Großarler Ache in Österreich

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Großarler Ache in Österreich

Beitragvon Kudu » 09.07.2017, 11:33

Hallo,
meine Frau und ich waren bis gestern in Östereich an der Großarler Ache in Hüttschlag. Im Almrösl bei Franz gibt es Karten.
Ich hatte den Bericht in dem FF-magazin gelesen und hatte sofort eine Anfrage zum Almrösl geschickt.
Im Hotel könnten wir nicht buchen, da keine Haustiere erlaubt waren, aber der Kontakt zu einer Ferienwohnung direkt nebenan war sofort möglich.
Also eine Woche gebucht !
So letzte Woche alles ins Auto verpackt, meine Frau wunderte sich noch über die mitgenommenen Angelsachen, dann ging es auf die 776 km Reise.
Nach 10 Std. im zähen Verkehr waren wir da.
Und dann kam der erste Schock, in der Ferienwohnung wusste keiner was von unserer Ankunft, da die Vermieterin mit Krebs ins Hospiz kam.
Der Vater der Vermieterin kümmerte sich dann um die Situation und wir konnten doch noch die Wohnung beziehen.
Am ersten Tag sind wir die Strecke erstmal grob abgefahren, jede Menge schnellfließende Strecken mit einer Breite von ca 5-8 m, alle 50-100m mit tieferen Stellen.
Mit Franz Zraunig war alles schnell besprochen und mit einigen Tipps ging es los an den Beginn des Gebirgsbaches an den kleinen See im Naturschutzgebiet.
Eine Landschaft, wie aus einer anderen Welt! Ein kleiner Gebirgssee der umgeben ist von steilen Gebirgen, teils bewaltet, teils nur Fels.
Der Bestand in dem glasklarem Wasser, Bachforellen und Saiblinge so zwischen 10- 40 cm, alles gut sichtbar da glasklar.
Aber genau da fangen die Schwierigkeiten an, man ist für die Forellen ebenfalls gut zu sehen!
Also ging ich an den Einlauf, da wo alles sprudelte. Mit der Trockenfliege ging nichts, aber mit der Nymphe holte ich 2 BaFo und 2 Saiblinge.
Weiter Abwärts unterhalb des Sees, zieht sich der Bach erst schnellerfließend dann ab der Brücke immer langsamer seine Bahnen durch unberührte Natur.
Dieser Abschnitt ist 1-1,5 m tief, glasklar zieht hier das Wasser fast stehend Mäanderartig durch die Wiesen.
Hier sind die Fische besonders wachsam, man sollte von der Kante 4 - 5 m wegbleiben, selbst ein 15er Vorfach wirft in der Sonne einen richtigen Balken auf den Grund,
So etwas hatte ich nicht für möglich gehalten, daher ist es hier extrem schwierig erfolgreich zu sein.
Der Nächste Tag würde mit meiner Frau und Hund für eine Wanderung zu einer Alm verplant, ich sag nur es war grausam! 2,5 Std. Steil bergauf bis auf da. 1600 m.
Der Nächste Tag ging's wieder ans Wasser, schnellfließende Strecken, war aber nicht sehr erfolgreich. Trockenfliege ging nichts, Nymphe etliche Bisse, aber bis auf eine BaFo und ein kleiner Saibling ging nichts. Gegen Abend schaute ich unterhalb des Ortes mir den Einlauf eines anderen Baches in die Ache an.
Ein Anwohner warf dann einige Brotscheiben ins Wasser, wohl wissend was jetzt kommen sollte! Es stiegen Forellen hoch, kämpfend um die Brotscheiben !
Mir stockte der Atem, das waren keine Forellen, das waren Monster ! Keine war unter 50 cm ! 100% wahr!
Der Nächste Tag wieder Alm, wieder so hoch !
Am nächsten Tag ging es wieder zum See und an den ruhigen Bereich unterhalb, 8 Fänge zwischen 30 und 40 cm waren ein tolles Erlebnis.
Am Donnerstag, ihr könnt es euch denken, wandern, wandern und wandern.
Am Freitag ging ich dann an den Einlauf unterhalb von Hüttschlag, da wo die Monsterforellen standen, neben mir ein älterer Italiener der schon einige Stunden versuchte eins der Monster zu bekommen, aber bis auf 40er BaFo hatte er keine bekommen.
Er ließ mich an den Einlauf, wo ich drei BaFo um die 40-45 cm holte. Er hatte aber eine Riesenforelle im Auge weiter unten, aber er gab nach einer weitern Stunde auf.
Ich wechselte Fliege um Fliege und Nymphe um Nymphe, aber es würde nichts mehr.
Dann schaute ich noch mal in meine Fliegenbox und entdeckte eine selbstgebundene Anfängerfliege aus Rehhaar die eigendlich mehr wie eine große Made aussah, oder auch Ähnlichkeiten mit einem Brotkrümel haben könnte. Also wurde die angeknotet und in den Einlauf geworfen, aber nichts. 10, 15, 20mal immer wieder das gleiche.
Als eigentlich schon klar war, daß diese Anfängersünde meines jungen Bindelebens vernichtet gehört, kommt ein großes weißes Maul und schluckt sie!
Anschlag ein Ruck und 5 m Schnur sind erstmal von der Rolle, das Herz scheint mir aus der Wathose zu springen, groß mußte sie sein, sehr groß!
10 min. geht es dann so, Schnur einholen, dann eine Fluch von 5-10 m dann wieder reinholen und wieder alles auf Anfang.
Nach 15 min. hatte ich sie soweit, dass sie müde wurde. Kescher und Handy hatte ich schonmal neben mir auf eine Betonmauer gelegt, gut so, wie sich noch rausstellen sollte. Ich hatte sie gerade soweit auf 3 m. reingeholt, ich sah jetzt erstmalig wie groß sie war, sehr groß! Beim nächsten näheren Kontakt, nahm ich den Kescher in die linke Hand, mit der rechten die gesplisste Rute über Kopf zum Ufer ziehend, nur noch ein Schritt nach vor und sie ist mir!
Da ich meinen Körper mit Kescher schon Richtung Forelle hatte, mußte ich nur noch einen Schritt nach vorne, aber da ich im Bebirgssand 20 cm eingesunken war und meinen Fuss nicht anheben konnte, kippte ich einfach langsam nach vorn kopfüber ins Wasser !!!
Sch.... dachte ich, jetzt ist alles vorbei. Erstmal wieder auf die Füße kommen, den Kescher an Land bringen, die Rute unbeschadet hochgehalten und die inzwischen müde Forelle war noch am Haken! Dann ging es schnell, diesmal der Frolle entgegen war sie schnell im Kescher, obwohl nur zur Hälfte !
An Land schnell den Schonhaken raus, das Maßband anhalten und 62 cm !
Ein Foto und der Fisch wurde wieder vorsichtig zurückgesetzt, was für ein Erlebnis ! FÜR mein 1. Jahr als Fliegenfischer ein super Einstieg mit Taufe ! Was will man mehr?

