Akte FF: Unglaubliche Geschichten vom Fliegenfischen
Moderatoren: Forstie, Maggov, Olaf Kurth, Michael.
Na, dann steuere ich auch mal eine Begebenheit von unlängst bei:
Das Sedgefressende Ufergras
Unser Verein hat einen 3-5m breiten Forellenbach gepachtet, dessen Ufer größtenteils dicht mit Strauchwerk und Bäumen bewachsen sind. Für Fliegenfischer also eine Herausforderung.
Eine meiner Lieblingsstellen ist der Wehrschuss an der Rückseite einer alten Mühle, genauer das Kehrwasser mit dem Gumpen unterhalb des Wehrschusses. Dort stehen - mit dem Kopf in Fließrichtung des Wehrschusses, denn so stark ist das Kehrwasser - hart am jenseitigen, gemauerten Ufer die Forellen.
Man muss sie vom diesseitigen Ufer, über das dahinschießende Wasser hinweg, mit einem Airmend-Wurf anwerfen. Nach hinten ist aller Platz der Welt für den Rückschwung.
Nun sah ich auch neulich wieder am späteren Nachmittag eine schöne, große Regenbogenforelle mehrmals steigen - dicht an der Mauer, auf deren Krone ein paar einzelne herausgeschossene Grashalme stehen.
Ihr kennt das wohl, wie das Jagdfieber bei einem solchen Anblick in einem immer heißer wird, wie die Hände zu schwitzen beginnen, sich der Sabber im Mund sammelt und das Herz bis zum Hals pocht.
An einer Sedge soll diese Prachtforelle hängen bleiben!
Distanz abschätzen, zusätzlich Schnurvorrat einplanen für den Airmend, zielen. Dann Rückschwung, Vorschwung - ja, die Richtung passt genau! - nochmals Rückschwung - auch die Schnurlänge ist nun richtig - Vorschwung, Bogen in die Luft schreiben - die Fliege saust genau dorthin, wo ich sie haben will, während sich der Schnurbogen der Hauptschnur trotzig über das rauhe Wasser des Schusses legt. Sachte sinkt die Fliege hart an der Mauer auf die Wasseroberfläche - perfekt - o neiiiiin! Blöde, dürre Quecke! Statt dem Fisch vor die Nase zu schweben, bleibt die Sedge exakt 30cm über ihm in diesem %$§+*!!! Grashalm hängen!. Darunter schnappt sich die Regenbogenforelle derweil eine echte Sedge (oder was auch immer).
Naja, ist ja nur ein Grashalm, denke ich. Aber es muss das berüchtigte Sedgefressende Raubgras sein, das ebensowenig wie die Fische meine Imitation von einem echten Insekt unterscheiden kann und sie darum eisern festhält. Zug, Zug, Zug,... zing! In endlos vielen Schlangenlinien schnellt mir erst die Hauptschnur und dann der Rest vom Vorfach - ohne die Fliege und ohne das 0,14er Tippet.
Neues Tippet anknoten. Neue Sedge anknoten. Die Regenbogenforelle steigt schon wieder! Rückschwung - Vorschwung - Rückschwung - Vorschwung, Stopp, Bogen legen. Wieder rollt das Vorfach sauber ab, wieder sieht es so aus, als würde die Sedge genau 20cm vor dem Fisch aufsetzen. §$%&*+~"grksnf!!! Muss gerade jetzt dieser blöde Windstoß den Grashalm so zur Seite biegen, dass er wieder meine Fliege erwischt?
Ist da ein Komplott im Gange, eine unselige Schutzalianz zwischen Wind, Gras und Fisch? Wer denkt an die armen echten Fliegen? Und wer an meine Zeit am Bindestock, an das Rehhaar und an meinen jagenden Schwager, der das Reh geschossen hat?
Wieder erweist sich der Grashalm als stärker als mein Tippet, stärker sogar als der vordere Teil meines gezogenen Vorfachs, von dem er mir gerade mal 1,20m zurückgibt.
Ich knote ein neues Vorfach an, ein neues Tippet, eine neue Sedge.
Denn die Regenbogenforelle steigt noch immer.
Aber diesmal sitzt mir der Schock tief in der Seele. Die Würfe sind nicht mehr präzise. Einmal landet die Sedge einen Meter vor dem Fisch, einmal so, dass er sie erreichen könnte. Aber der Airmendbogen ist zu klein ausgefallen. Kaum gelandet, dreggt die Fliege weg.
Kurz: ich werfe noch etwa 10 mal. Aber ich schaffe es nicht mehr, dem Fisch, der nach allem Möglichen steigt, aber nicht nach meiner Sedge, selbige sauber zu servieren.
Dass ein einziger, dürrer Grashalm einen Fischer so derart demoralisieren kann! Schließlich hole ich ein und wechsle den Angelplatz. Bevor ich ihn wieder aufsuche, werde ich dem Eigentümer des Grundstücks am gegenüberliegenden Ufer anbieten, auf seinem Rasen Unkraut zu jäten. Besonders an den Stellen dicht am Wasser.
Das Sedgefressende Ufergras
Unser Verein hat einen 3-5m breiten Forellenbach gepachtet, dessen Ufer größtenteils dicht mit Strauchwerk und Bäumen bewachsen sind. Für Fliegenfischer also eine Herausforderung.
Eine meiner Lieblingsstellen ist der Wehrschuss an der Rückseite einer alten Mühle, genauer das Kehrwasser mit dem Gumpen unterhalb des Wehrschusses. Dort stehen - mit dem Kopf in Fließrichtung des Wehrschusses, denn so stark ist das Kehrwasser - hart am jenseitigen, gemauerten Ufer die Forellen.
Man muss sie vom diesseitigen Ufer, über das dahinschießende Wasser hinweg, mit einem Airmend-Wurf anwerfen. Nach hinten ist aller Platz der Welt für den Rückschwung.
Nun sah ich auch neulich wieder am späteren Nachmittag eine schöne, große Regenbogenforelle mehrmals steigen - dicht an der Mauer, auf deren Krone ein paar einzelne herausgeschossene Grashalme stehen.
Ihr kennt das wohl, wie das Jagdfieber bei einem solchen Anblick in einem immer heißer wird, wie die Hände zu schwitzen beginnen, sich der Sabber im Mund sammelt und das Herz bis zum Hals pocht.
An einer Sedge soll diese Prachtforelle hängen bleiben!
Distanz abschätzen, zusätzlich Schnurvorrat einplanen für den Airmend, zielen. Dann Rückschwung, Vorschwung - ja, die Richtung passt genau! - nochmals Rückschwung - auch die Schnurlänge ist nun richtig - Vorschwung, Bogen in die Luft schreiben - die Fliege saust genau dorthin, wo ich sie haben will, während sich der Schnurbogen der Hauptschnur trotzig über das rauhe Wasser des Schusses legt. Sachte sinkt die Fliege hart an der Mauer auf die Wasseroberfläche - perfekt - o neiiiiin! Blöde, dürre Quecke! Statt dem Fisch vor die Nase zu schweben, bleibt die Sedge exakt 30cm über ihm in diesem %$§+*!!! Grashalm hängen!. Darunter schnappt sich die Regenbogenforelle derweil eine echte Sedge (oder was auch immer).
Naja, ist ja nur ein Grashalm, denke ich. Aber es muss das berüchtigte Sedgefressende Raubgras sein, das ebensowenig wie die Fische meine Imitation von einem echten Insekt unterscheiden kann und sie darum eisern festhält. Zug, Zug, Zug,... zing! In endlos vielen Schlangenlinien schnellt mir erst die Hauptschnur und dann der Rest vom Vorfach - ohne die Fliege und ohne das 0,14er Tippet.
Neues Tippet anknoten. Neue Sedge anknoten. Die Regenbogenforelle steigt schon wieder! Rückschwung - Vorschwung - Rückschwung - Vorschwung, Stopp, Bogen legen. Wieder rollt das Vorfach sauber ab, wieder sieht es so aus, als würde die Sedge genau 20cm vor dem Fisch aufsetzen. §$%&*+~"grksnf!!! Muss gerade jetzt dieser blöde Windstoß den Grashalm so zur Seite biegen, dass er wieder meine Fliege erwischt?
Ist da ein Komplott im Gange, eine unselige Schutzalianz zwischen Wind, Gras und Fisch? Wer denkt an die armen echten Fliegen? Und wer an meine Zeit am Bindestock, an das Rehhaar und an meinen jagenden Schwager, der das Reh geschossen hat?
Wieder erweist sich der Grashalm als stärker als mein Tippet, stärker sogar als der vordere Teil meines gezogenen Vorfachs, von dem er mir gerade mal 1,20m zurückgibt.
Ich knote ein neues Vorfach an, ein neues Tippet, eine neue Sedge.
Denn die Regenbogenforelle steigt noch immer.
Aber diesmal sitzt mir der Schock tief in der Seele. Die Würfe sind nicht mehr präzise. Einmal landet die Sedge einen Meter vor dem Fisch, einmal so, dass er sie erreichen könnte. Aber der Airmendbogen ist zu klein ausgefallen. Kaum gelandet, dreggt die Fliege weg.
Kurz: ich werfe noch etwa 10 mal. Aber ich schaffe es nicht mehr, dem Fisch, der nach allem Möglichen steigt, aber nicht nach meiner Sedge, selbige sauber zu servieren.
Dass ein einziger, dürrer Grashalm einen Fischer so derart demoralisieren kann! Schließlich hole ich ein und wechsle den Angelplatz. Bevor ich ihn wieder aufsuche, werde ich dem Eigentümer des Grundstücks am gegenüberliegenden Ufer anbieten, auf seinem Rasen Unkraut zu jäten. Besonders an den Stellen dicht am Wasser.
Zuletzt geändert von reverend am 04.10.2007, 22:03, insgesamt 1-mal geändert.
Don't buy a fly - just tie!
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Eckat
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Lieber Thomas, Dirk, Gerhard - danke! Herrliche Geschichten!
Mit Kampfstieren und - vor allem - fliegenfressenden Grashalmen haben sicher schon viele von uns ihre Erfahrungen gemacht (und bei mir ist immer wieder schmerzhaft besonders die Bekanntschaft mit bösartigen Erlen, die im Rücken des Fiegenfischers eine verblüffende Beweglichkeit beweisen, wenn sie blitzartig ihre Äste ausfahren, um sich ein Vorfach in der Luft zu schnappen, es sich um ihre Zweige zu wickeln und dort mit mehreren Knoten zu befestigen - im Bruchteil einer Sekunde).
Gebt uns mehr davon!
Herzlichst, Frank
Mit Kampfstieren und - vor allem - fliegenfressenden Grashalmen haben sicher schon viele von uns ihre Erfahrungen gemacht (und bei mir ist immer wieder schmerzhaft besonders die Bekanntschaft mit bösartigen Erlen, die im Rücken des Fiegenfischers eine verblüffende Beweglichkeit beweisen, wenn sie blitzartig ihre Äste ausfahren, um sich ein Vorfach in der Luft zu schnappen, es sich um ihre Zweige zu wickeln und dort mit mehreren Knoten zu befestigen - im Bruchteil einer Sekunde).
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Herzlichst, Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
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Es gäbe da ja noch viele Geschichten zu erzählen, das Problem ist, die handeln meist von Personen und mit Personen ist das so eine Sache....
Vor allem, wenn sie hier direkt mitlesen, manche lesen aber nicht mit und da kann man dann einfacher damit umgehen.
Deshalb erzähle ich die Geschichte von A. lieber nicht, weil er ja mitliest, die Geschichte, wo wir damals mit A. und K.L. am "Lake Platsch" waren.
A. hatte, als ich die Geschichte schon mal irgendwo anders rein geschrieben hatte, schon mal geäußert, daß ich wohl bloß Geschichten über ihn schreiben würde, in denen er nichts fängt.
