Seite 1 von 1

Ruten von Eigenmarken

Verfasst: 19.04.2011, 01:02
von Nixon
Hallo!

Wollte fragen was ihr von Eigenbauruten haltet die Kursleher, Geschäfte usw herstellen (lassen).
Generell FInger weg oder von Fall zu Fall verschieden?

Wer hat Erfahrungen mit welchen Eigenmarken?

Grüße

Verfasst: 19.04.2011, 12:38
von Philzlaus
Von Fall zu Fall verschieden. Oftmals deutlich bessere Qualität als bei Originalen und das auch oft zu besseren Preisen.

Re: Ruten von Eigenmarken

Verfasst: 19.04.2011, 13:23
von Achim Stahl
Moin,
Nixon hat geschrieben:Wollte fragen was ihr von Eigenbauruten haltet die Kursleher, Geschäfte usw herstellen (lassen).
Generell FInger weg oder von Fall zu Fall verschieden?
Von Fall zu Fall verschieden.

Es gibt da ja verschiedene Vorgehensweisen: Man kann einen Markenblank individuell aufbauen und eventuell mit dem Label des Geschäfts oder der Fliegenfischerschule versehen lassen, oder man kauft bei einem chinesischen Hersteller ein.

Die zweite Vorgehensweise erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Das Ergebnis kann eine relativ preisgünstige brauchbare Rute oder auch eine hoffnungslos überteuerte Billigrute sein und alle Nuancen, die dazwischen liegen. Das hängt von der Intention des Importeurs ab; will er eine preisgünstig hergestellte Rute zu einem niedrigen Preis anbieten oder will er den Vorteil der niedrigen Herstellkosten komplett abschöpfen. Den Import aus Fernost betreiben aber nicht nur kleine Händler oder Fliegenfischerschulen. Die meisten der oft sehr angesagten Fliegenfischerlabels kaufen ihr komplettes Sortiment in China oder Korea ein.

Für so große Labels macht das auch mehr Sinn als für eher kleine Händler. Meistens muß man ziemlich große Stückzahlen abnehmen, die man als Einzelhändler nur schwer verkaufen kann.

Ich würde den Händler oder die Fliegenfischerschule einfach mal fragen, was es mit der Rute auf sich hat, welcher Blank verarbeitet wurde und wo sie herstammt (man sollte das ruhig auch mal bei anderen, viel verkauften "Markenruten" tun ... :roll: ).


Viele Grüße!


Achim

Verfasst: 19.04.2011, 22:25
von laverda
Hi Nixon,
falls es sich bei dem Rutenbauer um jemand handelt, der sein Handwerk halbwegs versteht, solide und sauber arbeitet sowie qualitativ angemessene und abgestimmte Komponenten verarbeitet, kann keine Stangenrute gegen eine Handmade anstinken.

Ich hatte bereits Stangenruten weit jenseits der €600,- in der Hand, die so schlampig verarbeitet waren, dass ich die strippen und neu aufbauen würde.
Bei so manchem Nobelstecken zeigt sich erst bei der Demontage, welcher "Pfusch" unter dem edlen Outfit steckt.

Gaaaanz wichtig bei Auftragsvergabe wäre, dass du möglichst genau wissen solltest, was du möchtest (Aktion, Wurfgewicht......). Hast du eine Handmade nicht beauftragt sondern findest die im Laden, solltest du vom Rutenbauer erfragen, was genau er da verbaut hat.
Ansonsten das gleiche Prozedere wie bei jeder Stangenrute auch: Probewerfen, Testen, ggf. vermessen.

Gruß vom platten niederrhein

Verfasst: 20.04.2011, 09:21
von Nixon

hmmm....

Verfasst: 20.04.2011, 10:35
von Dietmar0671
...hast Du schon gekauft.

Wenn nicht schau mal hier:

http://www.fliegenfischer-forum.de/superior.html

Viele Grüße

Dietmar

Verfasst: 20.04.2011, 10:45
von Achim Stahl
Moin,
laverda hat geschrieben:falls es sich bei dem Rutenbauer um jemand handelt, der sein Handwerk halbwegs versteht, solide und sauber arbeitet sowie qualitativ angemessene und abgestimmte Komponenten verarbeitet, kann keine Stangenrute gegen eine Handmade anstinken.
Die "Stangenruten" von welchen Herstellern und Labels hattest du denn bisher beurteilen können?

