Seite 3 von 7

Verfasst: 07.09.2007, 16:38
von webwood
Depperter Bua

Einmal im Jahr, kurz bevor die Regenbogen Schonzeit haben fahre ich mit Freunden an den Lech. Fischen, Lagerfeuer, Grillen, gemeinsam frieren. Ihr kennt das sicher auch. Einer meiner Angelfreunde hatte noch seinerseit einen Freund mitgebracht, den ich bis dahin nicht kannte. Wir standen gerade wieder mit dampfenden Wathosen am Feuer und unterhielten uns. Ab und an beteiligte siche der Neue am Gespräch. Das Gesagte hatte aber nicht das Geringste mit unserem Gespräch zu tun ???
Ich war da doch etwas irritiert, bis er sein Handy unter der Mütze rauszieht. Er hatte mit "Mützenfreisprechanlage" lediglich telefoniert.
Ich musste natürlich lachen und erklärte daß ich mir gerade ernstlich überlegt habe ob er ein "depperter Bua" ist. Zum Glück blieb der neuen Spitzname nicht allzulange an ihm haften.

Thomas

Verfasst: 07.09.2007, 18:20
von Eckat
Tach ersma
Hardy hat geschrieben:......."Am Anfang schuf ich Himmel und Erde"......
Groetjes
Hardy
Damit wären jetzt einige Dinge erklärt ......

Gruß Eckat

Verfasst: 09.09.2007, 00:44
von Frank.
Leute, Leute,

was für tolle Stories! Macht weiter damit. Es sind die Kleinigkeiten, die eine gute Geschichte ausmachen. Gebt uns mehr davon!

Euer Frank

Verfasst: 09.09.2007, 12:10
von Frank.
Zugegeben – es war eine Gemeinheit, was ich da gemacht habe. Keine kleine, sondern eine richtig große, miese Boshaftigkeit.

Wenn ich auch nur den leisen Verdacht hätte, daß mein damaliges Opfer hier mitlesen würde, dann hielte ich meinen Mund. Das Ganze liegt zwar schon über dreißig Jahre zurück, aber ich fürchte, daß er noch immer einen Wutanfall bekäme, wenn er herausbekäme, wer ihm damals … Das dürfte noch nicht verjährt sein.

Aber ich fange besser von vorne an.

Damals war ich noch ein eifriger Wurmbader. An den Wochenenden saß ich oft mit Freunden ganze Tage am See, um Weißfische aller Art zu fangen – meine arme Mutter wußte oft gar nicht mehr, was sie mit der entschieden unedlen Beute noch anfangen sollte, aber meine Oma war zum Glück hart im Nehmen; die aß notfalls auch Grätensalat von angegangener Brasse an luftgetrockneten Plötzenflossen.

Nun hatte mich einer meiner „Freunde“ wirklich furchtbar geärgert. Und zwar auf eine sehr unagenehme Art und Weise, so daß ich mit einigem Recht stinksauer war. Er hatte nämlich allen möglichen Leuten erzählt, daß er gesehen habe, wie ich untermaßige Forellen entnommen hätte, was eine freie Erfindung war.
Wurmbader, das war ich damals. Zugegeben. Aber an die Regeln habe ich mich auch damals gehalten. Ich weiß nicht, welcher Teufel den Kerl geritten hat, aber das ist im Nachhinein auch egal.

Jedenfalls sann ich äußerst kleingeistig auf Rache. Am liebsten hätte ich das Gerede mit einer blutigen Nase beendet, aber der Doofmann war deutlich größer und stärker als ich.
Da mußte Plan B heran. Ich grübelte ziemlich lange vergeblich daran herum, was ich ihm antun konnte. Wie ich ihm eine Lektion erteilen könnte, die er niemals vergessen würde.