Dabei war das echt Zufall, A. ist nen prima Kerl und guter Angler, hätte es also eigentlich garnicht nötig, sich über die damalige Geschichte zu ärgern.
Zumal ich ja nur Zeuge war, damals, also am "Lake Platsch", die eigentliche Schuld lag ja bei K.L., wobei man von echter Schuld ja auch garnicht reden kann.
Es war eigentlich nur eine beiläufig gemachte Äußerung, die ihm einfach so rausgerutscht ist, weil wir da stundenlang gefischt haben und auch ganz gut gefangen haben,
nur A. hatte zufälliger Weise, also es war wirklich reiner Zufall, bisher nichts gefangen, da ist K.L. dann zu A. rüber auf die andere Seite von dem Tümpel.
Nun scheint ja in Fliegenfischern immer der Wunsch vorhanden zu sein, unbedingt mal mit dem Gerät eines Anderen zu werfen.
Also meinte K.L., "gib mal her!", nun gab A. auch tatsächlich "her", olle K.L. machte dann auch einen Probewurf, strippte dann ein Stückchen ein, worauf die Rute pötzlich eine unnatürliche Krümmug einnahm.
Na jedenfalls zappelte am Ende von der Leine eine Forelle, K.L. drückte dann A. die Rute in die Hand, mit den Worten, "Is doch ganz einfach!"
Ich glaube A. war dann etwas angefressen, also zumindest ganz leicht.
Na ja darauf sollte man halt Rüchsicht nehmen und sowas nicht unbedingt überall erzählen, deswegen werd ich es mir auch verkneifen.
Außerdem hab ich es ihm gestern im Chat versprochen.
Da erzähl ich lieber eine Geschichte vom meinem Kumpel Fränki, der hats nicht so mit dem Internet, kann aber auch recht sensibel sein.
Fränki, genauer Fränki F. stellt einen gewissen Sonderfall dar, manche Leute sagen von ihm, "das ist so einer, der selbst im Waschbecken noch was fängt!"
Ich hab ihn aber ehrlich gesagt noch nie in einem Waschbecken fischen sehn.
Er ist aber einer von den harten, wenn der am Fischen ist, dann braucht der weder was zu essen noch zu trinken, das Wetter spielt dann auch keine Rolle.
Nur eins kann er nicht verknusen, nämlich wenn er nichts fängt, während andere etwas fangen, da reagiert er sensibel, wird wortkarg und es kann sogar passieren, daß er plötzlich wortlos verschwindet......
Das passiert aber sehr selten.
Also das mit der erwähnten Härte ist so, um mal ein Beispiel zu geben, Fränki rief an um mal zu fragen, ob ich nicht Lust hätte mal ein Gewässer genauer zu erkunden,
eigentlich fragt Fränki nicht, sondern er ordnet an!
Gegen 10:00 standen wir dann vor jenem Gewässer, da es früher im Grenzgebiet lag kannten wir es beide nicht sonderlich gut.
Da die Ufer größtenteils unbegehbar sind, mussten wir waten, das taten wir dann auch bis 19:00, also ohne Pause, immer langsam stromauf.
Also gegen 19:00 rieben meine Magenwände sehr unangenehm auf einander und trotz beginnender Dehydratation stand ich kurz vor einem "Blasensprung".
Ich mahnte also sehr dringlich eine kurze Pause ein, Fränki blubberte darauf hin nur etwas unverständliches vor sich hin, mampfte aber brav eine Stulle, wir waren nämlich schon im Stadium seiner Wortkargheit angelangt.
Denn ich konnte schon 4 Forellen landen, er nur einen handlangen Aland.........
Irgenwann, es muß so gegen 21:30 gewesen sein hatte ich eigentlich genug vom Waten, ich verließ daher das Wasser und lief am dort etwas besseren Ufen entlang, nur noch sporadich an günstigen Stellen werfend.
Dann kamen wir an einer kleinen Rausche an, ich hatte inzwischen das Fischen eigentlich schon eingestellt und lief nur am Ufer mit.
Unterhalb der Rausche war ein tiefer langer Kolk, den Fränki nun ausgiebig auszufischen gedachte. Ich hockte mich derweil oben an der recht hohen Böschung ins Gras.
Von da oben hatte ich einen guten Überblick, konnte auch gut in das recht klare Wasser sehen.
Fränki zuppelte inzwischen einen fetten Streamer durch den Kolk, da löste sich plötzlich ein größerer Schatten von Grund und folgte dem Streamer, ich rief Fränki noch zu, "pass auf!"
"Worauf?", kam die Antwort, da neigte sich auch schon die Spitze seiner Rute heftig ruckelnd, "darauf!", gab ich zurück.
Es war eine starke Bachforelle um die 60cm die er dann landete, glücklicherweise, denn nun war seine Laune wieder bestens, wir konnten nach Hause und ich musste keinen maulenden Fränki im Auto ertragen.
Vor allem, wenn sie hier direkt mitlesen, manche lesen aber nicht mit und da kann man dann einfacher damit umgehen.
Deshalb erzähle ich die Geschichte von A. lieber nicht, weil er ja mitliest, die Geschichte, wo wir damals mit A. und K.L. am "Lake Platsch" waren.
A. hatte, als ich die Geschichte schon mal irgendwo anders rein geschrieben hatte, schon mal geäußert, daß ich wohl bloß Geschichten über ihn schreiben würde, in denen er nichts fängt.
Dabei war das echt Zufall, A. ist nen prima Kerl und guter Angler, hätte es also eigentlich garnicht nötig, sich über die damalige Geschichte zu ärgern.
Zumal ich ja nur Zeuge war, damals, also am "Lake Platsch", die eigentliche Schuld lag ja bei K.L., wobei man von echter Schuld ja auch garnicht reden kann.
Es war eigentlich nur eine beiläufig gemachte Äußerung, die ihm einfach so rausgerutscht ist, weil wir da stundenlang gefischt haben und auch ganz gut gefangen haben,
nur A. hatte zufälliger Weise, also es war wirklich reiner Zufall, bisher nichts gefangen, da ist K.L. dann zu A. rüber auf die andere Seite von dem Tümpel.
Nun scheint ja in Fliegenfischern immer der Wunsch vorhanden zu sein, unbedingt mal mit dem Gerät eines Anderen zu werfen.
Also meinte K.L., "gib mal her!", nun gab A. auch tatsächlich "her", olle K.L. machte dann auch einen Probewurf, strippte dann ein Stückchen ein, worauf die Rute pötzlich eine unnatürliche Krümmug einnahm.
Na jedenfalls zappelte am Ende von der Leine eine Forelle, K.L. drückte dann A. die Rute in die Hand, mit den Worten, "Is doch ganz einfach!"
Ich glaube A. war dann etwas angefressen, also zumindest ganz leicht.
Na ja darauf sollte man halt Rüchsicht nehmen und sowas nicht unbedingt überall erzählen, deswegen werd ich es mir auch verkneifen.
Außerdem hab ich es ihm gestern im Chat versprochen.
Da erzähl ich lieber eine Geschichte vom meinem Kumpel Fränki, der hats nicht so mit dem Internet, kann aber auch recht sensibel sein.
Fränki, genauer Fränki F. stellt einen gewissen Sonderfall dar, manche Leute sagen von ihm, "das ist so einer, der selbst im Waschbecken noch was fängt!"
Ich hab ihn aber ehrlich gesagt noch nie in einem Waschbecken fischen sehn.
Er ist aber einer von den harten, wenn der am Fischen ist, dann braucht der weder was zu essen noch zu trinken, das Wetter spielt dann auch keine Rolle.
Nur eins kann er nicht verknusen, nämlich wenn er nichts fängt, während andere etwas fangen, da reagiert er sensibel, wird wortkarg und es kann sogar passieren, daß er plötzlich wortlos verschwindet......
Das passiert aber sehr selten.
Also das mit der erwähnten Härte ist so, um mal ein Beispiel zu geben, Fränki rief an um mal zu fragen, ob ich nicht Lust hätte mal ein Gewässer genauer zu erkunden,
eigentlich fragt Fränki nicht, sondern er ordnet an!
Gegen 10:00 standen wir dann vor jenem Gewässer, da es früher im Grenzgebiet lag kannten wir es beide nicht sonderlich gut.
Da die Ufer größtenteils unbegehbar sind, mussten wir waten, das taten wir dann auch bis 19:00, also ohne Pause, immer langsam stromauf.
Also gegen 19:00 rieben meine Magenwände sehr unangenehm auf einander und trotz beginnender Dehydratation stand ich kurz vor einem "Blasensprung".
Ich mahnte also sehr dringlich eine kurze Pause ein, Fränki blubberte darauf hin nur etwas unverständliches vor sich hin, mampfte aber brav eine Stulle, wir waren nämlich schon im Stadium seiner Wortkargheit angelangt.
Denn ich konnte schon 4 Forellen landen, er nur einen handlangen Aland.........
Irgenwann, es muß so gegen 21:30 gewesen sein hatte ich eigentlich genug vom Waten, ich verließ daher das Wasser und lief am dort etwas besseren Ufen entlang, nur noch sporadich an günstigen Stellen werfend.
Dann kamen wir an einer kleinen Rausche an, ich hatte inzwischen das Fischen eigentlich schon eingestellt und lief nur am Ufer mit.
Unterhalb der Rausche war ein tiefer langer Kolk, den Fränki nun ausgiebig auszufischen gedachte. Ich hockte mich derweil oben an der recht hohen Böschung ins Gras.
Von da oben hatte ich einen guten Überblick, konnte auch gut in das recht klare Wasser sehen.
Fränki zuppelte inzwischen einen fetten Streamer durch den Kolk, da löste sich plötzlich ein größerer Schatten von Grund und folgte dem Streamer, ich rief Fränki noch zu, "pass auf!"
"Worauf?", kam die Antwort, da neigte sich auch schon die Spitze seiner Rute heftig ruckelnd, "darauf!", gab ich zurück.
Es war eine starke Bachforelle um die 60cm die er dann landete, glücklicherweise, denn nun war seine Laune wieder bestens, wir konnten nach Hause und ich musste keinen maulenden Fränki im Auto ertragen.

- Thomas aus Hamm
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Wolfgang Hinderjock hat geschrieben:Es gäbe da ja noch viele Geschichten zu erzählen, das Problem ist, die handeln meist von Personen und mit Personen ist das so eine Sache....
Vor allem, wenn sie hier direkt mitlesen, manche lesen aber nicht mit und da kann man dann einfacher damit umgehen.
Deshalb erzähle ich die Geschichte von A. lieber nicht, weil er ja mitliest, die Geschichte, wo wir damals mit A. und K.L. am "Lake Platsch" waren.
A. hatte, als ich die Geschichte schon mal irgendwo anders rein geschrieben hatte, schon mal geäußert, daß ich wohl bloß Geschichten über ihn schreiben würde, in denen er nichts fängt.
Dabei war das echt Zufall, A. ist nen prima Kerl und guter Angler, hätte es also eigentlich garnicht nötig, sich über die damalige Geschichte zu ärgern.
Zumal ich ja nur Zeuge war, damals, also am "Lake Platsch", die eigentliche Schuld lag ja bei K.L., wobei man von echter Schuld ja auch garnicht reden kann.
Es war eigentlich nur eine beiläufig gemachte Äußerung, die ihm einfach so rausgerutscht ist, weil wir da stundenlang gefischt haben und auch ganz gut gefangen haben,
nur A. hatte zufälliger Weise, also es war wirklich reiner Zufall, bisher nichts gefangen, da ist K.L. dann zu A. rüber auf die andere Seite von dem Tümpel.
Nun scheint ja in Fliegenfischern immer der Wunsch vorhanden zu sein, unbedingt mal mit dem Gerät eines Anderen zu werfen.