Für alle die mal nach Hüttschlag zum Angeln wollen, bindet Euch Fliegen wie Brotkrümel ? Ne Spass beiseite, graue dunkle Farben die gut schwimmen sind die bevorzugten Farben, wenn oben auf noch was farbiges eingebunden wird, kann man die Fliege auch in der Strömung besser sehen.

Viel Spass beim Lesen

Andreas
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Re: Großarler Ache in Österreich

Beitragvon Olaf Kurth » 09.07.2017, 12:16

Danke für diese großartige Schilderung, lieber Andreas,

der ein oder andere von uns hat Vergleichbares erlebt und ist in Gedanken bei Dir! 8)

Liebe Grüße aus dem viel zu trockenen Seeijerland/Rothaargebirge,

Olaf
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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Re: Großarler Ache in Österreich

Beitragvon Cowie » 09.07.2017, 18:33

PETRI & DANKE für den tollen Bericht, Andreas :daumen :daumen

...bekommen wir die Fotos auch noch zu sehen???
Petri & Tight Lines

Wolfgang
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Ich glaube, dass Mutter "Natur" uns liebt - doch tun wir das wirklich auch...???
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Re: Großarler Ache in Österreich

Beitragvon Kudu » 09.07.2017, 20:20

FOTOS sind auf dem Handy, sollten von da zum Samsung Pad, von da aus ins Forum.
Aber ich kann sie nicht übertragen.
Eventuell kann ich sie vom Handy übertragen?

Andreas
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