Aufzuchtbach

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Tom Doll
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Ungelesener Beitrag von Tom Doll »

Hallo,

Ich bin kein Experte für Besatz. Was ich halt sehe ist, daß soviel dumme Sachen gemacht werden. Wahrscheinlich ist es kein Problem einen Teil der Forellen rauszunehmen. Schade wäre es um so einen Bach, wenn Unsinn passiert.

Gruß

Tom
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pehers
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Ungelesener Beitrag von pehers »

Servus!

Schade wäre es auch, wenn in die Fliegenstrecke nur Besatzmaterial aus der Zucht eingebracht würde, wenn Möglichkeiten wie diese bestehen. Wie gesagt würde ich versuchen, den Stamm durch Abstreifen Vorstrecken der Brut zu unterstützen und damit den Nachwuchs zu fördern.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang natürlich den genauen Ertrag des Gewässers zu kennen, um sicher zu stellen, nicht zu viel abzuschöpfen.

Beste Grüße,
Hans
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I still don't know why I fish or why other men fish, except that we like it and it makes us think and feel. (Roderick L. Haig-Brown, A River Never Sleeps)
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Rattensack
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Ungelesener Beitrag von Rattensack »

Servus Peter, liebe Freunde,

schön wenn man vermisst wird in Abwesenheit:)

Also dann mal los. Meine Meinung zu Aufzuchtbächen ist eine zwieschneidige. Einerseits ist die Qualität derartiger Besatzfische einzigartig und eine nachhaltige Bewirtschaftung von Aufzuchtbächen ist grundsätzlich möglich. Andererseits sind es heutzutage nur mehr die kleinen Bäche, welche von den verschiedensten Nutzungen verschont bleiben haben und damit als Rückzugsgebiete, Genreservate etc. dienen.
Allerdings ist die Nutzung als Aufzuchtbach oft völlig unnötig, weil der Überschuss an Jungfischen sowieso in den nächstgrößeren Vorfluter abwandert, welcher oft dem selben Fischereirecht angehört.
Hier wäre geboten, den Aufzuchtbach strukturell aufzuwerten, und unsinnige direkte Bewirtschaftungsmassnahmen zu unterlassen (stichwort Durchgängigkeit, Restrukturierung).

Meiner Meinung nach gibt es folgende Möglichkeit für die Nutzung von Aufzugsbächen in aufsteigender Intensität und absteigender ökologischer Unbedenklichkeit

1) Jährliche oder mehrjährige Abschöpfung des natürlichen Zuwachs, keine selektive Entnahme von Größenklassen und totale Schonung von Beifischen
2) Jährliche, größenselektive Entnahme von Adult- und Subadultfische oder Jungfischen bei ausschließlicher Nutzung der natürlichen Reproduktion
3) Massive jährliche, größenselektive Entnahme bei Unterstützung durch Besatz mehr oder minder heimischen Materials
4) Massive, größenselektive Entnahme und Nachbesatz mit nicht standortheimischen Material, Entfernung von Nebenfischen ("Bruträuber")

Im Fall eures - scheinbar wirlich tollen Baches, welcher auch sensible Arten beherbergt, die durch Bewaten und Elektrofischen stark geschädigt werden können (Neunaugen, Krebse?), halte ich eigentlich nur 2 Varianten für vertretbar:
- Falls der Bach in euer Revier mündet, bitte lasst in verschont von direkten Bewirtschaftungsmassnahmen, nutzt ihn maximal als Genreservat (z.B. geringe Entnahme von Mutterfischen für Fischzucht)
- Falls nicht, dann Variante 1, unselektive Entnahme. Man könnte z.B. den Bach in wenige hundert meter lange Abschnitte einteilen, und diese abwechselnd in 3-oder 4-jährigem Intervallen total abfischen, sodass ein Abschnitt nach dem Ausfischen für 2 oder 3 Jahr wieder total geschont bleibt.
Die Varianten 3 und 4 hielte ich jedenfalls für massiv abzulehnen.

Beste Grüße und ggf. viel Erfolg bei der Überzeugungsarbeit,
Clemens
A curious thing happens when fish stocks decline: People who aren't aware of the old levels accept the new ones as normal. Over generations, societies adjust expectations downward .. (Kennedy Warne)
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