Hallo Axel,
das Thema was du hier ansprichst, ist sehr komplex und sicher nicht mit einigen Sätzen zu beantworten.
Die Rutenlänge hängt bei sehr stark zugewachsenen Bächen oftmals nicht nur von der Vegetationsdichte des jeweiligen Gewässers ab, sondern vielmehr von der Technik, wie der Einzelne das Gewässer befischt.
So gibt es Personen, die ein und das gleiche Gewässer mit 9 ft Ruten befischen, andere hingegen greifen eher zur 5 ft Rute.
Pauschal werden für die „grüne Hölle“ oft Ruten um die 6 – 7 ½ ft empfohlen. In diesem Bereich bietet der Markt für die Bachfischerei auch das umfangreichste Sortiment an.
Die Personen, die meist zur längeren Rute greifen, fischen in der Regel vom Ufer aus und führen die Rute horizontal im Bach. Diese Technik ermöglicht aus der Deckung heraus eine sehr effektive Fischerei. Das Werfen kann hier fast auf ein Minimum beschränkt werden, was natürlich den positiven Effekt mit sich führt, einer starken Minderung des Hängen bleibens in der Vegetation.
Bei der langen Rute wird oftmals eher getippt als geworfen.
Andere hingegen bevorzugen bei der Bachfischerei sehr kurze Ruten. Die kurze Rute ermöglicht natürlich die Platzverhältnisse im beengten Raum viel besser zu nutzen, so sind z.B. mit 5 ft Ruten oftmals noch Überkopfwürfe möglich.
Beim Drill hat man mit einer kurzen Rute im zugewachsenem Bach auch Vorteile, da man den Fisch viel besser forcieren kann als mit einer Langen, bei der man viel schneller Gefahr läuft im Gestrüpp hängen zu bleiben.
Ist der Bachlauf nicht von Bäumen gesäumt, so dass kein begrenzender Faktor von oben durch herunterhängende Äste besteht, sondern man ist eingeschränkt durch den Wuchs von Gräsern etc., so macht die Verwendung von sehr langen Ruten bis 10 ft Sinn. Des weiteren bieten in dieser Situation lange Ruten Vorteile bei der Führung der Fliege (Menden etc.).
Ich hoffe, ich konnte die ein bisschen bei der Rutenwahl helfen.
Gruß Matthias