Also meinte K.L., "gib mal her!", nun gab A. auch tatsächlich "her", olle K.L. machte dann auch einen Probewurf, strippte dann ein Stückchen ein, worauf die Rute pötzlich eine unnatürliche Krümmug einnahm.
Na jedenfalls zappelte am Ende von der Leine eine Forelle, K.L. drückte dann A. die Rute in die Hand, mit den Worten, "Is doch ganz einfach!"
Ich glaube A. war dann etwas angefressen, also zumindest ganz leicht.
Na ja darauf sollte man halt Rüchsicht nehmen und sowas nicht unbedingt überall erzählen, deswegen werd ich es mir auch verkneifen.
Außerdem hab ich es ihm gestern im Chat versprochen.
Da erzähl ich lieber eine Geschichte vom meinem Kumpel Fränki, der hats nicht so mit dem Internet, kann aber auch recht sensibel sein.
Fränki, genauer Fränki F. stellt einen gewissen Sonderfall dar, manche Leute sagen von ihm, "das ist so einer, der selbst im Waschbecken noch was fängt!"
Ich hab ihn aber ehrlich gesagt noch nie in einem Waschbecken fischen sehn.
Er ist aber einer von den harten, wenn der am Fischen ist, dann braucht der weder was zu essen noch zu trinken, das Wetter spielt dann auch keine Rolle.
Nur eins kann er nicht verknusen, nämlich wenn er nichts fängt, während andere etwas fangen, da reagiert er sensibel, wird wortkarg und es kann sogar passieren, daß er plötzlich wortlos verschwindet......
Das passiert aber sehr selten.
Also das mit der erwähnten Härte ist so, um mal ein Beispiel zu geben, Fränki rief an um mal zu fragen, ob ich nicht Lust hätte mal ein Gewässer genauer zu erkunden,
eigentlich fragt Fränki nicht, sondern er ordnet an!
Gegen 10:00 standen wir dann vor jenem Gewässer, da es früher im Grenzgebiet lag kannten wir es beide nicht sonderlich gut.
Da die Ufer größtenteils unbegehbar sind, mussten wir waten, das taten wir dann auch bis 19:00, also ohne Pause, immer langsam stromauf.
Also gegen 19:00 rieben meine Magenwände sehr unangenehm auf einander und trotz beginnender Dehydratation stand ich kurz vor einem "Blasensprung".
Ich mahnte also sehr dringlich eine kurze Pause ein, Fränki blubberte darauf hin nur etwas unverständliches vor sich hin, mampfte aber brav eine Stulle, wir waren nämlich schon im Stadium seiner Wortkargheit angelangt.
Denn ich konnte schon 4 Forellen landen, er nur einen handlangen Aland.........
Irgenwann, es muß so gegen 21:30 gewesen sein hatte ich eigentlich genug vom Waten, ich verließ daher das Wasser und lief am dort etwas besseren Ufen entlang, nur noch sporadich an günstigen Stellen werfend.
Dann kamen wir an einer kleinen Rausche an, ich hatte inzwischen das Fischen eigentlich schon eingestellt und lief nur am Ufer mit.
Unterhalb der Rausche war ein tiefer langer Kolk, den Fränki nun ausgiebig auszufischen gedachte. Ich hockte mich derweil oben an der recht hohen Böschung ins Gras.
Von da oben hatte ich einen guten Überblick, konnte auch gut in das recht klare Wasser sehen.
Fränki zuppelte inzwischen einen fetten Streamer durch den Kolk, da löste sich plötzlich ein größerer Schatten von Grund und folgte dem Streamer, ich rief Fränki noch zu, "pass auf!"
"Worauf?", kam die Antwort, da neigte sich auch schon die Spitze seiner Rute heftig ruckelnd, "darauf!", gab ich zurück.
Es war eine starke Bachforelle um die 60cm die er dann landete, glücklicherweise, denn nun war seine Laune wieder bestens, wir konnten nach Hause und ich musste keinen maulenden Fränki im Auto ertragen.
Wolle, ich kanns einfach nicht fassen.....
das Andreas Hobbit und Klaus Lunnersen am Lake Platsch fischen gehen, hätte ich nie vermutet
klasse
Gruß Thomas
I love Babs
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Chartist
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Hallo,
tolle Geschichten. Haben mir so sehr gefallen, dass ich an ein Erlebnis vor einigen Jahren denken muss.
Also, ich fahre bei schlechtem Wetter mit dem Womo zum fischen. Bei gutem Wetter mit dem Motorroller. Einen PKW haben wir nicht, Womo und Roller reichen, sonst ÖPNV.
Es war an den ersten Angeltagen im April. Roller war gerade wieder aus dem Winterschlaf erwacht, Wetter einiger massen wenn auch noch ziehmlich kalt, so zwischen so zwischen +5-10 Grad C. Deshalb extra lange weisse Unterhose drunter angezogen. Was letztendlich mein Glück war. Über die Angelklamottten noch einen Parker und los ging es.
Zum Angeln die Lange Unterhose ausgezogen und den Parker auch. Es sollte ein schöner Angeltag werden, dachte ich.
Die Sonne verkrümelte sich schnell hinter den Wolken. Es kam ein unangehmer Wind auf und die Forellen hatten keine Lust und mochten weder meine Trockenflliege noch meine Nymphen. Ich war schon ein bischen angefressen. Ihr kennt das sicher.
Jetzt wollte ich noch einen letzten Versuch an meiner Lieblingsstelle starten. Ich glaube jeder hat so eine Stelle. Dazu musste ich aber die Nagold durchqueren. Denn an diese Stelle kommt man nur von dieser Seite ran. Also versuchte ich ans gegenüberliegende Ufer zu waten. Was ich bestimmt schon hunderte Mal getan hatte. Das wir etwas Hochwasser hatten (im Schwarzwald war noch Schneeschmelze) hatte ich wohl mit bekommen, aber doch nicht richtig eingeschätzt. Jedenfalls wurde ich in der Flussmitte einfach umgeworfen. Bei Körpergrösse 1,72 m und 65 kg Gewicht war es ein leichtes für die Strömung.
Wie ich eigentlich ans gekommen bin, weiss ich nicht mehr so genau. Jedenfalls hat es irgendwie geklappt. Recht wieder zu mir gekommen bin ich eigendlilch erst, als ich innerlich abgehackt habe. Knochen alle heil, Rute noch heil, sogar Angelhut noch auf dem Kopf, wegen Kordel unter dem Kinn. Aber nass von den Haarspitzen bis zu den Zehen.
Dann kam das grosse Erwachen: Du bist ja mit dem Roller da!!!
Mist, mit dem Womo wär es kein Problem. Da sind immer trockne und warme Sachen drin. Aber mit dem Roller. Was machst Du jetzt. Wenn Du
mit den Nassen Klamotten, bei der Kälte Heim fährst (ca. 15 Min.) holst Du dir den Tod. Was also tun?
Erst mal alle nassen Klamotten ausziehen. Dann mit Zeitungspapier, dass ich immer im Angelrucksack habe trocken gerubbelt. Die lange weisse Unterhose angezogen und der Parker drüber. Da stand ich immer noch Barfuss in weisser Unterhose und Parker. Ach was, Du
musst nach Hause, egal wie. Also erst mal die nassen Klamotten im Gebüsch versteckt. Kann man später holen.
Helm auf und auf den Roller geschwungen. Muss ein tolles Bild gewesen sein. Ein Rollerfahrer in weisser Unterhose, barfuss, mit Parker und Helm auf einem Motorroller. Zu Hause angekommen, blos gut kein Nachtbar, der mich so sehen könnte, vor der Tür. Meine Frau dachte sie sieht ein Gespenst.
Erst mal heisses Wasser in die Badewanne und eine ganze Weile drin aufgewärmt. Später dann die nassen KLamotten mit dem Womo geholt.
Übrigens nicht mal eine Erkältung bekommen.
Seit dem habe ich immer Ersatzkleidung mit, wenn ich mit dem Roller zum fischen fahre.
Gruss vom Chartist
tolle Geschichten. Haben mir so sehr gefallen, dass ich an ein Erlebnis vor einigen Jahren denken muss.
Also, ich fahre bei schlechtem Wetter mit dem Womo zum fischen. Bei gutem Wetter mit dem Motorroller. Einen PKW haben wir nicht, Womo und Roller reichen, sonst ÖPNV.
Es war an den ersten Angeltagen im April. Roller war gerade wieder aus dem Winterschlaf erwacht, Wetter einiger massen wenn auch noch ziehmlich kalt, so zwischen so zwischen +5-10 Grad C. Deshalb extra lange weisse Unterhose drunter angezogen. Was letztendlich mein Glück war. Über die Angelklamottten noch einen Parker und los ging es.
Zum Angeln die Lange Unterhose ausgezogen und den Parker auch. Es sollte ein schöner Angeltag werden, dachte ich.
Die Sonne verkrümelte sich schnell hinter den Wolken. Es kam ein unangehmer Wind auf und die Forellen hatten keine Lust und mochten weder meine Trockenflliege noch meine Nymphen. Ich war schon ein bischen angefressen. Ihr kennt das sicher.
Jetzt wollte ich noch einen letzten Versuch an meiner Lieblingsstelle starten. Ich glaube jeder hat so eine Stelle. Dazu musste ich aber die Nagold durchqueren. Denn an diese Stelle kommt man nur von dieser Seite ran. Also versuchte ich ans gegenüberliegende Ufer zu waten. Was ich bestimmt schon hunderte Mal getan hatte. Das wir etwas Hochwasser hatten (im Schwarzwald war noch Schneeschmelze) hatte ich wohl mit bekommen, aber doch nicht richtig eingeschätzt. Jedenfalls wurde ich in der Flussmitte einfach umgeworfen. Bei Körpergrösse 1,72 m und 65 kg Gewicht war es ein leichtes für die Strömung.
Wie ich eigentlich ans gekommen bin, weiss ich nicht mehr so genau. Jedenfalls hat es irgendwie geklappt. Recht wieder zu mir gekommen bin ich eigendlilch erst, als ich innerlich abgehackt habe. Knochen alle heil, Rute noch heil, sogar Angelhut noch auf dem Kopf, wegen Kordel unter dem Kinn. Aber nass von den Haarspitzen bis zu den Zehen.
Dann kam das grosse Erwachen: Du bist ja mit dem Roller da!!!
Mist, mit dem Womo wär es kein Problem. Da sind immer trockne und warme Sachen drin. Aber mit dem Roller. Was machst Du jetzt. Wenn Du
mit den Nassen Klamotten, bei der Kälte Heim fährst (ca. 15 Min.) holst Du dir den Tod. Was also tun?
Erst mal alle nassen Klamotten ausziehen. Dann mit Zeitungspapier, dass ich immer im Angelrucksack habe trocken gerubbelt. Die lange weisse Unterhose angezogen und der Parker drüber. Da stand ich immer noch Barfuss in weisser Unterhose und Parker. Ach was, Du
musst nach Hause, egal wie. Also erst mal die nassen Klamotten im Gebüsch versteckt. Kann man später holen.
Helm auf und auf den Roller geschwungen. Muss ein tolles Bild gewesen sein. Ein Rollerfahrer in weisser Unterhose, barfuss, mit Parker und Helm auf einem Motorroller. Zu Hause angekommen, blos gut kein Nachtbar, der mich so sehen könnte, vor der Tür. Meine Frau dachte sie sieht ein Gespenst.
Erst mal heisses Wasser in die Badewanne und eine ganze Weile drin aufgewärmt. Später dann die nassen KLamotten mit dem Womo geholt.
Übrigens nicht mal eine Erkältung bekommen.
Seit dem habe ich immer Ersatzkleidung mit, wenn ich mit dem Roller zum fischen fahre.
