Balg vom Rebhuhn präparieren

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Balg vom Rebhuhn präparieren

Beitragvon Alexander » 18.04.2009, 16:24

Hallo,

ich hab gerade ein totes Rebhuhn auf der Straße gefunden. Jetzt möchte ich natürlich die Federn fürs Fliegenbinden verwenden. Leider finde ich keine Informationen darüber, wie ich den Balg präparieren bzw. konservieren kann. Hat von euch jemand Erfahrung damit?

Tight Lines
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Beitragvon Tom Doll » 18.04.2009, 22:26

Hallo Alex,

Als erstes würde ich Dir empfehlen, das Tier abzuziehen und den Balg 14 Tage in der Gefriertruhe liegen zu lassen, daß die Parasiten absterben
Danach mußt Du von der Haut alles Fett abschaben, denn das kann man nicht gerben oder es ist schmierig und stinkt nach dem Trocknen.
Zum Gerben nimmst du eine Borax / Alaun Lösung --> ca. 25g von Beidem auf einen Liter Wasser. In dieser Kösung läßt Du den Balg, aber alle 2 Tage umdrehen
Wenn Du dich für's Trocknen entschieden hast, dann spanne die Haut auf ein Brett (aber nicht zu fest) und salze sie ein. Nach ca. 1 Woche an einem trockenen Ort ist der Balg fertig.
Insgesamt denke ich aber, daß sich der Aufwand nicht ganz lohnt, du hast einige Stunden Arbeit damit.
Gruß

Tom
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Beitragvon Cuchulainn » 21.04.2009, 15:44

Ich würde den Kadaver entweder präparieren lassen, oder ihn rupfen. Alles andere wäre mir zu aufwändig. Außer vielleicht, du bist Jäger und das Viech ist in eineinhalb Minuten abgebalgt.
Ich habe vor einiger Zeit einen überfahrenen Hasen gefunden und habe kurz überlegt, wie man ihn am einfachsten bindegerecht verwerten kann. Ich habe ihm kurzerhand Löffel und Schwänzchen abgeschnitten und den Rest für die Füchse liegengelassen. Übrigens beides topdubbing.
War am einfachsten und weder großer Aufwand, noch eine Geruchsbelästigung.
Martin
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Beitragvon fliegenjens » 21.04.2009, 15:58

Hallo Alex,

ich habe vor 4 Jahren auch ein Rebhuhn gefunden. Ich habe das Tier abgezogen und den Balg dann in die Gefriertruhe gepackt. Nach 10 Tagen habe ich die Haut auf ein Brett genagelt, das Fett abgeschabt, das Vieh 1 cm dick eingesalzt und dann trocknen lassen. In meiner Trockenen !! Bindekiste habe ich immer frisches Mottenpapier aus der Apotheke und der Balg hält immer noch.

Gruß Jens
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Beitragvon Cuchulainn » 21.04.2009, 16:06

Und es stinkt weder, noch hast du Schwierigkeiten mit deiner Frau/Freundin wegen Zweckentfremdung von Kücheninventar bekommen??
Wie groß ist der Aufwand von Abbalgen und Präparieren?
Jedenfalls toll, wenns funktioniert =D> , wäre direkt mal einen Versuch wert. Ich habe zwar schon ewig kein Rebhuhn mehr gesehen, müsste aber mit Fasan auch klappen, oder?
Martin
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Beitragvon fliegenjens » 21.04.2009, 16:17

Hallo Martin,

also meine Frau hat sich inzwischen daran gewöhnt und mein Rebhuhnbalg riecht nur nach dem Mottenpapier. Was wichtig ist, ist das so ein behandelter Balg absolut trocken gelagert wird, also nicht im feuchten Keller.
Der Aufwand für ein Rebhuhn beträgt ca. 2 Stunden wenn man schon mal einen Vogel ausgezogen hat. Kaufen ist bestimmt günstiger aber irgendwie fühlt es sich gut an wenn dann der Balg fertig zum Binden ist.

Übrigens bereite ich mir auf diese Art auch stinkige Felle von Ziegen vor,(zum Trommeln und die Reste zum Binden) die ich vorm aufspannen und salzen allerdings noch Wasche und die stinken nach der Trocknung absulut nicht mehr!!!

Gruß Jens
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Beitragvon Michael. » 21.04.2009, 19:59

Hallo Alex,

nur ein gut gemeinter Hinweis: das Mitnehmen von toten Tieren von der Straße wird als Wilddieberei strafrechlich verfolgt... Ist also keine gute Idee, das in einem für Jedermann öffentlich einsehbaren Forum zu posten...

Gruß
Michael
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Beitragvon Alexander » 26.04.2009, 19:10

@all
Danke für die Tipps. Das Huhn liegt jetzt im Gefrierfach und wird in zwei Wochen abgezogen und mit Borax/Alaun-Lösung konserviert. Ein entsprechender Bericht folgt...



