Hi,
Interessant, dass du meinen Artikel gefunden hast Dirk
Es gibt keine AFTMA-Nummer für Fliegenruten - nur Fliegenschnüre wurden (und werden) von der AFTTA spezifiziert, d.h. du kannst keine AFTMA für Fliegenruten messen.
Die aufgedruckte Nummer ist im Prinzip eine Empfehlung des Herstellers für die Schnurklasse. Wird z.B. subjektiv durch Testwerfen ermittelt mit mehr oder weniger sinnvollen Aussagen.
Stefan,
Hallo Frank,
die ERN (effective rod number) gibt genaugenommen die Kraft an, die der Blank bei der Durchbiegung entwickelt.
Hmm, naja - indirekt schon - besser: Die Effektive Rutennummer (ERN) ist ein Indikator für die mittl. Steifigkeit der Fliegenrute. Je höher, desto steifer ist die Rute.
Der Aktionswinkel (AW - engl. AA, action angle) ist der Winkel zwischen Tangente Rutenspitze und Horizontale, bei 1/3 Rutenlänge Durchbiegung. Je höher, desto spitzenbetonter ist die Rute.
Daraus lässt halbweges die Schnurklasse ableiten. Eine 5er Rute hat demnach einen ERN zwischen 5 und 6, eine 6er Ruten zwischen 6 und 7, usw..
Was ist eine 5er Rute?
Ja, man kann eine recht gute Abschätzung für die Schnurklasse mit der mittl. Steifigkeit bzw. ERN ermitteln. Z.B. besitzen viele Fliegenruten die für eine 5er Schnur verkauft werden eine ERN im Bereich von [5,5 - 6,5].
Auch z.B. Kyte/Hoffman oder Matschewsky/Reim zeigten diesen Zusammenhang.
Es ist allerdings strittig, inwieweit bei extrem schnellen Ruten (AA deutlich über 70) dieser Zusammenhang noch stimmt. Beispielsweise hat ein Five Rivers FT905-4 einen AA=ca. 74-77 und eine ERN von 6,8 bis 8,7 und mehr, könnte also eine bis zu 8er Rute sein.
Was ist denn eine 8er Rute?
Ich will es mal so ausdrücken, auch wenn diese Rute einen hohen Aktionswinkel besitzt, ist es eher unwahrscheinlich, dass jemand viel Vergnügen mit einer 5er Schnur und einer Rute mit ERN > 8 hat.
Klar, werfen kann man alles, ich hab ne DT4 auf eine Rute mit ERN 9.9 geworfen - so lange man Doppelzug benutzt und nur Überkopf wirft geht auch ein Besenstiel oder ne halbe Rute.
Der AA (action angle) beschreibt die Aktion des Blanks und gibt den Winkel an, den die Blankspitze bei einer definierten Durchbiegung hat. Je größer der AA, desto schneller die Rute.
Leider geht das im Englischen ein wenig durcheinander - schneller eigentlich nicht sondern spitzenbetonter. Die Rückstellgeschwindigkeit kann mittels eines dynamischen Verfahrens gemessen werden - Beispiel: Messung der normierten Frequenz, wobei man ein Testgewicht an die Rutenspitze hängt (Simulation Fliegenschnur). Oder die natürliche Frequenz (ohne Testgewicht), die aber schwer zu messen ist.
Wer sich näher mit CCS beschäftigt, stellt fest, dass bei gleichen Blanks häufig extrem unterschiedliche Ergebnisse erzielt werden. Das gilt besonders bei Blanks mit hohen AA's. Eine Erklärung könnte sein, dass ein schneller Blank ab einer bestimmten Durchbiegung sehr schnell deutlich schneller mehr Kraft aufbaut als ein weniger spitzenorienter Blank.
Das ist aber eine Spekulation von dir

- zumindestens wenn man sich genau an die Messprozedur hält ist die Messung der ERN sehr genau (+- 0.1).
Nein, sehr wahrscheinlich ist die Differenz durch die Produktion begründet - Prepeg's werden mit der Hand geschnitten durch die Arbeiter - viele andere Schritte sind Handarbeit - je nach Qualitätskontrolle gibt es halt eine bestimmte Varianz der Blanks. Dein Beispiel klingt natürlich schon "krass". Ich hatte mal ein Austauschmodell von einer meiner Fliegenruten gemessen, und die hatte eine 0.5 höhere ERN (bei gleicher Serie).
Bis dann..
Torsten