Tschechische Republik

Ihr sucht ein Plätzchen, wo es sich gut Fliegenfischen läßt? Oder habt Ihr im Urlaub besonders gute oder schlechte Erfahrungen gemacht und möchtet diese weitergeben? Inklusive Salzwasser- (Süden-) Fliegenfischen.

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Tschechische Republik

Beitragvon Matthias » 21.04.2004, 13:22

Hallo,

ich möchte dieses Jahr evtl. Urlaub mit meiner Familie in der tschechischen Republik machen und natürlich auch angeln. Dazu suche ich Informationen zum Fliegenfischen in der tschechischen Republik, gute Gewässer, Fischbestände, Angelkarten, Bedingungen im August, ... vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen oder sogar über persönliche Erfahrungen berichten?!

Vielen Dank, Matthias
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Beitragvon Karl » 23.04.2004, 19:53

Hi Matthias, schau mal weiter unten da steht was drüber.
gruß Karl
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Beitragvon Matthias » 25.04.2004, 19:52

Hallo Karl,

danke für den Hinweis! Du meinst sicher den Thread bez. Slowakei ... habe ich gelesen, aber das hört sich alles nicht so doll an, was Michael da schreibt.

War wirklich noch niemand bei den Tschechen mit der Rute unterwegs? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, war doch zu Ostzeiten ein beliebtes Reiseziel ... also, ran an die Tastatur :rolleyes: !

Viele Grüße, Matthias
Matthias
 

Beitragvon Thomas Albat » 25.04.2004, 20:25

Thomas Albat
 

Beitragvon Matthias » 27.04.2004, 08:31

Hallo Thomas,

besten Dank für den Tip, den Thread habe ich wohl übersehen ... naja, man wird auch nicht jünger ;)

Viele Grüße, Matthias
Matthias
 

Beitragvon Wolfgang Hinderjock » 27.04.2004, 10:19

Meine Erfahrungen liegen allerdings einige Jahre zurück(1998) und beziehen sich auf das tschechische Riesengebirge.
Der Erwerb der Angelkarte war äußerst unkompliziert, ich habe sie in einem Angelladen in Vrchlabi (Hohenelbe) gekauft, unter kurzer Vorlage meines Fischereischeins, die Karte galt für drei Salmonidengewässer,Isera und zwei Nebenflüsse(Namen vergessen :suprise: )und kostete umgerechnet 30,-DM/Woche.Die Karte war nach Ablauf mit ausgefüllter Fangtabelle zurück zu geben. Fangbegrenzungen und Mindestmaße entsprachen etwa denen in der früheren DDR(4 Salmoniden/Tag und 25cm Mindestmaß).
Hauptsächlich habe ich die Isera befischt, der Fischbestand war recht dicht, allerdings waren größere Fische recht selten, meist lagen die Fänge um 30cm, zwei Fische über 40cm, eine Entnahmepflicht bestand zumindest damals nicht.
Interessant fand ich die Regelung, daß Nichtsalmoniden mit pflanzlichen Ködern(Teig,Kartoffel u.s.w.) in den Salmonidengewässern beangelt werden dürfen, das aber nur so nebenbei erwähnt, also nicht jeder Stipper dort tut etwas unrechtes.
Ich traf nur sehr wenige, ausschließlich einheimische Fischer, die alle sehr nett waren, während von den wandernden Touristen öfter mal Steine geworfen wurden.
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Beitragvon Matthias » 27.04.2004, 10:52

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Deinen Bericht! In welchem Monat bist Du dort gewesen und wie war die Fischerei zu dieser Zeit (Größe/Tiefe/Strömungsgeschwindigkeit des Gewässers, Fliegenmuster, ...)? Kannst Du mir vielleicht noch was zu guten und günstigen Unterkünften/Pensionen sagen?!

