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Verfasst: 19.10.2004, 19:36
von RolandT
Schön diese Diskussion über das Thema: Preise für Gespliesste Ruten. Jahre lang wurden von Namhaften Gespliesstenrutenbauern, Gerten in einer Preislage zwischen 800- 1500,-DM hergestellt und verkauft. Jetzt auf einmal, wird eine Diskussion losgetreten, wo es gerechtfertigt wird, oder Gerechtfertigt werden soll, das Gespliesste Fliegenruten einen Verkaufspreis von, sagen wir mal, 2000,-€ und mehr, ganz Normal sein soll. Kann es nicht sein, das man einfach hintenrum versucht, eine Preistreiberei zu betreiben? Oder ist es vielleicht so, das die bekannten Rutenbauer in den zurückliegenden Jahren ihre Mühevolle Arbeit unter Preis verschleudert haben? Ich weiß von Gespliesstenrutenbauern, das, wenn diese in ihren Preisen auf einen niederen Niveau bleiben, der Hahn für den Kauf von Material zugedreht wird. Wer heute anfängt, Gespliesste für einen fairen Preis herzustellen, hat Morgen auf den Markt, bei Seinesgleichen, schon Schwierigkeiten an Material heranzukommen. (Weil er ja die Preise versaut!!) Und wenn es Rutenbauer gibt, die sich in ihrer Meinung treu bleiben, das Gespliesste Ruten auch für Leute mit einem kleinen Geldbeutel erschwinglich bleiben sollten, dauert es nicht lange, bis man versucht, diesen zur Sau zu machen. Denn es kann ja nicht sein, das es Gespliesste Ruten schon um die 500,-€ gibt. Da wird dann davon geredet, das diese Gerten nichts taugen können, oder man fängt mit dem Spruch ,,Fernost,, an. Von diesen Standpunkt aus sollte man dieses Thema auch einmal betrachten! Ich bleibe dabei, das diese Diskussion dafür sorgen soll, dem Käufer klarzumachen, das es so teuer sein muß! Für mich eine pure Preistreiberei! Muß es denn wirklich so teuer sein?? Diese Frage lasse ich einfach mal so im Raume stehen.

Herzlichst RolandT

Verfasst: 19.10.2004, 20:03
von Harald Langer
Servus Stefan,

schön wieder einmal was von Dir zu hören.

Ich kann mir auch vorstellen eine Rute um 500 Euro anzubieten. Nur bauen kann ich sie um den Preis nicht. Für mich hat die Herstellung solcher Ruten nichts mehr mit Rutenbauen im besten Sinne zu tun. Da verkaufe ich lieber nichts, bevor ich eine Rute mit Aluminiumhülsen ausstatte.

Ich frage Dich, würdest Du Dich wohl fühlen einen Kunden mit so einem Schmarrn in die Welt ziehen zu lassen und da steht Dein Name drauf?

Wo wir wieder bei der Aufklärung wären. Für mich wäre es egal ob ich die Hülse aus Aluminium, Neusilber, Messing oder Bronze herstelle. Die Arbeit ist die gleiche und die Rohmaterialen haben in etwa den gleichen Preis.

Warum also das technisch unterlegene Aluminium und - wer macht so was?




Hallo Rudi,

ich fahre so einen Kompromiss. Deutscher Hersteller, Allradantrieb groß, geräumig, praktisch, gut verarbeitet – aber langweilig.

Stefan hat Recht wenn er schreibt dass das Begreifen bei der Rutenwahl einen wesentlichen Aspekt darstellt. Und, dass ein Kunde der die Rute eines Herstellers nicht schon einmal irgendwo gesehen oder gar ausprobiert hat, ist selten bereit 2000 Euro für ein Online Experiment auszugeben.

Das funktioniert vielleicht bei Ruten um 500 Euro.




Hallo Holger,

Würden alle so fair nachrechnen könnte man das Rutenbauen tatsächlich zum Beruf machen.

Wenn ich 2 Ruten im Monat bauen würde, könnte ich die meisten davon in meinen Rutenschrank aufbewahren. Die Nachfrage von Ruten in der Preiskategorie um die 2000 Euro ist eingeschränkt. Was ich meinte war, wenn ich die Ruten mit allen Schwierigkeiten ausstatte, die ich in der Lage zu leisten bin, brauche ich an die 80 Stunden. Und da gehen sich nicht mehr wie 2 Ruten aus. Bei einfacherer Ausführung der Beschlagteile wären auch 3 möglich.

Auf jeden Fall bist Du einen Schritt näher in Richtung Rutenbaukurs. Ich kann Dich vorab beruhigen, bei uns in Österreich sind die Schnitzel nicht so teuer wie beim Stefan.

Man kann selbstverständlich auch 80 Stunden an einer Gespließten arbeiten und trotzdem nur eine Rute im Wert von 200 Euro herstellen.


Maruoff, hilf mir bitte einmal. Wie muss sich ein Rutenbauer darstellen, dass Du eine Rute von ihm kaufen würdest? Und wenn der dann alle Deine Parameter erfüllen würde, wäre es Dir dann egal wie die Rute aussieht, funktioniert und was sie kostet?


Liebe Grüße

Harald

Verfasst: 19.10.2004, 20:12
von Karl
es muß nicht so teuer sein, aber da wurde ja darauf hingewiesen. Du kannst dir ne Gespließte für 300€ kaufen oder für 1500€, ein Auto für 10 000€ oder für 100 000€, ne Exori oder ne Sage kaufen. Das kann jeder nach Belieben bzw. Geldbeutel entscheiden. Wer keinen Wert auf vollendete Handwerkskunst, edle Wicklungen usw. legt und nur ein praktisches Gerät zum Fischen braucht, kauft sich ne 300€ Gespließte von der Stange, für den Rest ist nach oben alles offen. Gruß Karl

Verfasst: 19.10.2004, 20:34
von Harald Langer
Lieber Roland,

Warum so emotional? Entschuldigen Sie, aber ich glaube Sie verwechseln einiges. Die Diskussion soll klären wo die Unterschiede zwischen billigeren und teureren Ruten liegen. Unabhängig vom Namen des Herstellers. Was hat das hat mit Preistreiberei zu tun?

