5er Rutentest auf amerikanisch
Verfasst: 14.11.2006, 18:58
Hallo,
hier etwas für Fliegenfischer, die sich gerne mit Rutentests beschäftigen:
Unter www.flyfishinginsider.com findet sich die Internetseite eines us-amerikanischen Fliegenfischermagazins. Im öffentlichen Bereich, also für jeden zugänglich, habe ich einen Fliegenrutentest gefunden, der eine Ergänzung zu den Rutentests hier in unserem Forum ist: von weit über dreißig dort getesteten Modellen gibt es nur vier oder fünf Ruten, die auch hier schon getestet wurden oder gerade werden. Das liegt einmal an der Entscheidung der Amerikaner, nur 4-teilige Ruten auszuwählen. Für alle Tests von flyfishinginsider gilt bisher auch, dass die jeweilige Marke eine gewisse Präsenz auf dem US-Markt erreicht haben muss, so die Antwort auf meine Frage, warum Marken, die bei uns seit Jahren gut etabliert sind, dort überhaupt noch nie getestet wurden! Man hat mir allerdings zugesichert, künftig auch mal Hersteller mit nicht so üppigen Verkaufszahlen unter die Lupe zu nehmen.
Bei dem Test ging es um die Frage, ob es tatsächlich eine viergeteilte 5er Fliegenrute gibt, mit der ein Angler sämtliche Herausforderungen meistern kann, die sich beim Fischen an einem „premier western tailwater“ gnadenlos stellen! Genauer sollen mit der Rute folgende Situationen für das Befischen von Forellen bis 65cm gleichermaßen gut beherrscht werden:
Das Werfen einer 22er Blue Wing Olives an einem 3-Meter-Vorfach mit 14er Spitze genauso wie das Werfen schwerer Streamers und Nymphen. Punktgenaues Präsentieren auch bei starkem Wind. Akkurates Präsentieren bei verschiedenen Weiten, von nah bis über 27m. Dazu perfekte Kontrolle der Schnur, perfektes Werfen von über einem Dutzend Wurfvarianten und dabei, ein ganz wichtiger Punkt, sollen Rute und Schnur sehr gut mit dem Angler kommunizieren.
Es kamen zunächst von 17 Herstellern 36 Ruten in allen Preisklassen in den Test. “On gras“ wurde abgeklopft: “Rod Materials and Construction“, “Rod Feel and Progressiveness”, “Line Control” und “Casting”. Für den Test “On water” ging es dann mit 27 übrig gebliebenen Modellen an den San Juan River in New Mexiko. Die genaue Beschreibung der Testinhalte erstreckt sich auf über drei Seiten!
Ergebnis: Die Tester freuen sich, es gibt sie tatsächlich, die Ruten, die in ihrer „Gewichtsklasse“ alles können: An die Spitze setzte sich die Sage TCR. Die Tester machen allerdings auf die Herausforderung aufmerksam, mit dieser schnellen Rute einen Fisch am 14er Vorfach zu landen! Als immer noch schnell, aber mit mehr „tipp feel“ wurden genannt die Sage XP (3.), zwei Loomis Stream Dance GLX (6. + 7.) und die Scott S3 (9.). Der T&T Helix (2.) und der Powell Tiboron II (4.) werden eine große Sensibilität bescheinigt, „more tipp-to-butt flex“, aber auch „power when needed“. In diesem Sinne auch große Begeisterung der Testmannschaft für die Winston Boron IIx (12.) Und, die Tester weisen auch da besonders darauf hin, man solle doch nicht die Sage Launch übersehen, die sich neben den hochpreisigen Ruten bei einem 195$-Verkaufspreis auf den 8. Rang platzierte!
Lohnt es sich, hier im Forum darüber zu diskutieren? Ich denke nicht, dafür sind meine Angaben viel zu knapp. Gleichwohl kann ich mir eine Anmerkung doch nicht verkneifen: Darf die „steife“ TCR auf den ersten Platz, wenn mit ihr das Landen von Fischen am 14er Vorfach tatsächlich eine Herausforderung ist? Ja, darf sie, weil die „Landefähigkeit“ kein Testkriterium war! Es ist auch hier wie bei allen Tests: Jeder muss für sich selber entscheiden, welche Einzelkriterien ihm persönlich wichtig sind, und, wie immer: probieren geht über studieren! Aber als Anregung dafür, was ich vielleicht mal „probieren“ könnte und vor Anschaffungen auch sollte, dafür finde ich Tests gut und richtig.
Ich schicke jedem Interessierten den öffentlichen Teil des Testberichts gerne zu, inklusive öffentlichem Editoren-Rating mit kurzem Kommentar zu jeder Rute. Bitte nur per E-Mail anfordern!