Viele Grüße, Matthias
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Beitragvon Wolfgang Hinderjock » 27.04.2004, 14:21

Hallo Matthias,
zur Frage der Unterkunft kann ich nur soviel sagen, wir haben damals einen "Großfamilienurlaub(16 Pers.) gemacht und unser Lager in Harrachov aufgeschlagen, gebucht über ein Reisebüro(Novasol), die Unterkunft war eine ehemalige Poststation mit dem Charme einer (guten)Jugendherberge, aber sauber und sonst sehr in Ordnung, ansonsten vermietet dort glaube ich jeder der irgendeinen Raum übrig hat, direkt privat ist das auch sehr günstig, was sich aber zu Zeiten größerer Skisprungwettbewerbe drastisch ändert, aber die finden ja im Winter statt.
Wir waren damals im Juli dort, wobei ich mich mit der Fischerei erfolgreich den angesagten Familienwanderungen(Elbquelle) und anderen Quälereien entziehen konnte.
Die Iser habe ich etwa ab Jablonec nad Iseru(winziges Kuhkaff) abwärts befischt, nicht mit der Glasschmuckstadt Jablonec nad Nisu(Gablonz an der Neisse) verwechseln!

Das Gewässer ist durchweg als nahrungsarm zu bezeichnen, der Grund besteht überwiegend aus Steinen, abschnittsweise von Kindskopfgröße, auch liegen große Felsen im Flußlauf, an Nährtieren kommen einige größere Köcherfliegen und deren Larven vor, die Köcher der Larven sitzen fest an den Unterseiten der Steine, ich bin nun kein großer Insektenkundler.

Gefangen wurde eigentlich auf alles was man anbot und zwar mit großer Gier, Goldkopfnymphen, Hares ear, Pheasant tail, nur trocken waren die Fische eher etwas verhalten, obwohl wir an einem Abschnitt auch große Eintagsfliegen beobachten konnten.

Der Flußlauf selbst ist sehr abwechlungsreich, meist zwischen 6 und 8m breit und mit tiefen Rinnen durchsetzt, die Strömungsgeschwindigkeit ist recht hoch, alle paar Kilometer findet man einen Strau vor, teilweise künstlicher Art aber auch durch natürliche Felsschwellen entstanden, dort verbreitert sich das Gewässer oft auf 50m Breite stellenweise sogar noch mehr.
Die Staus sind meist recht gut bewatbar und haben grobkiesigen Grund, vorsicht ist an einigen Stellen in diesen Staus geboten insbesondere wenn es gemauerte Böschungen gibt, ich wäre fast in eine Rinne gefallen die gut 3,50m tief war und senkrecht abfiel.

Überall waren reichlich Bachforellen vertreten, wie schon beschrieben nicht besonders groß und ziemlich schlank, mit großen Köpfen und spitzen Zähnen.
Überwiegend Fische von ca. 35cm, aber auch kleiner. 2 Fische von ca. 45cm konnte ich aber auch festmachen, an einer Steinkaskade konnte ich vom erhöhten Ufer aus 2 wesentlich größere Fische ausmachen, aber nicht dingfest machen, anwaten war auf Grund der Tiefe nicht möglich, so blieb nur der Wurf ohne Sicht über einen Stein auf Augenhöhe, mit Hilfe der Einweisung eines einheimischen Fischers von einer Fußgängerbrücke hoch über dem Fluß, zwar erfolglos aber lustig, die Aktion.

Äschen gibt es auch, allerdings habe ich diese erst am Abreisetag in einem derartigen Stau entdeckt und da war das Gerät schon ganz unten verstaut, sodaß ich um den Familienfrieden willen auf eine Befischung verzichtete, 15 :1 Stimmen war ein ungünstiges Verhältnis...

Andere Fischer sind sehr selten gewesen, ich traf nur einheimische an, allerdings war Picknick am Fluß, auch auf Kiesbänken die in den Fluß ragten sehr häufig, die Leute waren durchweg sehr freundlich, bis auf einige nichttschechische Wandertouristen die ständig mit Steinen ins Wasser warfen.

Irgendwo hat meine Frau noch eine Adresse und Telefonnummer von einer vermietenden Familie, ich werde mal nachsuchen. Die Leute vermieten auch über das Reisebüro, aber auch privat, was den Preis in etwa halbiert, geht da glaube ich bis 4 Personen und ist recht komfortabel.
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Beitragvon Matthias » 27.04.2004, 15:48

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Bericht! Ich werde mich mal nach günstigen Unterkünften in der Gegend umschauen und mich dann ggf. nochmal bei Dir melden und Dich mit weiteren Fragen löchern ;).

Viele Grüße, Matthias
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