Goldrausch in Island

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Goldrausch in Island

Beitragvon AlexWo » 02.06.2017, 18:41

Hallo,

ich möchte mal nen kleinen Abriss zur preislichen Situation in Island liefern, insbesondere auf die Fischerei bezogen.
Nachdem der Finanzcrash dafür gesorgt hat, dass Island in den Fokus vieler Touristen geraten ist und der Andrang auch auf die Gewässer recht hoch geworden ist, wird die Situation dort immer extremer.
Zu allem Leidwesen hat sich die Krone auch noch gut erholt, der Preisanstieg der Fischerei ist hierzu aber leider unproportional gestiegen und mitlerweilen zahlt man eine Menge Geld für Gewässer an denen man noch vor 5 Jahren quasi umsonst fischen konnte.

Hier mal einige Beispiele:

-Thingvallavatn Bachmündungsbereich hinterm Villingavatn, bis 2013 noch Besatndteil der Veidikortid, nun ein Teil der ION Fischerei, von fast gratis auf fast 350,00€ am Tag!

-Der Villingavatn, vormals Tageskarten beim Bauern für ca. 10€, wird heute als sog. Beat 3 vermarktet, den Preis könnt Ihr Euch sicher vorstelle,

-Kleiner Lachsfluss im Norden, 2015 inkl. Haus150€ pro Rute, 2017 335€

-Thjorsa, der Lachsfluss mit dem stärksten natürlichen Lachsaufstieg in ganz Island, zwar stets trüb zur Saison, aber mit Sinkschnur und ner grossen Fliege, am Urridafossen immer gut für nen schönen 2SW Fisch, Karte beim Bauern fürn Appel und nen Ei, nun wird Beat über eine Agentur vermarktet, der Preis beträgt nun mehr als das Vierfache.

Die Einschläge kommen immer näher, es werden nun auch die letzten Geheimnisse, die nur unter Isländern u einigen wenigen Ausländern bekannt waren, vermarktet.

2017 Nordura, West Ranga, besagter kleine Fluss, Laxa a Asum, ION
2018 ION, East Ranga, West Ranga

Wenn das so weitergeht werde ich ab 2019 auf Quebec oder Russland ausweichen, schade!

Gruss

Alex
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon fjorden » 02.06.2017, 19:04

Hallo,
vielleicht zu Hause fischen? Ne, will damit nur sagen, dass wir an der Preisentwicklung mit Schuld sind. Ich sehne mich auch noch an die Wochen zurück, wo ich an der Küste der einzige Fliegenfischer war und es nicht irgendwelche Streckenführer und Beschreibungen von Stellen gab. Meine Geheimstelle mit jährlich großen MF ist inzwischen so überlaufen...
Gruß
Fjorden
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon AlexWo » 02.06.2017, 21:38

fjorden hat geschrieben:Hallo,
vielleicht zu Hause fischen? Ne, will damit nur sagen, dass wir an der Preisentwicklung mit Schuld sind. Ich sehne mich auch noch an die Wochen zurück, wo ich an der Küste der einzige Fliegenfischer war und es nicht irgendwelche Streckenführer und Beschreibungen von Stellen gab. Meine Geheimstelle mit jährlich großen MF ist inzwischen so überlaufen...
Gruß
Fjorden



Hallo Fjorden,

zu Hause ist Oberbayern und der Tessin, keine Lachse weit und breit!

In Oberbayern kann ich nur auf Nichtsalmoniden fischen, da nahezu überall Besatzforellen rumschwimmen und mich das gewaltig stört.

Im Tessin gibt es wunderbar wilde Fische, nur wird dort entnommen bis zum geht nicht mehr, so sind die meisten Fische ziemlich klein und immer nur kleine Fische fangen?

LG

Alex
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon orkdaling » 03.06.2017, 00:32

Hallo Alex,
Schau mal hier http://orkla-jff.no/sone-3-4/ oder hier http://orkla-jff.no/sone-5/ und hier http://orkla-jff.no/sone-6/ oder auch da http://orkla-jff.no/trettoya/
nur fangen musst du selber.
Gruss Hendrik
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon dr-d » 03.06.2017, 14:11

hallo,


machen die wikinger es vielleicht uns germanen nach mittlerweile ?

wir haben tw. "gefakte" überteuerte "Kampfwagen" im Angebot und die halt
überlaufene und überteuerte gewässer u.e.

letztere mit autochthonem salmonidenbestand bei uns zu finden - mgl. aber wohl nicht öffentlich. kann man verstehen...


