Hallo zusammen,
Schon mal darüber nachgedacht, dass Du uns mit solchen Sprüchen alle einfach nur lächerlich machst? Du, spielst denen von NABU & Co. die Bälle zu!
Dazu möchte ich mich mal äußern. Spielt man diesen Leuten nicht allein schon in die Karten, indem man solche Diskussionen überhaupt führt? Die müssen sich aufgrund der
Unstimmigkeiten in unseren Reihen doch schon vor Lachen auf die Schenkel klopfen!
Wie schrieb schon der alte Brehm über den Kormoran und seine Anverwandten?:
Unter den Ruderfüßlern zählen sie zu den vollendetsten Tauchern, sind aber auch in anderer Hinsicht keineswegs ungeschickt. Auf ebenem Boden bewegen sie sich ziemlich ungelenk und watschelnd, im Gezweige der Bäume mit auffallender Gewandtheit, fliegend rascher, als man meinen möchte, da der Flug aussieht, als ob er sehr ermüden müsse. Soviel wie möglich verweilen sie im Wasser und schwimmen und tauchen mit einer Fertigkeit und Ausdauer, welche die Bewunderung des Beobachters erregen muß. Hinsichtlich ihrer übrigen Eigenschaften läßt sich wenig rühmenswerthes sagen. Sie sind scharfsinnig, klug, verständig, listig, aber zänkisch, unfriedfertig, boshaft und tückisch im höchsten Grade, leben unter sich zwar in Freundschaft, jedoch nur, weil die Angriffe gegenseitig in gleich erbitterter Weise zurück gewiesen werden, mißhandeln alle übrigen Vögel, versuchen wenigstens sie zu quälen und zu peinigen.
Alle Scharben fressen so lange, als sie fressen können, und stürzen sich selbst mit gefülltem Magen gierig auf eine Beute herab, wenn solche ihnen gerade vor das Auge kommt. Sie ruhen, so scheint es, nur, um wieder fischen und fressen zu können, und fressen bloß dann nicht, wenn sie ihr Gefieder in Ordnung bringen oder schlafen. Die Dehnbarkeit ihres Schlundes gestattet ihnen, sehr große Fische hinabzuwürgen; aber diese werden ungemein rasch zersetzt, und der Magen verlangt [594] dann neue Füllung. In Ländern, in welchen der Mensch zur Herrschaft gekommen ist, können sie nicht geduldet werden, weil sie den Fischereien den allerempfindlichsten Schaden zufügen; im Meere hingegen werden sie wenigstens hier und da gerade durch ihre Gefräßigkeit nützlich; denn aus den Fischen, welche sie dessen Schoße entnehmen, bereiten sie den Guano.
Sämmtliche Arten der Familie nisten in Gesellschaft und gründen unter Umständen Ansiedelungen, welche mehrere tausend Paare zählen. Die Nester stehen entweder auf felsigen Inseln und hier in Spalten, Höhlungen, auf Gesimsen usw., oder auf Bäumen, zuweilen vierzig und funfzig von ihnen auf einem einzigen. Wenn sie genöthigt sind, selbst zu bauen, tragen sie dicke Reiser unordentlich zusammen und füllen sie innen mit Schilf und anderen Gräsern liederlich aus, halten sie aber fast nie trocken, oft vielmehr so naß, daß die Eier förmlich im Schlamme liegen. Letztere, zwei bis vier an der Zahl, sind verhältnismäßig sehr klein, lang gestreckt und haben eine starke grünlichweiße, ungefleckte Schale, welche noch ein etwas lockerer Kalk- oder Kreideüberzug umgibt. Beide Gatten brüten abwechselnd mit Hingebung, richtiger vielleicht Hartnäckigkeit, und betheiligen sich ebenso gemeinschaftlich an der Erziehung ihrer Jungen. Letztere kommen fast nackt zur Welt, erhalten später einen kurzen, düstergefärbten Flaum, erst wenn sie halbwüchsig sind, Federn, verweilen lange im Neste, folgen dann den Alten auf das Wasser, werden ein paar Tage lang unterrichtet und hierauf sich selbst überlassen.
Aufgrund dieser Beschreibung wage ich mal zu behaupten, dass er den Kormoran und seine Verwandten nicht gerade als "Nutztier", sondern eher als "Schädling" angesehen hat.
Sicher......auch diese Vogelart hat natürlich irgendwo das Recht auf ihr Dasein. Wir wollen ihn ja auch nicht ausrotten. Ein sinnvolles und verträgliches Artenmanagement ist aber längst überfällig.
Wir machen uns als "Interessengemeinschaft" aber lächerlich wenn wir uns 1. nicht einig sind, 2. weiter gezielt die Äschen- und Aalfischerei betreiben, obwohl wir die Arterhaltung dieser Fische als Hauptargument bringen, uns 3. nicht konsequent um strukturelle Verbesserungen unserer Gewässer bemühen und 4. der Allgemeinheit nicht ausdrücklich klarmachen, dass wir nicht Stimmung für die "Hexenjagd" auf eine
bedrohte Spezies machen wollen, sondern eine Bestandsregulierung einer
längst nicht mehr gefährdeten Art verlangen, die keine natürlichen Feinde hat und sich damit solange unkontrolliert vermehrt, bis das das fehlende natürliche Nahrungsangebot die unkontrollierte Verbreitung eindämmt!!
Den Ausführungen von Siegfried kann ich nicht viel hinzufügen. Ich kann aber ruhigen Gewissens konstatieren das seine Beobachtungen an den Gewässern im Sauerland (östlich des Rheins) auch Gültigkeit haben für den westlichen Niederrhein und die Eifel. Seine Beobachtungen stimmen mit den meinigen vollkommen überein.
Auch die Vertreter unserer Zunft, die selbst noch nicht die negativen Erfahrungen und Beobachtungen mit diesem "Problemvogel" machen mussten (meist aus den südlichen Gebieten der Republik), sollten sich darüber im klaren sein, das es für einen Vogel keine Grenzen gibt und das sie früher oder später ebenfalls betroffen sein werden. Das Problem leugnen, weil man es selber (noch nicht) kennt, hilft also nichts. Ich erinner mich noch gut an meinen ersten Angelurlaub in Österreich vor einigen Jahren:
Man kannte da noch keine nennenswerten Einflüge des Vogels und lediglich das Vorkommen versprengter Einzelgänger wurden mir seitens meines Gastgebers geschildert.
Inzwischen ist die Luft dort recht bleihaltig und man räumt heute ein massives Kormoranproblem zähneknirschend ein.
Was mir nicht in den Kopf will ist die Tatsache, das es so eine Riesengemeinschaft (Angelfischer) - die locker das zehnfache der Mitglieder aufweist, wie die aller "Naturschutzvereine" zusammen - nicht schafft eine entsprechende Lobby zu bekommen, bzw. nicht in der Lage ist das Bewußtsein in der Bürgerschaft schärfen zu können.
Gruss
Detlef