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Spikes bedenklich für den Flussuntergrund?
Verfasst: 08.01.2008, 19:38
von gespliesste
Hallo,
hab schon die Forumsuche bemüht aber nichts dazu gefunden ...
ich will mir demnächst nach 5 Jahren neue Watschuhe zulegen. Ich habe den Freestone von Simms und eigentlich ist der noch voll in Ordnung, aber er ist mir zu klein geworden.
Jetzt werden ja in den anderen Beiträgen zu Watschuhen Spikes so empfohlen. Ich hatte noch nie Watschuhe mit Spikes, denke aber drüber nach mir diesmal welche zu kaufen. Überwiegend fische ich in Flüssen auf Forelle.
Jetzt meine ich mal irgendwo gelesen zu haben das Spikes beim Waten im Fluss bedenklich für den Untergrund sein sollen (ich galube es war wegen der Unterwasserflora), ausserdem wären die unter Wasser beim Kontakt mit Steinen sehr laut so das man die Fische verscheucht.
Weiss da jemand mehr, bzw. habt ihr da entsprechende Erfahrungswerte?
Gruss,
Olaf
Re: Spikes bedenklich für den Flussuntergrund?
Verfasst: 08.01.2008, 20:12
von markus
gespliesste hat geschrieben:...ausserdem wären die unter Wasser beim Kontakt mit Steinen sehr laut so das man die Fische verscheucht.
Hallo Olaf,
also meine haben auch Spikes drunter, und jetzt kann ich auch erahnen, warum meine Fangkarte am Saisonende immer so leer ist.
TL Markus
Verfasst: 08.01.2008, 21:11
von Heinz
Hallo ,
ich denke, dass der ev.Mehreinfluss von Spikes gegenüber Filzsohlen vernachlässigbar ist, der Sicherheitsgewinn-je nach Bodenstruktur - aber beträchtlich sein kann. Allerdings sollte man generell das Waten-ausser dort wo es absolut nicht anders geht-auf das absolute Minimum beschränken. Noch dazu, wo man mit den heutigen technischen Möglichkeiten in der Regel auch ohne Waten Stellen erreichen kann, die vor 50 und mehr Jahren schlicht und einfach nicht erreichbar waren. Gönnt den Salmoniden doch auch einige Stellen, die vielleicht nicht oder nur schwer erreichbar sind ! Ich weiss, dass ich mir mit dieser Ansicht keine Freunde machen werde, rufe aber dennoch dazu auf, das Waten auf das wirklich nötige Minimum zu beschränken und dafür nach Möglichkeit auch nur Kniestiefel zu verwenden !
Grüsse
Heinz
Verfasst: 08.01.2008, 21:36
von posti
Servus die Runde,
ich denke, dass (wenigstens bei mir) beim Waten nicht die Spikes, sondern die ca.
85kg über den Spikes das Problem darstellen
Heinz hat geschrieben:Hallo ,
..... Allerdings sollte man generell das Waten-ausser dort wo es absolut nicht anders geht-auf das absolute Minimum beschränken......... Ich weiss, dass ich mir mit dieser Ansicht keine Freunde machen werde
wieso? du hast ja damit absolut recht! Wieso sollte man den im Wasser herumlatschen, wenn's anders auch geht? Passt scho
, rufe aber dennoch dazu auf, das Waten auf das wirklich nötige Minimum zu beschränken
meine volle Zustimmung!
und dafür nach Möglichkeit auch nur Kniestiefel zu verwenden !
naja, dieser Meinung kann ich mich jetzt aber nicht anschließen, bei mir gehen die Watstiefel so weit rauf, wie beim Gebhard die Kniestiefel - da dürfte ich ja nie ins Wasser

Verfasst: 11.01.2008, 19:43
von Flyfisher Extremo
Hallo Olaf,
Du Hast schon recht, die Unterwasserflora kann erheblich beeinträchtigt werden. Und ganz schlimm sind aber die Geräusche, die man unter Wasser mit Spikes von sich gibt. Dies ist auch bewiesen, leider finde ich den Link dazu nicht mehr, war sehr interessant. Ich habe zwei Paar Schuhe, einmal mit Fils und einmal ohne Fils. So kann ich mich an jede Bodenbeschaffenheit anpassen.
TL Kay
Verfasst: 13.01.2008, 17:30
von Salty
Na das ist ja mal wieder n abgefahrenes Thema, lange nix amüsanteres gesehen. Den Link möchte ich auch lesen, lasse mich da gerne belehren ... Zerlöchern die Spikes Wasserpflanzen und Filz (mit s heißts übrigens französich 'Söhne') schont die U-Flora? Also ich hab mit den Filzbelägen beim Abrutschen mehr Grünzeug vom Ufer in den Bach gerissen, als mit sicherem Spikes-Tritt, ebenso im Wasser. Meine Faustregel für sicheren Halt und sonst nix: Bei großen Steinen im Fluß bzw. am Meer Filz, bei der Flussfischerei, wo man ja bekanntlich auch viel Strecke im Uferbereich zurücklegt, Spikes. Große Grünflächen im Wasser umläuft man eh bzw. sollte man anwerfen, da ja da der Fisch gerne steht und Kiesbetten sind eh eine No-No Zone. Was sich dann an Pflanzen in der stärkeren Strömung halten kann, steht auch nach einem Tritt von oben wieder auf. Ich halte mich mittlerweile mit den Empfehlungen zurück, da jeder andere Maßstäbe und Vorlieben hat, was alles rund um's Getackle betrifft, aber hier empfehle ich tatsächlich mal die Korkers Streamborn mit austauschbarer Wechselsohle.