Die Rutenbauer, die Ihnen das mit dem Materialboykott erzählt haben, leiden aus meiner Sicht an Verfolgungswahn. Ich kaufe mein Bambus in China, die haben mich nicht gefragt was ich für einen Preis für meine Ruten verlangen werde, ebenso wenig die Seidenfabrik in England, der Korklieferant aus Portugal, und stellen Sie sich vor, der Neusilberlieferant aus Deutschland hat auch nicht danach gefragt.

Soviel zur ehrlichen Information seitens mancher „Rutenbauer“.

Und wenn Sie dieselben namhaften Rutenbauer meinen wie ich, steht bei denen inzwischen auch Euro vor der von Ihnen angegebenen Summe – und nicht mehr DM.

Liebe Grüße

Harald Langer

Verfasst: 19.10.2004, 21:31
von RolandT
Sehr geehrter Herr Langer.

Nein, lieber Herr Langer, ich verwechsle hier nichts. Sie schreiben: ,,Die Diskussion soll klären wo die Unterschiede zwischen billigeren und teureren Ruten liegen.,,

In Ihren ersten Posting, ging es darum, eine Erklärung abzugeben, warum Gespließte Ruten so teuer sein müssen. So habe ich das zumindest Verstanden.

,,Warum so emotional?,, Aus dem ganz einfachen Grund, weil sich die Preisspirale nach oben immer schneller dreht. Deshalb so emotional. Ich möchte hier sicherlich niemanden auf die Füße treten. Aber ich denke, das gerade seit der Einführung des Euros, so ziemlich Schindluder mit dem Verbraucher getrieben wird. Und das in allen Bereichen unseres Lebens. Wenn ich mir die Preisentwicklung alleine auf dem Fliegenfischer Sektor anschaue, da stellen sich einem alle Haare zu Berge auf. Nur ein Beispiel von vielen: Hat vor der Einführung des Euro eine einigermaßen gute Wathose zwischen 400-600,-DM gekostet, so kostet das selbe Produkt heute 600,-Euro. Und das alles, ohne das an dem Produkt eine Änderung vollzogen wurde. Es mag sein, das auch die Rutenbauer , welche noch zu DM Zeiten, ihre Ruten für 1500,-DM verkauft haben, heute für die selbe Gerten 1500,-Euro verlangen. Ich denke aber, das sich die Gespließtenrutenbauer gegenseitig die Preise nach oben treiben. Das ist es, was ich in meinem ersten Posting sagen wollte. Finden Sie diese Vorgehensweise Korrekt? Natürlich kann man jetzt mit der ,,Freien Marktwirtschaft,, kommen. Wenn ich jedoch richtig Rechnen kann, sollten sich doch die Preise seit Einführung des € eigentlich halbiert haben? Oder sehe ich das verkehrt. Ich lasse mich diesbezüglich gerne eines besseren Belehren! Aber was ist passiert, anstatt sich die Preise in etwa halbieren, wurden diese fast überall in unseren Leben verdoppelt. Hier bin ich wieder an dem Punkt angelangt, das ich das Gefühl nicht los werde, knadenlos Abgezockt zu werden. Das wir uns hier nicht mißverstehen: Ich gönne jedem seine ehrlichen Lohn, aber sollte man dabei auch Ehrlich bleiben. Gegen einen Gewinn hat sicherlich niemand etwas einzuwenden. Das soll schließlich auch so sein. Aber das was in unserer heutigen Zeit so abläuft, kann man nicht mehr als Normal bezeichnen. Dies ist zumindest meine ganz persönliche Meinung. Wie andere darüber denken ist deren Sache. Ich selbst fische sehr gerne mit Gespließten, und erfreue mich immer wieder daran, mit einem Gerät welches aus einem natürlich gewachsenen Material hergestellt wurde, der Fischwaid nachzugehen. Und um nochmals auf die Emotion zurückzukommen: Ich bleibe dabei, das ich es nicht verstehen kann, das eine Splitcane, die vor nur 3 Jahren 1500,-DM gekostet hat, heute für satte 2000,-Euro zu haben ist. Da hört sich für mich der Spaß auf.

PS: Klar doch wird man keinerlei Druck ausgesetzt, wenn man sich wie Sie, alle zum Rutenbau benötigten Teile vom Groß- oder Kleinhandel selbst besorgt. Aber es ist heutzutage so, das es einige Rutenbauer gibt, die untereinander sich das Material, was benötigt wird, austauschen. Und ich glaube nicht, wenn Rutenbauer A, der seine Ruten für 500€ baut, zu Rutenbauer B geht (welcher seine Ruten für 1500€ fertigt!) um zB. Bambus von ihm zu bekommen, da dieser Bambus in einer größeren Menge vorrätig hat, Rutenbauer A, beliefert. Da, so Glaube ich, ist der Konkurrenzgedanke doch viel zu Ausgeprägt. Und einem Rutenbauer, dem es vielleicht einmal , oder auch öfters so ergangen ist, sollte man keinen Verfolgungswahn unterstellen.
Einen schönen Abend noch zu Ihnen Herr Langer, nach Österreich. Herzliche Grüße RolandT

Verfasst: 19.10.2004, 23:04
von Harald Langer
Lieber Roland,

wissen Sie, ich bin seit 1986 selbständiger Unternehmer als kreativer Dienstleister. Ich habe mit meiner Firma 3000 Kunden aus der Europäischen Wirtschaft. Sie können mir also glauben, dass ich den Wert eines von mir (uns) hergestellten Produktes absolut bewerten kann.

Hätte ich jemals jemanden, wie Sie das nennen, abgezockt, wäre ich mit meiner Firma längst nicht mehr am Markt. Im Gegenteil, meist gibt man mehr als vereinbart.

Ich gehe davon aus, und von einigen meiner Rutenbauerkollegen weiß ich es sogar, dass sie Ihre Arbeiten ebenso bewerten können und so automatisch den richtigen Preis – den ehrlichen Lohn - finden.

