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Fluorocarbon Vorfach will nicht sinken
Verfasst: 30.05.2009, 11:44
von ZZ-35
Hallo Flifis,
ich habe ein Problem mit meinem Vorfach, es will einfach nicht in den Wasserfilm einsinken. Die Hersteller des Materials habe ich auch schon gewechselt von "Tubertini - FLUORINE" zu "Gand MAX - RIVERGE". Beide schwimmen wie eine Eins, egal was ich versuchte ==> Mittel dass auf das Vorfach aufgetragen wird, dann Spülmittel usw. (den Trick mit der Zahnpasta habe ich noch nicht versucht, aus Angst die Inhaltsstoffe der Zp könnten die Schnur angreifen), hilft alles nix.

Es sinkt dann wohl kurzzeitig, aber spätestens nach drei Würfen, wieder das Gleiche. Oder mache ich mir da umsonst einen Kopf und es ist egal ob der Fisch das Vorfach "sieht" !?
Gruß
Peter
Verfasst: 30.05.2009, 12:23
von sebastian_waf
Hi,
wo fischt du denn mit dem Vorfach?
Wenn du an einem See oder einem sehr ruhigen Gewässerabschnitt angelst, ist es möglich, dass die Oberflächenspannung des Wasser die Schnur am einsinken hindert. Durch lecihten Zug an der Schnur müßte sie dann eintauchen.
Verfasst: 30.05.2009, 12:59
von ZZ-35
Hallo,
ich fische an einem kleinen Fließgewässer (Brenz) breite so um die 12m die Fließgeschwindigkeit, hm wie soll ich sie beschrieben, ein Mittelding zwischen gemächlich und flott aber eher gemächlich. Wenn ich an der Leine ziehe furcht doch die Fliege !? Dass will ich eigentlich verhindern.
Gruß
Peter
Verfasst: 30.05.2009, 14:03
von sebastian_waf
Ja da hast du recht. deswegen zieh nur einmal kurz an der Fliege, also die Schnur einmal auf Spannung bringen und dann normal treiben lassen.
Wie befestigst du denn das Tippet am Vorfach?
Verfasst: 30.05.2009, 18:58
von Andy_Krüger
Versuch es doch mal mit Loon - Henry's Sinket!
Ist eigentlich als Entfetter für Fliegen gedacht, funktioniert aber auch bei Vorfächern!
Hast du schon einmal das neue Stroft FC1 probiert? Vielleicht klappt es ja besser. Aber das das Riverge nicht sinkt, verstehe ich eigentlich nicht so recht!
Verfasst: 30.05.2009, 21:36
von DryFlyFisher
Hi,
Sinkt das garnicht, oder erst nach einer Weile? Bei mir dauert das auch immer etwas wenn ich ein frisches Tippet anbringe, ich schätze mal, dass wird an den Trennmitteln von der Produktion liegen.
Fische übrigens gerade testweise mal Riverge Grand Max.
Grüße
Fabian
Verfasst: 30.05.2009, 22:10
von Andy_Krüger
DryFlyFisher hat geschrieben:...
Fische übrigens gerade testweise mal Riverge Grand Max.
Grüße
Fabian
Dann teste mal das FC1, ich bin der Meinung das material ist noch einen Tick besser! War selbst absolut begeistert.
Verfasst: 30.05.2009, 22:59
von DryFlyFisher
Werde ich tun, sobald die Spule leer ist, danke für den Tipp.
Grüße
Fabian
Verfasst: 31.05.2009, 12:04
von gezz
Ich weiß, die Frage ist jetzt vielleicht etwas off-topic, aber warum bevorzugt ihr FC gegenüber monofil? Das Stroft FC kostet immerhin knapp das doppelte seines monofilen Bruders.
Also: Was ist der Vorteil? Wann FC und wann Monofil?