ich sehe persönlich keinen signifikanten unterschied zwischen 25 pfund an der der entsprechenden 2-hand oder
3 kg an der #3 - einhand.spart zudem geld und reisekosten. :D

angemessene Unterbringung ist in Island schon immer lächerlich teuer und vergleichsweise schlecht gewesen.
die erzählungen von islandpionieren aus d/ch zu den themen einrichtung und hygiene,essenspreise und fahrzeugtarife
fand ich schon immer bizarr - aber chacun a son gout!

schönes Pfingsten

thomas





p.s.:da bin ich in unserem südwesten halt preis-leistungs-verwöhnt.
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon AlexWo » 03.06.2017, 14:29

dr-d hat geschrieben:hallo,


machen die wikinger es vielleicht uns germanen nach mittlerweile ?

wir haben tw. "gefakte" überteuerte "Kampfwagen" im Angebot und die halt
überlaufene und überteuerte gewässer u.e.

letztere mit autochthonem salmonidenbestand bei uns zu finden - mgl. aber wohl nicht öffentlich. kann man verstehen...


ich sehe persönlich keinen signifikanten unterschied zwischen 25 pfund an der der entsprechenden 2-hand oder
3 kg an der #3 - einhand.spart zudem geld und reisekosten. :D

angemessene Unterbringung ist in Island schon immer lächerlich teuer und vergleichsweise schlecht gewesen.
die erzählungen von islandpionieren aus d/ch zu den themen einrichtung und hygiene,essenspreise und fahrzeugtarife
fand ich schon immer bizarr - aber chacun a son gout!

schönes Pfingsten

thomas





p.s.:da bin ich in unserem südwesten halt preis-leistungs-verwöhnt.



Lieber Thomas, wie ich schon oben erwähnte, kann ich in erster Linie nur von Obb. und. dem Tessin sprechen. In Südwestdeutschland kenne ich mich nicht aus. Dass ich da, fischereilich betrachtet, viel versäumt hätte kann ich mir aber auch nicht vorstellen.

Was die Unterbringungsmöglichkeiten in Island angeht, ist es sicher wie überall, es gibt nach oben keine Grenze.
Allerdings muss ich sagen, dass die ich das Preisleistungsverhältnis ja recht gut finde. So kostet der Tag in einer Lodge dort ca. 230€ inkl. aller Mahlzeiten, die in absolut toller Qualität sind, für das Gebotene ist das sogar eher preiswert finde ich.
Gerade das abendliche Dinner ist schon fast wie in der besternten Gastronomie...

Was mich ärgert, ist, dass nun auch Gewässer für viel Geld vermarktet werden, an denen man noch vor kurzen für kleines Geld schöne Stunden haben konnte. Klar wenn man Geld machen kann , dann macht man das auch, aber es hat doch alles seine Grenze. Wenn das so weiter geht, ist meine Grenze bald erreicht :(

Eine tolle Fischerei auf Forellen und Saiblinge, kann man natürlich immer noch für kleines Geld haben...

Liebe Grüsse

Alex
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon orkdaling » 03.06.2017, 19:31

Hallo Alex,
nicht aufregen, in jedem Land gibt es "Exclusivfischen", auch in Suedeutschland wo du nur fischen darfst wenn du schweine teure Hotels buchst,
ganz zu schweigen vom den Møglichkeiten fuer Auslænder, Zuchtfisch damit die Leute bei den Vereinen bleiben usw.
Ich kann dich da sehr gut verstehen, hætte da auch keinen Bock drauf
Und wenn wir von freizuegigem Fischen reden dann ist D. nicht das Paradebeispiel wo man sogar Geld hinlegen musst um auf dem offenen Meer zu fischen.
Oder Fischereischeinabgabe, und keiner weiss wo die Kohle landet. Dafuer setzen die Dænen genau aus der obligatorischen Abgabe zB Mefo ein.
Da bin ich echt froh das ich ueberall fischen kann, auch die Auslænder die zum Meeres oder lachsfischen kommen und vor allem Kinder und Jugendliche statt auf dem Spielplatz zu koksen.
Und zum Preis Leistungsverhæltnis mal ein paar Beispiele: Æschenfischen an der Glomma wo jæhrlich tausende deutsche Turisten kommen, Forellenfischen Hemsil, Gebirgsfischen im Hardangerfjell, Lachsfischen hier fuer 300 Nkr./Tag oder 2500NKr fuer die Saison (ca 3 € am Tag) und im Meer und Fjord kann jeder gratis fischen.
Da ist ja wohl klar warum jæhrlich ca 1 mio Touristen den Weg hierher finden.
Die Islænder uebertreiben nun, schau dir nur die Hotelpreise an.(auch ohne Fischen, also reiner Tourismus) Aber du weisst ja, der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht!
Gruss Hendrik
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon dr-d » 03.06.2017, 21:13

hallo hendrik,


du kannst in vielen "saubilligen" süddeutschen hotels und auch pensionen übernachten und "saubillige" tk`s bekommem: 10-25 € i.durchschnitt m.w.