Und wenn Sie schon beim Jammern über die augenblickliche wirtschaftliche Situation sind, treten Sie in dieser Disziplin niemals mit einem Unternehmer, und schon gar nicht mit einem Wiener Unternehmer in Wettbewerb. Niemand jammert besser, wenn’s darauf ankommt.

Einen ebenso schönen Abend nach Oberbayern

Harald Langer

PS. Richten Sie dem Rutenbauer A bitte aus, wenn er Probleme mit Materialien hat, möge er sich an einen der angeführten Kollegen, oder an mich wenden. Da wird ihm geholfen. Verläßlich.

Verfasst: 20.10.2004, 08:34
von maruoff
Lieber Harald,

Darstellen tun sich die wirklich interessanten Rutenbauer in den wenigsten Fällen. Im Gegenteil: manche der größten Namen in den USA beispielsweise sind ebenso obskur wie die Schweizer ( ;-) ) und versuchen scheinbar für niemand erreichbar zu sein um ihre warteliste nicht noch länger werden zu lassen (Per Brandin über 5 Jahre z.B.; Carpenter, Aroner usw.).

Interessanterweise entsteht daraus oft ein Kult und die leute versuchen unbedingt von diesen ach so gefragten leuten ruten zu ergattern (zugegeben ist die qualität von diesen leuten auch ekzeptionell und sie sind schon sehr lange im geschäft).

Und Harald, natürlich ist es nicht egal wie die rute aussieht, wie sie funktioniert und was sie kostet. niemand kauft einen mercedes, der innen nur campingsitze hat und mit go-cart-tretern angetrieben wird.
das bauchfeeling in verbindung mit etwas ratio stellt ganz schnell fest welche rute sich für einen eignet, bei welcher rute man herzklopfen bekommt und bei welcher nicht.

die wirklich bekannten namen sind nicht umsonst bekannt und sind nicht umsonst schon lange im geschäft. wären sie nicht aussergewöhnlich gut hätten sie die lange zeit sicher nicht überlebt.
natürlich haben es da neue namen schwer sich durchzusetzen, auch wenn das "Marketing" professioneller ist. Gespliesstenverkauf und -Bau funktioniert nicht so einfach nach aktuellen "werbetechnischen Erkenntnissen". Bei Gespliessten dauert alles (Gott sei Dank auch) vielleicht etwas länger. Bekannten Rutenbauern läuft man nicht so schnell den Rang und Namen und damit auch Kunden ab.

Parameter für mich und viele andere Gespliessten-Freaks die ich kenne (ich wiederhole mich hier): Erfahrung, Reputation, Qualität, Preis-Leistungsverhältnis OK, Bauchgefühl

wir alle folgen trends und kulten, auch bei gespliessten. Ein Beispiel: Rutenbauer A hat 30 jahre erfahrung, einen grossen namen, baut super ruten für z.B. 1500Euro.
Rutenbauer B hat nur 5 jahre erfahrung, noch keinen grossen namen und baut ähnlich gute ruten für ebenfalls 1500 Euro. von welchem rutenbauer kauft man die rute? welcher Rutenbauer hat bereits mehr Kunden? Und Rutenbauer B kann aufgrund seiner geringeren Erfahrung kaum bessere Ruten bauen als Rutenbauer A oder?

hart aber realität. wie bei jedem trend und jedem kult bezahlt man den namen mit (wiederverkaufswert spielt hier für manche auch noch eine rolle), auch wenn es manchmal vielleicht nicht allzuviel sinn macht.

Verfasst: 20.10.2004, 10:21
von Rudi
Guten Morgen Kollegen,

ich sehe die Diskussion geht weiter und das freut mich. Interessante Sache.

nochmals ganz kurz zum Konfigurator. Ich habe ja auch gesagt, dass ich keine Gespließte online kaufen würde. Ich will das Teil ja auch vorher in der Hand haben. War ja nur so ne Idee. Vergessen wir das.

@ Roland,
Ich stimme dir absolut zu was du über den Euro sagts, aber ich denke das Problem liegt ganz weit unten in der Lieferkette. Harald sagt er bezieht seine Materialien u.a. aus England, China, Portugal usw. Und ich weiß das auch die ausländischen Firmen Ihre Preise angezogen haben. Kaufte also Harald z.b. seine Materialien vor 5 Jahren für 500 DM ein muss er heute sicherlich das gleich in Euro auf den Tisch legen. Aber ist er nun oder andere Rutenbauer oder andere Produzenten jeglicher Art die die Teile verfeinern und zusammensetzten an dem Materialeinklaufspreis schuld? Sicherlich nicht. Er muss es zum Marktpreis kaufen oder baut nix. Klar hat man dann event. noch ein paar Mitarbeiter die auch jedes Jahr nach Lohnerhöhung schreien und verdienen viel man ja auch noch ein wenig was dran. Und bei der gewünschten Marge schaue ich ja auch auf mein Umfeld, meine Lebenshaltungskosten.
Ich stimme dir auch etwas zu was du über die Preistreiberei sagts, die Marche ist nicht mehr DM sondern Euro. Und garantiert nicht 2 zu 1. Aber das ist Sie bei keinem weder bei Harald noch bei seinen Lieferanten.
Mich kot.t das auch an permantent mehr bezahlen zu müssen und gerade seit den letzten nahezu expotenziell.

Und wieder kommt mein Thema Aufklärung :D .
Wenn ich wüsste das Harald für ungefähre Einkaufspreise hätte, könnte ich mir ein erstes Bild machen und schon jetzt ungefähr sehen was mich die Gespießte kostet. Konfigurator, ... jaja ist schon okay ;)
So, jetzt kommst drauf an was er mit den Teilen macht. Wenn ich wirklich so einen absolut super edlen Stecken bekomme an dem ich mich jahrelang erfreuen kann und event. meinen Nachkommen vermachen kann, dann könnten wir uns über den Preis unterhalten.
So kommen wir mal zum Preis: Weiß ich er hat 500 Euro Materialeinkauf, unterhält Maschinen Mitarbeiter Lagerhalle und arbeitet für eine Gespießte ca. 40 Std dran. Sagen wir mal einen Stundenlohn von nur 20 Euro. Sind wir ja schon bei 800 Euro Arbeitszeit. Und 20 Euro ist ja nun echt nicht viel wenn man Krankenversicherung usw. berücksichtigt. Aber egal sagen wir mal, 500 Euro Material, 800 Euro Mitarbeiterlohn, 100 Euro Maschinen Lager Strom usw. (meine damit nur lediglich die Abnutzung, Gebrauch und Verbrauch) der geräte) weiter Teilkosten, dann noch die Marge biste bei 2000 Euro für eine super edel Gespießte wo sich auch noch der Enkel freuen wird.

