Lachs, River Drowes, Irland

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon nicithefisher » 22.05.2016, 22:50

Hallo zusammen

Mitte Juli werde ich zum dritten Mal Ferien in Irland machen, aber zum ersten Mal mit dem Zielfisch Lachs. Wir werden die Salmon Lodge bewohnen, ein Häuschen direkt am River Drowes gelegen, in der Nähe vom Lough Melvin im Nordwesten Irlands.

Nun habe ich keine Ahnung vom Lachsfischen und wäre froh um eure Tipps. Ich nehme an, das Prinzip wird in allen Irischen Lachsflüssen etwa gleich sein, aber falls sogar jemand spezifisch diesen Fluss kennt, umso besser :D Soweit ich mich informiert habe, steigen im Juli Grilse (Sommerlachse) auf, also kleinere als diese im Frühling. Viel mehr habe ich aber nicht herausgefunden. :roll:

Da normalerweise die feine, leichte Trockenfliegenfischerei in den Schweizer Alpen mein Spezialgebiet ist, bin ich in den gröberen Klassen nicht gut ausgerüstet: Ich hätte da bloss eine 7er und eine 9er Rute, je 9 Fuss und beides Einhänder, zur Verfügung. Ich hoffe eines von beidem passt? Und was für Schnüre (Sinktyp?) und Vorfächer fischt man auf Lachs in Irland? Und kennt vielleicht sogar jemand ein gutes Fliegenmuster?

Fragen über Fragen :lol: Ich bedanke mich schon im Voraus für Eure Hilfe!
Liebe Grüsse und tight lines!
Nicola
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon Peter Pan » 23.05.2016, 06:30

Hallo Nicola,

bis sich Greypanther meldet kann ich ja schon mal was sagen.
Mit Deinem Gerät solltest Du gut aufgehoben sein. Die Siebener passt, zumindest von den Fliegengrößen her. In Irland fischt man eher kleine Lachsfliegen, also Gr. 10 - 16. Kein Problem für eine Rute der Klasse 7.
Schwimmschnüre reichen am Drowes auch aber ein paar Polytipps in Intermediate, und versch. Sinkklassen kosten nicht viel. Ich habe in Irland auf Lachs immer eine 0,30er Spitze gefischt.
Wegen den Fliegenmusterm - bei Lachsfliegen heisst es ja: Egal welche Farbe, Hauptsache schwarz.

Tight lines,
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon greypanther » 23.05.2016, 08:22

Servus Nicola,
Peter hat ja schon die wichtigsten allgemeinen Tipps zur Fischerei gegeben. Nur noch eins ergänzend dazu: beim Lachsfischen ist der entscheidenste Faktor die Wasserführung des Flusses. Bei normalem Witterungsverlauf sollte, wenn ihr Glück habt, der Fluss im Juli noch befischbar sein. Sollte extremes Niedrigwasser herrschen (was zu dieser Jahreszeit nicht gerade selten anzutreffen ist), so bietet der Fluss immer noch eine exzellente Forellenangelei (insbesondere in der Dunkelheit!
Einen Vorteil gegenüber den Spate Rivers der Region hat der Drowes. Er entspringt aus einem großen See, so dass der Fluss selbst nach relativ langen Trockenperioden immer noch befischbar ist.
Solltest Du an detaillierteren Infos interessiert sein, gerne per PN.
Gruß
Klaus


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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon jpick » 23.05.2016, 09:16

Ich würde unbedingt auch die Sea-Pools an der Mündung (siehe Foto) empfehlen, insbesondere wenn wenig Wasser ist. Dort konnte man letztens als Bewohner der Häuser zu bestimmten Zeiten fischen, auch gab es Zeiten für Fly Only, einfach nachfragen. Da sind dann mit Glück auch Lachse zu fangen. Muss man natürlich die Tiden im Auge haben.

Bild

Gefangen wurde von uns mit einer Art "Sunray shadow" in kleiner (auch die Barsche waren daran interessiert, da kriegt man am Lachsfluß einen Nervenzusammenbruch nach dem anderen ;-)) und auch den irischen shrimp-flies in 10 und kleiner. Mit der Alley Shrimp macht man sicher nichts falsch, aber auch dafür waren Barsche zu haben.

Bild

Bild

LG
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon nicithefisher » 26.05.2016, 00:10

Vielen Dank euch allen! Hat mir sehr geholfen.

@Peter Pan: Bin froh zu hören, dass ich mir nicht noch extra eine Combo zulegen muss :wink: In dem Fall lasse ich die 9er zuhause? Weil Hechte sind nicht das Ziel und wenn die 7er reicht, umso besser. Aber ich werde mir auf jeden Fall noch andere Schnüre oder Polytips besorgen.

