Hallo in die Runde der Switcher und angehenden Switcher.
Das wird dann ein etwas längeres Posting, wohl an.
Ich bin kein Wurf-Guru, aber vielleicht kann ich etwas helfen,
ich benutze ja schon seit vielen Jahre auch Switchruten.
cdc hat geschrieben:ich möchte mich nicht diesen Rutentyp verschließen und würde gerne wissen,
was für Vorteile so eine Rute mir wirklich bringt???
Postman76 hat geschrieben:Mir geht´s drum einen Überblick zu kriegen für was eine Switchrute eigentlich sinnvoll ist.
Eine Switchrute ist eine (kürzere, leichtere) Zweihandrute,
egal ob die Rute nun nach Einhandstandards, oder Zweihandstandards kassifiziert ist,
es bleibt eine Zweihandrute, die bestens zum Unterhandwerfen geeignet ist.
Ein grundlegender Unterschied zwischen Überkopfwerfen und Unterhandwerfen ist das (Schnur-, Vorfach-) Setup.
I.d.R. ist das Unterhandsetup "schwerer und länger" als das Überkopfsetup.
Bei Unterhandwürfen wird die Fliege, das Vorfach (auch der etwaige Polyleader oder auch Sink-Tip),
und etwaig auch etwas von der Spitze der Flugschnur,
im Wasser belassen, als Wasseranker benutzt.
Dieser Wasseranker wird, beim Rückschwung, bzw. Ausbilden des "
D's",
mit benutzt um die Rute zu spannen, zu laden.
Und, dieses Gewicht des Wasserankers addiert sich
nicht zusätzlich
zu dem nominal nötigem Gewicht der Schnur, des SK's
um die Rute optimal zu belasten.
Hingegen, betrachtet man dieses Unterhandsetup beim Überkopfwurf,
muss hier das Gewicht des Wasserankers
(die Fliege, das Vorfach (auch der etwaige Polyleader oder auch Sink-Tip),
zu dem Gewicht des Flugschnur addiert werden,
da ja das gesamte Gewicht die Rute (durch die sich komplett in der Luft befindliche Schnur) belastet.
Nun zum Switchen.
Warum ein so ein schwereres Setup wählen?
Nun, die Größe/das Gewicht der möglichen Fliege hängt ja von bewegten Schnurgewicht ab,
mit schwereren Schnüren kann ich auch größere, schwerere Fliegen werfen, auch Fliegen auf Haken 1/0 bis ... .
Auch kann ich schwere Sink-Tips vorschlaufen, weil es die Bedingungen gerade notwendig machen,
("mal lauern" wer da am Grund seht).
Wie werfe ich mit so einem schweren Setup überkopf?
Nun indem man mehr Schnur, bzw. weiter, einstrippt, bevor man zum Rückschwung ansetzt
und im Rückschwung nur soviel Schnur nachgibt, das es die Rute noch bewältigen kann, nicht überlastet wird.
Warum wirft man mit so einem schweren Setup überkopf?
Weil man weit eingestrippt hat, z.Bsp. weil man einen Nachläufer hatte,
oder um eine schwere Sinkschnur, Sinktip, oder auch überschwere Fliege (nassen Hechstraemer)
aus dem Wasser, an die Oberfläche, zu bekommen,
oder eben nur, weil man gerade diese "spinntane" Entscheidung getroffen hat,
weil man es ja kann, oder ..., .
Es gibt auch eine Kombination aus Überkopf- und Unterhandwurf, den ich häufig verwende.
Weit einstrippen und seitlich vom Körper "überkopf" werfen (wie kann ich es anders beschreiben?).
Die Schnur über dem Wasser, durch einen harten vorderen Stop, strecken lassen
und zum Rückschwung des Unterhandwurfes ansetzen, dabei den Rest des Schnur-Setups freigeben,
wassern lassen, "ankern setzen"
und im Unterhandwurf wieder gen Horizont abfeuern.
Auch fische ich gerne reine Sinkschnüre, (gerade bei viel Wind),
mit einer auftreibenden Fliege (Styropor eingebunden) und einem einfachen Tönnchenwirbel oder ein Schrotblei am Vorfach.
Wer das an der Einhand schon gemacht hat weiß wie kompliziert es ist die Schnur an die Oberfläche zu bekommen,
C-Pickup, etc.,
mit einer etwas längeren Switchrute und dem oben beschriebenen Kombiwurf ist das deutlich einfacher.
Im Endeffekt fische ich meine "leichte" WF/float Schnur, die ja auch zu der Einhandrute passt,
und (auf einer Ersatzspule) ein Switch-Setup.
Alles komplett fertig, also mit jeweiligem Vorfach.
Nur Fliege abknipsen, Schnur und Vorfach aufrollen, andere Spule wählen,
und meine Switchrute wird zur reinen Überkopfrute, oder umgekehrt.
Ich habe meine Einhandrute, sowie mein Switchrute dabei,
zwei Ersatzspulen (Sinkschnur, gepimpte WF) und ein paar Cheater, bzw. Polyleader.
So ärgere ich mich am Wasser nicht, den "benötigten" Teil des Getackels,
mal wieder Zuhause gelassen zu haben.
Um Kosten zu sparen kann man eine alte WF-Schnur zum Switch-Setup pimpen.
Ich hatte das mal in einem anderen
Thread, über Polyleader, beschrieben.
Vielleich habe ich meine Behauptungen jetzt besser dargestellt.
Martin 1960 hat geschrieben:Nach meiner Meinung sollte eine Switchrute nicht zu lang sein, (so um bei 10'6 ft),
denn längere Ruten ermüden den Werfer doch sehr schnell (langer Hebel)
Ich würde Dir empfehlen, Deine Switchrute so zu wählen,
das sie zu den Schnüren Deiner Einhandrute passt.
Aber eine Switchrute macht den Fliegenfischer flexibler
Egal ob Tiefwasser, Wind oder hoher Sonnenstand,
die Fliege kann ich dort hinbringen,
wo ich die Gräten vermute.
Und wer in die weite Welt des Skagit-Setup eintauchen möchte,
sollte unter "Laverda" und im Ergebnis unter Skagit suchen.
Edit: habe ein paar fehlende Buchstaben nachgepflegt.