Viele Grüße,
Alex
Verfasst: 31.05.2009, 12:59
von gespliesste
Hallo Alex,
das Thema hatten wir auch schon ein paar mal. Ich persönlich verstehe den Erfolg von FC nicht. Ich habe es selbst einige Zeit in der Praxis getestet.
Entweder ich habe etwas entscheidendes übersehen, oder das ganze ist einzig und allein ein super Erfolg von Marketingstrategen.
Aus meiner Erfahrung, bzw. den bekannten Materialeigenschaften stellt sich FC im Vergleich zu Monofil folgendermassen dar:
Vorteil:
- FC unter Wasser weniger sichtig
Neutral:
- leicht sinkfähig (je nach Anwendung gut oder schlecht)
- FC und Monofil soll man nicht direkt aneinander knoten.
Nachteil:
- geringere Reissfestigkeit als Monofil bei gleichem Durchmesser
- schlechte Knotenfestigkeit, da es leichter bleibende Deformationen erfährt als Monofil.
- relativ steif
- hoher Preis
den einzigen Vorteil von FC gegenüber Monofil, die geringere Sichtigkeit wird dadurch aufgezehrt das ich einen grösseren Durchmesser brauche um die gleiche Haltbarkeit zu erreichen. Dazu ist es mir zu steif, gerade in der kalten Jahreszeit. Kleine Fliegen hängen da wie am Draht dran.
Vielleicht gibt es ja einen Bereich in der Fischerei in der es seine Berechtigung hat, aber in der gemeinen Äschen- und Forellenfischerei sehe ich da eher die Nachteile. ... und dazu der fast der doppelte Preis.
LG,
Olaf
Verfasst: 31.05.2009, 13:44
von gezz
Hallo Olaf,
danke für die Gegenüberstellung aus deiner Sicht! Mein erstes Vorfachmaterial war auch aus FC (glaube von Scierra), hat man mir im Laden "angepriesen". Ich hatte damit aber erheblich mehr Probleme mit der Haltbarkeit der Knoten als mit dem jetzigen Monofil (Stroft). Deckt sich also mit dem was Du angedeutet hast.
Viele Grüße, Alex
Verfasst: 31.05.2009, 14:31
von DryFlyFisher
Hi,
Ich hatte mit billigerem FC bisher eher schlechte Erfahrungen, mit dem Hochpreisigen bin ich sehr zufrieden, die kleine 69er hier allerdings weniger:
Gehakt und suverän ausgedrillt an 20er FC. Teilweise musste ich vor Wurzeln im Wasser den Rolle blockieren, alles kein Thema, bei den heutigen Tragkraftwerten finde ich die Unterschiede zwischen Mono und FC vernachlässigbar - genug Druck um ein 16er Tippet zu zerreißen macht man wohl nicht mal mit einer 6er Rute.
Ich finde übrigens die größere Steife gehört zu den neutralen Aspekten. Bei kleinen Fliegen mag das nachteilig sein, aber wenn die Fliegen etwas größer sind führt dies in meinen Augen zu einer besseren Streckung des Vorfachs.
Ansonsten, Mono tuts natürlich auch, aber es gibt eben "den einen" vorsichtigen Fisch, der vielleicht nicht nimmt wenn er die normale Mono erkennt.
Grüße
Fabian
Verfasst: 31.05.2009, 21:10
von gespliesste
Hallo Alex,
das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen und auch mit den Ergebnissen aus
diesem Test (leider alles in englisch). Die Knotenfestigkeit ist mehr als bescheiden gegenüber Monofil, der Test führt das auf die schlechten Deformationseigenschaften von FC zurück.
@Fabian: das die Steifigkeit des Materials auch Vorteile haben kann, sehe ich nach deinen Ausführungen ein. Also kann man als neutral gelten lassen.
Dein Beispiel kann ja eigentlich nur vom Streamerfischen kommen, zumindest scheint mir das wahrscheinlich bei einem 0,20mm Spitzenteil ... aber wer sagt, das du den schönen Fisch nicht auch mit einem 0,18mm Monofil gefangen hättest? Die Tragkraft und Sichtigkeit wäre wohl vergleichbar gewesen.