Gruss vom Chartist
-
Norbert WAF
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Hallo,
da ich diesen Fred hier so toll finde, möchte auch ich eine kleine Geschichte zum Besten geben.
Der Kommissar, das Brot und die Forelle
Nun geschriebenes trug sich vor etwa zwölf Jahren, noch am Anfang meiner Fliegenfischerzeit zu. Ich hatte im August 1995 über Brinkhoff einen Anfängerkurs an der Nethe belegt. Von dem Kursleiter, der Name ist mir leider entfallen, und der damaligen Pächterin der Nethestecke, Frau Schuster, erhielt ich den Tipp, doch mal zur Wiesent nach Waischenfeld in die Pension Hammermühle zu fahren. "Dort triffst du einen Haufen verrückter Fliegenfischer, die Anfängern gerne helfen, da kannst du in kurzer Zeit ne Menge lernen!" so die Worte meines Mentors.
Bald darauf war es dann soweit. Ich machte mich zusammen mit meiner ehemaligen Verlobten auf in Fränkische Schweiz und bezog am letzten Wochenende der Forellensaison Quartier in der besagten Pension Hammermühle. Und was soll ich Euch sagen, meine durch die Empfehlungen schon recht hohen Erwartungen wurden noch übertroffen. Die beschauliche, einfache Pension wurde und wird meines Wissens auch heute noch, von zwei sehr netten älteren Damen und ihrem ebenfalls sehr netten Sohn Robert äusserst liebevoll geführt. Die Pension war nahezu ausgebucht und die Gäste waren zu 90 % Fliegenfischer, meist betagtere Herren und jeder für sich ein Unikum. Zur Pension gehört eine eigene recht überschaubare Wiesentstrecke von etwa 900 Metern Länge. Die Strecke durfte von den Gästen der Hammermühle gegen eine Pauschale von DM 15,00 je Aufenthalt mitbefischt werden. Entlang der Hammermühle verlief ein Mühlengraben, der ab dem Einlauf an einer Brücke vor dem Mühlenwehr nicht befischt werden durfte. An der Strecke wurden damals noch von Heinz Weiland Kurse abgehalten. An dem Wochenende fand jedoch kein Kurs statt und die meisten der anwesenden Fischer fischten an anderen Wiesentstrecken. Somit hatte ich die Strecke fast für mich alleine. Die Strecke hatte einen sehr guten Bestand an Forellen und Äschen, sodass sich selbst mir, als Anfänger eine recht kurzweilige Fischerei bot, jedoch wollte es mir bis zum Morgen unseres letzten Tages, trotz vieler Tipps der anwesenden Fischer und auch von Heinz Weiland, der täglich mehrmals an der Strecke entlang kam, nicht gelingen einen wirklich grossen Fisch an die Leine zu bekommen.
Am Sonntag unseres Abreisetages begannen wir den Tag wie gewohnt mit einem reichhaltigen Frühstück. Wie immer liess ich ein Brötchen in meiner Hosentasche verschwinden, um damit anschliessend die dicken Forellen und Äschen im verbotenen Teil des Mühlgrabens zu füttern. Doch an diesem Morgen hatte sich eine der dicken Forellen sehr weit nach vorne vor die Brücke gewagt. Sie war also im zur Fischerei freigegebenen Teil! Der Jagdtrieb in mir erwachte und trieb mich kurzerhand in Watstiefel und Weste. Die Rute stand noch vormontiert im Flur der Hammermühle. In Nullkommanix war ich einsatzbereit, schlich über die Brücke und begab mich vorsichtig auf das Wiesentwehr Richtung Flussmitte um die Forelle von dort anzuwerfen. Zunächst versuchte ich es aufgrund der vielen Puristen unter den Gästen der Hammermühle trocken, die Forelle verweigerte. O. K. dachte ich mir, versuchen wir es mit der von Heinz empfohlenen Hexe mit Goldkopf, die Forelle nahm Kurs auf die Fliege, drehte kurz vorher jedoch wieder ab. Sch..... dachte ich mir, kennt sie auch schon. Ich warf einen Blick in meine Fleigendose, und dort viel mein Auge auf diese 6er Mickey Finn, die wir beim Kurs an der Nethe nach reichlich Alkoholgenuss selbst gebunden hatten. Grosse Fische verlangen nach grossen Fliegen dachte ich mir, also Puristen hin oder her, dran mit dem Dingen! Gesagt getan. Die Fliege drangeknüpft und hinein in Strömung. Sie treibt auf die Forelle zu, ich bring ein wenig Zug auf die Leine und es passiert ... NICHTS
...so ein Scheiss denk ich und greife, gedankensunken in meine Tasche .... und finde dort, das BRÖTCHEN...."Nein Norbert, dass kannst du jetzt nicht bringen" sagt das Engelchen in meinem Kopf ...."Das ist hier ihre natürliche Nahrung, die kennt nix Anderes, die hat es nicht besser verdient" sagt das Teufelchen .... "Um 11 h geht es Richtung Heimat, du hast noch keine Ü40 Forelle gefangen an diesem Wochenende" setzt es noch einen drauf! Ich schaue mich um, sehe niemanden und JA, ICH HAB ES GETAN! Ich habe meine 6er Mickey Finn von unten her mit einer Brotflocke garniert und ihre Geld-Roten Schwingen als Sichthilfe genutz!
Noch einmal geschaut, kein Mensch zu sehen, geworfen und dann PLATSCH die Forelle hat ohne zu zögern mit grossem Schwall genommen! Ein wilder Tanz begann, der Drill zog mich in seinen Bann und ich hatte kein Auge mehr dafür, was um mich rum geschah! Als ich die tolle Forelle ausgedrillt Richtung Kescher führe schweift mein Blick erstmals wieder Richtung Brücke. Nein denk ich mir, das kann nicht sein, als ich nochmals zurückschaue und realisiere wer dort steht, fallen mir fast Rute und Kescher gleichzeitig aus der Hand! Es ist Horst Tappert. Er blickt auf die wunderschöne 43er Bachforelle und sieht auch meinen verstörten, ungläubigen Blick. "Nun mal ganz ruhig Junge, mach erstmal zuende!"beruhigt er mich. Ich führe die Forelle in den Kescher und entnehme sie aus ihrem Element. "Feiner Fisch, lass mal sehen auf was für ne Fliege er denn gegangen ist." waren seine Worte. Er beugte sich runter zum Fisch, der nun vor uns im Gras lag. Mir wurde schon ganz schlecht vor Aufregung. "Harry hol schon mal den Wagen, den müssen wir abführen, den Fischdieb" ging es mir schon durch den Kopf. Herr Tappert griff dem Fisch ins Maul und löste die Fliege, an der von dem Brot nichts mehr zu sehen war. "Ah, Mickey Finn, gute Wahl Junge. Die Dicken hier gehen ausserhalb der Maifliegenzeit meist nur auf Streamer!" "Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht." erwiderte ich. "Na dann mal noch nen schönen Tag und weiterhin Petri Heil" "Petri Dank, Herr Tappert und einen schönen Aufenthalt noch".
Seit diesem Tage hat neben der Mickey Finn auch die Brotfliege ihren festen Platz in meiner Dose und zur Wiesent sollte ich auch mal wieder fahren, nur leider kommt der Kommissar nicht mehr
Im stillen Gedenken
Norbert
da ich diesen Fred hier so toll finde, möchte auch ich eine kleine Geschichte zum Besten geben.
Der Kommissar, das Brot und die Forelle
Nun geschriebenes trug sich vor etwa zwölf Jahren, noch am Anfang meiner Fliegenfischerzeit zu. Ich hatte im August 1995 über Brinkhoff einen Anfängerkurs an der Nethe belegt. Von dem Kursleiter, der Name ist mir leider entfallen, und der damaligen Pächterin der Nethestecke, Frau Schuster, erhielt ich den Tipp, doch mal zur Wiesent nach Waischenfeld in die Pension Hammermühle zu fahren. "Dort triffst du einen Haufen verrückter Fliegenfischer, die Anfängern gerne helfen, da kannst du in kurzer Zeit ne Menge lernen!" so die Worte meines Mentors.
Bald darauf war es dann soweit. Ich machte mich zusammen mit meiner ehemaligen Verlobten auf in Fränkische Schweiz und bezog am letzten Wochenende der Forellensaison Quartier in der besagten Pension Hammermühle. Und was soll ich Euch sagen, meine durch die Empfehlungen schon recht hohen Erwartungen wurden noch übertroffen. Die beschauliche, einfache Pension wurde und wird meines Wissens auch heute noch, von zwei sehr netten älteren Damen und ihrem ebenfalls sehr netten Sohn Robert äusserst liebevoll geführt. Die Pension war nahezu ausgebucht und die Gäste waren zu 90 % Fliegenfischer, meist betagtere Herren und jeder für sich ein Unikum. Zur Pension gehört eine eigene recht überschaubare Wiesentstrecke von etwa 900 Metern Länge. Die Strecke durfte von den Gästen der Hammermühle gegen eine Pauschale von DM 15,00 je Aufenthalt mitbefischt werden. Entlang der Hammermühle verlief ein Mühlengraben, der ab dem Einlauf an einer Brücke vor dem Mühlenwehr nicht befischt werden durfte. An der Strecke wurden damals noch von Heinz Weiland Kurse abgehalten. An dem Wochenende fand jedoch kein Kurs statt und die meisten der anwesenden Fischer fischten an anderen Wiesentstrecken. Somit hatte ich die Strecke fast für mich alleine. Die Strecke hatte einen sehr guten Bestand an Forellen und Äschen, sodass sich selbst mir, als Anfänger eine recht kurzweilige Fischerei bot, jedoch wollte es mir bis zum Morgen unseres letzten Tages, trotz vieler Tipps der anwesenden Fischer und auch von Heinz Weiland, der täglich mehrmals an der Strecke entlang kam, nicht gelingen einen wirklich grossen Fisch an die Leine zu bekommen.
Am Sonntag unseres Abreisetages begannen wir den Tag wie gewohnt mit einem reichhaltigen Frühstück. Wie immer liess ich ein Brötchen in meiner Hosentasche verschwinden, um damit anschliessend die dicken Forellen und Äschen im verbotenen Teil des Mühlgrabens zu füttern. Doch an diesem Morgen hatte sich eine der dicken Forellen sehr weit nach vorne vor die Brücke gewagt. Sie war also im zur Fischerei freigegebenen Teil! Der Jagdtrieb in mir erwachte und trieb mich kurzerhand in Watstiefel und Weste. Die Rute stand noch vormontiert im Flur der Hammermühle. In Nullkommanix war ich einsatzbereit, schlich über die Brücke und begab mich vorsichtig auf das Wiesentwehr Richtung Flussmitte um die Forelle von dort anzuwerfen. Zunächst versuchte ich es aufgrund der vielen Puristen unter den Gästen der Hammermühle trocken, die Forelle verweigerte. O. K. dachte ich mir, versuchen wir es mit der von Heinz empfohlenen Hexe mit Goldkopf, die Forelle nahm Kurs auf die Fliege, drehte kurz vorher jedoch wieder ab. Sch..... dachte ich mir, kennt sie auch schon. Ich warf einen Blick in meine Fleigendose, und dort viel mein Auge auf diese 6er Mickey Finn, die wir beim Kurs an der Nethe nach reichlich Alkoholgenuss selbst gebunden hatten. Grosse Fische verlangen nach grossen Fliegen dachte ich mir, also Puristen hin oder her, dran mit dem Dingen! Gesagt getan. Die Fliege drangeknüpft und hinein in Strömung. Sie treibt auf die Forelle zu, ich bring ein wenig Zug auf die Leine und es passiert ... NICHTS
Noch einmal geschaut, kein Mensch zu sehen, geworfen und dann PLATSCH die Forelle hat ohne zu zögern mit grossem Schwall genommen! Ein wilder Tanz begann, der Drill zog mich in seinen Bann und ich hatte kein Auge mehr dafür, was um mich rum geschah! Als ich die tolle Forelle ausgedrillt Richtung Kescher führe schweift mein Blick erstmals wieder Richtung Brücke. Nein denk ich mir, das kann nicht sein, als ich nochmals zurückschaue und realisiere wer dort steht, fallen mir fast Rute und Kescher gleichzeitig aus der Hand! Es ist Horst Tappert. Er blickt auf die wunderschöne 43er Bachforelle und sieht auch meinen verstörten, ungläubigen Blick. "Nun mal ganz ruhig Junge, mach erstmal zuende!"beruhigt er mich. Ich führe die Forelle in den Kescher und entnehme sie aus ihrem Element. "Feiner Fisch, lass mal sehen auf was für ne Fliege er denn gegangen ist." waren seine Worte. Er beugte sich runter zum Fisch, der nun vor uns im Gras lag. Mir wurde schon ganz schlecht vor Aufregung. "Harry hol schon mal den Wagen, den müssen wir abführen, den Fischdieb" ging es mir schon durch den Kopf. Herr Tappert griff dem Fisch ins Maul und löste die Fliege, an der von dem Brot nichts mehr zu sehen war. "Ah, Mickey Finn, gute Wahl Junge. Die Dicken hier gehen ausserhalb der Maifliegenzeit meist nur auf Streamer!" "Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht." erwiderte ich. "Na dann mal noch nen schönen Tag und weiterhin Petri Heil" "Petri Dank, Herr Tappert und einen schönen Aufenthalt noch".