dagegen bekommt man in norwegen keine entsprechende Unterkunft - thema gesamtpaket.

dafür bekommt man bei uns i.d.r. ordentliche vereinsgewässer ,die gegen viele widerstände von aussen gepflegt werden.

wir haben hier auch durchaus äschengewässer - per tk auch ohne Übernachtung zugänglich - die v.a. im herbst sehr gut sind.

ich bin stolz darauf - genau wie du auf deine heimat.

die heuristiken lasse zumindest ich raus, sonst müsste ich den hochgeschätzten monsieur ritz zitieren, der auf
die bewohner des hohen nordens und ihre angeblich unverstellte beziehung zum geld der gäste tw. nicht gut zu sprechen war.gell...

die von dir tw. zitierten gewässer haben auch ihre prime - strecken und verpächter - anyway - honi soi qui mal y pense.

der von dir zitierte tourismus wird m.w. überwiegend aus dem derzeit boomenden kreuzfahrtgeschäft generiert -
"scheissbillig " und allinclusiv auf dem rücken der Umwelt und des personals, das man ausbeutet (kenn mich ein bisschen aus, denn
meine stieftochter ist hotelleiterin und mein stiefsohn chefkoch).die anderen mit homemobil und fähre und unterbringung haben
ausser dem fahrstress auch noch vergleichsweise hohe begleitkosten.dafür könnte man hier lange im 4* + sich bedienen lassen...!


das ist jetzt nur sachlich - ich finde dich und deine beiträge sonst sehr nett und sehr hilfreich - nichts für ungut.


jedem tierchen sein plaisirchen. :D



schöne Pfingsten.


thomas
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Beitragvon orkdaling » 03.06.2017, 23:34

Zu den Gesamtpaketen, dazu hatte ich schon viele links eingestellt und auch hier im Forum sind einige zu finden (unter Reisen) wie zB den hier:
http://www.koppangcamping.no/de/koppang-camping/
Und dazu vielleicht nochmal zur Freizuegigkeit. Hier darf jeder deutsche Tourist fischen, umgekehrt geht das nicht!
Andere Touristen natuerlich auch, ohne zusætzliche Kosten fuer Meer (gratis), es gibt keine "Vereinsgewæsser fuer Mitglieder" gegen einen Spottpreis kannst du ueberall eine Karte erwerben, die Kommunekarte unserer Kommune umfasst ca 200 Gewæsser und kostet 200Nkr. (Kurs 1 : 9) also ein Witz, ist fuer jeden erhæltlich und bis 16Jahre gratis.
Auch in Schweden darfst du im Meer gratis fischen. In DK zahlst du eine Wochen oder Jahresgebuehr wobei die Gelder Zweckgebunden sind.
Ein kleiner Unterschied zum deutschen Fischereischein/Kuestenschein!
Und, da bin ich besonders stolz, es werden keine Fische zu Fangzwecken besetzt. Es gibt keine Vereinsgewæsser wo sich neben Karpfen auch Forellen tummeln oder Størhybriden usw.
Das ist das was Alex meinte , da wuerde ich auch die Angel in die Ecke stellen !
In den Sommerferien læuft der vom Dachverband organiesierte und von den Ortsverbænden umgesetzte " Fiskesommer ", eine Veranstaltung (oder genauer 200) wo den Schuelern von 6 -14 Jahren das Fischen und der Umgang mit der Natur/Kreatur beigebracht wird, mit Campen , Grillen, Boot fahren usw. Teilnahme ist fuer die Kids gratis!
Seit 2004 wurden bereits 85.000 Schueler in die Fischerei eingefuehrt, 2017 sollen weitere 10.000 dazukommen.
Das ist sicher ein kleiner entscheidenter Unterschied zu Deutschland und Island und darauf sind wir besonders stolz!
Gruss Hendrik
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon AlexWo » 03.06.2017, 23:53

Hallo Hendrik,

das ist so und in D hab ich die Angel schon fast in die Ecke gestellt!

