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Rotationsbindestock: Wozu?
Verfasst: 25.06.2007, 09:58
von Thomas Trout
Ich will mit dem Fliegenbinden anfangen und mache mich z.Z. im Internet über Bindestöcke und Bindeweisen kundig. Bis jetzt ist mir noch nicht klar geworden, welche Vorteile ein Rotationsbindestock bietet bzw. für welche Art von Fliegen er unbedingt nötig ist. Die Videos über das Arbeiten mit dem nor-vice habe ich mir schon angeschaut, aber ein "normaler" Rotationsbindestock ist das ja nicht.
Braucht man für bestimmte (welche?) Fliegentypen einen Rotationsbindestock? Erleichtert oder beschleunigt er bei bestimmten (welchen?) Fliegentypen das Binden?
Thomas
Re: Rotationsbindestock: Wozu?
Verfasst: 25.06.2007, 13:06
von markus
Hallo Thomas,
ich bin auch lange Zeit ohne Rotation hingekommen und würde es auch heute noch, jedoch habe ich mittlerweile Gefallen daran gefunden.
Es gibt einige Techniken, die sich mit der Rotation gut durchführen lassen: Dubben, Draht verlegen, das Einbinden mancher Hecheln. Vielleicht kann man es so sagen: Techniken, bei denen große Gleichmäßigkeit von Vorteil ist, gehen leichter von der Hand.
Einschränkend müßte man aber auch anmerken, daß es viele Binder gibt, die aufgrund gutgeübter Bindetechnik ohne dieses Feature hervorragend binden können.
Der Geschmack spielt ebenfalls eine große Rolle, denn wenn dieser Thread weitergeführt wird, wirst Du ein intensives Für und Wider lesen können.
TL Markus
Verfasst: 26.06.2007, 11:32
von Fliegenbader
Hallo Thomas,
ein weiterer Vorteil eines Roto-Bindestocks ist - Du kannst Deine Fliege jederzeit so drehen, wie Du es gerade brauchst (je nach Bindeschritt), für mich ist dies ein sehr wichtiger Punkt, neben dem "einfacheren" Arbeiten via Rotation (@Markus)!
Beachte aber noch - "Rotation ist nicht gleich Rotation"!
Ich empfehle Dir in jedem Fall einen Bindestock, der den Haken zentrisch rotieren lässt, sonst hast Du es schwer, die von Markus genannten Bindeschritte sauber/einfach auszuführen (im anderen Fall rotiert der Haken ungleichmäßig, somit müssen Deine Bewegungsabläufe dort automatisch auch "ungleichmäßg" sein - dies finde ich gerade am Anfang nicht so gut, man kann sich das Leben ja auch anders schwer machen

).
Übrigens, Bindestöcke mit einer zentrischen Rotation gibt es schon ab ca. 60€ (DanVise), da muss es zu Beginn ja nicht gleich ein HyperHightech-Modell sein - auch wenn Dir im Laufe dieses Threads sicherlich alle Hightech-Modelle empfohlen werden.
Fang "Einfach" an, wenn Dich das Bindefiber gepackt hat, dann kaufst Du Dir bis in 1-2 Jahren sowieso ein Hightech-Teil - bis dahin kannst Du aber besser bewerten, was Du brauchst und was nicht.
Gruß und viel Erfolg
Rüdiger
P.S. Wenn Du Dich nach einem DanVise bemühst, dann kaufe ihn gleich mit einer passenden Bodenplatte, die original mitgelieferte Tischklemme ist totaler Mist

!
Verfasst: 26.06.2007, 11:46
von Fliegenbader
@Thomas
Die Videos über das Arbeiten mit dem nor-vice habe ich mir schon angeschaut, aber ein "normaler" Rotationsbindestock ist das ja nicht.
...richtig, bei dieser Bindetechnik solltest Du zuvor schon ein paar Tage auf einem normalen Stock gebunden haben, sonst vergeht Dir die Lust recht schnell und das wäre für den NorVise (und Dich) extrem schade, denn der NorVise ist schon geniales "Bindestöckchen"

