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Rute einfach zerlegen

Verfasst: 27.06.2010, 00:21
von Norweeger
Hallo.
Hab fast nach jedem Angeln das Problem, dass ich meine Ruten wirklich sehr schlecht wieder auseinander bekomme. Es ist egal welche Rute ich fischen, das Problem tritt bei jeder Rute auf. V.a. wenn die Rute nass ich und ich nicht richtig zugreifen will ist es wirklich verdammt schwierig die Teile ausenander zu bekommen. Gibts da irgendeinen Trick welchen ich anwenden könnte?
Gruss Flo

Rute einfacher zerlegen

Verfasst: 27.06.2010, 07:28
von Stephan J.R
Hallo Florian ?

ja, da gibts einen Trick :smt006 den ich oft zeige bei meinen Kursen.
1. tens du kannst die Verbindungen mit Parrafin ( Kerzenwachs ) behandeln dann gehts leichter.
2. tens sollte es trotzdem schwer gehen ( jetzt wird kompl. zu erklären ) #-o also du nimmst die Rute und hebst sie hinter dich in Höhe deiner Knie, erfühlst dann die Steckverbindung und vermittest die in die mitte der Knie( Beine sind leicht geöffnet,der Oberkörper ist etwas nach vorne gebeugt ).Jede Hand hält einen Teil fest.
Die Unterarme liegen seitlich an den Knien, jetzt kannst du nach außen ziehen mit den Händen und gleichzeitig durch das nach außen drücken der Knie zusätzlichen Druck auf die Verbindung ausüben.
Ich hoffe das war verständlich genug. Ansonsten müßte ich es dir anhand von Bildern verdeutlichen wie es geht.
Ach so beinahe hätte ich was wichtiges vergessen :smt017 niemals :smt018 versuchen die Teile dabei zu drehen :!: was sonst überall hilft wenn was fest sitzt, kann hier zur Zerstörung der Verbindungen führen.

Viele Grüße nach Norge und
Tight Lines

Stephan

Verfasst: 27.06.2010, 07:29
von FrankEN
Guten Morgen,

also wenn das Problem bei jeder Rute auftritt, würde ich fast vermuten, das du die Teile zu stark zusammensteckst, ist aber nur eine Vermutung.

Bei mir trat das Problem mal bei einer Rute auf, dort haben mir einfache OP- Handschuhe gute Dienste geleistet, man hat einen wunderbaren Grip
mit diesen Dingern.

Wenn mal gar nichts mehr geht, hat mir mal ein Rutenbauer den Tip gegeben, einen Haartrockner zu verwenden, mit dem man das Teil welches außen liegt , leicht erwärmt.

Gruß Frank

Verfasst: 27.06.2010, 11:33
von Norweeger
Danke erst mal für die Tipps, werd sie mal bei der nächsten Gelegenheit ausprobieren. Ich muss vielleicht dazu noch erwähnen, dass das Problem nur bei den normalen Überschubverbindungen auftritt und bei Zapfenverbindungen nicht. Und meistens bei den oberen, dünnen Rutenteilen, die man nicht so gut greifen kann. Vielleicht hab ich auch einfach zu wenig Kraft, ich als halbes Hemd. Und drehen sollte man auf keinen Fall? Warum das?
Gruss aus Bergen

Verfasst: 27.06.2010, 11:47
von Frank.
Guck mal hier (unter Rute Steckverbindungen):

http://www.fliegenfischer-forum.de/r.html

und hier, mein Lieber:

http://www.fliegenfischer-forum.de/flyf ... en#1732167

Dein Frank

Verfasst: 28.06.2010, 10:13
von Maggov
Hi Norweger,

das mit dem Drehen kommt noch aus der Zeit als man Gespliesste Ruten mehrheitlich hatte. Diese brechen gerne über der Hülse wenn Du drehst und da ist es absolut verboten diese zu drehen.

Ich habe bei einem Guide gesehen dass dieser die Ruten mit einer viertel Umdrehung auseinander zieht und seit ca. 3 jahren mache ich dies bei Kohlefaserruten ohne irgendeinen Rutenbruch.

Das Hauptproblem bei Kohlefaserruten ist m.M. nach dass man beim Auseinanderzeihen die Verbindung leicht krümmt (gerade in den oberen Segmenten ist das sicherlich sehr schnell der Fall). Dadurch verkeilen sich Hülle und Zapfenverbindung und es sit so gut wie unmöglich diese zu trennen. Der Trick die Rute hinter den Knien zu lösen hat genau dies als Hintergrund da man in dieser Körperstellung nur sehr schwer die Rute krümmen kann.

