Kormoran und seine natürlichen Feinde

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streamerfisher

Kormoran und seine natürlichen Feinde

Ungelesener Beitrag von streamerfisher »

Hallo,
am Wochende habe ich einen ganz interessanten Beitrag auf Vox ( ich glaube bei Tierzeit?) über die Wiederansiedlung des Störs in Deutschengewässern, nun da diese in der Elbe geschehen soll, verwies man auf die Naturnähe des Elbe Nationalparks.
Hier waren die Autoren des Beitrags auch besonders stolz auf Deutschlands größte Kormoran Kolonie und die Aufnahme eines um diese Kolonie kreisenden Fischadler.
Der orginal Wortlaut war etwa dieser: Nun da die Kormorane mit Brüten beschäftigt sind lauern Fisch- und Seeadler darauf, Beute in Form eines Kormoranjungen zumachen. Damit wäre das Hauptargument der Fischer , dass der Kormoran (von den Fischern oft als schwarze Pest bezeichnet) keine natürliche Feinde hat, entkräftigt und die Bestände natürlich dezimiert werden.
Nun ist meine Frage von wie viel fachlicher Inkompetenz zeugt dieser Beitrag, denn wie oft im Jahr wird ein Adler ein Kormoranjunges als Beute haben und wie ist das Massenverhältnis Adler/Kormoran (1:10000 ?).

Gruß von über die Autoren des Beitrags ( auf Vox) verärgertem
Markus
Zuletzt geändert von streamerfisher am 06.03.2006, 17:11, insgesamt 1-mal geändert.
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pehers
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Ungelesener Beitrag von pehers »

Servus Markus!

Ich glaube, dass bei solchen Äußerungen einem Biologen immer der Optimalzustand eines Ökosystems vorschwebt und nicht das, was eben in eine industrialisierten Kulturlandschaft noch geben kann. Es erscheint mir durchaus möglich, dass früher eine natüliche Dezimierung des Kormorans durch Raubvögel stattgefunden hat - nur sind diese Vögel meines Wissens selbst allesamt gefährdete Arten!

Ich halte es allerdings nicht für gut auf jeden derartigen Beitrag gleich eingeschnappt zu reagieren oder von fachlicher Inkompetenz zu reden, denn vom Grundkonzept ist das eben nicht falsch und es funktioniert in manchen Schutzgebieten möglicherweise sogar noch!

Und außerdem war der Bericht wirklich schön, ich habe ihn zwar nur teilweise gesehen, aber er hat deutlich darauf hingewiesen, dass Tierschutz eben nicht an der Wasseroberfläche endet - auch das sollte man positiv bewerten!

Vom Stör zum Lachs ist es ein kleiner Schritt - auch darüber wurde schon mehrfach im deutschen Fernsehen berichtet! Also nicht immer den einen negativen Satz herauspicken! Das macht uns ja auch das Leben leichter, wenn man sich nicht immer ärgern muß!

Beste Grüße,
Hans
www.soulfishing.eu
I still don't know why I fish or why other men fish, except that we like it and it makes us think and feel. (Roderick L. Haig-Brown, A River Never Sleeps)
streamerfisher

Ungelesener Beitrag von streamerfisher »

Hallo Hans,
du sagts ja genau das, was ich etwas in Wut teilweise überwertet habe, nur mir hat eben dieser gewisse Unterton der dem Satz:"... damit ist das Hauptargument der Fischer ... entkräftet,"nicht gefallen, weil es ja leider nicht zu treffen kann, da unsere großen Raubvögel ja leider in nur geringer Zahl noch vorkommen und auch nicht an allen kormoranbefallenen Gewässern.
Sonst muss ich dir auch rechtgeben der Beitrag war gut gemacht und es wird sonst auf unsere heimischen Gewässerstrukturen im Fernsehen wenig hingewiesen ( meist nur im Nebensatz: wenn wir an den Oberläufen unserer Gewässer noch Auen hätten, dann ... ) im gesatz zu fernen exotischen ( für die meisten interessanter).
Also ich probier mal das (mit dem Beitrag) nicht mehr so geng zu sehen

Gruß Markus
Zuletzt geändert von streamerfisher am 08.03.2006, 10:57, insgesamt 1-mal geändert.
milchner

Ich finde schon,

Ungelesener Beitrag von milchner »

daß Marcus gar nicht so unrecht hat.
Die Kernaussage des Berichtes war für mich auch nicht die (ziemlich überzogene) Behauptung, daß der Fischadler für ein natürliches Gleichgewicht sorgt, sondern "Damit sind die Argumente der Fischer widerlegt...".
Das finde ich nicht richtig und da kann ich die Wut schon verstehen. :mad:
till hoffmann

Ungelesener Beitrag von till hoffmann »