Grüße
Hans
P.S. Den Test gibt es anscheinend auch in epischer Breite, wer den haben will muss bei flyfishinginsider Member werden und ist jährlich mit 58$ dabei. Ich bin übrigens kein Member dort!
hier etwas für Fliegenfischer, die sich gerne mit Rutentests beschäftigen:
Unter www.flyfishinginsider.com findet sich die Internetseite eines us-amerikanischen Fliegenfischermagazins. Im öffentlichen Bereich, also für jeden zugänglich, habe ich einen Fliegenrutentest gefunden, der eine Ergänzung zu den Rutentests hier in unserem Forum ist: von weit über dreißig dort getesteten Modellen gibt es nur vier oder fünf Ruten, die auch hier schon getestet wurden oder gerade werden. Das liegt einmal an der Entscheidung der Amerikaner, nur 4-teilige Ruten auszuwählen. Für alle Tests von flyfishinginsider gilt bisher auch, dass die jeweilige Marke eine gewisse Präsenz auf dem US-Markt erreicht haben muss, so die Antwort auf meine Frage, warum Marken, die bei uns seit Jahren gut etabliert sind, dort überhaupt noch nie getestet wurden! Man hat mir allerdings zugesichert, künftig auch mal Hersteller mit nicht so üppigen Verkaufszahlen unter die Lupe zu nehmen.
Bei dem Test ging es um die Frage, ob es tatsächlich eine viergeteilte 5er Fliegenrute gibt, mit der ein Angler sämtliche Herausforderungen meistern kann, die sich beim Fischen an einem „premier western tailwater“ gnadenlos stellen! Genauer sollen mit der Rute folgende Situationen für das Befischen von Forellen bis 65cm gleichermaßen gut beherrscht werden:
Das Werfen einer 22er Blue Wing Olives an einem 3-Meter-Vorfach mit 14er Spitze genauso wie das Werfen schwerer Streamers und Nymphen. Punktgenaues Präsentieren auch bei starkem Wind. Akkurates Präsentieren bei verschiedenen Weiten, von nah bis über 27m. Dazu perfekte Kontrolle der Schnur, perfektes Werfen von über einem Dutzend Wurfvarianten und dabei, ein ganz wichtiger Punkt, sollen Rute und Schnur sehr gut mit dem Angler kommunizieren.
Es kamen zunächst von 17 Herstellern 36 Ruten in allen Preisklassen in den Test. “On gras“ wurde abgeklopft: “Rod Materials and Construction“, “Rod Feel and Progressiveness”, “Line Control” und “Casting”. Für den Test “On water” ging es dann mit 27 übrig gebliebenen Modellen an den San Juan River in New Mexiko. Die genaue Beschreibung der Testinhalte erstreckt sich auf über drei Seiten!
Ergebnis: Die Tester freuen sich, es gibt sie tatsächlich, die Ruten, die in ihrer „Gewichtsklasse“ alles können: An die Spitze setzte sich die Sage TCR. Die Tester machen allerdings auf die Herausforderung aufmerksam, mit dieser schnellen Rute einen Fisch am 14er Vorfach zu landen! Als immer noch schnell, aber mit mehr „tipp feel“ wurden genannt die Sage XP (3.), zwei Loomis Stream Dance GLX (6. + 7.) und die Scott S3 (9.). Der T&T Helix (2.) und der Powell Tiboron II (4.) werden eine große Sensibilität bescheinigt, „more tipp-to-butt flex“, aber auch „power when needed“. In diesem Sinne auch große Begeisterung der Testmannschaft für die Winston Boron IIx (12.) Und, die Tester weisen auch da besonders darauf hin, man solle doch nicht die Sage Launch übersehen, die sich neben den hochpreisigen Ruten bei einem 195$-Verkaufspreis auf den 8. Rang platzierte!
Lohnt es sich, hier im Forum darüber zu diskutieren? Ich denke nicht, dafür sind meine Angaben viel zu knapp. Gleichwohl kann ich mir eine Anmerkung doch nicht verkneifen: Darf die „steife“ TCR auf den ersten Platz, wenn mit ihr das Landen von Fischen am 14er Vorfach tatsächlich eine Herausforderung ist? Ja, darf sie, weil die „Landefähigkeit“ kein Testkriterium war! Es ist auch hier wie bei allen Tests: Jeder muss für sich selber entscheiden, welche Einzelkriterien ihm persönlich wichtig sind, und, wie immer: probieren geht über studieren! Aber als Anregung dafür, was ich vielleicht mal „probieren“ könnte und vor Anschaffungen auch sollte, dafür finde ich Tests gut und richtig.
Ich schicke jedem Interessierten den öffentlichen Teil des Testberichts gerne zu, inklusive öffentlichem Editoren-Rating mit kurzem Kommentar zu jeder Rute. Bitte nur per E-Mail anfordern!
Grüße
Hans
P.S. Den Test gibt es anscheinend auch in epischer Breite, wer den haben will muss bei flyfishinginsider Member werden und ist jährlich mit 58$ dabei. Ich bin übrigens kein Member dort!