@greypanther: Ja, dass die Wasserführung vom Fluss entscheidend ist, hört und liest man überall. Zum Glück haben wir ja noch den Lough Melvin (inkl. Boot!) zur Verfügung, falls die Lachse nicht wollen oder die Bedingungen nicht passen. Dieser See soll ja einen tollen, wilden Forellenbestand aller 4 endemischen Unterarten haben. Umso schöner zu hören, dass auch der Fluss eine gute Forellenfischerei bietet :D

@jpick: Danke auch dir für deine Tipps! Barsche mag ich eigentlich als Beifang, aber ich denke, wenn man lange, lange und noch länger auf den Biss eines Lachses wartet, können die auch etwas nervig werden :badgrin:
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon nicithefisher » 26.07.2016, 13:55

Hallo Zusammen

Ich wollte mich mal melden, wie es lief...

Die Lachsfischerei ist nicht einfach, das waren wir uns bewusst. Aber wir wussten nicht wirklich, was uns erwartete, machten wir es doch zum ersten Mal. Ich kann euch sagen, es ist extrem schwierig. Nicht von der Technik her, aber von der Geduld. Denn du versuchst einen Fisch zu fangen, der eigentlich nicht beissen will. Dessen Ur-Instinkt den Lachs vor jeglicher Ablenkung bewahrt und ihm sein einziges Ziel vor Augen hält: Um jeden Preis den Fluss aufzusteigen. Es braucht viel Motivation, an einem Fluss voller Lachse zu fischen, sie zu sehen, aber sie beissen nicht. Und der Fluss war wirklich voll mit Lachsen! Überall sprangen sie aus dem Wasser und bei einem seltenen sonnigen Moment sahen wir sie in den Pools stehen, zu dutzenden!

Wir behielten die Motivation! Eisern, ohne aufzugeben, standen wir täglich mehrere Stunden am Fluss, immer in der Hoffnung, dass es irgendwann klappt. Wir fischten viel mit der Fliegenrute, wo wir all die wertvollen Tipps vom @greypanther umsetzten, aber leider blieb es bei einem einzigen Fehlbiss.

Wir versuchten schliesslich auch mit der Spinnrute unser Glück (Spinner, Flying Condoms). Es nützte alles nichts. Uns war das Glück leider die ganze Woche nicht vergönnt, einen Lachs zu fangen. Der Traum, irgendwann das Gefühl zu erleben, einen dieser kräftigen Silberbarren zu drillen, liess uns und all die zahlreichen anderen Lachsfischer nie aufgeben. Die wunderschöne Landschaft entschädigte glücklicherweise für jede Stunde ohne Biss. Glück ist wahrhaftig das Schlüsselwort. Oder wie die Iren sagten: "It's a lottery!" (es ist ein Glücksspiel). Irgendwann werden auch wir unsere ersten Lachse fangen, da bin ich mir sicher! ;)

Aber abgesehen von den Lachsen war die Fischerei der Hammer! So viele wunderschöne wilde Trouts aus dem Fluss, aber auch dem Lough Melvin, sorgten für Abwechslung und viel Action. Und ja es stimmt, Barsche hat es wirklich überall, in tollen Grössen und sie nerven schon fast ;)

Gruss und tight lines
Nicola
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon AlexWo » 26.07.2016, 17:28

Hallo Nicola,

wer in schwierigen Situationen zur Spinnrute greift, wird nie lernen diese Situationen mit der Fliegenrute zu lösen.

Und, wie Du gesehen hast, hat die Spinnrute schon gleich garnichts gebracht. Hättest Du mit der Fliege weiter gefischt, hättest Du bestimmt noch einen Lachs gefangen.

Viele Grüsse

Alexander
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon Fynn_sh » 26.07.2016, 21:31

Moin

danke für deinen Bericht =D>

Ja, Lachsangeln ist nichts für schwache Nerven...aber irgendwann, da schepperts! Vollkommen egal ob an der Spinn- oder Fliegenrute, ein Lachs (v.a. der erste) ist immer ein Erlebnis.
Die Spinnrute ist vorallem dann sinnvoll, wenn das Wasser sehr hoch (und trüb) ist und die Lachse mit der Fliegenrute kaum zu erreichen sind. Bei niedrigem, klarem Wasser halte ich die Fliege für sinnvoller.
Wie dem auch sei - nur der Versuch macht kluch :wink:

Wurden von anderen Leuten denn Lachse gefangen?

An "meinen" Gewässern in DK ist die Wassertemperatur inzwischen wieder so hoch, dass die Fangzahlen total eingebrochen sind.

Gruß
Fynn
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon Peter Pan » 27.07.2016, 11:11

Hallo Nicola,

ich war fünf Jahre hintereinander in Irland und habe tatsächlich nur einen, kleinen Grilse gelandet. Hatte fast jedes Jahr einen Zupfer oder einen Fisch dran aber dann - longline release!!
So ist es halt mit den Lachsen.