Gruss

Rudi

Verfasst: 20.10.2004, 11:59
von RolandT
Hallo Rudi, ich bin Einverstanden mit deinen Ausführungen. Aber: Die meisten Rutenbauer unserer Zeit, betreiben dies doch nicht hauptberuflich, sondern üben den Gespließtenrutenbau aus reiner Liebhaberei aus. Klar hast Du Recht mit deinen Worten, wenn es darum geht, eine Firma mit, sagen wir 2-3 Mitarbeitern zu betreiben. Dann sollte es aber außerhalb der Realität liegen, das in dieser Firma nur 2-3 Ruten pro Monat hergestellt werden. In einem Betrieb würde man viel Wirtschaftlicher denken. Da gehen dann pro Monat nicht 2-3 Ruten raus, sondern 20-30. Und die Rutenbauer, die ich bisher kennenlernen durfte, stellen ihre Ruten nebenbei, in ihrer Freizeit her. Auch ein Walter B. aus Österreich, der ja nun seit mehr als 30Jahren Traumhafte Splitcanerütchen baut, macht dies nach wie vor alleine. Dafür steht er mit seinen Namen. Kannst Du Dir vorstellen, eine Rute von Walter B. zu kaufen, wo B. draufsteht, diese Gerte aber von Mayer, Schulze oder Müller hergestellt wurde? Ich nicht. Das wäre nicht daselbe. Wenn B. draufsteht, dann sollte auch B. drin sein. Das die Materialkosten gestiegen sind, auch hier stimme ich Dir zu. Aber sicherlich nicht so, das eine Verdoppelung des Rutenpreises Gerechtfertigt wäre. Und warum muss man ständig damit daherkommen, die Leute Aufklären zu müssen? Wer als Fliegenfischer mit einer Gespließten Rute fischen möchte, findet für sich persönlich sicherlich das richtige Angebot. Dessen bin ich mir sicher. Die Werbetrommel so zu rühren, wie es hier im Forum gemacht wird, dient doch sicher nicht nur des Thema wegens, sondern viel mehr, das der einzelne seinen Absatzmarkt steigern kann. Auch das was von maruoff angeführt wurde, kann ich voll und ganz bestätigen: Bekannte Rutenbauer brauchen keine Öffentliche Darstellung. Da hat es bisher immer mit der Mund zu Mund Propaganda geklappt. Zum Schluss noch etwas Ketzerisches von meiner Seite, das ich gegebenenfalls zu entschuldigen bitte: Von den Rutenbauern, die im September mit in Mauerbach bei Wien waren, ist der wirklich bekannteste von ihnen, Bjarne Fries. Die anderen mögen sicherlich auch sehr gute Rutenbauer sein, dies zweifle ich nicht an, sind aber doch eher Unbekannt. (deshalb müssen diese im Rutenbau nicht schlechter sein!) Wo in der Liste der Teilnehmer sind die wirklich Bekannten ihrer Zunft? Ich denke, das die jenigen, die an der Veranstaltung nicht teilgenommen haben, eine Selbsdarstellung nicht nötig haben.
Noch etwas zum Schluss: Ich finde es persönlich schön, das Gespließte Ruten noch keine Massenprodukte sind, die ein jeder fischt. Gerade das macht für mich den Reiz aus. Es ist halt ein größerer Genuss, seinen Champagner aus einem edlen Glas, statt aus einem Plastikbecher zu Trinken!
Allen hier ein kräftiges Petri Heil und Gut Wasserwaid.

Herzlichst RolandT

Verfasst: 20.10.2004, 15:46
von maruoff
sehr schöner vergleich das mit dem plastikbecher, roland!
fliegenfischen ist wie champagner.

Verfasst: 20.10.2004, 17:56
von stefan grau
@Harald;

ich persönlich würde aufpassen günstige gespliesste um 500 euro als "schmarren" zu
bezeichnen und diese etwas differenzierter nennen. ich jedenfalls habe
hier "umlernen" müssen. der preis allein sagt nichts über schmarren oder nicht-schmarren aus,
man muss den schmarren dann tiefer betrachten und es nicht schmarren nennen,
sondern einfach günstige alternative oder so.
was sagt der der den "schmarren" baut dann über dich? über artikel konkurrenten/mitbewerbern spricht man nicht öffentlich aös schmarren, finde ich jedenfalls, denn es gibt immer eine "retourkutsche", früher oder später.
wenn der kunde dies tut, dann schmerzlich aber okey, der rutenbauer sollte sich hüten.

nein, ich habe keinerlei berührungs- und erklärungsängste, wenn jemand eine
günstige gespliesste will und bin jederzeit bereit eine solche mit meinem
namen drauf zu bauen.
Aber - ich betreibe keine augenwischerei und weise (eben informieren) den
interessenten darauf hin, dass es eben für diesen preis nie ein ferrari sein
kann, sondern eine alltagsrute ohne jedwelchen luxus und platz für
sonderwünsche (sprich sonderanfertigung). wenn der kunde dies nicht versteht
und einen ferrari trotzdem für euro 500 will, dann bin ich allerdings die
falsche adresse und dies erkläre ich ebenso klipp und klar. eine hochwertige
gerte zu einem schleuderpreis zu verkaufen nur um im markt "bestehen" zu
können, überlasse ich dann anderen .so geschah es vor einem jahr in der ch
durch einen namhaften nicht ch- rutenbauer, der verkaufte wirklich tolle
gerten zu einem dumpingpreis, nur um nebst den einhemischen rutenbauern
einen platz zu finden - freut mich erhlich dass er unterdessen "raus" ist -
nicht um seiner werke willen die wirklich eins-a sind, aber die preise die
er verlangte waren jenseits jeder realität. die kunden merktens, als die
gerten dort für x-euro angeschrieben waren, da aber plötzlich für 5 mal x.
wohlverstanden dieselben modelle.