Und eines Abends, als ich vom Angeln nach Hause fuhr (damals noch mit dem Moped), hatte ich die Idee. In meinem Fischbeutel befand sich mal wieder eine Ladung Weißfisch – Plötzen, Brassen, ein paar Barsche. Es war ein heißer Tag Anfang August gewesen, und ich war bis lange nach Einbruch der Dunkelheit am See geblieben.
Nun steuerte ich mein Moped Richtung der Behausung meines Erzfeindes, mit einem sardonischen Grinsen im Gesicht.
Bald hatte ich gefunden, was ich suchte: seinen VW-Käfer, der in einer Seitenstraße parkte. Menschen waren weit und breit nicht zu sehen, und so gab es keine Zeugen, als ich meinen teuflischen Plan ausführte:
Mit dem Messer hebelte ich nämlich eine der vorderen Radkappen des Autos ab. Diese Dinger ähnelten ja einer kleinen Schüssel, und eben als Schüssel wurde die Radkappe nun auch von mir verwendet. Schwupps – nun lag ein kleiner, toter Brassen in der Ausbuchtung. Und binnen Sekunden saß die Radkappe wieder auf ihrem angestammten Platze, so daß ich den Tatort hochzufrieden, unerkannt und sehr eilig wieder verlassen konnte.

Knapp eine Woche später (und es war eine wirklich heiße Woche gewesen, in der fast ununterbrochen die Sonne geschienen hatte) erzählte mir ein anderer Angler, der *** sei schon seit Tagen damit beschäftigt, den Kofferraum seines Käfers zu schrubben. Die ganze Kiste stinke zum Himmel; vielleicht sei ihm ein Köderfisch aus der Tüte gefallen und in eine Ritze geflutscht, aber er könne einfach nichts finden, obwohl er schon alles ausgebaut habe, was nicht niet- und nagelfest sei. Es sei nicht auszuhalten, *** könne im Moment gar nicht mehr mit dem Auto fahren, weil dieser bestialische Gestank …

Mein Freund wunderte sich sehr, daß ich seinen Bericht mit völlig unangemessener Heiterkeit anhörte. Ich platze nämlich beinahe vor Lachen und konnte mich minutenlang nicht beruhigen.
Was für ein Triumph!
Irgendwann, Tage später, kam mein Erzfeind dann – wurde mir später erzählt – endlich auf die Idee, in der Radkappe nachzusehen. Wie das mittlerweile aussah (und duftete!), was er dort vorfand, wage ich mir gar nicht vorzustellen.

Aber noch Monate später fiel mir, wenn ich sein Auto am Wasser stehen sah, auf, daß immer, auch bei Regen, die Fenster einen Spalt breit offenstanden. Und ich bin glaube nicht, daß er den Gestank jemals wieder losgeworden ist.

Ich fand das damals besser als eine blutige Nase. Und viel, viel nachhaltiger.

Noch heute zufrieden mit sich -

Euer Frank

Verfasst: 10.09.2007, 17:02
von webwood
Meiner Frau hab ich von diesem netten Treat erzählt.
Ihr fiel daraufhin auch noch eine kleine Angelgeschichte ein die ich vergessen hatte. Zuerst hab ich mich geweigert das auch noch öffentlich zu machen, schließlich war ich ja mal wieder die komische Nummer, aber bevor das meine Frau dann hier schreibt.....

