Ein sonderbares Fischgericht
Verfasst: 22.10.2005, 14:23
Hallo Freunde !
In einer alten Fischerzeitung von 1925 habe ich diese Zubereitung eines Hechtes gefunden, das Rezept stammt wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert.
Ein sonderbares Fischgericht
In früherer Zeit liebte man es, für Festmähler immer ganz besondere Kochkunststücke herzustellen, bei denen die Hauptsache war, dass die Speisen ein möglichst originelles Aussehen zeigten; auf den Wohlgeschmack dieser Gerichte wurde dagegen weit weniger Wert gelegt.
So ein höchst eigenartiges Gericht war z.B. ein Hecht, der gleichzeitig blau gesotten, gebraten und gebacken auf den Tisch kommen sollte. Ein altes Augsburger Kochbuch gibt das Rezept zu diesem seltsamen Essen folgendermaßen an:
Der mittlere Teil des Fisches wurde mit Salbeiblättern umbunden, sodann gespickt und beständig mit zerlassener Butter beträufelt und auf diese Weise also gebraten.
Der vordere Teil wurde mit einem in Essig getränkten Tuch umwunden und immer mit Essig begossen, so dass er blau wurde - er war somit der blau gesottene Fisch.
Der hintere Teil des Fisches dagegen wurde ständig mit siedendheißem Schmalz übergossen, nachdem man ihn vorher mit Semmelmehl bestreut hatte, und so wurde er dann zum Bratfisch.
Die ganze Zubereitung ging vor sich, während der Hecht am Spieß gedreht wurde. Ob der Fisch in jedem seiner Teile auch wohl geriet, ist freilich die andere Frage, allein das Rezept gibt uns jedenfalls einen Beweis von den eigenartigen und oft auch ziemlich geschmacklosen Kochkünsten jener Zeit (19.Jahrhundert!).
Trotzdem interessant meint euer
Royal Coachman
In einer alten Fischerzeitung von 1925 habe ich diese Zubereitung eines Hechtes gefunden, das Rezept stammt wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert.
Ein sonderbares Fischgericht
In früherer Zeit liebte man es, für Festmähler immer ganz besondere Kochkunststücke herzustellen, bei denen die Hauptsache war, dass die Speisen ein möglichst originelles Aussehen zeigten; auf den Wohlgeschmack dieser Gerichte wurde dagegen weit weniger Wert gelegt.
So ein höchst eigenartiges Gericht war z.B. ein Hecht, der gleichzeitig blau gesotten, gebraten und gebacken auf den Tisch kommen sollte. Ein altes Augsburger Kochbuch gibt das Rezept zu diesem seltsamen Essen folgendermaßen an:
Der mittlere Teil des Fisches wurde mit Salbeiblättern umbunden, sodann gespickt und beständig mit zerlassener Butter beträufelt und auf diese Weise also gebraten.
Der vordere Teil wurde mit einem in Essig getränkten Tuch umwunden und immer mit Essig begossen, so dass er blau wurde - er war somit der blau gesottene Fisch.
Der hintere Teil des Fisches dagegen wurde ständig mit siedendheißem Schmalz übergossen, nachdem man ihn vorher mit Semmelmehl bestreut hatte, und so wurde er dann zum Bratfisch.
Die ganze Zubereitung ging vor sich, während der Hecht am Spieß gedreht wurde. Ob der Fisch in jedem seiner Teile auch wohl geriet, ist freilich die andere Frage, allein das Rezept gibt uns jedenfalls einen Beweis von den eigenartigen und oft auch ziemlich geschmacklosen Kochkünsten jener Zeit (19.Jahrhundert!).
Trotzdem interessant meint euer
Royal Coachman