Apropos - Aluhülsen sind nicht schlecht, jedenfalls die zwei verscheidenen
paare die ich habe, eines aus der massenproduktion und eines als prototyp
für mich angefertigt. das letztere muss ich noch mindestens ein jahr intensiv
angeln um es als für mich *tauglich* zu bezeichnen, das erstere ist schon getestet,
aber da es den lieferanten "gelupft" hat ist es nicht mehr leicht erhältlich - auch
sein patent hat noch gültigkeit und liegt in den händen eines anwalts. ich
hüte mich es zu kopieren.

ich habe auch mehr als eine gerte die mit bronze-hülsen ausgestattet und
fische diese seit mehr als fünf jahren intensivst, und habe noch nie einen
bruch/haarriss verzeichnet, und sie passen immer noch toll. seit 2004 gehöre
ich nicht mehr zu jenen, die nur nickel als das ultimativ beste bezeichnen,
nur weil es in zig büchern steht und durch rutenbauer per mundpropaganda
einfach so nachgelobt wird - natürlich gehört nickel zum besten, aber es gibt günstige
alternativen und ich stehe voll dahinter.
diese hüsleen fertige ich aber nicht selber, sondern kaufe sie zu, und da es nicht
kleinste mengen sind ist der preis mehr als eträglich und bei kunden mit
weniger euros auch gefragt und auf günstigen ruten auch richtig platziert.
wenn ich sie selber drehen würde, dann allerdings wäre
der preis wieder höher. solange ich diese hülsen "frei" zukaufen kann,
fertige ich sie nicht selber. danach schauen wir dann weiter.

lieber harald, ich verstehe deine philosophie und kenne deine persönlichkeit
ein (ganz ganz ) wenig und weiss dass du sehr "pingelig", oft sogar
"detailversessen" bist. nochmal - dies ist kein vorwurf und dies ist nicht negativ gemeint,
sondern erklärt deine ansprüche schlicht das beste zu bauen, was möglich ist,
du weisst dies ist deine philosophie und muss aber nicht von anderen rutenbauern geteilt, resp.
nachgelebt werden. überlass es ihnen günstige alternativen zu bieten wenn du dies nicht selber tun willst aber sie,
und betrachte es nicht als "schmarren", und wenn, dann nicht öffentlich,
denn der eine oder andere interessent hat schlicht nicht die euros für einen
langer-ferrari, quasi die rahmengenähte gespliesste aus austria, sondern jetzt einfach
nur für ein paar schuhe von deichmann - und in denen läuft es sich auch
nicht schlecht, wenn zugegeben vielleicht auch nicht jahrzehntelang. da
brauchts dann sicher eine sonderanfertigung, respektive rute auf höchstem
niveau a la wagner, langer oder was auch immer. der eine hat genug schuhe um ein paar jahre keine zu kaufen und spart für den "langer",
der andere will die gespliesste jetzt und entscheidet ers nach zwei jahren fischen, ob er für die höhere klasse spart.
überlassen wir die entscheidung dem angler, was und wo er seine gespliesste erstehen will.

ob chinesische ware schmarren ist, kann ich ehrlich nicht beurteilen - ich sah bis jetzt deren 2, eine fand ich nicht nach meinem
(wohlverstanden, meinem persönlichen) geschmack, die andere war nicht schlecht.
persönlich habe ich aber zweifel, ob der chinese seinen lack umweltgerecht entsorgt, seine kinder in der werkstatt im schleiffstaub schlafen
und eventuell gar mitarbeiten. vielleicht müssen sie das, damit der niedrige lohn (und der der verkaufspreis) sich rentieren, was soll ich also tun?
schmeisst der chinese den lack nebst all dem in den benachbarten fluss, gehts in die umwelt, ins meer, in den fisch, in den kutter, in die fischstäbchen,
in meinen magen. wir wissen heute dass umweltschutz in komunistisch orientierten ländern kein thema war (siehe ex-ddr, ex-ostblock), mein vertrauen in china ist hier
gering. gleich verhält es sich mit menschenrechten. ja, da kommt politik ins spiel, die einen scheren sich nicht darum, andere interessierts halt.
einige kauften nach dem beginn des letzten irak-kriegs munter weiter in den us blanks, andere suchten nach europäischen alternativen.

mühe habe ich allerdings, wenn auf einer maschinell gefertigten (sprich gefrästen und maschinell getaperten) gepsliessten "handmade" draufsteht,
obwohl handmade heute sehr viel heissen kann.
mühe habe ich, wenn einer eine gespliesste in 8 stunden baut und dafür 4000 $ verlangt - aber auch hier gibts sogar erklärungen dafür, dann willi ch sie aber wissen
mühe habe aich ich, wenn einer seinen namen auf eine gerte schreibt die er nicht gebaut hat, egal ob mit maschine oder von hand- aber auch das gibt es heute (und früher gab es dies erst recht) und man munkelt hier ganz "grausige" dinge.

mühe habe ich nicht, mit jenen die gespliesste verkaufen die 500 euro kosten und diesem preis gerecht kommen, sprich kein dumping sondern
"you get what you are willing to pay for".


@ Roland T.;

die rutenbauer betreiben sicher keine preistreiberei, sind aber in der
transparenz zugegeben hinten nach. aber auch die "neuen medien" mischeln
mit, wenn die preise hochschwappen, denn die online-auktionen bieten so
manchen schrott, für den der nicht informierte bieter preise bieten, die
jenseits von gut und böse sind. der boom ist aus den usa nach hier
rübergeschwappt. gespliesste = kohle, egal wie und mit was gebaut.
preistreiberei, allerdings öfter gegen unten, betreiben die rutenbauer die
hochwertige gerten zu einstandspreisen anbieten, und solche gibts nicht
wenige und es sind teils auch amateure. diese müssen nicht vom rutenbau leben und haben rein freude an der sache.
preistreiberei betreibt aber auch der kunde, der nie hinterfragt und einfach
kauft was billig ist und immer mehr das gefühl bekommt, alles für wenig.
und dann "rumposaunt", ha, meine rute hat nickelsilber-schubringe und kostet 400 euro (beim "dumper"),
und du "trottel" zahlst für "dasselbe 2000? "ich bin ja nicht blöd" und kauf die gespliesste
dann im "bamboo-markt".