Kroatien, damals hieß es noch Jugoslawien, Steinküste, Zelt direkt am Meer, einfach herrlich. Kaum stand das Zelt musste ich natürlich sofort angeln. Meine Ausrüstung war minimalistisch, wir waren schließlich mit dem Motorrad unterwegs aber ich hab dennoch ganz ordentlich gefangen. Die Fische waren nicht gerade als Kapital zu bezeichnen, aber frischer Seefisch- da will man nicht kleinlich sein. Es war brütend heiß und Fisch ist ja ein verdebliches Gut. Setzkescher hatte ich natürlich keinen dabei.
Ich hab also meinen Fang in einem natürlichen Felsenaquarium deponiert.
Das war eine kleine Felsenspalte, schmal, schattig und ca 50 cm tief, also Ideal um die Fische darin erst mal zu verwahren. Was ich nicht bedacht habe, auch am Mittelmeer gibt es Ebbe und Flut.
Ich will gerade den nächsten Fang in meinem "Aqarium" hältern, da bemerke ich das mittlerweile durch die einsetzende Flut heftige Ausbruchsversuche seitens meiner Beute unternommen werden. Eine Kescher hatte ich schon, der war aber viel zu groß. Ich rase also zum Zelt, schnapp mit einen Alu-Kochtopf und versuche zu retten was zu retten ist. Meine Frau hat mich dabei freundlicherweise tatkräftig unterstützt, in dem sie vor dem Zelt saß und vor Lachen fast nicht mehr konnte.


So und jetzt (Rache ist süß) eine Storry über meine Frau.

Stavanger (Norwegen) eine herrlich zerklüftete Felsenlandschaft, steile Felsabrüche, ein Paradies zum Angeln. Ich war schon einige Stunden fischen und hab nichts, aber rein gar nichts gefangen, nicht mal einen Biss. Irgendwann ist es dann meiner Frau zu langweilig geworden. Sie schnappt sich die Spinnrute, bindet irgenwas Buntes mit Bleikopf an (meine Frau hat ja auch keine Ahnung vom Angeln) und versucht ihr Glück.

Ich hörte nur Ihren Schrei - Thooooomaaaas!!! und dachte mir "Was ist jetzt passiert?" und klettere so schnell ich kann über die Klippen in Richtung des Hilfeschreies.
Als ich sie erreicht habe war das ein Bild für Götter.
Mein Weib hält die Gerte mit beiden Händen, die Füße um einen Felsblock geschlungen und im Wasser tobt es. Sie hatte den größten Pollack des ganzen Urlaubs nach ein paar Würfen gefangen. Gemeinsam konnten wir den Fisch dann übrigends auch noch glücklich landen.

TL

Thomas

Verfasst: 10.09.2007, 17:58
von reverend
Wieder mal das klassische Beispiel der ungeschriebenen Anglerregel:
Sobald eine Frau zu angeln beginnt, fängt sie auch garantiert den größten Fisch.
Es sei den Damen gegönnt.

Verfasst: 11.09.2007, 09:09
von Darth Wader
Ne ganz kurze, aber bemerkenswerte Begebenheit:

Ich fische also so in meinem Bach vor mich hin und wate Meter für Meter. Aus einer Krautfahne schießt plötzlich eine aufgeschreckte Forelle raus, knallt mir an den Watstiefel und taumelt bauchüber in der Strömung. Ich habe sie mit der Hand greifen können, habe sich wieder aufrecht hingestellt, in die Strömung gehalten zum "Luft schnappen" und mit einem kleinen Platsch war sie wieder unter ihrer Krautfahne.

Schade, im rechten Moment hat man nie ne Videokamera parat...

Fischen mit Handy

Verfasst: 11.09.2007, 09:46
von AndreasSH
Moin moin,

Der folgende 2-Akter ist zwar nicht besonders unglaublich,
aber trotzdem recht lehrreich, was die Benutzung des Handys beim Fischen angeht...

