PFT in Ruhr und Möhne gefunden

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nobwe
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PFT in Ruhr und Möhne gefunden

Ungelesener Beitrag von nobwe »

Aus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung vom 01.08.2006:



Forscher haben in NRW in Flüssen und in Fischen giftige Stoffe gefunden.

Über Herkunft und Gefährlichkeit der Substanzen wissen die Experten so gut wie nichts


CHEMIKALIEN BELASTEN MENSCH UND UMWELT Essen.
Eine Industriechemikalie sorgt für Unruhe in NRW. Eher zufällig hatten Forscher der Uni Bonn im Frühsommer so genannte Perfluorierte Organische Tenside (kurz PFT) im Hochsauerlandkreis in den Flüssen Ruhr und Möhne gefunden. Nach neuen Funden in Speisefischen gestehen die Behörden ein: Die Umweltbelastung ist nicht nur größer als vermutet, auch über die Herkunft und die Gefährlichkeit des Stoffes wissen die Experten so gut wie nichts.

PFT, denen eine Gruppe von Substanzen zugeordnet werden, kommen bei der Herstellung von Gore-Tex oder der Beschichtung mit Teflon zum Einsatz. Sie sollen Krebs erregen und das Erbgut schädigen. In der Umwelt freigesetzt, sind sie nicht oder kaum abbaubar. "Wie gefährlich die Substanz wirklich ist, kann kein Wissenschaftler sagen, weil das eine neue Chemikalie ist", sagte NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg am Montag in Düsseldorf. In einem Papier des Bundesumweltministeriums heißt es indes: "PFT hätten aufgrund ihrer toxischen Eigenschaften für Mensch und Umwelt in dieser Menge und in dieser Form nicht in Verkehr gebracht werden dürfen."

Fakt ist: Die problematischen Chemikalien sind im Trinkwasserspeicher Nordrhein-Westfalens angelangt. Zunächst wurden sie im Wasser von Ruhr und Möhne nachgewiesen. In der vergangenen Woche fand man sie in Forellen, in erschreckender Konzentration: Bis zu 1,18 Mikrogramm PFT pro Gramm Fleisch stellten die Experten fest. Das ist das 60-fache des Wertes, den das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin als Grenze der Toleranz erachtet.

Als Quelle der Verseuchung gilt ein vermutlich verschmutzter Biodünger, der auf Felder aufgetragen wurde und ins Wasser gelangt ist. Laut Uhlenberg ist der Verursacher ein Unternehmen aus Paderborn, das tausende Tonnen vor allem für Weihnachtsbaumkulturen hergestellt habe. Der Dünger soll in den vergangenen zwei Jahren auf mehreren hundert Feldern ausgebracht worden sein, vor allem im Raum Ostwestfalen, im Sauerland und in der Soester Börde. Das Ausmaß der Verseuchung dürfte somit riesig sein, was den NRW-Minister nun wohl veranlasste, über eigene Taten zu reden: "Wir haben schnell dafür gesorgt, dass der Dünger nicht mehr hergestellt und verwendet wird", verkündete Uhlenberg vor Journalisten.

Welche Dimension das Problem PFT in NRW wirklich darstellt, darüber können die Behörden nur mutmaßen. Das gilt übrigens nicht für NRW allein. Der unter Verdacht stehende Dünger wurde bundesweit ausgeliefert. Auf NRW jedenfalls rollt nun eine Flut teurer Laboruntersuchungen zu. Laut Uhlenberg wurden im Sauerland Proben von Milch und Gräsern genommen. Erste Ergebnisse erwartet Uhlenberg in den nächsten 14 Tagen. "Ich wünsche mir, dass das schneller geht, um mehr Sicherheit zu bekommen, aber die Analytiker können die Ergebnisse nicht eher bringen."

Weitere Untersuchungen in den Flüssen, die dem größten Bundesland Trinkwasser garantieren, sollen Aufschluss darüber geben, ob sich die Verseuchung auf andere Landesteile ausgeweitet hat. Laut Uhlenberg sollen in gefährdeten Wasserwerken Kohlefilter installiert werden. Die Grünen in NRW hatten gefordert, alle Werke in NRW damit auszurüsten.

Die wichtigste Frage aber, wie viele Menschen in welchem Maße bereits durch die Chemikalien belastet sind, ist unbeantwortet. In Düsseldorf brütet man derzeit dennoch über Pläne, ein " Human-Monitoring" auf die Beine zu stellen. Im Klartext: Auch im Blut von Anwohnern will man nach den Giften suchen.

Schnelle Antworten wird es wohl nicht geben. Experten weisen darauf hin, dass nur wenige Labors in NRW die Chemikalien überhaupt nachweisen können. Vieles deutet also darauf hin, dass das Problem PFT so langlebig ist wie die Chemikalie selbst.


31.07.2006 Von Jürgen Polzin

Liebe Mod´s, ich hoffe das Zitieren in der Form ist ok.
Ansonsten bitte den Text löschen.
Interessierte gehen bitte auf die folgenden Seite:

WAZ

und suchen nach "Möhne".


Liebe Grüsse

Norbert
Rast

Ungelesener Beitrag von Rast »

Hallo

Tja - ist ja mal wieder traurig !

Kam gestern Abend übrigens auch im WDR .
Da hat man Kollege U.Beyer von der Möhne interviewt - der meinte sinngemäß : " Alles halb so wild - ich ess' trotzdem 2 x die Woche Fisch ! "
Na dann hau mal rein ! :cool: Mahlzeit !!


Gruss Ralf
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