"you get what you are willing to pay for" - sinngemeäss - du kriegst das,
für was du zu zahlen bereit bist, sagen einige us-rutenbauer und dem
schliesse ich mich voll an und gebe dies aber auch offen an interessenten
meiner ruten weiter. wer was tolles und zugleich ausgefallenens, individuell
auf ihn zugeschnittenes will, muss tiefer in die tasche greiffen.

ich gebe dir aber recht, dass es teils immer noch missstimmung, respektive
konkurrenzdenken unter vielen rutenbauern, auch im deutschsprachigen raum,
gibt und man lieber aufeinander drescht als zusammen vorprescht. die jüngere
generation ist da etwas besser, es dauert aber noch, bis die zustände wieder
"akzeptabel" sind - wir arbeiten daran (in der ch haben wir allerdings gottlob wenig
probleme)! Allerdings muss man auch unterscheiden wer "professionell" ruten
verkauft, und wer mehr als amateur arbeitet. Der Prof liebt es nicht
besonders, wenn er einem amaterur bereitwillig auskunft gibt, und dieser dann
seine taper und einiges mehr kopiert und und die kopie dann unter seinem
namen feilbietet und zu einem drittel des preises. die "entwicklungskosten"
hat dieser ja nicht mehr zu tragen, profitiert aber ungerechtfertigt vom
"meister". auch solche vorkommnisse haben viel unfrieden gesäht.
aber - dies kommt in den besten familien vor - leider.

Aus solchem "missstimmungen" kommt es auch, dass sich nicht viele "prominente"
rutenbauer auf denselben veranstaltungen
einfinden, viele haben ein - teils berechtigtes, teils unberechtigtes - misstrauen.
Das muss aber jeder mit sich selber ausmachen.
vor einigen jahren versuchte ich erfolglos ein grösseres rutenbauertreffen in der ch zu organisieren - die kommentare
die ich teils von einigen rutenbauern erfuhr;
"wenn der kommt komme ich nicht" - also zwecklos weiter zu organisieren, jedenfalls damals, solls ein anderer tun, ich bin nicht diplomat von beruf.
Hier hut ab vor den Oesterreichern und deren treffen!

ihre äusserungen kommen mir mit verlaub etwas "zwielicht" vor (oder ich verstehe sie nicht richtig) - einerseits sind sie für einen markt von günstigeren gespliessten, andererseits ketzern sie über ein treffen von bekannten und unbekannten rutenbauern. die bekannten hätten es kaum nötig an solchen treffen aufzutreten.
ich behaupte - doch sie hätten es.
Jeder hersteller der behauptet er hätte es nicht nötig neue Kunden zu gewinnen, "lügt" vielleicht. denn einige kunden gehen plötzlich anderswo hin, andere sterben weg, werden arbeitslos und haben kein geld mehr etc. etc. Dann macht der Rutenbauer den laden dicht oder baut ein lager für bessere zeiten - wenn man sich dann och an ihn erinnert. Mund zu Mund propaganda ist wirklich eine der besten werbungen, aber langfristig nicht die einzige. denn wenn immer nur die glkeichen 5 personen die mundpropaganda machen, bleibt es "inzucht".
in diesem forum kommen mehr oder weniger immer die gleichen fragen zu gespliessten, also besteht er- und aufklärungsbedarf. sind wir froh dass es so unerschrockene wie maruoff, zuma, royal coachman, harald langer und viele weitere gibt, die hier erklärungen/auflärungen verbreiten. zugegeben alles mehr oder weniger leute von der
"jungen rutenbau-generation", aber die "alten" lesen hier ja vermutlich bloss mit, äussern tun sich die wenigsten, und nicht jeder kennt Baginski, Schlecht, Henseler, Hildebrand, Popp, Brunner und alle weiteren Eminenzen. wenn antworten, dann erhält er sie hier oder zumindest einen teil.
wie die österreicher kommen die obskuren schweizer regelmässig zusammen und stellen regelmässig zusammen aus - auch das ist aufklärungsarbeit und wieviele schätzen es, an einer unserer angelshows einmal eine gespliesste auf einer speziellen wurfbahn werfen zu können und nicht nur davon hören oder lesen.
natürlich profitieren wir zuweilen auch davon, indem wir so neue kunden finden, aber das ist ja nicht verboten.
Und wenn dann sogar alte "Schweizer-Rutenbaumeister" wie Wüst und Bühler (in der BRD wohl nur wenigen bekannt) an den Stand kommen und uns persönlich zum auftritt und den gerten gratulieren, so erfüllt uns das mit mehr als freude.

dass wir rutenbauer uns hier im forum aber proilieren wollen, finde ich weit hergeholt. wir holen uns unsere kunden nicht hier und ich persönlich finde das ist auch unmöglich.
und wenn einge von uns gespliesste im gerätest stehen haben, so spricht das für diese und deren "risikobereitschaft", aber auch den willen zu lernen. von den "grossen" sah ich bis jetzt noch nie eine gerte im test, aber bin mir sicher dass es (sehr) viele interessenten dafür gäbe.
mich persönlich "regt" es einfach immer noch auf, wenn ich undifferenzierte halbwahrheiten über gespliesste höre (zu teuer, zu schwer, zu empfindlich etc.) und hier erlaube ich mir jeweils einen kommentar abzugeben. solange ich mich "aufrege" diskutiere ich mit, aber zugegeben immer weniger, ich habe nur noch wenig zeit und auch energie für solche dinge.

