Seite 1 von 1

Frage an Liebhabern von gespliessten Ruten

Verfasst: 31.03.2006, 02:32
von Bernhard/Tx
Mich wuerde mal eure subjektive Meinung zur folgenden Frage interessieren: Welche unkonventionelle Bauweise bei einer gespliessten Rute hat in der Praxis (nicht theoretisch) den groessten positiven Einfluss auf die Wurfeigenschaften (oder anders gesagt fuer was wuerdet Ihr eine Mehrpreis zahlen): 1) Knotenlose Bauweise, 2) Quadratische, pantagonale etc. Bauweise, oder 3) Ausgehoehlte (hollow build) Bauweise. Ich persoenlich denke, das vielleicht von den genannten Methoden die quadratische Bauweise den besten Mehrwert bringen kann (habe aber leider nicht die direkten Vergleichsmoeglichkeiten oder Erfahrung). Mich wuerde auch interessieren: Welche von den 3 Methoden erfordert den groessten Arbeitsaufwand beim Rutenbau?

Gruss,
Bernhard

Verfasst: 31.03.2006, 10:06
von Frank.
Lieber Bernhard,
seit vielen Jahren bin ich ein Liebhaber gespließter Ruten und fische ausschließlich mit solchen. Einmal hatte ich tatsächlich eine alte, ungemarkte Rute mit quadratischer Bauweise in der Hand; sie zeichnete sich vor allem durch (nicht von mir verursachte) Kantenschäden aus. Alle von mir benutzen Ruten haben hingegen die "klassische" Bauweise.
Da es Dir ja um eine subjektive Meinung geht: Als entschiedener Bambusliebhaber bin ich Traditionalist, was die Rute angeht, d.h. das ich diesebezüglich relativ wenig Innovationsfreude zeige (freilich wirklich nur in dieser Hinsicht). Einen Mehrpreis für eine unkonventionelle Bauweise würde ich nur dann akzeptieren, wenn die Wurfeigenschaften dadurch entschieden verbessert werden würden.
In Sachen Haltbarkeit , Dynamik usw. sind die Klassiker so gut, dass es sehr schwer wäre, mich von etwas anderem zu überzeugen.

Aber schau mal auf die Seite
http://fishing-rods.at/images/Unter%20d ... roskop.pdf
- das könnte ein interessanter Kontakt für Dich sein.

Herzlich, Frank

Verfasst: 31.03.2006, 11:25
von Royal Coachman
Hallo Bernhard !

Gespließtenbau und Geigenbau haben einiges gemeinsam, es wird immer wieder Leute geben, die ihr Leben lang nur Schülergeigen bauen.

Man kann das nicht so wissenschaftlich belegen, es geht viel mehr um Auswahl des Bambus, Taper und einiges andere mehr; optisch schön sind sie fast alle, aber am Wasser zeigen sich sofort große Unterschiede.

freundlichst
Royal Coachman

Verfasst: 31.03.2006, 17:21
von moregrayling
hallo bernhard,

ich habe schon hohle ruten (winston, gary howells) als auch quads und rechteckige (von einem begnateten halb-profi; hier sogar im direkten vergleich mit dem selben taper als reguläre hex) begutachten und werfen dürfen; keine hat in mir den wunsch ausgelöst, so eine gerte unbedingt besitzen zu müssen. die letzte rute die mich allerdings ganz schwer beeindruckt hat, war eine paul young para 15 (1968 oder 1969 von todd young und bob summers gebaut, mit zwei "wet tips"). nicht umsonst bezeichnet einer meiner amerikanischen freunde parabolics als "the best thing since beer"; seit jenem nachmitag bin ich geneigt, ihm zuzustimmen.

gruss, petri, stramme leinen und so...
cm

Verfasst: 31.03.2006, 18:51
von Wolfram Schott
Hallo zusammen

@ royal coachman: Die Ruten von Paul Young z.B. haben alle keine "Optik", sehen eher aus wie "runtergehackt und hingeschmissen", nach meinem Geschmack jedenfalls. Viele, ja die meisten heutigen Rutenbauer sind da um Klassen besser. Aber was für Ruten! Was für taper! Aber auch das ist wieder eine Geschmacksfrage. "Dem een sin Uul (parabolische) is dem annern sin Nachtigall (spitzenaktionige)".

@ Frank Möbus: Hauptsache, die Rute tut das, was man von ihr erhofft/verlangt und man ist damit zufrieden. Ob sie dabei dreieckig oder 25-eckig ist, hohl oder solid, spielt doch im Grunde keine Rolle. Auch nicht ob es eine originale "klassische", z.B. Paul Young Para 15 für 2500 $ gebraucht oder ein gekonnter und gelungener Nachbau ist. Es sei denn man ist Sammler, dann gelten andere Kriterien.
Ein "Mehrpreis (nur) für unkonventionelle Bauweise" wäre sicher nicht gerechtfertigt, auch wenn der stundenmäßige Mehraufwand beträchtlich war. Die Rute muß stimmen, und werfen. Dann kommt alles andere.

@ Bernhard: Den "groessten positiven Einfluss auf die Wurfeigenschaften" hat nicht die geometrische Form (3-4-5-6-8 eck usw.), sondern die sorgfältige Auswahl des Materials, die richtige Behandlung desselben (Härten) und vor allem das präzise Hobeln und verleimen.

Gruß
Wolfram

Verfasst: 31.03.2006, 18:58
von Bernhard/Tx
Vielen Dank fuer die Anworten! Ich werde wahrscheinlich auch mehr zu einer klassischen Rute tendieren. Urspruenglich, wolllte ich mir eine laengere (8.5 ft) "hollow build" Rute zulegen. Habe aber dann eine quadratische und sogleich hollow build Rute von einem bekannteren Rutenbauer geworfen, welche sehr gut war, aber in meiner Meinung nicht die Mehrkosten rechtfertigt.

Gruss,
Bernhard

Verfasst: 31.03.2006, 19:02
von moregrayling
hallo bernhard,

wer war denn dieser bekannte rutenbauer mit der phantastischen hohlen quad? per brandin zufällig???

gruss, petri, stramme leinen und so...
cm