Hallo Ole,
Landjunker hat geschrieben:Hallo Werner,
Aus meiner Argumentation geht eindeutig hervor, dass ich mich auf das Töten von Tieren, in diesem Fall von Fischen, beziehe. Die von Dir unterstellte "Nulltoleranz" kann ich beim besten Willen aus meiner Argumentation nicht herleiten. Ebenso habe ich es vermieden, meine Argumentation zu generalisieren. Ich habe mich explizit auf dem Umgang mit Fischen / Tieren beschränkt.
Selbst das "Töten" von Tieren wird anderwo anders gehandhabt. Siehe mein Beispiel bezüglich der Verhaltensweise französischer Fischer in diesem Faden.
Die Betreffenden sind sich keiner "Fehlhandlung" bewusst, sondern halten ihr Vorgehen für normal. Davon habe ich zunächst einmal auszugehen. Und wenn es da "nichts zu tolerieren" gibt, was ist das anderes als Nulltoleranz?
Landjunker hat geschrieben:
Der Grundsatz von PETA ist meiner Kenntnis nach die Verhinderung und das Offenlegen von tierquälerischen Handlungen. Hierzu sollte sich doch ein jeder Waidmann (Fischer / Jäger) verpflichtet fühlen und Tieren so weit möglich, unnötiges Leid ersparen, oder?
Nein. PETA ist eine Tier
rechtsorganisation keine Tierschutzorganisation. Sieh Dir an, was die wollen und wie die argumentieren und was die machen. Das kann und will ich hier nicht alles ausbreiten. Selbstverständlich wollen Du und ich Tieren unnötiges Leid ersparen- aber Du solltest nicht davon ausgehen, dass das alle in allen Teilen der Welt "auf dem Schirm" haben. Daraus folgt, dass ich, wenn ich dort etwas ändern will, die Leute da abhole, wo sie sind und sie in ihrem Sosein zunächst einmal akzeptiere.
Landjunker hat geschrieben:Das ist das Einzige, auf welches ich in meinem Kommentar aufmerksam machen wollte. Ein jeder ist selbstverständlich seinem eigenen Gewissen verpflichtet und sollte wissen was er tut und was er verantworten kann. Trotz alledem gibt es doch auch moralisch verpflichtende Grundsätze (Tierschutz etc.) denen wir uns verpflichtet fühlen sollten!?
d'accord, solange Du "sollten" nicht durch müssen ersetzt
Landjunker hat geschrieben:Desweiteren zitierst Du einen
Absolutheitsanspruch, welcher ebenfalls von mir nicht formuliert wurde
Unabhängig von welchem Blickwinkel ich den Sachverhalt betrachte bin ich der Überzeugung, dass fremdes Brauchtum beispielsweise im Umgang mit Tieren keinesfalls einen waidfrevelhaften Umgang mit der Kreatur rechtfertigt!?
Da ist er, der Absolutheitsanspruch: Unabhängig vom Blickwinkel hat fremdes Brauchtum sich Deinen Vorstellungen zu fügen. Du kannst doch sicher nachvollziehen, dass allein die Frage, was "waidfrevelhafter" Umgang mit der Kreatur
ist, überall verschiedene Antworten findet.
Landjunker hat geschrieben:Für mich hat das gerechtfertigte Intervenieren auch etwas mit Zivilcourage zu tun und die, dies ist meine Überzeugung, beginnt bereits im Kleinen
Das ehrt Dich und ist respektabel, solange Du das in einer angemessenen Form tust. Ich will niemanden veranlassen
nicht für seine Überzeugung einzutreten. Aber wenn Du das tust, musst Du Dir darüber klar sein, Dass es
DEINE Überzeugung ist und nicht die derjenigen, die Du überzeugen willst.
Und in dem Augenblick "sagst" Du de facto:
Meine ist die
richtige und eure die falsche- und eben das ist ein (gewisser) Absolutheitsanspruch, den auch die Tierrechtsorganisation PETA vertritt. Die Logik will es so.
Erst wenn ich bereit bin, meinen Standpunkt zu relativieren, indem ich z.B. konzediere, dass die Netzfischerei nicht jeden Fisch einzeln abschlagen kann, dass französische und auch manche deutsche Angler nichts dabei finden, dass ein Fisch sich zu Tode zappelt, weil sie es einfach nicht anders kennen, bin ich im von mir gemeinten Sinn dialogfähig.
Nichts muss Dich davon abhalten, zu sagen: Das finde ich nicht in Ordnung und es argumentativ zu untermauern.
Aber wir (alle) sollten das (als Angler und Tieren Leid Zufügende) nicht mit der Attitüde des Allwissenden tun und uns dabei in von jedem Tierschützer leicht aufzudeckende Widerspüche verstricken.
Das- und nichts anderes- wollte ich zu bedenken geben.
Gruß
Werner