für das "teuro-problem" können wir schweizer nichts und nehmen uns davon auch aus, wir sind nicht in der eu, aber auch wir haben hier immer teureres angelgerät, das hat aber auch mit der wirtschaftlichkeit des angelfachhandels zu tun - dieser wird für die betreiber nämlich immer weniger lukrativ. hier in der ch geben einige auf oder versuchen die läden zu verkaufen. der markt ist extrem übersättigt, lieferanten liefern nur bei einer mindestabnahme von entsprechend vielen stück, das treibt den preis hoch. was soll ich als ladenbesitzer machen, wenn immer mehr hersteller auch direkt verkaufen?. der hersteller sagt okey, wenn due meine marke führen willst, dann musst du jährlich 100 stück dieses models kaufen. macht der händler, kauft 100 stück ein, der hersteller schriebt die dinger nach 4 monaten ab, preis jetzt 50%. der internationale druck zwingt ihn, alle halbe jahre eine neue wathose oder rute auf den markt zu werfen. der händler muss nun nachziehen, sonst haust DU ihn in die Pfanne, als preistreiber und profiteur. der händler hat aber die 100 stück zum vollen preis eingekauft, verkauft hat er vom 100`er sortiment aber nur 40 stück - 60 stück zu verramschen kostet viel, es sind abschreiber. nächstentags läutet schon wieder der vertreter des lieferanten an der tür" sieh mal, hier komt unser neues modell, du bist ja unser stützpunkthändder, also kaufe wieder 100 Stück vom neuen modell und du darfst unsere marke weiter führen. jetzt ist er in der zickmühle - schmeisst er die marke raus, oder bestellt er die 100 neuen modelle? ist die marke eine prestigemarke (wir wissen alle in diesem forum welches solche sind), muss er sie wohl wieder kaufen, sonst wird der kunde stinkig weil er das neue modell nicht findet. und schon geht der tanz von vorne los - nach 4 monaten......nun hat der fachhändler wieder 60 stück zum abschreiben, der letzte abschreiber hat noch 30 übergelassen, jetzt hat er 90 modelle die nicht mehr"aktuell" sind. was tun? die preise raufsetzen und quer zu finanzieren? was tun? nur noch "no-name marken" führen aber bei den prestige-jägern als veralteter ramschladen gelten? was tun?
und die neu-.angler werden nicht mehr, denn die fische werdens ja auch nicht, und die junganglerförderung macht auch nicht sehr viel, junge gehen heute lieber vor dem pc gamen, mountain-biken etc. fischen? was ist das? dann trifft er in angelverinen auf die "alte garde", die nur von den "guten alten zeiten", den bösen kormoranen erzählt, aber nicht dass angeln durchaus auch andere seiten als nur der fangerfolg haben kann, die jungen haben es heute satt "alte leiern" zu hören.

so, man verzeihe mir dass ich wieder mal viel schrieb

wenn ich jemandem mit meinem posting auf den schlips getreten bin, so entschuldige ich mich schon jetzt dafür, und es war sicher nicht beabsichtigt.
Freundliche Grüsse

Stefan Grau

Verfasst: 20.10.2004, 22:53
von Harald Langer
Servus Stefan,

Du hast zu viel in mein Statement hineininterpretiert. Ich habe ja nicht gesagt Ruten um 500 Euro wären automatisch ein Schmarrn, sondern Hülsen aus reinem Aluminium auf eine Rute zu montieren wäre einer. Wenn es Dir hilft, nenne ich es „nicht die beste Lösung“. Aber so lange der Kunde das weiß, ist es sowieso in Ordnung.

Das von mir aus jeder für seine Ruten verlangen kann was er will, kannst Du übrigens schon in meinem ersten Bericht nachlesen.

Schade, dass ihr Schweizer keine Zeit für meine Ausstellung oder das Rutenbauertreffen hattet. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal. Würde mich freuen.



Roland,

Sie schreiben sich in einen Wirbel.

Schauen Sie, selbst wenn ich 2 bis 3 Mitarbeiter in der Rutenbauwerkstätte hätte, wird die Rute nicht billiger. Oder glauben Sie, dass jemand anderer als ich, ich meine damit einen virtuellen Mitarbeiter, eine Rute der gleichen Qualität um so vieles schneller herstellen könnte?

Wenn Sie nach Wirtschaftlichkeit im Sinne von Rationalität verlangen, werden Sie in einigen Jahren keinen individuellen Rutenbauer und nur mehr Serienruten vorfinden. Wirtschaftlich ist aber auch, für eine Rute den angemessenen Preis zu verlangen.

Und Ihre Ketzerei können Sie sich wirklich sparen.

Statt dass Sie froh währen, dass es so auskunftsfreudig Leute wie mich, Stefan oder die Ihnen unbekannten Kollegen meiner Ausstellung gibt, unterstellen Sie billige Motive zur Absatzsteigerung. Das ist unter anderem ein Grund, warum sich die von Ihnen, wie auch von mir, geschätzten Rutenbauer öffentlich nicht zu Wort melden.

Besser wäre es, Sie hätten die Ausstellung besucht. Dann hätten Sie gesehen, wie viele Fliegenfischer noch nie über die verschiedenen Herstellungsmöglichkeiten von Gespließten informiert wurden. Ich bin sicher, ich hätte auch Ihnen noch etwas beibringen können.

Weiters wüssten Sie auch, dass Rutenbauer sich gegenseitig unterstützen, und sich nicht „das Material abdrehen“. Auch zocken sie niemanden ab!

Und wenn Sie meinen, die Etablierteren haben Selbstdarstellung nicht nötig, beobachten Sie einfach einmal deren Messeaktivitäten. Bis auf Walter Brunner sind alle auf der einen oder anderen Messe anzutreffen. Und selbst den treffe ich gelegentlich bei kleineren Österreichischen Veranstaltungen.







Lieber Maruoff,

Du hast bis auf einen Punkt Recht. Ich meine, Rutenbauer B muss, sofern er beim Publikum anerkannt werden möchte, sogar besser und oder vielseitiger sein als Rutenbauer A.

Das ist auch der Grund, warum die Ruten in den letzten Jahren immer besser werden, und sich ein prüfender Blick auf die jungen Wilden durchaus lohnt. Wettbewerb belebt die Sinne. (Hoffentlich hat das der Roland nicht gelesen).


