Zusammenarbeit der Vereine/Äschenbesatz aus dem Einzugsgebie
Verfasst: 26.08.2006, 17:37
Hallo,
kurze Einleitung:
ich bin Gewässerwart an einem Diemelzufluß. Im Vorstand unseres Vereines ist auf mein Drängen nun eine Diskussion zur Sinnhaftigkeit von Besatzmaßnahmen entbrannt. Alle aktuellen wissentschaftlichen Studien (z.B. als Broschüre beim entsprechenden Ministerium NRW's zu beziehen) belegen, dass Besatzmaßnahmen mit Bachforellen an Gewässern, wo diese sich selbstständig reproduzieren überflüssig, ja gerade zu schädlich sind. Es wurde oft aus dem Gefühl heraus es wird ja nichts mehr gefangen besetzt. Aber auch hier weisen die Studien nach, dass sich dadurch noch nicht einmal der Fangerfolg (langfristig) steigern lässt. Meiner Forderung nach einem Bachforellenbesatzstop wird nun wohl nachgekommen. Da bleibt nun Geld übrig. Verwendet soll dies nun für die Wiedereinbürgerung von verschwundenen Arten und der Stärkung des Äschenbestandes. Wenn ich mich nicht täusche, hat die Äsche eine besonders hohe Nitratempfindlichkeit, die wahrscheinlich die natürliche Reproduktion in unserem Gewässer zur Zeit unmöglich macht. Das Thema Uferrandstreifen und Extensivierung der Landwirtschaft als Lösung wird im Auge behalten, übersteigt aber unseren politischen Einfluß. Zumindestens kurzfristig werden wir das Problem der übermäßigen Nährstoffeinträge nicht in den Griff kriegen.
Gibt es hier Leute aus einem Verein, der Strecken aus dem Diemelsystem bewirtschaften?
Kennt jemand Ansprechpersonen (Gewässerwarte, Vorsitzende,..)?
Die Zielsetzung ist die Vernetzung der Vereine des Gewässersystems. Sehr optimistisch, aber ich denke, dass alleine die Zusammenarbeit von zwei bis drei Vereinen als erster Schritt, diesen selbst und natürlich dem Gewässer viel positives bringen kann.
Hier auch nochmal das Titelthema: gezielte Förderung der Diemeläsche. Durch gemeinsame Auftragsabgabe an entsprechende Fischzüchter und Wissens- bzw Erfahrungsaustausch wird erfolgreicheres Arbeiten möglich. Gerade was auch den Umgang mit anderen Natürschutzvereinen, Landwirten und Behörden angeht, kann ein solches Bündnis ein großer Vorteil sein.
Habt ihr schon Erfahrungen mit der Zusammenarbeit von Vereinen eines Gewässersystems gemacht?
Welche Projekte ließen sich umsetzen? Welche nicht?
Stirbt ein solches Vorhaben an den zu hoch gesetzten Ansprüchen, am inneren Schweinehund, am fehlenden Bewußtsein oder ist einfach kein Interesse vorhanden.
Klappt sowas nur in großen Vereinen mit klarer Hierarchie? Klappt es bei einem gleichberechtigtem Zusammenschluß kleiner Vereine nicht?
Fragen über Fragen. Ich würde mich freuen, wenn ich mal Eure Meinung zu diesem breiten Thema erfahren könnte.
Viele Grüße
Jens
kurze Einleitung:
ich bin Gewässerwart an einem Diemelzufluß. Im Vorstand unseres Vereines ist auf mein Drängen nun eine Diskussion zur Sinnhaftigkeit von Besatzmaßnahmen entbrannt. Alle aktuellen wissentschaftlichen Studien (z.B. als Broschüre beim entsprechenden Ministerium NRW's zu beziehen) belegen, dass Besatzmaßnahmen mit Bachforellen an Gewässern, wo diese sich selbstständig reproduzieren überflüssig, ja gerade zu schädlich sind. Es wurde oft aus dem Gefühl heraus es wird ja nichts mehr gefangen besetzt. Aber auch hier weisen die Studien nach, dass sich dadurch noch nicht einmal der Fangerfolg (langfristig) steigern lässt. Meiner Forderung nach einem Bachforellenbesatzstop wird nun wohl nachgekommen. Da bleibt nun Geld übrig. Verwendet soll dies nun für die Wiedereinbürgerung von verschwundenen Arten und der Stärkung des Äschenbestandes. Wenn ich mich nicht täusche, hat die Äsche eine besonders hohe Nitratempfindlichkeit, die wahrscheinlich die natürliche Reproduktion in unserem Gewässer zur Zeit unmöglich macht. Das Thema Uferrandstreifen und Extensivierung der Landwirtschaft als Lösung wird im Auge behalten, übersteigt aber unseren politischen Einfluß. Zumindestens kurzfristig werden wir das Problem der übermäßigen Nährstoffeinträge nicht in den Griff kriegen.
Gibt es hier Leute aus einem Verein, der Strecken aus dem Diemelsystem bewirtschaften?
Kennt jemand Ansprechpersonen (Gewässerwarte, Vorsitzende,..)?
Die Zielsetzung ist die Vernetzung der Vereine des Gewässersystems. Sehr optimistisch, aber ich denke, dass alleine die Zusammenarbeit von zwei bis drei Vereinen als erster Schritt, diesen selbst und natürlich dem Gewässer viel positives bringen kann.
Hier auch nochmal das Titelthema: gezielte Förderung der Diemeläsche. Durch gemeinsame Auftragsabgabe an entsprechende Fischzüchter und Wissens- bzw Erfahrungsaustausch wird erfolgreicheres Arbeiten möglich. Gerade was auch den Umgang mit anderen Natürschutzvereinen, Landwirten und Behörden angeht, kann ein solches Bündnis ein großer Vorteil sein.
Habt ihr schon Erfahrungen mit der Zusammenarbeit von Vereinen eines Gewässersystems gemacht?
Welche Projekte ließen sich umsetzen? Welche nicht?
Stirbt ein solches Vorhaben an den zu hoch gesetzten Ansprüchen, am inneren Schweinehund, am fehlenden Bewußtsein oder ist einfach kein Interesse vorhanden.
Klappt sowas nur in großen Vereinen mit klarer Hierarchie? Klappt es bei einem gleichberechtigtem Zusammenschluß kleiner Vereine nicht?
Fragen über Fragen. Ich würde mich freuen, wenn ich mal Eure Meinung zu diesem breiten Thema erfahren könnte.
Viele Grüße
Jens