionen in Seen und kleineren Flüssen auf Forellen und Saiblinge fischen, im Norden kommen dann auch noch Äschen dazu.

Für Forellenfischer wäre natürlich auch Alberta in Betracht zu ziehen, da kommen zu den resident Rainbows und Cuthhtroats dann auch noch Brown Trouts, Brook Trout und ggf. Whitefish dazu. Bow River, Crows Nest , Oldman etc. haben schon nen guten Klang in ser Szene. Kenne ich allerdings nur aus zweiter Hand, war selber noch nicht dort.

In Quebec hab ich zwar schon gefischt, aber nur auf Musky. Ohne Französischkenntnisse ist es da auch nicht ganz so einfach.
Wer nen Guide bezahlt kann aber sicher erwarten, dass der auch Englisch spricht.

Freunde von mir waren mal im August mit dem WoMo in Alaska unterwegs. Die waren recht zufrieden und fingen ganz ordentlich Coho und Sockeye. Wo es mit dem Auto ans Wasser ging war zwar viel Betrieb, aber wer etwas lief, fand auch ruhigere Stellen. Könnte also durchaus ne Alternative sein.
MarkusZ
 
Beiträge: 120
Registriert: 10.10.2006, 16:52
"Danke" gegeben: 1 mal
"Danke" bekommen: 6 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon fly fish one » 05.02.2018, 21:25

Es scheint Quebec ist ein wenig das "Katalonien" der Kanadier. Ich kann mich dort noch dunkel an eine Volksabstimmung zur Abspaltung vom Rest Kanadas erinnern. Nur sind weder die Quebecer noch die Restkanadier anscheinend so, ääh, na sagen wir mal konsequent. Mich jedenfalls elektrisiert Gaspe. Und Steelheads sind doch nur die etwas feineren Regenbogenbesatztrutten!! Ich weiß von 2 Vereinskollegen die auch grandios gescheitert sind, auf eigene Faust auf Steelheads.

Um zur Ausgangsfrage zurückzukehren, ach, mir fällt nix ein. Ich finde den Faden einfach herrlich zum sinnieren und träumen, wenn ihr doch so schöne Geschichten erzählt. Und es ist ja auch noch Schonzeit.


Euer Frank - ich hoffe auf Nachsicht
Wathosenfetischist und Angeltheoretiker
fly fish one
 
Beiträge: 1153
Registriert: 11.09.2016, 11:08
"Danke" gegeben: 224 mal
"Danke" bekommen: 163 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon MarkusZ » 06.02.2018, 11:26

Und Steelheads sind doch nur die etwas feineren Regenbogenbesatztrutten!!


Wenn sie statt einer Fettflosse ne Narbe haben, stimmt das.

Mich jedenfalls elektrisiert Gaspe.


Sieht aus der Ferne schon ganz reizvoll aus.
Soll aber auch nicht ganz so einfach für DiY sein. Teilweise werden die Lizenzen für bestimmte Flüsse/Pools ja verlost.

Diese ganzen Lodges mögen überteuert sein, weil sie für Unterkunft, Verpflegung, Transport Apothekerpreise nehmen.


In B.C. ist das Preisniveau für Guiding schon extrem hoch, da werden sogar für ne einfache Tagestour mit dem Jetboot auf dem Skeena mittlerweile bis zu 1500 CAD für zwei Personen aufgerufen. Ob da die Relation noch stimmt? Ist ja kein Wildniscamp wo alles per Boot oder Flugzeug rangeschafft werden muss und sonst keiner fischt.

Im Osten soll das Preis/Leistungsverhältnis besser sein. Ein Bekannter war z.B. am Miramichi für 300 CAD mit Einzelguiding an privaten Pools unterwegs und sehr zufrieden.
Aber Lachsfischen ist immer vom Wetter/Klima abhängig. Heiße Sommer mit wenig Regen können da die ganze Tour vermiesen. Ein/zwei Tage zu früh oder zu spät können da auch über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Aber wenn er eh schon in Norwegen unterwegs war, braucht man ihm das nicht erklären.

Schöne landschaft hat man aber immer und Forellen und Saiblinge am leichten Gerät machen ja auch Spaß.
MarkusZ
 
Beiträge: 120
Registriert: 10.10.2006, 16:52
"Danke" gegeben: 1 mal
"Danke" bekommen: 6 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon Flymax05 » 22.04.2018, 09:12

Hallo. Ich bin neu hier, war jedoch öfters in Eigenregie in BC. Dort tut man in den letzten 10 Jahren wirklich alles um Touristen fernzuhalten. Während ich die knappen Fangquoten bzw. ausschliesslich c & R in Stealheadflüssen als angemessen betrachte finde ich die oft horrenden Preise und die teilweisen Angelverbote für Non Residents und aliens schon als sehr abschreckend. Die Zeiten als man sich am Bulkley einen schönen Campground am Fluss suchte und nach herzenslust angeln konnte, sind seit Jahren vorbei. Ich fahr seit 2010 nicht mehr hin, weil ich mich dort nicht mehr wohlfühle. Leider
Flymax05
 
Beiträge: 11
Registriert: 14.04.2018, 08:35
"Danke" gegeben: 0 mal
"Danke" bekommen: 2 mal

Re: Gaspe oder BC?

Beitragvon MarkusZ » 22.04.2018, 13:14

Willkommen im Forum.

Ich fahr seit 2010 nicht mehr hin, weil ich mich dort nicht mehr wohlfühle. Leider


Da bist du Du beileibe nicht der Einzige.

Warum das so ist werde ich hier im Forum mit einem eigenen Thread mal erläutern.
MarkusZ
 
Beiträge: 120
Registriert: 10.10.2006, 16:52
"Danke" gegeben: 1 mal
"Danke" bekommen: 6 mal


Zurück zu Urlaub & Fliegenfischen weltweit

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: MaxS und 5 Gäste