Schönen Abend an Alle


Harald Langer


PS: An Maruoff und Holger

Ich meine, einem von Euch steht der versprochene Kurs zu. Wenn Ihr beide wollt, strapaziere ich den Glücksengel. Gebt bitte Bescheid.

Verfasst: 20.10.2004, 23:59
von RolandT
Lieber Stefan Grau, ich Danke Ihnen Rechtherzlich für ihre ausführlichen Worte, denen eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist. Auch ein ganz großes Danke für Ihre Objektivität und dafür, das Sie in ihren Beitrag nicht mit Beleidigungen gekommen sind. Diesen, ihren Beitrag, zu diesem Thema gelesen zu haben, hat richtig gut getan. Ihre Meinung zur Preistreiberei, wie Sie diese sehen, hat mich dazu bewegt, meine Meinung dazu anders zu betrachten. Auch das sollte fairerweise gesagt sein.
Meine Äußerungen, die Sie als etwas zwielichtig bezeichnen, sind eine gewisse Ratlosigkeit, die sich in mir breit macht. In diese Richtung sollten meine Äußerungen betrachtet werden. Ich finde es persönlich sehr schwach, das es heute so ist, eher Gegeneinander, als Miteinander zu arbeiten. Vielleicht kommen ja meine Gedanken nicht so rüber, wie es eigentlich gedacht war, vielleicht sind diese ja auch mit etwas zu viel Ironie gespickt. Andererseits hatte ich das Gefühl, das Herr Langer seine Veranstaltung im September, als mehr, als gelungen darstellen wollte. Die Besucherzahlen, genauso wie die Zahl der Rutenbauer, war wie ich weiß, weniger, als gewünscht. Für eine Veranstaltung, die nun mehr, zum zweiten mal stattfand, nicht gerade der große Wurf. In mir kam das Gefühl auf, das man hier etwas schönreden wollte. Ich kenne Herrn Harald Langer nicht persönlich, habe auch nicht vor, ihn anzugreifen oder nieder zu machen. Doch hat er nun einmal diese Diskussion angeregt. Ich finde, das man das ein oder andere schon einmal kritisch hinterfragen sollte und nicht immer einer Meinung sein muß, wenn diese nicht angebracht ist. Ich finde es nicht gerade positiv, wenn man einen jeden nach dem Mund redet. Denn damit kommt man nun wirklich nicht weiter. Man sollte es mir also nicht übelnehmen, wenn ich meine ganz persönliche Meinung äußere. Eine gute Diskussion besteht nun einmal aus einem pro und kontra. Sollte ich mich mit meiner Meinung auf dem falschen Weg befinden, so lasse ich mich gerne eines besseren belehren. Alles Gute zu Ihnen in die CH.

Herzliche Grüße, allzeit ein kräftiges Petri Heil und Gut Wasserwaid, wünscht RolandT

Verfasst: 21.10.2004, 00:35
von RolandT
Lieber Harald Langer, nein nicht ich schreibe mich in einen Wirbel, sondern Sie fassen das, was ich bisher geschrieben habe, viel zu persönlich auf. Bei meinen letzten Posting, auf das Sie Bezug genommen haben, habe ich nicht Ihnen geantwortet, sondern dem Rudi, dessen posting vor dem meinen stand.
Ich kann mich nicht daran erinnern, das ich Sie persönlich angegriffen hätte. Sie erwarten doch nicht allen ernstes, das sich auf ihr Diskussionsthema nur Leute melden, die sich nur ihrer Meinung anschließen. Sollte das so von ihnen gewünscht sein, so hätten Sie im ersten posting darauf hinweisen sollen, das sich doch bittschön nur Fliegenfischer zu Wort melden sollen, die ihrer Meinung sind. Dann könnten sich zumindest all die anderen, die nicht auf ihrer Wellenlänge liegen, die Zeit und die Mühe sparen, ihnen zu Antworten. Eine Frage.: Wissen Sie etwas mit Ironie anzufangen? Wenn ja, dann hätten Sie meine Ausführungen nicht so außer Rand und Band bringen müssen. Lesen Sie sich einfach meine postings nochmals in aller Ruhe durch, lassen Sie diese ein wenig wirken, dann verstehen Sie mit Sicherheit auch das ein oder andere, was ich mit meinen Worten versucht habe zu sagen. Nicht Lesen und sich gleich über die unverschämtheit der Worte aufregen. Vielleicht ist es ja gar nicht so unrecht was der ander denkt.
Also lieber Herr Langer nocheinmal: ich habe und hatte nie vor Sie in ihren innersten zu treffen! Mir liegt vielmehr daran, mich in eine Diskussion mit einzubringen, und das nicht, um nur dem anderen Honig ums Maul zu schmieren. Wie schon im posting an Herrn Stefan Grau erwähnt, hilft ein pro und kontra viel weiter, als wenn man immer nur einer Meinung ist.

Auf ihr posting von gestern Abend wollte ich nicht eingehen. Aber das passt hier noch ganz gut rein:

,,Und wenn Sie schon beim Jammern über die augenblickliche wirtschaftliche Situation sind, treten Sie in dieser Disziplin niemals mit einem Unternehmer, und schon gar nicht mit einem Wiener Unternehmer in Wettbewerb. Niemand jammert besser, wenn’s darauf ankommt.,,

Der eine nennt es Jammern, der andere macht sich über das ein oder andere so seine Gedanken!

Ihre Worte, die Sie mir zukommen ließen, hörten sich für mich wirklich sehr Überheblich an!! Wenn Sie es nicht wünschen sollten, das es auch andere Meinungen gibt, als diese, die Sie sich wünschen, so lassen Sie es mich bitte wissen. Dann kann ich mir jegliche Kommentare in Zukunft sparen. Dann kann ich meine Zeit sinnvoller nutzen, als ich es bisher getan habe.

So, das musste raus!!

Alles Gute zu Ihnen nach Wien. Herzlichst RolandT

Verfasst: 21.10.2004, 09:05
von Harald Langer
Guten Morgen,

gut gekontert Roland.

Wahrscheinlich lässt die schriftliche Form einer solchen Diskussion zu viele Zwischentöne ungehört.


Liebe Grüße

Harald Langer