Gruß Stefan (Angeber-Modus an: Der gestern seine erste Meerforelle in 2008 fing)
Verfasst: 14.01.2008, 23:24
von Achim Stahl
Moin,
dass man sich mit dem Waten zurückhalten soll, sollte jedem einleuchten. Aber wenn man schon waten muß, braucht man auch Schuhe, und dann macht es mit Sicherheit keinen Unterschied, ob man die Wasserpflanzen und Fischbrut mit Filz oder mit Spikes erledigt.
Ähnlich verhält es sich mit dem Lärm beim Waten: wenn ich mich in einem Kiesbett bewege und die Steine dabei gegeneinander schiebe ist das unter Wasser ziemlich laut, egal was für Sohlen ich benutze. Einen Unterschied gibt es eigentlich nur beim Waten auf nacktem Fels.
Auf felsigem Untergrund haben Spikes einen weiteren entscheidenden Nachteil: mit der Zeit fangen die Spikes an sich zu bewegen und drücken sich allmählich in die Sohle. Das kann zu äußerst unangenehmen und schmerzhaften Druckstellen in den Schuhen führen.
Viele Grüße
Achim
Verfasst: 15.01.2008, 11:34
von Tobsn
sind eh eine No-No Zone
Oha, feinstes Werber-Deutsch... Da fällt mir doch glatt der Latte Macchiato to go aus der Hand...

Verfasst: 15.01.2008, 11:57
von Michael.
Hallo,
man muss nun wirklich nicht auf Wasserpflanzen herumlatschen! Ich möchte mal behaupten, dass sich dies in 95% unserer Binnengewässer komplett vermeiden lässt...
Gruß
Michael
Verfasst: 16.01.2008, 13:15
von gespliesste
Hallo,
lieben Dank für eure Tips bzw. Erfahrungswerte.
Den wohl unbestrittenen Vorteil von wesentlich mehr Grip beim Waten finde ich schon sehr verlockend, da ich ein spitzen Kandidat für eine ungewolltes Bad im Fluss bin.
Mit meinen 60kg, 1,70m schwimme ich beim "tiefen" waten ganz gut auf. War früher mit den Neoprenhosen noch schlimmer, das war manchmal wie fischen aus dem Bellyboot und hat mich auch schon in einige brenzlige Situationen gebracht ... Na ja, Charles Ritz war ja nach der Überlieferung auch so ein Sitzriese
@Kay wenn du den Link noch findest wäre ich auch sehr interessiert. Glaube zwar nicht das mit Spikes die Fangkarte leerbleibt, aber Schall setzt sich ja bekanntlich im Wasser viel deutlicher fort. Ob die Forellen das nun wirklich stört ist natürlich eine andere Frage.
Das man im allgemeinen mit dem Waten zurückaltend sein sollte kann ich auch nur unterschreiben.
Zum Waten noch eine Annekdote letzes Jahr im Sommer von der Sava Bohinjka:
Wir machten gerade eine verdiente Pause am Ufer als zwei slowenische Fischer die Szene betraten. Der eine stellte sich flussabwärts die Rute senkrecht in den Himmel gerichtet und die beschwerte Goldkopf-Nymphe ca. 2m stromab vor ihm in der Strömung trudelnd. Dann folgten Bewegungen die an eine Dampfwalze oder einen lebendigen Flussgrundbohrer erinnerten offensichtlich um den Grund ordentlich umzupflügen. Er konnte auf diese Weise einige (kleinere) Forellen überlisten.
Als die beiden weg waren bin ich mit Schwimmbrille und Badehose an die Stelle und habe mit der Hand am Grund einige Steine umgedreht um zu sehen welche Art von Nymphen sich da tummeln. Kurz darauf standen ca. 40 Fische 1-2m stromab von mir in Erwartung der abtreibenden Nymphen. Wobei ich mind. zwei Äschen und auch zwei grössere Forellen ausmachen konnte.
Hat mich schon gewundert das die Fische scheinbar keine Scheu haben, und weder Lärm noch die Nähe eines Anglers ihnen etwas auszumachen schien. Am meisten wunderte es mich das es sowohl Äschen als auch Forellen waren ... Hat bestimmt auch mit den speziellen Bestzmassnahmen an der Sava Bohinjka zu tun.
Ich will das diesen Sommer mal versuchen zu filmen und stelle es dann gerne hier ein.
Gruss,
Olaf
Verfasst: 16.01.2008, 20:38
von Tristan
Hallo Olaf,
Kürzlich habe ich ein amerikanisches Buch mit kleinen Fliegenfischer Geschichten gelesen - der Autor ist ein hierzulande wohl eher unbekannt, in den USA hat er aber offenbar regelmäßig für Field&Stream (große Angler und Jäger Zeitschrift) geschrieben. Ich komme gerade darauf, weil er ähnliche Erfahrungen beim Waten an z.T. sehr bekannten und stark befischten Flüssen der Ostküste gemacht hat. Er war überrascht wie dicht ihm die Forellen beim Waten auf den Fersen blieben!
Fazit war: an wenig befischten Gewässern wird ein Fisch durch's Waten schnell verschreckt, bei guter Presentation wird er jedoch fast jede Fliege nehmen. An stark befischten Gewässern ist hingegen der watende Fliegenfischer zum normalen Umfeld geworden und stört nicht, die Fliege muss dafür aber nicht nur perfekt presentiert werden sondern auch perfekt aussehen. Die allermeisten dieser Fische haben ja schließlich schon einiges an Erfahrung (C&R). Ich fand's interessant und passt sehr gut zu Deiner Schilderung. Damit keine Misverständisse auftreten - ich möchte hier keineswegs das "Anfüttern durch Waten" popularisieren, aber das versteht sich ja hoffentlich von selbst.
Gruss
TRistan