Seit diesem Tage hat neben der Mickey Finn auch die Brotfliege ihren festen Platz in meiner Dose und zur Wiesent sollte ich auch mal wieder fahren, nur leider kommt der Kommissar nicht mehr
Im stillen Gedenken
Norbert
- Frank.
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Liebe Freunde,
gestern Abend war es einfach zu spät, um Eure fabelhaften Geschichten gebührend zu würdigen und Euch mit Lob zu überhäufen:

Ich mußte wirklich aufpassen, nicht die Nachbarn zu wecken; meine Frau, die schon im Bett lag, mußte sich das auch noch vorlesen lassen und stimmte dann in mein Gejubel mit ein. Noch einmal: DANKE!
Wo könnte man zur Zeit Besseres als hier im Forum lesen? - Eben. Nirgendwo.
Euer Frank
gestern Abend war es einfach zu spät, um Eure fabelhaften Geschichten gebührend zu würdigen und Euch mit Lob zu überhäufen:
Ich mußte wirklich aufpassen, nicht die Nachbarn zu wecken; meine Frau, die schon im Bett lag, mußte sich das auch noch vorlesen lassen und stimmte dann in mein Gejubel mit ein. Noch einmal: DANKE!
Wo könnte man zur Zeit Besseres als hier im Forum lesen? - Eben. Nirgendwo.
Euer Frank
Das sind Deine Beobachtungen, mein Lieber, andere haben andere Beobachtungen gemacht.
Franz Kafka
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- Wolfgang Hinderjock
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Genau so, wie die Geschichte von A.und K.L., welche ich weiter oben in Thread ja schon nicht erzählt habe, weil es ja um Personen geht, die sich eventuell davon ja peinlich berührt vorkommen könnten,
b.t.w. Thomas/Hamm, wie kannst Du nur darauf kommen, daß es sich dabei um Andreas Hobbit und Klaus Lunnersen handeln könnte.....
Gibt es Geschichten, die einen selber betreffen, die man besser auch nicht erzählt, weil sie einem dann ewig nachhängen.
Außerdem ist das ja hier ein Fliegenfischerforum, da sollte man zu bestimmten Dingen besser schweigen.
Solche Dinge, wie sie mir mal vor über 30 Jahren passiert sind, als ich mit dem Moped an einen 40km entfernten Schloßteich zum Schleienangeln, also mit Würmern und solchem Zeug gefahren bin, gehören dann einfach nicht hier her.
Na ja, was heißt hier eigentlich Schloßteich, das war mehr ein ganz ordinärer Dorfteich von rund 0,5ha, da stand halt ein altes Gutshaus drann, daß sich hochtrabend als Schloß bezeichnen ließ.
In dem Gebäude war damals ein Kinderferienlager untergebracht, in dem Falle handelte es sich um pubertierende 10-Klässler.
Was die Sache ja noch fast in einen strafrechtlich relevanten Bereich verschieben könnte.
Ich saß da nämlich an dem Tümpel, als ein mächtiges Gewitter herauf zog, ich fand nichts um mich da unter zu stellen, zu dem Gebäude kam ich wegen eines hohen Maschendrahtzauns nicht hin.
Ich kann ja nun jetzt nicht einfach schreiben, daß weil ich keine Lust hatte den Heimweg in nassen Klamotten anzutreten, ich diese schlichtweg ausgezogen habe, also völlig, somit nackt alleine auf einem Steine.....
Der Chartist hatte ja in seiner Geschichte wenigstens noch eine lange weiße Unterhose an, während ich meine gesamte Bekleidung in die wasserfeste Innentasche meines Jagtrucksackes gestopft hatte.
Alles vor Augen 15 oder 16-jähriger Jugendlicher, beiderlei Geschlechts, also wenn da der Tappert...äh der ABV, der Dorf-Sherrif vorbei gekommen wäre, hätte das ja den Tatbestand des Exhibitionismus erfüllt.
Müsst Ihr verstehen, das kann man einfach so nicht in ein Fliegenfischerforum stellen.
Auch die Dinger, die mir mal beim Brandungsangeln in Kühlungsborn/West passiert sind, sind da grenzwertig, weil es zum Aufschrei absoluter Puristen führen könnte, wegen der ganzen Wattwürmer............
Das war nämlich so, Mitte Oktober in Kühlungsborn West, in der Nähe des Kindergartens mit dem hübschen Namen "Pittiplatsch" ist es eigentlich recht gut auf Dorsch, für Platte allerdings nicht so geeignet.
Ich hatte meine Angelstelle schon recht früh bezogen, es war noch hell und am Strand waren viele Kurgäste und Urlauber unterwegs.
Wattwürmer gab es damals noch nicht zu kaufen, die mußte man sich noch im Schweiße seines Angesichts selber Plümpern.
Transportiert und gehältert habe ich die damals immer in einem 10 Liter Senfeimer(ich glaube jeder Angler in der DDR hatte so ein Ding, trotz der 18,-Mark Pfand..).
Ich hatte also schon meine Ruten im Wasser und sinnierte so vor mich hin, ab und an gab es dann die typischen Urlauberfragen, viele fragten aber auch nicht sondern musterten nur schweigend die Ausrüstung.
So kamen auch zwei alte Damen in teure Pelzmäntel gehüllt und einen echt sehenswerten Hut auf dem Kopf am Strand herangelustwandelt.
Bei mir angekommen blieben sie dann stehen und musterten lange meine Ausrüstung und taxierten auch mich, immer wenn ich nicht direkt hinsah, mit einem Blick,der bei aller Liebe doch etwas arrogant und herablassend war.
Nachdem sie nun eine Weile getaxt und geschaut hatten, kamen sie auch bei dem Wattwurmeimer an, nach einem ganz kurzen verstohlenen Blick wichen sie gleich einen Meter zurück,worauf die Eine dann,mit leicht verzogenem Gesicht und leichtem Ekel zu der Anderen sagte:" Ih gitt,Frieda, haste gesehen und sowas essen diese Leute!"
Wenn ich das so geschrieben hätte, würden jetzt schon etliche Leute Steine suchen....
Auch das hier wäre wohl fehl am Platz:
Ein anderer Tag, gleicher Tatort.
Diesmal war ich nicht allein da, sondern hatte einen Vereinskameraden mitgenommen weil dessen Auto kaputt war.
Der Mann war Dieselmotorenschlosser, etwa 2 Meter groß und sehr schwer und mit riesigen Händen ausgestattet, der Wattekombi und die dicke Unterwäsche machten ihn auch nicht gerade schlanker.
Man kann sagen er war schon eine ehrfurchteinflößende Erscheinung.
Vom Gemüt her war er allerdings sehr ausgeglichen und völlig friedfertig.
Das in Kühlungsborn auch im Winter viele Menschen unterwegs sind ist eigentlich normal,aber an dem Tag, es war Belegungswechsel in den FDGB-Heimen,war es irgendwie besonders schlimm.
Als erstes waren da die netten Leute die ausgerechnet da wo unsere Ruten standen die Möven füttern mußten,die armen Viecher flogen dann natürlich ständig in unsere gespannten Schnüre, freundliche Hinweise dies zu unterlassen brachten nichts, sondern forcierten die Sache noch zusätzlich. Aber jedes Brot ist mal zu Ende und irgendwann gingen die ja auch dann.
Dann begann die übliche Fragerei,ob es beißt, was da beißt, wo denn die Posen wären u.s.w.
Viele Fragen waren freundlich gemeint, manche schlichtweg dämlich.
Irgendwann kommt dann der Punkt wo man einfach nicht mehr will.
Da hilft es mit der Wathose einige Meter ins Wasser zu gehen und die Augen auf dem Horizont ruhen zu lassen, verschränkte Arme unterstreichen den Ausdruck der Unansprechbarkeit.
Na ja, als es dunkel war ebbte der Urlauberstrom langsam ab und es wurde ruhiger, nur ab und an kreuzte noch mal jemand auf, das ließ sich aber aushalten.
So gegen 23 Uhr schlossen allerdings die meisten Kneipen und ergossen dann ihren Inhalt an den Strand und so nahten sie, schwankende Gestalten.......
Die nächste Runde der Fragerei ging los, die Fragen wurden immer geistreicher, weingeistreicher.....
Ich konnte dann etwa bei der 342.Frage, ob sie denn beißen, nicht mehr und ging wieder ins Wasser.
Mein Kollege saß auf seinem Stuhl, wie ein Fels in der Brandung, der mußte Nerven haben, der war immernoch freundlich.
Aber ich merkte,daß er nach einer Zeit immer stiller wurde, sein Gesicht schien etwas dämonisches zu bekommen,aber das war sicher nur das Mondlicht.
Zwischendurch gabs auch Dinge die lustiger waren, so erschien ein Gruppe zechfreudiger Damen(war bestimmt ein Damenkegelclub) die zufällig unsere im Sand liegenden Dorsche erspäht hatten und nun zu der Überzeugung kamen, nie wieder auch nur den großen Zeh in die Ostsee zu stecken, weil ja so große Fische hier ganz vorn rumschwimmen täten.
Aus einer gewissen Entfernung nahte gerade wieder eine schwankende Gestalt, ein schmächtiges Kerlchen steuert geradewegs auf und zu.
Als er angekommen war blieb er völlig stumm genau zwischen uns stehen.
Die Hände steckte er dann in die Taschen seiner Jeans, seinen Mundwinkel zierte eine nichtbrennende Zigarette. Er stand also, ab und an leise aufstoßend, mit starrem Blick auf die See da und war mächtig am Schwanken, so stand er etwa eine Viertelstunde, bis er plötzlich lautlos in sich zusammensackte und es sich zwischen unseren Rutentaschen im Sand bequem machte, da wo er lag fiel er optisch in der Dunkelheit nicht sonderlich auf.
Wir beschlossen den Kumpel erstmal bisschen schlafen zu lassen.
Dann kam der nächste Kneipenausstoß bei uns an, die blöde Fragerei fing wieder an,es gab auch dumme Bemerkungen, mein Kollege schwieg,er war inzwischen scheinbar völlig reaktionlos geworden,das dämonische in seinem Gesicht aber blieb.