Ich finde solche Pauschalaussagen immer sehr bedenklich. Man muß schon über sehr viel Erfahrung verfügen, um

a) einen umfassenden Überblick über das Angebot an Ruten "von der Stange" zu haben und

b) eine objektive Beurteilung abgeben zu können.

Ich bin jetzt etliche Jahre in dem Business tätig, und meine Erfahrung deckt sich bestenfalls zum Teil mit deiner Aussage.

So gibt es zum Beispiel eine Menge preisgünstige Ruten aus Korea, die für den Preis kein Rutenbauer mit besseren Komponenten aufbauen kann. Die handwerliche Qualität ist ebenfalls meistens sehr gut.

Im Hochpreisbereich gibt es tatsächlich etliche Ruten, deren Verarbeitung wirklich zu wünschen übrig lässt. Einige Hersteller zeigen aber, dass es auch anders geht, und teilweise zu besseren Preisen als die angesagten, viel umworbenen Top-Seller Labels. Alle über einen Kamm zu scheren, weil man eventuell nur ein paar häufig in der Werbung auftauchende Marken kennt, ist wirklich nicht zielführend.


Viele Grüße!


Achim

Verfasst: 20.04.2011, 12:07
von Shortcaster
Hi Nixon,
na da wäre ich aber sehr neugierig auf Deine Meinung zu dieser Rute (hatte nur mal eine in der Hand) - Laß es uns bitte wissen
Nixon hat geschrieben:hab schon eingekauft und mich entschieden!
TL
Peter

PS Ich hab eben gesehen, Du hast diese Rute mit einer Vosseler Rolle kombiniert? Bei der Wahl der Rolle bin ich definiv bei Dir
Generell erhalten hier Einsteiger oft den Tip, eher bei der Rolle zu sparen und bei der Rute das draufzulegen, was dann die Rolle billiger war . . . na ja, das wär ein sehr sehr gut zu überlegender Ansatz (gewesen) wenn ich hier meine unbedeutende Meinung anbringen darf :roll:

Verfasst: 20.04.2011, 12:13
von Shortcaster
laverda hat geschrieben:Hi Nixon,

Ich hatte bereits Stangenruten weit jenseits der €600,- in der Hand, die so schlampig verarbeitet waren, dass ich die strippen und neu aufbauen würde.
Hi, ja, ich auch :-) damit haben wahrscheinlich alle von uns ihre Erfahrungen. Aber andererseits auch mit z.B. einer Orvis T3 oder einer Thomas LPS - die extrem gut verarbeitet sind. Ist halt die ganze Bandbreite im Markt . . . und bei den Eigenmarken ist es genau so (wie wir die unsere Ruten selbst aufbauen ja wissen, gib's viele Blanks - und da ist vom Stecken den man sofort in die Ecke stellt bis hin zu ausgezeichneten Topblanks alles dabei - das **niemals** unter dem Herstellernamen als aufgebaute Rute in den Markt kommt). Also - kann sehr lohnen aber auch ein schlimmer Einfahrer werden . . . weshalb ich da bei Internetbestellungen eher zurückhaltend wär' - aber nur meine Meinung (und Erfahrung)

TL
Peter

Verfasst: 20.04.2011, 15:52
von laverda
Hi Achim,
natürlich gibt es hervorragend verarbeitete Stangenruten, das habe ich auch gar nicht bestritten. Wenn aber z.B. eine Sage ins Regal kommt, die als Salzwasserrute Ringstege aufweist, die am Ende aus dem Lack herausragen und etliche Blasen und Pickel im Lack sind sowie Wicklungen den Ringsteg nur unvollständig bedecken, kommen mir extreme Zweifel an der Qualitätskotrolle dieser Firma auf.
Schnelligkeit bei der Massenfertigung hat nunmal ihre Nachteile und da erwarte ich, dass Mangelware NICHT die Kontrollen passieren kann, nicht ausgeliefert wird und schon gar nicht für Listenpreis im Regal steht.
Immerhin sprechen wir hier von einem Gegenwert des Wochenverdienstes eines hochqualifizierten Facharbeiters für gerade mal einige Gramm Kunststoff, Fasern Kork und Metallbeschläge. Das MUSS dann absolute Top-Qualität sein.