TL
Alex
Zuletzt geändert von Alexander am 27.04.2009, 08:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Mückenmetz » 27.04.2009, 08:24

Alexander hat geschrieben:Natürlich weiß jeder, dass es verboten ist, sich Fallwild anzueignen. Außer man ist, wie ich, berechtigt dazu.
Hier im Forum ist wohl jeder alt genug um zu wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Alt genug bin ich wohl, aber dass man ein überfahrenes Federvieh nicht mitnehmen dürfte, war mir ehrlich gesagt nicht klar...Bild
insofern finde ich Michaels Hinweis ganz nützlich.
Viele Grüße,
Marco
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Beitragvon Alexander » 27.04.2009, 08:59

Ich dachte, dass es allgemein bekannt ist, dass man Fallwild nicht mitnehmen darf.
Wenn dem nicht so ist, nehme ich meine Aussage zurück!


TL
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Beitragvon Mückenmetz » 27.04.2009, 09:07

Wenn man einmal einen Moment darüber nachdenkt, ist natürlich klar, dass man ansonsten gezielt mit dem Auto "auf Jagd" gehen könnte...
(letzte Woche hätte ich z.B. zweimal die Möglichkeit gehabt, einen Fasan zu überfahren; und brauche gerade sogar neue Stossfedern!)

Normalerweise kommt man aber ja kaum in die Verlegenheit, ein verstorbenes Tier nutzen zu können und macht sich folglich kaum Gedanken, ob das verboten sein könnte.
Viele Grüße,
Marco
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Beitragvon Cuchulainn » 27.04.2009, 14:25

Hallo Leudde,
Auch wenn überfahrene Tiere normal dem Jäger gehören, genau so wie Knochen, Geweihe und eigentlich jede gemauserte Feder, kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendein Jäger zu mosern anfängt, wenn du einen stinkenden Fasan oder Hasen einpackst. Wer auf Nummer ganz sicher gehen will, könnte den Kadaver beim Revierjäger melden. Vielleicht bei größerem oder seltenerem Wild wie Rehe oder Rebhühner keine schlechte Idee.

Grüße,
Martin
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Beitragvon Olaf Kurth » 27.04.2009, 14:27

Moin Marco,

streng genommen haben Fischer & Jäger lediglich ein Aneignungsrecht an freilebenden Tieren erworben. Erst wenn diese getötet werden, also gefangen oder geschossen, gehen sie in das Eigentum des Revierinhabers bzw. Fischereiberechtigten über.

Bei allen anderen Geschichten (z.B. überfahrenes Wild in den Kofferraum packen bzw. bei Nacht und Nebel schwarzfischen) gibt es mächtig Ärger!!!!!!!!!!!!

Fischfrevel und Wilddieberei (auch ein Rebhuhn, Fasan, Wildhasen, Frischling, ect. mitnehmen) waren früher zwei unterschiedliche Strafparagraphen. Heute wird das - je nach Bundesland - meist von einem Paragraphen erfasst. Selbst Abwurfstangen von Rot- und Rehwild gehören dem zuständigen Revierinhaber.

Falls dich also jemand bei diesen Sachen beobachtet, gibt es Zunder. In einigen Fällen wurden bei den "inflagranti-Situationen" hier in meiner Gegend kurzer Prozess gemacht und das Faustrecht angwewendet!

Gruß, Olaf

PS: Gerade bei überfahrenen Fasanen, Rebhühnern, usw. setz dich einfach mit dem zuständigen Jagdpächter in Verbindung und erkläre, was du vorhast mit dem Material. Bei einem Austausch in Naturalien (Fisch gegen Balg) und einem leckeren Schnaps wird man sich bestimmt einig............... bei uns jedenfalls..................
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
Olaf Kurth
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Beitragvon Hardy » 27.04.2009, 15:40

Olaf Kurth hat geschrieben:...
PS: Gerade bei überfahrenen Fasanen, Rebhühnern, usw. setz dich einfach mit dem zuständigen Jagdpächter in Verbindung und erkläre, was du vorhast mit dem Material. Bei einem Austausch in Naturalien (Fisch gegen Balg) und einem leckeren Schnaps wird man sich bestimmt einig............... bei uns jedenfalls..................


..wobei auch der hiesige Jagdpächter die Einladung zu einem roadside killed Dachsbraten ala´ Kurth gerne ausschlägt! :twisted:

Groetjes
Alfons "Hardy" Schuhbeck
Hardy
 

Beitragvon Olaf Kurth » 27.04.2009, 22:04

Hardy hat geschrieben:..wobei auch der hiesige Jagdpächter die Einladung zu einem roadside killed Dachsbraten ala´ Kurth gerne ausschlägt! :twisted:

Groetjes
Alfons "Hardy" Schuhbeck




[-X [-X

.... und er sagte noch: "Jong, seeh zo, datt dat Dier beschaut wird!"

Ansonsten habe ich mich aber an Arnold's Vorschläge (letzter Beitrag) gehalten. http://www.djz.de/cgi-bin/ubb/ultimateb ... 4&t=000002 :daumen

Groetjes
Johan (O)lafer

PS: Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß rufen hier den ganzen Tag an. Weiß einer, was die wollen???
Und Gott sprach zu den Steinen im Fluss: "Wollt ihr Mitglieder der UNERSCHROCKENEN werden?" Und die Steine antworteten: "Nein Herr, dafür sind wir nicht hart genug."
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