Ich meld mich morgen..

LG

Alex
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon Magellan » 04.06.2017, 01:54

AlexWo hat geschrieben:Nachdem der Finanzcrash dafür gesorgt hat, dass Island in den Fokus vieler Touristen geraten ist



Hallo Alex
Ich selbst habe Island schon in den frühen 90ern bereist: es war schon immer ein gefragtes Turisten-Ziel.

Zu allem Leidwesen hat sich die Krone auch noch gut erholt


Na glücklicherweise! es ging vielen dreckig dort nach dem crash.

Alex, Island war schon immer ein teures Pflaster, weniger für die dort lebenden ich spreche hier aus eigener Erfahrung da ich selbst einige Jahre berufl. (auch in Reykjavik)unterwegs war, als für den der als nicht dort lebender/berufstätiger unterwegs ist, bzw. war.
Und ja, das Angebot bestimmt die Nachfrage, das ist der Lauf der Dinge, auch in Island. Das Landowner ua. auf gestiegenen Nachfrage ihrer Gewässer entsprechend kaufmännisch reagieren ist doch nur normal. Das hat meines erachtens nichts mit Goldgräberstimmung zu tun.



Gruss
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon AlexWo » 04.06.2017, 09:58

Magellan hat geschrieben:
AlexWo hat geschrieben:Nachdem der Finanzcrash dafür gesorgt hat, dass Island in den Fokus vieler Touristen geraten ist



Hallo Alex
Ich selbst habe Island schon in den frühen 90ern bereist: es war schon immer ein gefragtes Turisten-Ziel.

Zu allem Leidwesen hat sich die Krone auch noch gut erholt


Na glücklicherweise! es ging vielen dreckig dort nach dem crash.

Alex, Island war schon immer ein teures Pflaster, weniger für die dort lebenden ich spreche hier aus eigener Erfahrung da ich selbst einige Jahre berufl. (auch in Reykjavik)unterwegs war, als für den der als nicht dort lebender/berufstätiger unterwegs ist, bzw. war.
Und ja, das Angebot bestimmt die Nachfrage, das ist der Lauf der Dinge, auch in Island. Das Landowner ua. auf gestiegenen Nachfrage ihrer Gewässer entsprechend kaufmännisch reagieren ist doch nur normal. Das hat meines erachtens nichts mit Goldgräberstimmung zu tun.



Gruss
Heiko


Lieber Heiko,

trotzdem hat der Crash für einen zusätzlichen Boom gesorgt, die Touristenzahlen sind stark gestiegen.

Nicht die Landlords machen das Geschäft, sondern Agenturen, die auch ständig mehr werden.

Ich meine auch nicht, die bekannten, "normalen" Gewässer, die hatten immer ihren Preis u. der wird durch die Nachfrage bestimmt, das ist klar. Für uns auch durch den Wechselkurs, logisch.

Was ich schlimm finde ist, dass sich die neuen Agenturen, auf die Gewässer stürtzen, an denen man für 30€ am Tag auf Lachs fischen konnte, Gewässer, die garnicht international vermarktet wurden, wo man die Karte beim Bauern kaufen konnte.

Ich habe immer auch die "teuere" Fischerei gebucht, hab es aber genossen, dann noch ein wenig rumzufahren und mir die Tipps isländischer Freunde anzuschauen, was sich teils als sehr lohneswert erwies. Diese Zeitem neigen sich dem Ende zu und das finde ich traurig! Ist für die meisten Isländer natürlich auch ein Ärger!

LG

Alex
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon MarkusZ » 04.06.2017, 11:44

Hallo,

ich kann deinen Frust gut verstehen, aber die einzige Alternative dürfte dann tatsächlich sein, dieses Reiseziel in Zukunft zu meiden, dann wärst du wenigstens nicht mehr Mitverursacher der "Misere".

Überall wo Kapitalismus und Marktwirtschaft Einzug halten, entstehen ähnliche "Probleme", wenn die Nachfrage stärker wächst als das Angebot. Gerade Fliegenfischer sind aber häufig gerne bereit maßlos überzogene Preise zu bezahlen.

War selber auch schon betroffen, z.B. in Sibirien, Kuba und British Columbia. Dort sind die Preise auch explodiert, das DiY-Fischen wurde stark eingeschränkt und Touristen werden z.T. ausgenommen wie ein Weihnachtskarpfen. Wenn wenigstens die breite einheimische Bevölkerung davon profitieren würde, empfände ich es nicht ganz so schlimm. Aber zumindest in Sibirien und Kuba kam bei den einfachen Leuten eben kaum was an. In B.C. vielleicht noch etwas, aber da ist man als DiY-Fischer nur noch Angler-Zweiter-Klasse. Hab dann auch die Konsequenzen gezogen und fahre dort nicht mehr hin.