Diese Liste ließe sich sehr lange fortführen und wahrscheinlich gibt es auch unter gewerblichen Rutenbauern hin und wieder mal Murks, weshalb ich in meinem vorherigen Post die Wörtchen "halbwegs", "solide" und "angemessen" gebraucht habe.

Trotzdem bleibe ich dabei, dass eine handwerklich gut aufgebaute und mit entsprechend handverlesenen Komponenten versehene Handmade bei gleichem Blank das Massenprodukt qualitativ in den Schatten stellt.

Gruß vom platten Niederrhein

Verfasst: 20.04.2011, 23:48
von Nixon
Shortcaster hat geschrieben:Hi Nixon,
na da wäre ich aber sehr neugierig auf Deine Meinung zu dieser Rute (hatte nur mal eine in der Hand) - Laß es uns bitte wissen
Nixon hat geschrieben:hab schon eingekauft und mich entschieden!
TL
Peter

PS Ich hab eben gesehen, Du hast diese Rute mit einer Vosseler Rolle kombiniert? Bei der Wahl der Rolle bin ich definiv bei Dir
Generell erhalten hier Einsteiger oft den Tip, eher bei der Rolle zu sparen und bei der Rute das draufzulegen, was dann die Rolle billiger war . . . na ja, das wär ein sehr sehr gut zu überlegender Ansatz (gewesen) wenn ich hier meine unbedeutende Meinung anbringen darf :roll:
Hallo!

Ich hab so gedacht, das ich wohl die Rolle defintiv länger haben werde, als eine Rute und die 5/6er Klasse, werd ich wohl immer in irgendeiner Form haben.
Für mich gings einfach ums Preis/Leistungsverhältnis und da ich in diesem Geschäft mein Spinnzeug auch immer kaufe, nen Flifi-kurs dort gemacht hab, hab ich für die Rute entschieden. Ich kann ja im Prinzip 1000 Probewürfe machen, ich merk wohl wenige bis kaum Unterschiede! Setzt einen Führerscheinneuling in ein Auto (und ich bin noch nichtmal mit wem mitgeganen früher, sprich hier mitgefahren), er wird auch "überfordert" sein. Daher wie gesagt, für mein Zwecke denke ich optimal. Falls dann nach 2-3 Jahren die Rute der begrenzende Faktor und nicht meine Wurftechnik ist, wirds wohl auch gern mal was anders werden, vielleicht aber auch nicht.
Morgen gehts ans Wasser!

Ich beschäftige mich bei allen meinen Hobbies extrem gern mit Ausrüstung, man darf aber auch oft nicht vergessen, dass es einfach auch wichtig ist, viel am/im Wasser zu stehen, als vorm PC/Katalog usw gedankliche Probewürfe mit den Highendmodellen zu machen, die als Student akutell sowieso unerreichbar sind.

Grüße

Verfasst: 21.04.2011, 12:15
von Shortcaster
Nixon hat geschrieben: dass es einfach auch wichtig ist, viel am/im Wasser zu stehen, als vorm PC/Katalog usw gedankliche Probewürfe mit den Highendmodellen zu machen, die als Student akutell sowieso unerreichbar sind.[/b]

Grüße
Hallo Nixon,
so iss es. Vor'm PC ist nur für die Schonzeit. Wenn Du dabei bleibst, ist dies sicher nicht Deine letzte Rute. Bin sicher, Du wirst Freude damit haben. Ran ans Wasser - austesten!! Viel Spaß

TL
Peter

PS Ich kenn niemand, wo die Rute der begrenzende Faktor ist (naja, vielleicht einen und da bin ich gaaaanz weit davon weg das wirklich beurteilen zu können). Manche machen mehr Spaß, manche weniger. Und manche die ganz viel Spass machen sind keine "High-End Modelle" was den Preis betrifft. Die für sich zu finden ist die Kunst. Ich hab aus Blanks die 40 Eur kosten, Ruten gebaut die eindeutig in die "wow!!" Kategorie fallen, aber das ist eine andere Geschichte