Griaß aich,

auch ich muss sagen, so wie Markus das schildert zeugt der geschilderte Sachverhalt von wenig Problembewusstsein. In unserem gesamten "natürlichen" Umfeld herrscht Mangel an Raubtieren. Baummarder z.B. steht definitiv auf der roten Liste, obwohl es sicherlich noch einige gibt. Gerade dieses Tier käme als natürlicher Feind aufgrund seiner Größe noch in Frage. Sonst bleibt so viel gar nicht übrig... Und Adler? Wo gibt es denn sonst noch/wieder Adler? Die Mecklenburgische Seenplatte beherbert einige meines Wissens, obwohl ich seinerzeit keine gesehen habe obwohl ich fast 2 Wochen dort war!
Am Ismaninger Speichersee bei München gibt es auf jeden Fall keine! Dafür gibt es dort unseren gefiederten Freund in stattlicher Zahl! Also wenn man Baummarder "kaufen" könnte würde ich dort welche ansiedeln, noch lieber die fast ausgestorbene Wildkatze, vielleicht sogar Luchse.

ciao dann mal

Till
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Ungelesener Beitrag von T.Hein »

Da Kormorane in grösseren Gruppen brüten dürfte der Nachwuchs relativ geschützt sein ,jedenfalls vor Fressfeinden aus der Luft.
Seeadler gibt es in M/V in einer stabilen Population soweit ich weiss über 200 Brutpaare,daß du keine gesehen hast ,liegt sicherlich daran,daß du am falschen Ort warst,im Bereich des Krakower Sees z.B. brüten järlich min.3 Brutpaare und das stabil seit Jahren,Fischadler ebenfalls in einem noch grösseren Vorkommen.an den richtigen Orten sieht man sie täglich zu fast jeder Tageszeit.

Gruss Thomas
allgaeufly
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Ungelesener Beitrag von allgaeufly »

hallo freunde,

"In unserem gesamten "natürlichen" Umfeld herrscht Mangel an Raubtieren."

....@till: du hast volkommen recht mit deiner aussage! allerdings, wenn du dir unseren herrn minister schnappauf und herrn ministerpräsidenten "stoibär" vor augen hältst, weißt du wie die zeichen der zeit stehen! wildtiermanagement sieht bei den herren so aus: ein bisserl wildtiere brauch ma scho, aber die sollen sich dann gefälligst an unsere regeln und gesetze halten, sonst setzts einen abschußbefehl!

wie soll bei dieser unsachlichen diskussionsgrundlage ernsthaft über die wiederherstellung eines annähernden gleichgewichts nachgedacht werden!

der seeadler ist einer der großen raubvögel, der wie der steinadler bei uns in den alpen wieder auf dem vormarsch ist! vom fischotter,biber, luchs und den wölfen gibt es erste populationen, bzw. "durchreisegäste". der erste bay. bär ist auch ein merkmal für die rückkehr der "großen wilden"! wir sollten sie gebührend empfangen und uns gedanken machen wie man mit berührungsproblemen richtig umgeht!

für mich ist herr stiober kein normalminister, kein schadminister sondern ein problemminister! äh, äh, äh???


so long
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Ungelesener Beitrag von el-forello »

Hallo Stephan,
das ist Problemmanagement.
Sollte wirklich was passieren, dann haben wir ja was gemacht. Nur die Jäger haben vesagt, die konnten (wollen) ihn nicht schießen.
So zieht es sich wie ein roter Faden durch die Probleme.
Die Lösung ist immer " ..... ich gebe die Verantwortung ab ! "
Von unseren hochbezahlten Herren, erwarte ich aber, daß sie Verantwortung übernehmen und Probleme anpacken.
AUCH WENN`S UNBEQUEM IST !!!!!!!!
Egal ob Gänsesäger, Kormoran oder ein halbstarker Braunbär !

Gruß
Peter
... der mit dem Weib fischt !
allgaeufly
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Ungelesener Beitrag von allgaeufly »

hallo peter,

man merkt daß unsere fischwasser wieder mal nicht wirklich gut zu befischen sind im moment! ;-)

in puncto "verantwortung abgeben" geb ich dir recht! in puncto braunbär sehe ich das problem in der interpretation der wirklichen gefahr! ich glaube die hohen herren machen gerne etwas panik, bringen dann "halblebige" lösungsansätze und rechtfertigen somit wieder ihre existenz. bei der vogelgrippe war es das gleiche. immer werden irgendwelche "experten" im hintergrund zu rate gezogen. leute wie herr wiesner (chef vom tierpark in mü. und spez. der blasrohrjagd etc) werden ausgebremst. der bär ist für mich etwas ganz anderes wie die kormorane oder der säger! wir sprechen hier von EINEM exemplar! die jäger haben völlig recht: artenschutz-, jagd- und naturschutzrechtlich nicht gedeckt! da würde ich auch meinen a**** nicht hinhalten!
daß in puncto kormoran etwas geändert werden sollte ist klar-daß aber auch die natürlichen spitzen der nahrungsketten wieder mehr ins licht rücken sollten auch! oder?

ich hoffe auf besseres wasser morgen...

und verbleibe
hochachtungsvoll ;-)

stephan

p.s.: hab gerade vorhin am prodel ein säger pärchen gesehen. die hatten bei dem wasser die gleichen probleme wie ich! sagen wir sie wirkten etwas orientierungslos!;-)
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