Wenn Du Dir die Rute unter die Schulter klemmst und mit der anderen Hand das Oberteil möglichst in einer Ebene mit der Rute von Dir wegziehst wirst Du diese schon deutlich besser zerlegen können. Wenn Du die Rute mit dem unteren Teil am Boden abstellst und dann den oberen Teil (einer Kohlefaserrute!) mit einer viertel Umdrehung nach oben ziehst sollte es auch prima klappen.

Die Nässe macht den Blank zwar rutschiger aber in die Steckverbindung kommt eigentlich keine Nässe rein da diese sehr eng anliegt. Ein Handtuch im Auto oder einer Plastiktüte hilft da ;)

LG

Markus

Verfasst: 28.06.2010, 14:54
von momo
Ciao Flo

Offenbar gibt es mindestens so viele Tips wie Befragte. Deshalb setzt ich gleich noch einen drauf :lol:

Versuch es mit dem guten, alten WD40. Mir hat dieses Mittel mal aus der gleichen Situation geholfen. Ein wenig davon auf die Steckverbidnung sprühen, warten, warten, warten bis sich das Mittel hineingekrochen hat, und dann nochmals versuchen.

Lass uns wissen ob dir dieser Tip geholfen hat.

Liebi Grüess us de Schwiiz
Moreno

Verfasst: 29.06.2010, 17:33
von Hans.
Hallo Flo,

ich habe mein Senfglas gefunden und gebe auch noch was dazu. Ich denke auch, Du steckst die Rutenteile zu fest zusammen. Ich sehe da das Hauptproblem.
Beim Zusammenstecken bleibe ich immer exakt gerade und drücke eigentlich nur leicht zusammen, aber das ist natürlich sehr subjektiv. Beim Auseinanderziehen mache ich eine kleine Drehung, funktioniert seit zig Jahren immer.
Einmal nur saß die Rute bombenfest zusammen. Da half der Trick mit den Knien, ist echt genial.

Grüße
Hans

Verfasst: 29.06.2010, 20:57
von Norweeger
Hallo. Danke erst mal für die vielen Tips. War seitdem einmal fischen. Diesmal hab ich die Teile nicht ganz so fest zusammen gesteckt. Während des Angelns hat sich dann jedoch das 2 Teil gelockert. Hab`s wieder zusammgesteckt. Am Ende hatte ich relativ wenig Probleme die Rute zu zerlegen. Rute war ne Scierra Ferox. Jetzt wart ich mal ab wie`s mit den anderen Ruten aussieht, aber werd auf jeden Fall ma das mt den Knien ausprobieren (Soweit ich das richtig verstanden hab).
Gruss Flo

Festsitzende Rutenteile

Verfasst: 30.06.2010, 22:54
von Bäschwatz
Moin Flo
Hatte das Problem am Sonntag auch.
Rute morgens zusammengesteckt und gegen 16 Uhr bombenfest.
Liegt auch an der Wärmeausdehnung.
Je nach Kegelwinkel kommen da mit wenigen Hunderstel Millimetern ordentlich Kräfte zustande.
Die Kniebeugemethode führte da aber auch net weiter.
Hatte aber meine Wasservorräte in einer Kühltasche in der mehrere Kühlakkus waren.
Mit zwei davon kühlte ich das Innenteil vor der Verbindung.
Nach einiger Zeit schüttete ich dann den restlichen Kaffee aus der Kanne über das Aussenteil damit es sich weitet.
Dann gings auseinander.
Schwer aber es ging.
An den Furchen in der Oberfläche des Aussenkegels konnte ich aber erkennen das ich ein Schlamper bin, und das etwas putzen da sicher besser wäre.
Das mit dem Kriechöl würde ich aber eher nicht probieren.
Wenn das Zeugs Bestandtteile hat die das Harz anlösen, merkst Du das erst, wenns zu spät ist.
Wachsen vorm zusammenstecken schon eher.
Ski-Wachs scheint mir da geeignet.
Gibts in kleinen Tuben mit einem Schwamm dran.
...Und diejenigen die vor dem verdrehen der Teile warnen haben Recht.
Ich mach das, wenns sonst net geht, auch. Aber selbst kleine Körnchen hinterlassen ordentlich Riefen die beim nächsten Mal Probleme erzeugen.
Was die Zapfenverbindung anbelangt geb ich Dir Recht.
Habe eine relativ alte Glasrute von einem Forumsmitglied als
" Notrute "erhalten, bei der dieses Problem garnicht auftritt.
Bauartbedingt hat die Wärmeausdehnung da halt mal zuwenig Einfluß.

Gruß Thilo

Verfasst: 02.07.2010, 08:03
von momo
@Thilo

Besten Dank für deinen Tip was die Chemie betrifft. Daran habe ich tatsächlich gar nicht gedacht.

Liebi Grüess us de Schwiiz

Moreno