Erster Akt

Es war gegen Ende August 2003, als ich am späten Nachmittag einen Abstecher zu meinem neuen "Hausbach" machte. Die grosse Hitzewelle war vorbei und ich wollte mal schauen, was die Forellen so machen. Ich nahm also die Fliegenrute und marschierte in einiger Entfernung vom Ufer den Bach entlang, immer ein Auge auf dem Wasser.
Die Sonne schien, Insekten waren auch unterwegs, es war ein angenehmer Tag.
Steigaktivitäten waren jedoch nirgends zu entdecken, also ging ich bis zu einem schönen Gumpen, den ich mir schon lange einmal genauer ansehen wollte.
Der Gumpen liegt am Ende einer langen Rausche, die beidseitig von Erlen flankiert ist. Hier kühlt sich das Wasser gut ab und wird mit Sauerstoff angereichert.
Die Grösse des Gumpens ist etwa 5x8m, also nicht besonders gross. Der Auslauf ist sehr schmal, da ein Weidenbusch dort vom gegenüberliegenden Ufer bis weit in den Bach hineingewachsen ist.
Ich hockte mich am Gumpeneinlauf hinter den Schilfbewuchs und beobachtete erst einmal. Eine Menge von Weissfischen tummelte sich dort, es waren vermutlich Hasel, die hier noch vorkommen.
Das Wasser war etwas angetrübt, so konnte ich es nicht ganz genau bestimmen.
Ein Wurf mit einer "Red Tag" brachte Gewissheit. Etwas silbernes blitzte auf, ein Fisch löste sich vom Grund und schnappte sich die Fliege um sofort wieder nach unten zu stossen. Sekunden später hielt ich tatsächlich eine Hasel in der Hand, die ich schnell wieder in Ihr Element entliess.
Während ich mich noch über das Vorkommen dieser Fischart freute, schob sich plötzlich ein grünlicher Rücken mit einem roten Band darunter in mein Blickfeld und liess meinen Adrenalinspiegel schlagartig ansteigen. Sieh an, eine von den im Frühjahr aus der oberhalb liegenden Forellenzucht ausgebüxten Regenbogenforellen ! Und keine kleine !
Diese Kollegen pflegen sich hier sehr wohlzufühlen, und entwickeln sich dank des guten Insektenvorkommens zu schönen Exemplaren.
Ich überlegte kurz, und entschied eine "Light Cahill" anzubinden, mit der ich im Juni auch schon einige dieser Streuner trocken erwischt hatte.
Die Forelle war aber inzwischen verschwunden. Nach einiger Zeit tauchte der "Geist des Gumpens" aber wieder auf, um gleich wieder zu verschwinden. Nach einer Weile fand ich heraus, das der Fisch sein Revier regelmässig auf einer bestimmten Route abpatroullierte, dabei immer unter dem Weidenbusch verschwand und regelmässig an einer anderen Stelle wieder auftauchte. Nun konnte ich die Fliege präsentieren.
Fliege setzt auf, gleich muss Sie erscheinen, der Puls steigt, Ihr kennt das ja...
In diesem Moment klingelte mein Handy.
Wieder einmal hatte ich vergessen das verdammte Ding vor dem Fischen auszumachen.
Schwärzeste Gedanken gingen mir durch den Kopf. Damit das Gebimmel endlich aufhört ging ich ran, die Rute mit Fliege im Wasser immer noch in der anderen Hand.
"Moin Andreas, in welchen Wiesen treibst Du Dich denn wieder rum ?" ertönte es aus dem Hörer.
Es war ein an sich netter Angelkollege, na ja, bis jetzt...
Ich konnte als Antwort nur ein Grunzen hervorbringen. "Hab ich Dir nu die Fische vertrieben ?" erscholl es weiter...
Im selben Moment sah ich die Forelle aus der Tiefe des Gumpens zu meiner Fliege emporsteigen, es gab einen Schwall, ich nahm im Reflex die Rute hoch und der Fisch verabschiedete sich mit einem ordentlichen Platscher. "Haste gehört ?" sprach ich in ziemlich genervtem Tonfall "DAS WAR SE ! " -- "oh..." -- "JA !"
Nach wortkarger Beendigung des Telefonats packte ich ein und fuhr nach Hause.