Streamern ist für mich auch eher ein Sonderfall und ich gebe zu, das die Nachteile beim Streamern zumindest nicht so offensichtlich sind. (bis auf den doppelten Preis der bleibt
Ich streamere äusserst selten, fische zu 95% Vofachspitzen <= 0,16mm.
[...] bei den heutigen Tragkraftwerten finde ich die Unterschiede zwischen Mono und FC vernachlässigbar - genug Druck um ein 16er Tippet zu zerreißen macht man wohl nicht mal mit einer 6er Rute.
Kann ich nicht ganz nachvollziehen, willst du sagen dir ist noch nie ein 0,16er tippet gerissen, solange man bei der Rutenaktion nur unter 6er bleibt? Ich denke, das bei einer guten Forelle in ordentlicher Strömung ein 0,16er Vorfach schnell an seine Belastungsgrenze kommen wird, relativ egal welche Rutenaktion.
Nach meiner Meinung wird die Tragkraft immer eine entscheidender Kennwert bleiben, sollte die Tragkraft besser werden könnte man feinere Durchmesser fischen und das ist, find ich, so gut wie immer von Vorteil.
LG,
Olaf
Verfasst: 31.05.2009, 23:54
von DryFlyFisher
Hi,
Nein, ich hab nicht gestreamert, der Grund für das dicke Tippet war die Gefahr, dass ein Fisch mir doch mal ins Geäst abhaut, ich fische lieber etwas dicker

Saefty first, wie in der Disco. Aber du hast sicher Recht, mit einer 4er Rute würde ich wohl nicht genug Druck machen können, um ein 16er Tippet zu zerlegen. Gefischt hab ich übrigens mit einer 12er Nymphe.
Natürlich sind mir schon Tippets gebrochen, auch, aber das waren in aller Regel Tippets, die ich hätte austauschen müssen. Ich denke nur, dass der Druck über die Rute im Drill nicht ausreichen wird, um ein Tippet, das intakt ist, zu zerreißen.
Das schwächste Glied in der Kette wird immer alles einschränken, und die Tragkraft der heutigen Vorfachmaterialien schätze ich wie schon geschrieben höher ein, als den Druck den ich mit der Rute machen kann, zumindest im Bereich der normalen Forellenfischerei.
Grüße
Fabian
Verfasst: 01.06.2009, 09:57
von Andy_Krüger
Ich finde schon lustig, dass die Diskussion, die inzwischen im Off-Topic angelangt ist, das m.E. wichtigste Argument nur ungenügend gewürdigt wird.
Die Sichtigkeit ist gegenüber eines "normalen" Monofils drastisch reduziert. Da spielt es auch keine Rolle ob ich nun, wegen des etwas schlechteren Tragkraft, anstatt einer 18er Spitze eine 20er fischen muss.
Das billiges FC Schrott ist, ist bekannt. Da haut die Festigkeit der Oberfläche und die Knotenhaltbarkeit überhaupt nicht hin.
Da gibt es übrigens keine Unterschied zum Mono. Billigmono ist auch deutlich schlechter als Markenmono.
Schaut euch doch bitte einmal die Tragkräfte und Knotenfestigkeiten neuer FC Schnüre an, der Abstand zu den monofilen Schnüre wird immer kleiner und unbedeutender.
Im übrigen haben beide Vorfacharten ihre Berechtigung. In sehr sichtigem Wasser setze ich z.B. FC ein. Auch bei den fischereilichen Situationen wo ich extrem steifes Material hinter dem Polyleader benötige, z.B. beim Meerforellenfischen, beim Streamern, beim Lachsfischen oder beim Nyphenfischen. Beim MeFo und Lachsfischen kann ich in dem zum Teil sehr sichtigem Wasser beide Vorteile perfekt nutzen.