Dann kam ein lautstarke Truppe bestehend aus zwei Männern und einigen kichernden Damen und nahmen bei uns Aufstellung, dem Dialekt nach waren die Herrschaften aus Berlin, irgendwie waren die aber besonders penetrant, die wollten einfach nicht gehen.
Nach einer Reihe dummer Bemerkungen begann dann der eine Mann an zu fragen, er war so Mitte 50 nicht allzu groß und ein wenig schmächtig.
"Sachen se mal wat fangse denn hia für Fische?"
Ich überlegt gerade ob ich antworte oder nicht, da fing plötzlich mein stummgeglaubter Kollege an zu antworten:
"Dorsche, Flundern, Klieschen, Aalmuttern......und weiße Haie!"
Der Mann stutzte und fragte nach:"Wat,weiße Haie och? Aba doch nich mit die Würmers da?"
Mein Kollegen begann langsam aufzustehen, bei seiner Größe dauerte das eine Weile bis er damit fertig war und ging ganz nahe an den Mann heran.
"Nee, auf weiße Haie nehmen wir keine Würmer, da warten wir immer auf einen Urlauber, einen haben wir schon da zu liegen!" Und dann leuchtete er mit der Taschenlampe auf unseren seligen Schläfer.
Das wirkte, wir wurden sehr schnell von der Truppe verlassen.
Ein Streifenwagen erschien allerdings nicht, ich hatte Solches nämlich schon fast erwartet.
Übrigends haben wir unser Schläfer später wieder "erweckt" und in sein Ferienheim gebracht, bevor er sich eine Unterkühlung geholt hat.
b.t.w. Thomas/Hamm, wie kannst Du nur darauf kommen, daß es sich dabei um Andreas Hobbit und Klaus Lunnersen handeln könnte.....
Gibt es Geschichten, die einen selber betreffen, die man besser auch nicht erzählt, weil sie einem dann ewig nachhängen.
Außerdem ist das ja hier ein Fliegenfischerforum, da sollte man zu bestimmten Dingen besser schweigen.
Solche Dinge, wie sie mir mal vor über 30 Jahren passiert sind, als ich mit dem Moped an einen 40km entfernten Schloßteich zum Schleienangeln, also mit Würmern und solchem Zeug gefahren bin, gehören dann einfach nicht hier her.
Na ja, was heißt hier eigentlich Schloßteich, das war mehr ein ganz ordinärer Dorfteich von rund 0,5ha, da stand halt ein altes Gutshaus drann, daß sich hochtrabend als Schloß bezeichnen ließ.
In dem Gebäude war damals ein Kinderferienlager untergebracht, in dem Falle handelte es sich um pubertierende 10-Klässler.
Was die Sache ja noch fast in einen strafrechtlich relevanten Bereich verschieben könnte.
Ich saß da nämlich an dem Tümpel, als ein mächtiges Gewitter herauf zog, ich fand nichts um mich da unter zu stellen, zu dem Gebäude kam ich wegen eines hohen Maschendrahtzauns nicht hin.
Ich kann ja nun jetzt nicht einfach schreiben, daß weil ich keine Lust hatte den Heimweg in nassen Klamotten anzutreten, ich diese schlichtweg ausgezogen habe, also völlig, somit nackt alleine auf einem Steine.....
Der Chartist hatte ja in seiner Geschichte wenigstens noch eine lange weiße Unterhose an, während ich meine gesamte Bekleidung in die wasserfeste Innentasche meines Jagtrucksackes gestopft hatte.
Alles vor Augen 15 oder 16-jähriger Jugendlicher, beiderlei Geschlechts, also wenn da der Tappert...äh der ABV, der Dorf-Sherrif vorbei gekommen wäre, hätte das ja den Tatbestand des Exhibitionismus erfüllt.
Müsst Ihr verstehen, das kann man einfach so nicht in ein Fliegenfischerforum stellen.
Auch die Dinger, die mir mal beim Brandungsangeln in Kühlungsborn/West passiert sind, sind da grenzwertig, weil es zum Aufschrei absoluter Puristen führen könnte, wegen der ganzen Wattwürmer............
Das war nämlich so, Mitte Oktober in Kühlungsborn West, in der Nähe des Kindergartens mit dem hübschen Namen "Pittiplatsch" ist es eigentlich recht gut auf Dorsch, für Platte allerdings nicht so geeignet.
Ich hatte meine Angelstelle schon recht früh bezogen, es war noch hell und am Strand waren viele Kurgäste und Urlauber unterwegs.
Wattwürmer gab es damals noch nicht zu kaufen, die mußte man sich noch im Schweiße seines Angesichts selber Plümpern.
Transportiert und gehältert habe ich die damals immer in einem 10 Liter Senfeimer(ich glaube jeder Angler in der DDR hatte so ein Ding, trotz der 18,-Mark Pfand..).
Ich hatte also schon meine Ruten im Wasser und sinnierte so vor mich hin, ab und an gab es dann die typischen Urlauberfragen, viele fragten aber auch nicht sondern musterten nur schweigend die Ausrüstung.
So kamen auch zwei alte Damen in teure Pelzmäntel gehüllt und einen echt sehenswerten Hut auf dem Kopf am Strand herangelustwandelt.
Bei mir angekommen blieben sie dann stehen und musterten lange meine Ausrüstung und taxierten auch mich, immer wenn ich nicht direkt hinsah, mit einem Blick,der bei aller Liebe doch etwas arrogant und herablassend war.
Nachdem sie nun eine Weile getaxt und geschaut hatten, kamen sie auch bei dem Wattwurmeimer an, nach einem ganz kurzen verstohlenen Blick wichen sie gleich einen Meter zurück,worauf die Eine dann,mit leicht verzogenem Gesicht und leichtem Ekel zu der Anderen sagte:" Ih gitt,Frieda, haste gesehen und sowas essen diese Leute!"
Wenn ich das so geschrieben hätte, würden jetzt schon etliche Leute Steine suchen....
Auch das hier wäre wohl fehl am Platz:
Ein anderer Tag, gleicher Tatort.
Diesmal war ich nicht allein da, sondern hatte einen Vereinskameraden mitgenommen weil dessen Auto kaputt war.
Der Mann war Dieselmotorenschlosser, etwa 2 Meter groß und sehr schwer und mit riesigen Händen ausgestattet, der Wattekombi und die dicke Unterwäsche machten ihn auch nicht gerade schlanker.
Man kann sagen er war schon eine ehrfurchteinflößende Erscheinung.
Vom Gemüt her war er allerdings sehr ausgeglichen und völlig friedfertig.
Das in Kühlungsborn auch im Winter viele Menschen unterwegs sind ist eigentlich normal,aber an dem Tag, es war Belegungswechsel in den FDGB-Heimen,war es irgendwie besonders schlimm.
Als erstes waren da die netten Leute die ausgerechnet da wo unsere Ruten standen die Möven füttern mußten,die armen Viecher flogen dann natürlich ständig in unsere gespannten Schnüre, freundliche Hinweise dies zu unterlassen brachten nichts, sondern forcierten die Sache noch zusätzlich. Aber jedes Brot ist mal zu Ende und irgendwann gingen die ja auch dann.
Dann begann die übliche Fragerei,ob es beißt, was da beißt, wo denn die Posen wären u.s.w.
Viele Fragen waren freundlich gemeint, manche schlichtweg dämlich.
Irgendwann kommt dann der Punkt wo man einfach nicht mehr will.
Da hilft es mit der Wathose einige Meter ins Wasser zu gehen und die Augen auf dem Horizont ruhen zu lassen, verschränkte Arme unterstreichen den Ausdruck der Unansprechbarkeit.
Na ja, als es dunkel war ebbte der Urlauberstrom langsam ab und es wurde ruhiger, nur ab und an kreuzte noch mal jemand auf, das ließ sich aber aushalten.
So gegen 23 Uhr schlossen allerdings die meisten Kneipen und ergossen dann ihren Inhalt an den Strand und so nahten sie, schwankende Gestalten.......
Die nächste Runde der Fragerei ging los, die Fragen wurden immer geistreicher, weingeistreicher.....
Ich konnte dann etwa bei der 342.Frage, ob sie denn beißen, nicht mehr und ging wieder ins Wasser.
Mein Kollege saß auf seinem Stuhl, wie ein Fels in der Brandung, der mußte Nerven haben, der war immernoch freundlich.
Aber ich merkte,daß er nach einer Zeit immer stiller wurde, sein Gesicht schien etwas dämonisches zu bekommen,aber das war sicher nur das Mondlicht.
Zwischendurch gabs auch Dinge die lustiger waren, so erschien ein Gruppe zechfreudiger Damen(war bestimmt ein Damenkegelclub) die zufällig unsere im Sand liegenden Dorsche erspäht hatten und nun zu der Überzeugung kamen, nie wieder auch nur den großen Zeh in die Ostsee zu stecken, weil ja so große Fische hier ganz vorn rumschwimmen täten.
Aus einer gewissen Entfernung nahte gerade wieder eine schwankende Gestalt, ein schmächtiges Kerlchen steuert geradewegs auf und zu.
Als er angekommen war blieb er völlig stumm genau zwischen uns stehen.
Die Hände steckte er dann in die Taschen seiner Jeans, seinen Mundwinkel zierte eine nichtbrennende Zigarette. Er stand also, ab und an leise aufstoßend, mit starrem Blick auf die See da und war mächtig am Schwanken, so stand er etwa eine Viertelstunde, bis er plötzlich lautlos in sich zusammensackte und es sich zwischen unseren Rutentaschen im Sand bequem machte, da wo er lag fiel er optisch in der Dunkelheit nicht sonderlich auf.
Wir beschlossen den Kumpel erstmal bisschen schlafen zu lassen.
Dann kam der nächste Kneipenausstoß bei uns an, die blöde Fragerei fing wieder an,es gab auch dumme Bemerkungen, mein Kollege schwieg,er war inzwischen scheinbar völlig reaktionlos geworden,das dämonische in seinem Gesicht aber blieb.
Dann kam ein lautstarke Truppe bestehend aus zwei Männern und einigen kichernden Damen und nahmen bei uns Aufstellung, dem Dialekt nach waren die Herrschaften aus Berlin, irgendwie waren die aber besonders penetrant, die wollten einfach nicht gehen.
Nach einer Reihe dummer Bemerkungen begann dann der eine Mann an zu fragen, er war so Mitte 50 nicht allzu groß und ein wenig schmächtig.
"Sachen se mal wat fangse denn hia für Fische?"
Ich überlegt gerade ob ich antworte oder nicht, da fing plötzlich mein stummgeglaubter Kollege an zu antworten:
"Dorsche, Flundern, Klieschen, Aalmuttern......und weiße Haie!"
Der Mann stutzte und fragte nach:"Wat,weiße Haie och? Aba doch nich mit die Würmers da?"
Mein Kollegen begann langsam aufzustehen, bei seiner Größe dauerte das eine Weile bis er damit fertig war und ging ganz nahe an den Mann heran.
"Nee, auf weiße Haie nehmen wir keine Würmer, da warten wir immer auf einen Urlauber, einen haben wir schon da zu liegen!" Und dann leuchtete er mit der Taschenlampe auf unseren seligen Schläfer.
Das wirkte, wir wurden sehr schnell von der Truppe verlassen.
Ein Streifenwagen erschien allerdings nicht, ich hatte Solches nämlich schon fast erwartet.
Übrigends haben wir unser Schläfer später wieder "erweckt" und in sein Ferienheim gebracht, bevor er sich eine Unterkühlung geholt hat.

-
Hardy
moin moin
Wenn hier schon keine Geschichten von Ereigenissen, die nichts mit Fliegenfischen zu tun haben, nicht gepostet werden, dann will ich meine auch mal verschweigen.
Nun denn.
Meine Geschichten fangen ja eigentlich immer gleich an. "Am Anfang schuf ich Himmel und Erde". Aber soweit will ich überhaupt nicht ausholen, nein, ich werde schnell auf den Punkt kommen.