Ich muss aber zu meiner Schande zugeben, dass ich auch schon an einem Gewässer in Österreich gefischt habe, wo die 3-Tageskarte so viel gekostet hat wie ein Jahresbeitrag für einen "normalen" Angelverein in meiner Heimat.

So ganz unschuldig sind wohl die wenigsten Fliegenfischer.
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon orkdaling » 04.06.2017, 12:13

moin moin,
na das mit den Preisen kann man nicht vergleichen. Ich høre ja auch immer das alles hier so teuer ist verglichen mit deutschen Preisen.
Stimmt das ein Auto(ausser Elektro) doppelt so teuer ist, kauf ich aber nicht jeden Tag. Alkohol und Zigaretten auch schweineteuer aber nicht lebensnotwendig.
Es stimmt auch das die lebensmittel teuere sind, aber man muss auch sehen das ein Lehrling mehr bekommt als den deutschen Mindestlohn.
Oder das die Kommune vom Stift, ueber Schreibmaterial, Buecher, Schulranzen alles bezahlt.
Und da weiter oben die teuren Karten angesprochen wurden (Exclusivfishing). Meer ist gratis fuer alle, Kommunekarte schon erwæhnt 200 NKr, Lachskarten seht ihr ja an den eingestellten Links und die Privatgewæsser einiger Bauern/Waldbesitzer liegen so zwischen 25 und 50 Nkr/Tag
Es ist eben eine ganz andere Lohn und Preispolitik, man muss sehen was fuer die einheimische Bevølkerung dabei raus kommt und ich denke da muessen wir (die skand. Lænder) nicht klagen was den Lebensstandart angeht.Sogar Island belegt laut UN-Studie noch Platz 10 weit vor den EU-Lændern.
Aber es stimmt auch was Alex schrieb, nach ueberstandener Finanzkrise die durch Banken und Politiker verschuldet wurde und das islændische Volk hart getroffen hatte, geht es stark bergauf.
Leider mit den "Nebenerscheinungen" der Abzocke durch internationale Reisegesellschaften.
Gruss Hendrik
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Re: Goldrausch in Island

Beitragvon dr-d » 04.06.2017, 13:06

hallo markus,

danke für deine netten zeilen! kann mich dem nur anschliessen.


cuba explodiert gerade preislich und in bc sind die guten sachen zumeist noch teurer - z.b. flyout,etc.

österreich hat an den meisten strecken ausgebührt...und sitzt lt.aussage meiner dortigen bekannten auf einem
sack voller problemchen.

gewiss - die gier von allen beteiligten - ist das hauptproblem.die motive aber sind aber unterschiedlich.

geht's für die einen tw. um die existenz im saisongeschäft oder gar auf einem neuen markt, haben die anderen
ihre freizeit oder sogar erholung im focus.danach trennen sich zumeist die wege und das Interesse
fixiert sich in der rückschau - nicht immer - aber sehr häufig auf preis - leistung.
die natur und der bestand zumeist ebenso...

hendrik berichtet sehr gut - wie man in norwegen - mit einer prolongierten staatlichkeit breite kreise
einbeziehen kann.das kann sehr gut sein.ich weiss von nach norwegen ausgewanderten berufskollegen,
daß diese Leistungen sehr zuverlässig sind, aber auch einen entsprechenden finanziellen Input erfordern,
bei dem es in deutschland - gelinde gesagt - bei den steuerlichen leistungsträgern zu stress käme.

interessant wäre es, wenn wir auch öl/gas hätten,ob wir damit auch einen staatlichen ausgleichsfond
bestücken würden oder wieder nur die taschen von einigen wenigen.dann könnten wir auf
augenhöhe vergleichen.

summa sumarum - ich denke ,wir haben alle etwas nettes und attraktives in unserem rahmen anzubieten.

bei dem kinderprogramm werd ich neidisch - wir bieten seit langen jahren unseren kindern und jugendlichen
in stark nachgefragten vereinen privilegien bezgl.status und beiträge an - erfolg :beim bachputzen
null Resonanz, dafür "prominente" ausreden von jahr zu jahr...auch realität!


schöne Pfingsten und petri. :D



thomas
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