Tight lines,
Peter
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon dreampike » 27.07.2016, 15:53

Hallo Nicola,
vor beinahe 20 Jahren war ich auch das erste Mal in Irland, auch am Drowes in der Salmon Lodge. Brav die Salmon Lizenzen gekauft und die Fliege in den Drowes gehalten. Und geworfen und gehalten und geworfen und gehalten...gähn...

Wie bei Dir, die Lachse waren da, sie bissen nur nicht. Ich fand das ziemlich langweilig und unproduktiv. Also Lachsfliegen raus aus der Weste, Hechtfliegen rein, Belly Boat aufgepumpt und auf ging's in einen der vielen umliegenden Seen mit Hechtbestand.

Mann war das cool!!! Biss auf Biss, gleich auf Anhieb richtig gute und dicke Hechte bis fast 1m gefangen, die haben mir meine Hechtfliegen fast aus der Hand gerissen. In den vergleichsweise kleinen Moorgewässern wimmelte es geradezu von Hechten, die damals kaum Erfahrung mit Hechtfliegen hatten.

Das war's dann mit meiner vergleichsweise kurzen Karriere als Lachsfliegenfischer. Seitdem fahre ich 1-2x im Jahr nur zum Hechtfliegenfischen nach Irland und bin nach wie vor begeistert. Und die Hechte in Irland sind echt kampfstark, insbesondere wenn die im tiefen Wasser beißen, geben die ordentlich Gas. Vielleicht nicht vergleichbar mit einem kapitalen Lachs, aber es sind Fische, die hungrig und auf Raub aus waren und die nicht nur aus einem unerklärlichen Beißreflex heraus nach der Fliege schnappen.

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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon greypanther » 27.07.2016, 22:17

Hi Nicola,
nur Mut! Die Lachsangelei trennt nun mal die Spreu vom Weizen. Bleib dran und Du wirst mit Sicherheit irgendwann auch erfolgreich sein. Der Drowes ist kein leichtes Gewässer. Die Iren nennen ihn "heart breaking river". Trotzdem, wenn dieser Fluss "lächelt", gibt es kaum eine bessere Fischerei auf der ganzen Insel.
In meiner ziemlich langen "Karriere" am Drowes habe ich alle Höhen und Tiefen eines Lachsfischers erlebt. Aus meiner Erfahrung kann ich deshalb nur raten: nur die Ausdauer und Vertrauen in das was Du tust bringt Dich an den Fisch. In diesem Sinne "keep on going".
Gruß
Klaus


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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon nicithefisher » 29.07.2016, 13:33

Danke euch für eure Antworten

Naja wie gesagt, abgesehen von den Lachsen war es ja ein voller Erfolg! Wir haben wirklich viele Brown Trout gefangen, auch schöne Exemplare. Leider zwei um die 50cm im Drill verloren (Im Fluss, nicht im See!)

@Fynn_SH: So gut wie gar nicht, wir haben jeden Tag sehr viele Fischer gesehen (ca. 20-30 Angler minimum pro Tag), aber in der ganzen Woche nur 2 kleine Lachse zu Gesicht bekommen. Es sagten alle das Gleiche; sie seien da aber beissen nicht. Der Klassiker :lol:

@dreampike: Klar, Hechtfischen ist eine tolle Sache. Aber das habe ich jetzt schon so oft gemacht, ich wollte mit dem Lachs einfach mal was neues ausprobieren :)

Als Fazit kann ich sagen, dass es ein spannendes Erlebnis war, mal zu sehen, wie das ist. Es war für mich etwas völlig Neues und ich bin froh, es mal gemacht zu haben. Aber ganz ehrlich, die Lachsfischerei ist nicht mein Ding. Auf einen Fisch zu angeln, der nicht beisst weil er fressen will, sondern nur wenn man ihn gereizt hat, ist ja schon speziell. Aber wenn man sich dann noch überlegt, dass man eigentlich einen Fisch beangelt, der auf direktem Weg zu seinem Laichgeschäft ist... :/ Ich weiss nicht so recht, ob ich das gut heisse.