!
Cheers
Rüdiger
P.S. ...übrigens, auf dem NorVise kann man auch ganz normal Binden, es muss auch dort nicht alles "Highspeed" sein, für das hat er eine eingebaute "Rotationsbremse"!
Verfasst: 26.06.2007, 15:29
von Thomas Trout
Vielen Dank für die Infos!
Bei mir stehen Montanas, Pheasant Tails und später wohl auch kleine CDC-Trockenfliegen (u. A. in Schlaufentechnik) sowie Forellenstreamer auf dem Bindeprogramm. Nach dem, was ich bisher über das Fliegenbinden im Netz gefunden habe, sollen dabei die kleinen CDC´s am anspruchvollsten zu binden sein.
Hilft mir beim Binden der kleinen Fliegen ein Rotationsbindestock weiter?
Tight Lines und möge am Wochenende kein Hochwasser mehr sein.
Thomas
Verfasst: 26.06.2007, 16:07
von Fliegenbader
Hallo Thomas,
die Rotation kann Dir immer helfen, das hat nichts mit den Mustern zu tun, die Du damit bindest.
Bsp. man kann Tubenfliegen, Hechtstreamer, Montana´s genauso mit Rotation binden (z.B. Tinsel-, oder Chenillekörper fertigen), wie den Polydubbing-Abdomen an einer kleinen CDC-Mücke.
Mach es doch einfach so, nimm die Rotaion am Anfang als Binde-/Sichtunterstützung, der Rest kommt dann von alleine, wenn Du mehr Erfahrung hast.
Gruß
Rüdiger
Verfasst: 26.06.2007, 16:24
von markus
Thomas Trout hat geschrieben:Hilft mir beim Binden der kleinen Fliegen ein Rotationsbindestock weiter?
Hallo Thomas,
wenn Du die Grundtechniken sauber beherrscht, könnte das so sein, muß aber nicht. Ich habe am Anfang meiner Bindekarriere viel Zeit in das Erlernen der Grundtechniken gesteckt, was sich als sinnvolle Investition herausgestellt hat. Da habe ich ausschließlich an fixen Stöcken gebunden. Ich würde auch heute wieder so mit dem Binden beginnen.
Gutgebaute und erfolgreiche Fliegen sind nicht das Ergebnis der Anwendung von Rotation, sondern der Technik und des Wissens des jeweiligen Binders.
TL Markus
Verfasst: 29.06.2007, 11:50
von Thomas Trout
Noch einmal vielen Dank für die Tipps!
Beim Ausprobieren verschiedener Bindestöcke im Fachgeschäft habe ich festgestellt, dass ich mit herkömmlichen Bindestöcken am besten zurecht komme: Da kann ich meine linke Hand besser, d.h. entspannter, über dem Bindestock-Stamm abstützen und der eingespannte Haken ist für die linke Hand auch etwas besser zugänglich.
Weiterhin habe ich festgestellt, dass es schon recht angenehm ist, beim Binden die Ellenbogen auflegen zu können. Darum habe ich mich für eine Bodenplatten-Ausführung entschieden.
Jetzt bin ich stolzer Besitzer eines richtig soliden Modells und werde mich auch gleich an den ersten 8er Montanas versuchen.
TL
Thomas
Verfasst: 29.06.2007, 12:07
von markus
Hallo Thomas,
Du wirst Deine Entscheidung sicher nicht bereuen und ich wünsche Dir viel Spaß mit dem neuen Stock. Welcher ist es denn geworden?
TL Markus
Verfasst: 29.06.2007, 15:50
von Thomas Trout
@Markus:
Dyna-King Squire!
TL
Thomas
Verfasst: 29.06.2007, 20:21
von markus
Hallo Thomas,
eine gute Wahl, hast Du ihn bei Gees bekommen? Ich habe meinen aus Köln.
TL Markus
Verfasst: 29.06.2007, 23:11
von Thomas Trout
Hallo Markus,
genau so ist es.
TL
Thomas
Verfasst: 30.06.2007, 09:00
von Olaf Kurth
Moin Thomas,
sehr schöner Bindestock, viel Spaß damit!
Gruß, Olaf
Verfasst: 02.07.2007, 13:28
von Thomas Trout
Nachtrag zu meinem neuen Bindestock (Dyna-King Squire)
Der Bindestock ist insgesamt sehr gut verarbeitet, jedoch waren die Klemmbacken um ca. 0,5 mm gegeneinander versetzt und wiesen noch den Grat vom Fräsen auf.
Der Klemmbacken-Einsatz wurde vom Fachhändler, bei dem ich den Stock gekauft habe, ohne Diskussion gegen einen sauber verarbeiteten Einsatz ausgetauscht.
TL
Thomas