Es begab sich also vor langer, langer Zeit, in der ich nur sehr sporadisch mit meiner damaligen Fliegenrute (Balzer MUR Hohlglasrute mit Shimao Automatik-Rolle) zugange war.
Eher wurde die Posenangel klar gemacht, oder auch mal die 6m unberingte Stippe verwendet.
Diese aus 6 Teilen zusammengesteckte Rute eignete sich, wenn man das Spitzenteil wegließ, vortrefflich als Trompete. Die Tonlage konnte man durch Weglassen eines weiteren Teiles variiren, so daß es einmal tief wie ein Alphorn oder eben hoch wie ein Jagdhorn klang.
An manchen Tagen, wenn die Fische nun gar nicht beissen wollten und die Langeweile überhand nahm, blies ich mit diesem "Instrument" einen melodischen Gruß ans andere Ufer des Sees, was mir beileibe nicht immer nur Beifall einbrachte. Es gab schon damals unter den Anglern wohl einige Kunstbanausen, die traditionelles Liedgut nicht zu würdigen wussten.
Wie dem auch sei.
Eines schönen Tages saß ich mit einem Freund am Edersee. Die Mittagssonne stand schon hoch über dem Wasser, die Beißlust der Fische hatte mal wieder stark nachgelassen. Vor uns auf dem Wasser trieb schon seit längerer Zeit ein kleiner Kahn, in dem es sich ein älterer Herr reichlich bequem gemacht hatte. War er am Morgen noch zielstrebig am Ufer hin und her gerudert um die Kanten dort nach Hechten und Barschen abzufischen, so war er nun offensichtlich von dieser anstrengenden Tätigkeit ermüdet in einen kleinen Mittagsschlaf gefallen. Langsam wurde sein Nachen vom sanften Wind über das Wasser geschoben. Das leise Schaukeln des Bootes sorgte sicherlich für seinen erholsamen Schlaf.
Da er zielstrebig auf unsere ausgelegten Posen zutrieb, mussten wir ihn irgendwie darauf aufmerksam machen.
Was sollte sich dazu besser eignen als meine "Trompete"?
Schnell waren die Teile zusammen gesteckt und ein schmetterndes "Attacke" hallte über den See.
Wie von einer Tarantel gestochen, schreckte der Angler in seinem Boot hoch, was den kleinen Kahn augenblicklich in heftiges Schwanken versetzte. Wild um sich rudernd versuchte der Alte, sein Gleichgewicht wieder zu finden, was ihm nur dadurch gelang, daß er sich längs in seinen Kahn fallen ließ. Heftiges Fluchen zeigte uns, daß er unseren Scherz nicht mit dem Leben bezahlt hatte. Er rappelte sich auf, und mit Verwünschungen übelster Art ruderte er in nicht zu erwartender Geschwindigkeit davon.
Ein ganz klein wenig plagte uns dann doch das schlechte Gewissen, was aber durch den hastigen Konsum von zwei oder drei Kaltgetränken unterbunden werden konnte.
Später im Jahr sollte meine Trompete dann abermals zum Einsatz kommen.
Es war eines schönen Oktobermorgens. Ich saß am Gewässer und bemerkte in einiger Entfernung hinter mir, daß sich eine kleine Jagdgesellschaft zu einer Treibjagd formierte. 4 Schützen wurden in größerem Abstand zueinander am Rand eines Stoppelfeldes angestellt, weiter dahinter formierte sich eine Treiberwehr aus 5 Treibern mit 2 Hunden.
Dann kam das Hornsignal zum Beginn der Jagd.
Es war schon eine Zeit vergangen, die Treiberwehr rückte näher,das Hundegebell wurde langsam lauter, aber noch fiel kein Schuß.
Irgendwie hatte ich plötzlich Mitleid mit den Hasen und Karnickel, auf die es die Jagdgesellschaft wohl abgesehen hatte. Ich nahm also wieder meine Stippe, steckte sie zusammen, setzte an und augenblicklich schwebte ein sauberes und notenreines "Hahn in Ruh" (Die Jäger unter uns wissen, daß bei diesem Signal nicht sehr viele Noten vorkommen) über die kahlen Felder.
Nach einer kurzen Weile setzte ich noch einmal das gleiche Signal hinterher und harrte der Dinge, die dann geschehen sollten.
Die Wirkung blieb nicht aus. Die vier Schützen standen mittlerweile in einer Gruppe zusammen und beschuldigten sich scheinbar gegenseitig, das Signal zur Abbruch der Jagd gegeben zu haben. Auch die Treiber wussten nicht so recht, was passiert war, denn auch sie verliessen ihre Formation und kamen zu den Schützen herüber. Nach einer Weile wurde wild durcheinander diskutiert und gestikuliert.
Ob die wilden Nimrode damals einen Schuldigen unter sich ausmachen konnten, blieb mir leider verborgen. Allerdings wurde die Jagd an dieser Stelle beendet.
Mit dem stolzen Gefühl, ein paar Langohren für diesen Tag das Leben verlängert zu haben, fuhr ich gegen Mittag wieder nach Hause.
All das ist, wie gesagt schon viele Jahre her. Heute bin ich nur noch mit der Fliegenrute zugange. Auf der läßt es sich leider nicht so recht trompeten. Man kann halt nicht alles auf einmal haben...
Groetjes
Hardy
Wenn hier schon keine Geschichten von Ereigenissen, die nichts mit Fliegenfischen zu tun haben, nicht gepostet werden, dann will ich meine auch mal verschweigen.
Nun denn.
Meine Geschichten fangen ja eigentlich immer gleich an. "Am Anfang schuf ich Himmel und Erde". Aber soweit will ich überhaupt nicht ausholen, nein, ich werde schnell auf den Punkt kommen.
Es begab sich also vor langer, langer Zeit, in der ich nur sehr sporadisch mit meiner damaligen Fliegenrute (Balzer MUR Hohlglasrute mit Shimao Automatik-Rolle) zugange war.
Eher wurde die Posenangel klar gemacht, oder auch mal die 6m unberingte Stippe verwendet.
Diese aus 6 Teilen zusammengesteckte Rute eignete sich, wenn man das Spitzenteil wegließ, vortrefflich als Trompete. Die Tonlage konnte man durch Weglassen eines weiteren Teiles variiren, so daß es einmal tief wie ein Alphorn oder eben hoch wie ein Jagdhorn klang.
An manchen Tagen, wenn die Fische nun gar nicht beissen wollten und die Langeweile überhand nahm, blies ich mit diesem "Instrument" einen melodischen Gruß ans andere Ufer des Sees, was mir beileibe nicht immer nur Beifall einbrachte. Es gab schon damals unter den Anglern wohl einige Kunstbanausen, die traditionelles Liedgut nicht zu würdigen wussten.
Wie dem auch sei.
Eines schönen Tages saß ich mit einem Freund am Edersee. Die Mittagssonne stand schon hoch über dem Wasser, die Beißlust der Fische hatte mal wieder stark nachgelassen. Vor uns auf dem Wasser trieb schon seit längerer Zeit ein kleiner Kahn, in dem es sich ein älterer Herr reichlich bequem gemacht hatte. War er am Morgen noch zielstrebig am Ufer hin und her gerudert um die Kanten dort nach Hechten und Barschen abzufischen, so war er nun offensichtlich von dieser anstrengenden Tätigkeit ermüdet in einen kleinen Mittagsschlaf gefallen. Langsam wurde sein Nachen vom sanften Wind über das Wasser geschoben. Das leise Schaukeln des Bootes sorgte sicherlich für seinen erholsamen Schlaf.
Da er zielstrebig auf unsere ausgelegten Posen zutrieb, mussten wir ihn irgendwie darauf aufmerksam machen.
Was sollte sich dazu besser eignen als meine "Trompete"?
Schnell waren die Teile zusammen gesteckt und ein schmetterndes "Attacke" hallte über den See.
Wie von einer Tarantel gestochen, schreckte der Angler in seinem Boot hoch, was den kleinen Kahn augenblicklich in heftiges Schwanken versetzte. Wild um sich rudernd versuchte der Alte, sein Gleichgewicht wieder zu finden, was ihm nur dadurch gelang, daß er sich längs in seinen Kahn fallen ließ. Heftiges Fluchen zeigte uns, daß er unseren Scherz nicht mit dem Leben bezahlt hatte. Er rappelte sich auf, und mit Verwünschungen übelster Art ruderte er in nicht zu erwartender Geschwindigkeit davon.
Ein ganz klein wenig plagte uns dann doch das schlechte Gewissen, was aber durch den hastigen Konsum von zwei oder drei Kaltgetränken unterbunden werden konnte.
Später im Jahr sollte meine Trompete dann abermals zum Einsatz kommen.
Es war eines schönen Oktobermorgens. Ich saß am Gewässer und bemerkte in einiger Entfernung hinter mir, daß sich eine kleine Jagdgesellschaft zu einer Treibjagd formierte. 4 Schützen wurden in größerem Abstand zueinander am Rand eines Stoppelfeldes angestellt, weiter dahinter formierte sich eine Treiberwehr aus 5 Treibern mit 2 Hunden.
Dann kam das Hornsignal zum Beginn der Jagd.
Es war schon eine Zeit vergangen, die Treiberwehr rückte näher,das Hundegebell wurde langsam lauter, aber noch fiel kein Schuß.
Irgendwie hatte ich plötzlich Mitleid mit den Hasen und Karnickel, auf die es die Jagdgesellschaft wohl abgesehen hatte. Ich nahm also wieder meine Stippe, steckte sie zusammen, setzte an und augenblicklich schwebte ein sauberes und notenreines "Hahn in Ruh" (Die Jäger unter uns wissen, daß bei diesem Signal nicht sehr viele Noten vorkommen) über die kahlen Felder.
Nach einer kurzen Weile setzte ich noch einmal das gleiche Signal hinterher und harrte der Dinge, die dann geschehen sollten.
Die Wirkung blieb nicht aus. Die vier Schützen standen mittlerweile in einer Gruppe zusammen und beschuldigten sich scheinbar gegenseitig, das Signal zur Abbruch der Jagd gegeben zu haben. Auch die Treiber wussten nicht so recht, was passiert war, denn auch sie verliessen ihre Formation und kamen zu den Schützen herüber. Nach einer Weile wurde wild durcheinander diskutiert und gestikuliert.
Ob die wilden Nimrode damals einen Schuldigen unter sich ausmachen konnten, blieb mir leider verborgen. Allerdings wurde die Jagd an dieser Stelle beendet.
Mit dem stolzen Gefühl, ein paar Langohren für diesen Tag das Leben verlängert zu haben, fuhr ich gegen Mittag wieder nach Hause.
All das ist, wie gesagt schon viele Jahre her. Heute bin ich nur noch mit der Fliegenrute zugange. Auf der läßt es sich leider nicht so recht trompeten. Man kann halt nicht alles auf einmal haben...
Groetjes
Hardy
Hardy, der Rutenhornist! Ich hau mich gleich weg!
Später, als Fliegenfischer hätte es dann wohl eher eine Abwägung gegeben zwischen Mitleid und Begehrlichkeit (ich denke an die schönen Hare's Ear - Nymphen)Irgendwie hatte ich plötzlich Mitleid mit den Hasen und Karnickel, auf die es die Jagdgesellschaft wohl abgesehen hatte.
Was bin ich als Selbstbinder froh, dass mein Schwager auch zur jagenden Zunft gehört: Rehhaar, Hasenfell, Entenbälge, Fasanenfedern... alles für umme.
Don't buy a fly - just tie!