Zweiter Akt

5 Tage später hatte ich noch einmal Gelegenheit, meinen neuen Lieblingsgumpen zu besuchen.
Da dort oft gefischt wird, machte ich mir keine allzu grossen Hoffnungen "meinen" Fisch wiederzusehen.
Die Freude war jedoch gross, als ich nach einigem Sitzen und Beobachten den grünen Rücken mit dem roten Band darunter wiederentdeckte ! Sie war immer noch auf Patrouille. Handy war diesmal aus, also konnte ich in Ruhe meine Trockenfliege präsentieren. Leider wurde diese jedoch völlig ignoriert. Auch ein Wechsel des Musters brachte nichts.
Hm, dachte ich, dann mal die Nymphe anbieten ! Eine helle Nymphe ohne Goldkopf angeknüpft, und in Position gebracht, gerade so das Sie den Weg meiner Kontrahentin kreuzt. Diesmal konnte ich mir ansehen, wie eine Nymphe in Bausch und Bogen abgelehnt wird !
Mit einem verächtlichen Zucken des Kopfes drehte die Forelle beleidigt ab und verschwand unter dem Weidenbusch.
Nun, dann muss ich eben andere Saiten aufziehen, dachte ich. Ich wollte nun auf Provokation setzen und band einen fetten Streamer an. Den zog ich schön aufsehenerregend aggressiv durch das Wasser, vorbei an dem vermuteten Unterstand. Ab der Mitte des Gumpens sah ich einen weit aufgerissenen Rachen hinterherschiessen, der Anhieb sass natürlich nicht. Ich spürte kurz Widerstand, die Rute bog sich schon leicht, da zischte mir der Streamer entgegen und hängte sich in den Baum hinter mir.
Fischen auf Sicht ist reine Nervensache...
Ich versuchte es noch ein zweites Mal, der Streamer wurde nun aber nur noch halbherzig attackiert, man fasste Ihn ganz hinten spitz an, Ihr kennt das ja...
Nach solchen Pannen gehen einem immer diese ganzen Theorien durch den Kopf, mit dem Anhieb warten bis der Fisch sich umdreht, wenn das weisse im Maul wieder verschwindet und so weiter und so fort.
Man weiss ja eigentlich wie es geht...
Mittlerweile wurde es auch langsam dunkel, ich war am resignieren.
Rein aus Trotz beschloss ich noch einmal meine altbewährte Hasenohrnymphe in gewohnter Manier schräg stromab einzuwerfen und durch den Gumpen treiben zu lassen. Die Strömung drückte den Schnurbogen zu meiner Uferseite hin und die Nymphe trieb langsam im Halbkreis Richtung Ufer.
Nun musste Sie fast am Ufer sein, die Drift war beendet. Ich beschloss Feierabend zu machen und hob mit dem Gedanken "Das war´s wohl für heute" die Rute an.
Nun ging es aber richtig zur Sache, denn am anderen Ende begann es zu toben !
Die Rute bog sich mächtig, die Forelle hing, begann sofort zu springen und drehte ein paar Runden durch den Gumpen, garniert mit weiteren Sprüngen und Schütteln.
Dann schoss Sie Richtung Gumpenauslauf. Das kann nicht gut gehen dachte ich und versuchte gegenzuhalten. Als ich meinte, jetzt knallt gleich das Vorfach weg, liess ich einfach lose.
Das war die Rettung ! Die Forelle drehte um und begab sich wieder in den Gumpen.
Nun dauerte der Drill nicht mehr lange und ich konnte eine schöne Regenbogenforelle von 43 cm landen.
Es war ein bildschöner Fisch mit toller Färbung und komplett heilen Flossen, kein Vergleich mit den üblichen Zuchtforellen.
An diesen Abend denke ich oft zurück, Forellen habe ich schon einige gefangen, aber diese vergesse ich nicht so schnell.


Gruß, Andreas

Verfasst: 11.09.2007, 10:45
von Michael Pohl
Moin zusammen,

@Andreas

wunderbar geschrieben...man kann sich sehr gut in Deine Lage versetzen...
aber...äähhh...wer war denn jetzt der Anrufer ?...kennen wir den ???...die
Strafe sollte dem Vergehen angemessen sein...Verjährung gildet in diesem Fall nicht...

