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Aus einem Buch von 1904

Verfasst: 09.08.2006, 12:23
von MarkoF
Hi Leute,

bitte nicht über die Schreibweise wundern, ich habe es wortwörtlich aus einem Buch von 1904 übernommen. Allein wegen dem letzten Satz im Rezept. :D

" ... Kann man im Freien ein grosses Holzfeuer machen und reichlich heisse Asche auf diese Weise erhalten, so lege man die mit Salz und Paprika leicht gewürzte Forelle in ein sehr dick mit Butter ausgestrichenes Blatt Schreibpapier und packe darum mehrere Hüllen nasses dickes Backpapier, wovon man zu diesem edlen Zweck einige Vorräte im Rucksack bei sich führen möge. Nun versenke man die Forelle hoffnungsvoll in die heisse Asche, hole sie nach etwa zehn Minuten heraus und verspeise im Freien etwas, das in solcher Köstlichkeit eben nur ein Fliegenfischer verdient! ... "


Aus dem gleichen Buch noch ein Tipp :

" ... Noch eins! Führe stets ein kleines silbernes Essbesteck auf Angelfahrten bei dir, damit du dich nicht mit einer Stahlgabel an deinen Fischen versündigst. "


Die Fischwaid von Fritz Skowronnek 1904


Gruss Marko

Verfasst: 09.08.2006, 13:04
von horstie honk
so mutt datt sein!
wenn nur das feuer machen nicht immer so ein ärger geben würde...

Verfasst: 09.08.2006, 13:31
von RolandT
Servus Marko,

da hat doch der alte Fritz Skowronnek Gott sei dank noch kein Plastikgeschirr gekannt. Vielleicht würde er uns ja in unserer heutigen Zeit ans Herz legen, lieber eine Stahlgabel zu benützen. Aber mal im Ernst: Wer täte von uns Anglern heutzutage noch auf solche bedeutenden Kleinigkeiten achten? Die meisten Zeitgenossen unter uns würden das wohl als absolut durchgeknallt bezeichnen. :D :suprise:

Herzlichst RolandT

Verfasst: 10.08.2006, 07:59
von MarkoF
Hallo Roland,

welch edlen Zunft müssen in früheren Zeiten die Fliegenfischer angehört haben. Und welche hohe Stellung hatte der Fisch? Man kann es auch anderen Büchern lesen. Beispielsweise in "A River Runs Throug It" wird die Forelle regelrecht verehrt. Und das Flugangeln wird mit Religion gleichgestellt.

Aber im Ernst, ich finde so mancher sollte wirklich etwas mehr Respekt vor diesen Lebewesen haben, auch wenn er sie isst. Ich hab da vor kurzem haarstreubendes erlebt. Oder denkt mal an die "Trophäensammler". Die töten eine Forelle nur um ein schönes Foto zu schiessen.

Gruss Marko

Verfasst: 10.08.2006, 11:47
von RolandT
Hallo Marko,

Du hast es richtig erkannt: Fliegenfischen zählte einstmals zu einer Art Religion. Bedauerlicherweise geht es in unserer heutigen Zeit mit der Fliegenfischerei immer mehr Bergab (auch wenn das die meisten nicht wahrhaben wollen). Aber nicht nur in der Fliegenfischerei ist ein Werteverfall zu beobachten. Nicht um sonst leben wir in einer so "geilen" Spaßgesellschaft, wo Werte nun einmal nicht mehr besonders zählen. Die Frage ist nur, wo uns das alles hinführen wird.

Aber um nicht nur alles in tristen Farben zu zeichnen:

auch in unserer Zeit, gibt es noch die Traditionspflege nach historischem Vorbild. Mehrmals im Jahr kommt es in meinem Freundeskreis zu Treffen, bei denen großer Wert auf die kleinen Dinge im Fliegenfischerleben gelegt wird. Bei diesen kleinen Veranstaltungen gibt es dann schon mal einen sogenannten "F.M. Halford Tag" ein "John Horrocks Gedenkfischen" oder man wandelt auf den Spuren von G.E.M.Skues. An solchen Tagen ist man dann unseren "Alten" wieder ganz nahe.

Dies zählt für mich persönlich zu den schönsten Stunden im Leben eines Fliegenfischers.

Allzeit ein kräftiges Petri Heil und Gut Wasserwaid!

Herzlichst RolandT

Verfasst: 10.08.2006, 12:12
von MarkoF
Hi Roland,

ich kann nur Gratulieren zu einer solchen Zusammenkunft. Ich habe sowiso ein Faible für das Traditionelle. Ist mit der heutigen Zeit nicht immer vereinbar.
Ich zog mal los, mit der Rute und einer Hand voll Fliegen (nicht mehr) um einen Tag an einem schönen Wasser das Fliegenfischen zu geniessen. Nichts Überflüssigen bei mir, wie es vor langer Zeit wohl üblich war. Stand mit meiner Jeans im Wasser und verspeiste zu Mittag eine frischgefangene, auf dem Feuer gegarte Forelle. Dieser Tag zählt mit zu den schönsten Fliegenfischertagen bisher. Werd ich auf jeden Fall wieder tun, am liebsten mit einer selbstgebauten oder sehr alten Gespliessten (das wär' doch was!).

"Doch nun edler Jünger, nimm deine Fliegenrute und fische! Dazu wünsche ich dir von Herzen Gute Fischwaid!" (Fritz Skowronnek)

Viele Grüsse
Marko

Verfasst: 10.08.2006, 12:43
von RolandT
Ja, Marko

ist doch Klasse das es so etwas noch gibt!

Genieße diese Stunden.

Herzlichst RolandT

Verfasst: 12.08.2006, 17:41
von MarkoF
Hallo,

ich habe in diesem besagten Buch nocht etwas gefunden das ich nicht so recht verstehe. Der Autor schreibt hier:
"... Wenn ich nun noch betone, dass man Forellen nicht im Winter essen soll, weil sie da schlecht sind ..."
Weshalb sollte die Forelle im Winter schlecht sein?

Vielen Dank für Aufklärung.

Gruss Marko

Verfasst: 12.08.2006, 18:13
von RolandT
Hallo Marko,

ist doch eine logische Sache: Da die Forellen in den Wintermonaten Laichzeit haben, galt das Fleisch derselben als ungenießbar.

Herzlichst RolandT

Verfasst: 12.08.2006, 18:21
von Olaf Kurth
Hallo Marko,

Forellen (Bf. von November-Dezember und Rf. von Dezember bis Mai) befinden sich im Winter mitten in der Laichzeit und ein Großteil ihrer Energie wird in die Produktion von Rogen bzw. Samenmilch gesteckt. Darunter leidet natürlich das Muskelfleisch und es wird etwas fasriger. Vielleicht ist das mit "schlecht" gemeint...........


Gruß, Olaf

Verfasst: 12.08.2006, 18:33
von MarkoF
Hi Ihr beiden,

ist ja logisch. Ich hätte vieleicht mal sollen nachdenken. Habt Dank.

Viele Grüsse
Marko