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Chartist
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Hallo,
ich habe ja jetzt viel Zeit in der ich auf meine OP warte. Frank Möbus hat mit seinem Aufruf einiges bei mir ausgelöst. Da ich ja nicht fischen kann, träume ich von der Vergangenheit Da ist in über 50 Jahren Fliegenfischen einiges passiert. Manches hab ich nicht mal meiner Frau erzählt, schon gar nicht meinen Kumpels. Zu sehr habe ich mich geschämt. Wie z. B. diese Geschichte von "Paulchen und Paulinchen, den Schwaneneltern". Hoffentlich langweilige ich Euch nicht mit der m. E. teils heiteren teils traurigen Geschichte.
An der Nagold haben wir eine Strecke von ca. 1,5 km, gleich hinter der Weissensteiner Brücke, die von Kleingärten gesäumt ist. Das Ufer zwischen Fluss und den Gartenzäunen ist zum Teil nur ca. 3 m breit. Der Einstieg in diese Strecke ist nur am Anfang oder am Ende der Gartenreihe möglich.
Genau am Anfang, an der engsten Stelle hatte sich vor Jahren ein Schwanenpaar mit 3 Schwanengösseln ihren Lagerplatz eingerichtet. Eines Morgens waren sie einfach da.
Ich wollte dort das Ufer betreten. Da kam der Schwanenganter aus dem Wasser, plusterte sich auf, und ging mit langem Hals, flügelschlagend und fauchend auf mich los. Ich habe gehörigen Respekt vor diesen Tieren, und so erst mal den Rückzug angetreten. Angeblich sollen die einem Erwachsenem mit einem Flügelschlag den Arm brechen können.
Was machen? Wieder alles einpacken und mit dem Roller die 1,5 km weiter fahren zum nächsten Einstieg, dazu hatte ich keine Lust.
Vielleicht klappt es mit einer List. Ich habe, wenn ich zum fischen gehe, immer ein Vesper im Angelrucksack. Meist ein Doppelweck und ein paar Saitenwürste. Also den Doppelweck geteilt, und einen Teil in kleine Stücke gepult. Das ganze in Richtung der Schwanenfamilie ins Wasser geworfen. Was soll ich sagen, es klappte. Die Schwanenfamilie machte sich gleich über mein Vesperweckle her. Auch Vater Schwan ging ins Wasser um seinen Teil zu bekommen, und ich konnte unbehelligt an ihnen vorbei gehen.
Dieses Ritual sollte sich in den nächsten Wochen einspielen. Wenn ich dort das Ufer entlang wollte, war meistens die Schwanenfamilie schon da. Der Schwanenvater (ich nannte ihn inzwischen Paulchen und seine bessere Hälfte Paulinchen) versperrte mir fauchend den Weg, ich leistete meinen Wegezoll in Form eines halben Doppelweck und konnte meinen Weg fortsetzen. Paulinchen tat immer so als ob sie die ganze Angelegenheit nichts angeht und kümmerte sich um ihren Nachwuchs.
Eines Tages hatte Paulchen wohl besonders schlechte Laune. Hatte ihn seine Paulinchen geärgert, war er von anderen belästigt worden? Ich weiss es nicht.
Jedenfalls dachte ich ich könnte das übliche Ritual abspielen. War aber nicht. Nach dem mein halbes Vesperweckle schon im Wasser lag, Paulchen sich auf den Weg ins Wasser machte, wollte ich wie üblich vorbei gehen. Im gleichen Augenblick, als ich auf Höhe der Schwanenfamilie war, drehte sich Paulchen um und griff mich an. Ich wollte mein Heil in der Flucht suchen. Dem stand aber eine Baumwurzel im Wege, über die ich stolperte. Die Fliegenrute in der rechten Hand konnte ich mich beim Fallen nicht richtig abstützen und machte einen rechten Bauchklatscher. Da lag ich nun, wie eine platte Flunder, Paulchen über mir fauchend, flügelschlagend und in meinen Angelrucksack beissend. Nach kurzer Zeit hatte Paulchen wohl erkannt, dass er gesiegt hatte. Jedenfalls lies er von mir ab und watschelte triumphierend zu seiner Familie zurück. Während aus dem Garten neben an dröhnendes Gelächter schallte. Dort stand eine Familie, die sich vor Lachen die Bäuche hielten. Sie hatten alles mitbekommen. Sie erzählten mir später dann, dass sie sich nicht aus dem Garten trauen um Gieswasser zu holen, wenn Paulchen mit Familie in der Nähe ist. Er greift jeden sofort an.
Ich war erst mal beleidigt und habe Paulchen die „Zollvereinbarung“ aufgekündigt. Wenn Paulchen mit Familie da war, bin ich gleich zum nächsten Einstieg weiter gefahren.
Eines Tages war Paulchen und zwei der inzwischen gross gewordenen Jungschwäne verschwunden. Nur Paulinchen mit einem Jungschwan war noch in der Gegend. Die Gartenbesitzer erzählten mir, dass man eines Morgens Paulchen und die zwei Jungschwäne mit durchgebissenem Hals am Ufer gefunden hat. In dem Bereich lassen Hundebesitzer oft ihre Hunde frei laufen. Die Schwäne waren wohl von zwei grossen Hunden angefallen worden. Man hatte auch eine bestimmte Vermutung, konnte sie aber nicht beweisen.
An dem Tag, als ich das erfuhr, konnte ich mich nicht mehr recht auf das Angeln konzentrieren. Trotzdem mir Paulchen eine so schmachvolle Niederlage beigebracht hatte, hatte ich ihn doch irgendwie in mein Herz geschlossen. Ich musste immer an den armen, tapferen Paulchen denken, der seine Familie immer so heroisch verteidigt hatte.
Immer wenn ich jetzt Schwänen begegne muss ich an den Sommer mit Paulchen und Paulinchen denken.
Es grüsst ein schon wieder trauriger
Chartist
PS: Ganz schön anstrengend, alles mit "1 Finger Tippsystem" zu schreiben. Aber ich habe ja jede Menge Zeit, und so vergeht sie wenigsten.
ich habe ja jetzt viel Zeit in der ich auf meine OP warte. Frank Möbus hat mit seinem Aufruf einiges bei mir ausgelöst. Da ich ja nicht fischen kann, träume ich von der Vergangenheit Da ist in über 50 Jahren Fliegenfischen einiges passiert. Manches hab ich nicht mal meiner Frau erzählt, schon gar nicht meinen Kumpels. Zu sehr habe ich mich geschämt. Wie z. B. diese Geschichte von "Paulchen und Paulinchen, den Schwaneneltern". Hoffentlich langweilige ich Euch nicht mit der m. E. teils heiteren teils traurigen Geschichte.
An der Nagold haben wir eine Strecke von ca. 1,5 km, gleich hinter der Weissensteiner Brücke, die von Kleingärten gesäumt ist. Das Ufer zwischen Fluss und den Gartenzäunen ist zum Teil nur ca. 3 m breit. Der Einstieg in diese Strecke ist nur am Anfang oder am Ende der Gartenreihe möglich.
Genau am Anfang, an der engsten Stelle hatte sich vor Jahren ein Schwanenpaar mit 3 Schwanengösseln ihren Lagerplatz eingerichtet. Eines Morgens waren sie einfach da.
Ich wollte dort das Ufer betreten. Da kam der Schwanenganter aus dem Wasser, plusterte sich auf, und ging mit langem Hals, flügelschlagend und fauchend auf mich los. Ich habe gehörigen Respekt vor diesen Tieren, und so erst mal den Rückzug angetreten. Angeblich sollen die einem Erwachsenem mit einem Flügelschlag den Arm brechen können.
Was machen? Wieder alles einpacken und mit dem Roller die 1,5 km weiter fahren zum nächsten Einstieg, dazu hatte ich keine Lust.
Vielleicht klappt es mit einer List. Ich habe, wenn ich zum fischen gehe, immer ein Vesper im Angelrucksack. Meist ein Doppelweck und ein paar Saitenwürste. Also den Doppelweck geteilt, und einen Teil in kleine Stücke gepult. Das ganze in Richtung der Schwanenfamilie ins Wasser geworfen. Was soll ich sagen, es klappte. Die Schwanenfamilie machte sich gleich über mein Vesperweckle her. Auch Vater Schwan ging ins Wasser um seinen Teil zu bekommen, und ich konnte unbehelligt an ihnen vorbei gehen.
Dieses Ritual sollte sich in den nächsten Wochen einspielen. Wenn ich dort das Ufer entlang wollte, war meistens die Schwanenfamilie schon da. Der Schwanenvater (ich nannte ihn inzwischen Paulchen und seine bessere Hälfte Paulinchen) versperrte mir fauchend den Weg, ich leistete meinen Wegezoll in Form eines halben Doppelweck und konnte meinen Weg fortsetzen. Paulinchen tat immer so als ob sie die ganze Angelegenheit nichts angeht und kümmerte sich um ihren Nachwuchs.
Eines Tages hatte Paulchen wohl besonders schlechte Laune. Hatte ihn seine Paulinchen geärgert, war er von anderen belästigt worden? Ich weiss es nicht.
Jedenfalls dachte ich ich könnte das übliche Ritual abspielen. War aber nicht. Nach dem mein halbes Vesperweckle schon im Wasser lag, Paulchen sich auf den Weg ins Wasser machte, wollte ich wie üblich vorbei gehen. Im gleichen Augenblick, als ich auf Höhe der Schwanenfamilie war, drehte sich Paulchen um und griff mich an. Ich wollte mein Heil in der Flucht suchen. Dem stand aber eine Baumwurzel im Wege, über die ich stolperte. Die Fliegenrute in der rechten Hand konnte ich mich beim Fallen nicht richtig abstützen und machte einen rechten Bauchklatscher. Da lag ich nun, wie eine platte Flunder, Paulchen über mir fauchend, flügelschlagend und in meinen Angelrucksack beissend. Nach kurzer Zeit hatte Paulchen wohl erkannt, dass er gesiegt hatte. Jedenfalls lies er von mir ab und watschelte triumphierend zu seiner Familie zurück. Während aus dem Garten neben an dröhnendes Gelächter schallte. Dort stand eine Familie, die sich vor Lachen die Bäuche hielten. Sie hatten alles mitbekommen. Sie erzählten mir später dann, dass sie sich nicht aus dem Garten trauen um Gieswasser zu holen, wenn Paulchen mit Familie in der Nähe ist. Er greift jeden sofort an.
Ich war erst mal beleidigt und habe Paulchen die „Zollvereinbarung“ aufgekündigt. Wenn Paulchen mit Familie da war, bin ich gleich zum nächsten Einstieg weiter gefahren.
Eines Tages war Paulchen und zwei der inzwischen gross gewordenen Jungschwäne verschwunden. Nur Paulinchen mit einem Jungschwan war noch in der Gegend. Die Gartenbesitzer erzählten mir, dass man eines Morgens Paulchen und die zwei Jungschwäne mit durchgebissenem Hals am Ufer gefunden hat. In dem Bereich lassen Hundebesitzer oft ihre Hunde frei laufen. Die Schwäne waren wohl von zwei grossen Hunden angefallen worden. Man hatte auch eine bestimmte Vermutung, konnte sie aber nicht beweisen.
An dem Tag, als ich das erfuhr, konnte ich mich nicht mehr recht auf das Angeln konzentrieren. Trotzdem mir Paulchen eine so schmachvolle Niederlage beigebracht hatte, hatte ich ihn doch irgendwie in mein Herz geschlossen. Ich musste immer an den armen, tapferen Paulchen denken, der seine Familie immer so heroisch verteidigt hatte.
Immer wenn ich jetzt Schwänen begegne muss ich an den Sommer mit Paulchen und Paulinchen denken.
Es grüsst ein schon wieder trauriger
Chartist
PS: Ganz schön anstrengend, alles mit "1 Finger Tippsystem" zu schreiben. Aber ich habe ja jede Menge Zeit, und so vergeht sie wenigsten.