Verfasst: 11.09.2007, 11:10
von AndreasSH
Michael Pohl hat geschrieben:Moin zusammen,

@Andreas

wunderbar geschrieben...man kann sich sehr gut in Deine Lage versetzen...
aber...äähhh...wer war denn jetzt der Anrufer ?...kennen wir den ???...die
Strafe sollte dem Vergehen angemessen sein...Verjährung gildet in diesem Fall nicht...
Hi Micha, nein ich glaube den kennt hier keiner....
Höchstens Wolle vielleicht vom Sehen,
ist ein Vereinskollege der auch Fischereiaufsicht macht.
Der ruft mich öfters mal an und fragt nach was ich wieder für Unheil angerichtet habe, nachdem ich beim Fang eines dicken Fisches beobachtet wurde... :? (siehe meine erste Story)

Gruß, Andreas

Verfasst: 14.09.2007, 18:48
von af127
Da fällt mir auch noch eine kleine Begebenheit ein:

Einmal im Jahr fahren ein paar Kumpels und ich nach Schweden um mal Urlaub von allem zu machen und zu Angeln. Mitten im Wald, etwas abseits der Schotterpiste, lag ein kleiner idyllischer See. Wir holten unsere Angeln raus und versuchetn unser Glück mit den Blechködern. Aber es war nichts zu holen. Also umgebaut auf Pose und mit Würmern unser Glück versucht. André, einer meiner Kumpels, hatte sich nach einem Grundhänger seine Montage abgerissen. Alles weg: Vorfach inkl. Blei und Haken und auch die Pose verabschiedete sich und wurde vom Wind langsam davongetragen. Als wir dann am nächsten Tag unser Glück erneut, allerdings an anderer Stelle, versuchen wollten, entdeckte André seine Pose unweit vom Ufer in einem kleinen "Krautbeet" schwimmen. Da die Dämmerung schon einsetzte war das Licht nicht mehr das beste und die ersten Nebelschwaden schwebten über dem Wasser. Kurzerhand versuchte ich mit meinem Blinker die Pose zu überwerfen um sie dann langsam ans Ufer zu lotsen. Als ich nach dem 4. oder 5. Wurf den Blinker über das Kraut heben wollte um neuen Schwung für den nächsten Wurf zu holen platsche es ca. 2-3 Meter vor mir und ich sah in ein großes, mit vielen kleinen und scharfen Zähnen gespicktes Maul. André, der ca. 5 Meter weiter saß und in seinem Angelkoffer wühlte muss nicht schlecht geschaut haben als ich vor lauter Schreck laut aufschrie. Ich musste mich erstmal hinsetzen.

Diese Aktion brachte mir den restlichen Urlaub noch so manchen Lacher und auch den ein oder anderen Spitznamen. Wenn ich heute daran zurück denke, dann muss ich über mich selbst lachen :D ...

Verfasst: 14.09.2007, 23:16
von webwood
Mirt fällt gerade auch noch eine kleine Geschichte ein.

Am Pilsensee hab ich vor Jahren vom Boot aus direkt vor einem Seerosenfeld mein Glück versucht. Meistens lümmeln dort Karpfen rum.
Ich zupf also meine meine Nymphe gaaaanz langsam wieder in Richtung Boot, ein heftiger Biss und ein sehr hektisches Gezappel am anderen Ende meiner Schnur. Die Gegenwehr war nicht besonder heftig, nur eben "nervös", also ein Karpfen war mal auf keine Fall. Ohne besondere Mühe hab ich den Fisch zum Boot gedrillt. Es war ein kleiner Hecht, so um die 40 cm. Da ich prinzipiell ohne Widerhaken fische war es auch keine große Geschichte, dem Zwerg seine Freiheit wieder zu schenken. Bemerkensert war aber, wie sich anschließend das Hechtlein verhalten hat.