Ich denke, für die Zukunft bleibe ich doch lieber bei meinen Lieblingen, den Forellen :roll:
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon orkdaling » 29.07.2016, 14:13

moin moin,
immer das Problem, der Fisch ist auf Laichwanderung.
Er verbringt nun mal ein Teil ses Jahres im Meer und ein Teil Im Fluss. Bin ich ein besserer Fischer wenn ich den Fisch vor der Muendung fange?
Hast du noch nie einen Zander , Hecht oder Karpfen mit Laichansatz gefangen? Hechte sind nach der Laichzeit ausgemerkelt und beissen auf eine durchs Wasser gezogene Bockwurst, werden unmittelbar nach der laichzeit gefangen. Lachse sind da geschont auf dem Weg zurueck ins Meer.
Was ist mit Kaviar? Stør kann man noch essen, Seehasen fliegen sofort zurueck ins Meer.
Wieviele Fische werden beim C&R verangelt ohne vernueftigen Grund? Jeder Guellewagen ist fuer mehr tote Smolts verantwortlich als du jemals am Haken hast!
Realitæten sehen oder Rute an die Wand hængen!
Gruss Hendrik
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon Fynn_sh » 29.07.2016, 16:07

Moin

naja 20-30 Angler hat nicht so viel zu sagen. Es gibt viele Lachsfischer die sehr sehr regelmäßig Fische fangen, wohingegen andere alle paar Jahre mal einen Biss bekommen.
Gibt schon sehr große Unterschiede in der Technik.

Was die andere Sache angeht, muss ich Hendrik Recht geben. Der Lachs verbringt häufig über ein halbes Jahr im Fluss, bevor es überhaupt Richtung Laichregion geht. Der Fluss ist halt einfach ein Teil ihres Lebensraumes. Einige Fische wandern auch hin- und her.
Ob eine Forelle, ein Barsch oder ein Hecht nun immer beißt, weil er jetzt gerade Hunger hat, möchte ich auch in Frage stellen. Denke bei vielen Fischen lösen wir einfach nur einen Beissreflex, Steigreflex oder Verteidungsreflex aus. Beim Lachs ist es nichts anderes.
Ganz nebenbei habe ich schon Mäuse in Aufsteigern gesehen, ob die nun wirklich beim Verbeissen ausversehen geschluckt wurde? Ich stelle es zumindest in Frage :wink:

Aber irgendwie kann ich es auch nachvollziehen. Gibt kaum etwas frustrierenderes als wochenlang ohne Biss zu fischen.
Ich fülle meine "Drillreserven" deshalb auch regelmäßig beim Barsch- oder Bachforellenfischen wieder auf :D

Gruß
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Re: Lachs, River Drowes, Irland

Beitragvon orkdaling » 30.07.2016, 00:15

moin moin,
@ Nicola, nicht persønlich nehmen aber das musste mal raus.
Ja mit dem Lachs ist das so eine Sache. Jahre mit gutem Aufstieg und mit schlechtem. Selbst wenn du sie pausenlos springen siehst muss keiner beissen.
Dann stehst du am Wasser und siehst nix und pløtzlich knallt es das es dir die Rute fast aus der Hand reisst.
Dann hast du guten Aufstieg aber wenig Wasser und fast alle sind nur "Durchlæufer", Gibt natuerlich auch sehr gute Beats/Pools wie die auch immer heissen aber die kannst du nicht bezahlen. Und dann die Ortskenntnis, wo geht was zu welcher Zeit, welche Muster sind fængig, Wetter, Gezeiten...
Aber hattest du nicht einen erlebnisreichen schønen Urlaub. Zæhlt das nicht?
Ich wohne in einer Gegend wo Lachs seit Jahrhunderten gefischt wird, frueher weil es zum ueberleben notwendig war, heute weil es eben bekloppte Fliegenfischer gibt. Und warum? Weils geil ist, was anderes als Dorsche pilken oder weil es ein Traum eines jeden FF ist solch ein silbernes Kraftpaket zu fangen.Der eine kuemmert sich um die Strecken und holt den Muell ab, der andere schneidet Bæume, der næchste sorgt fuer Einstænde auf den frueher begradigten Strecken usw.
Wir erlegen uns selber Regeln auf denn keiner møchte den Lachsstamm totfischen. Mehr Regeln als es von staatlicher Seite gibt.
Ich glaube wir tun mehr fuer den Fortbestand unserer Tradition, fuer den Fisch, fuer das Zusammenleben und Geselligkeit, die Jugendarbeit, die Wirtschaft und Tourismus als andere Betreiber wo Hotelbetrieb und C&R angesagt sind. Lachsfischen und das ganze drumherum ist ein wichtiger sozialer Faktor der oft uebersehen wird.
Und wenn du denkst mir springen die Lachse an die Angel, haha, auch wir haben mal eine Woche Nullwertung, sind genervt, Pleiten Pech und Pannen.
Aber dann knallts mal drei Tage hintereinander oder 2,3 mal am Tag, dann wieder eine Woche nix, so ist Lachsangeln und das ist auch gut so. Wenn ich nur fangen will werfe ich den Blinker in den Fjord. Wer hatte es so schøn beschrieben? Die Spreu und der Weizen, das ist Fliegenfischen auf Lachs! Egal wo, Irland, Island, Norge...
Gruss Hendrik
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