Anstatt abzuhauen. lies er sich einfach direkt neben dem Boot nach unten sinken, schwamm dann knapp über Grund auf das nächste Büschel Seegras zu und versteckte seinen Kopf darin. Mann sollte meinen, daß Fische keine Gefühle haben. In dem Fall war ich mir sicher der Hecht dachte: "Mein Gott ist mir das aber peinlich"

TL

Thomas

Verfasst: 17.09.2007, 21:57
von Frank.
Lieber Thomas,

was für eine hübsche Geschichte (was nicht heißen soll, die anderen seien das nicht gewesen.)! Aber die Vorstellung des sich schämenden Hechtleins hat etwas wirklich unwiderstehlich Komisches.

Danke!

Dein Frank

Verfasst: 18.09.2007, 18:39
von webwood
Depperter Bua II

wie ich ja schon mal erzählt habe, angeln wir ein mal im Jahr im Winter am Lech. Der "depperte Bua" war im Folgejahr auch wieder mit von der Partie. Domik heißt er übrigens. Wir stehen also mal wieder rund ums Feuer. Sehr angeregte Gespräche weil einer von uns gerade einen Huchen verloren hat. Warum?, Wieso?, Wie groß?, Was fürn Streamer hastn eigentlich? Hab noch nie einen... ! Das übliche Gespräch halt, das wir ja alle gerne führen.
Ab jetzt wirds gemein, das geb ich unumwunden zu, andererseits muss ich heute noch grinsen wenn ich daran denke, also erzähl ich mal.

Wir stehen am Feuer und "fachsimpeln", da kommt ein Typ zu uns. Gelbe Gummistiefel, roter Annorak, breites Pfannkuchengesicht, in der linken Hand Gerte und einen Kinderkescher wie man ihn wohl überall am Meer in Souvenirshops erwerben kann. In der anderen Hand einen großen Kübel mit lebenden Köderfischen.
Freundliches Grinsen " - Hallo - ich will Zander fangen! Wo ist denn die Stelle wo man Zander fangen kann?"

Dominik hat ihm dann (ohne daß im auch nur ein Grinsen ausgekommen ist) erklärt, die Zander seien immer auf der anderen Seite des Lechs. Zurück, über das Wehr und dann flussabwärts bis um die Kurve rum. Da stehen eigentlich immer jede Menge Zander. Diese empfohlene Stelle war so rund 3 km von uns entfernt. Auf der gegenüberliegenden Seite lag übrigends derart viel Totholz, das ein Durchkommen praktisch unmöglich war. Der Sportsfreund bedankte sich und marschierte los. Am anderen Ufer saß etwa in unserer Höhe ein Ansitzangler. Als der Typ auf Höhe des Anglers war, hat er in wohl auch nach Zandern gefragt. Der Lech ist zu breit um da noch etwas zu verstehen. Jedenfalls hat der gegenüberliegende Angler, ohne sich überhaupt umzudrehen mit seinem Arm eindeutig "da immer weiter runter" gewunken. Wir haben in der Folge dann ab und zu einen roten Anorak zwischen all dem Totholz auftauchen sehen, erst flussabwärts, dann wieder zurück. Er hat wohl mittlerweile auch bemerkt, daß sein Kübel mit Köderfischen noch bei uns am Feuer stand. Nach einer guten Stunde war er also wieder da. Der gute Dominik, hilfsbereit wie er ja nun mal ist, erläuterte im dann noch: Da wo umgekehrt bist, das ist nicht die Stelle, da musst Du noch einen ganzes Stück weiter runter.

TL

Thomas

Verfasst: 18.09.2007, 18:57
von Frank.
:smt102 ... und er läuft, und läuft, und läuft, und läuft ... :smt097

Danke, lieber Thomas!

Herzlichst, Frank