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Meine Fliegenrolle
Verfasst: 26.04.2011, 18:01
von Magallan
Hallo liebe Leute
Wie steht ihr zu Eurer Rolle, ich meine die Fliegenrolle, welche Attribute muss dieses high end, oder doch eher antiquare Relikt erfüllen? Verlasst ihr Euch auf den vom Hersteller jederzeit verbürgten samtweichen Anlauf wenn der Fisch Schnur von der Rolle nimmt?
Oder ist umfasst die Schnurhand bei einem ordentlichen Fisch generell die Rolle um den Bremsdruck jederzeit feinfühliger zu regulieren ? Seht ihr die Rolle eher, so wie ich es tue, als ein Gebrauchsstück, das mit Euch durch alle Fischereilichen Widrigkeiten geht und die ein und andere Narbe der Erinnerung aufweist ?
Und wieviel Pflege gönnt ihr diesem treuen Begleiter, weil ein Kugellager oder Nadellager, wie es im allgemeinen Sprachgebrauch genannt wird, hat sie eh nicht, die Rolle, oder brauch es das ?
Bin gespannt wie ihr das seht...
Liebe mods, falls dieses Thema hier nicht reinpasst verschiebt's
Gruss Heiko
Re: Meine Fliegenrolle
Verfasst: 26.04.2011, 19:20
von Frank.
Magallan hat geschrieben:Liebe mods, falls dieses Thema hier nicht reinpasst verschiebt's
Passt schon, lieber Heiko! - Ich persönlich schätze bei meinen Rollen besonders die hohe Lebensdauer bei einem Pflegeaufwand, der sehr hart gegen Null geht. Durch alle "fischereilichen Widrigkeiten" müssen sie durch, und "Narben" stören nicht die Bohne (davon haben sie in der Tat viele): kein Wunder, denn sie haben schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. Die Bremse macht übrigens ein krätschendes Geräusch, anhand dessen man den Hersteller auf 100 Meter identifizieren kann.
Eigentlich nur beim Fischen mit der Zweihand benutze ich moderne Rollen; die antiken Stücke sind mir dafür schlicht zu schwer.
Insgesamt gilt für mich die Regel: Eine Rolle benötigt möglichst wenig Teile, die kaputt gehen können.
Dein Frank
Meine Rolle(n)
Verfasst: 27.04.2011, 00:37
von Sixgunner
Moien,
Fassen wir uns kurz:
Wie muss meine Rolle sein (+Plural)
-Solide (sie wird hinfallen und Schrammen bekommen) sie MUSS danach weiterfunktionieren, ergo Zuverlässigkeit ist wichtig, hier schliesse ich mir Frank an
-Ordentlicher Spulenkern bei ebenfalls ordentlichem Fassungsvermögen (geht Hand in Hand) ich will immer minimum 100 Meter Backing auf der Rolle, man weiss ja nie ...
-Starke Bremse (im Meer auf starke Fische) oder elaboriertes Bremsverhalten, die Hand hilft immer mit (bei der "Forellen-Fischerei", extrem viel zu "Bremsen" gibt es ja hier eher weniger)
-Vom Gewicht her zur Rute(naktion) passen
Pflege bekommen alle meine Rollen, es sind halt Investitionen.
Fazit: die allermeisten Qualitätsprodukte am Markt erfüllen diese Anforderungen vollends...
Gruss,
Sixgunner
Verfasst: 27.04.2011, 07:44
von Philzlaus
Dann oute ich mich jetzt mal als Fanatiker. Bei mir muss eine Rolle mehr sein als nur ein Gerbrauchsgegenstand. Ich pflege meine Rollen penibel und bekomme schon Schweissperlen auf der Stirn wenn ich nur an Kratzer denke. Die Anschaffung darf auch gerne mal mehr kosten damit ich innerlich in balance bin. Dafür nach fast 2 Jahre Einsatz könnte ich sie als NEU verkaufen da man selbst unter der Lupe keine Kratzer finden würde. Es geht sogar soweit dass ich mich in entspanten 10min vorm Fernseher hinsetze und die Kalkflecken abwische. Ja jetzt dürft ihr lachen. Und ich bin mir sicher sie werden auch noch ein paar Jahre so aussehen. Im Grunde muss man eh nicht viel machen um sie in diesem Zustand zu halten. Einfach nur bei heiklen Manövern oder beim Verstauen die Neoprenhülle drauf. Die Kriterien beim Kauf waren bei mir recht banal. Ich mag kantiges Design (CNC arbeiten) und das Bauchgefühl muss passen.
Verfasst: 27.04.2011, 09:17
von Maggov
Servus Heiko,
beim Forellenfischen gerne mal eine antike Rolle auch nur mit Clicker. Wenn es eine Neue sein muss (z.B. weil grad keine Alte hergeht) dann gerne ein günstiges Mid-Arbor Modell mit vernünftiger Bremse. Grundsätzlich muss der Spulenrand in der Form erreichbar sein dass ich mit der Handfläche zusätzlichen Bremsdruck geben kann.
Mein absoluter Liebling ist eine Hardy Uniqa Rolle aus den 50-ern. Leicht, Robust und absolut einfach und damit zuverlässig.
Beim Salzwasserfischen definitiv eine Rolle mit Bremse und Mid- bis Large Arbor. Ein hochwertigeres Modell mach Sinn da sich günstigere Modelle einfach in punkto Salzwasserresistenz bei mir nicht bewährt haben. Die Rollen werden nach jedem Fischen mit Süßwasser gereinigt - das versteht sich.
Rollen mit Korkbremsen kaufe ich nicht mehr da ich damit schlechte Erfahrungen gemacht habe. Es gibt sicherlich Top-Rollen mit Korkbremse nur die kosten dann auch wieder entsprechend und ich sehe keine entscheidenden Vorteile ggü. den neueren Bremsen.
Die Optik ist mir nicht so wichtig wie das Gewicht und die Verarbeitung, aber sicherlich mal ein Zünglein an der Waage.
Die Pflege ist bei Salzwasser regelmässiges Waschen (mit Öffnen wg. Sand) im Süßwasser Frank's Variante... so gut wie gar nicht vorhanden.
LG
Markus
Verfasst: 27.04.2011, 10:03
von Tobsn
Moin Heiko,
ich bin ein Freund von wartungsarmen bzw. -freien Rollen. Da ich meine Modelle schon gefunden habe, muss ich mich nicht mehr mit Alternativen rumschlagen, es sei denn, jemand bringt endlich mal etwas wirklich Neues heraus.
So wie der Rest meines Equipments, ist die Rolle ein Werkzeug, dass tadellos funktionieren muss, auch wenn ich eben nicht alle 3 Stunden mit der Ölkanne und 'nem Schraubenzieher daran herumdoktre. Eine gute Bremse ist Pflicht, da ich jeden halbwegs guten Fisch gerne auf die Rolle nehme, um Schnursalat zu vermeiden. Das Drillen über die Schnurhand ist mir persönlich zu unsicher. Zu oft passiert es IMHO, dass sich durch Feuchtigkeit oder auch Trockenheit der Bremsdruck verändert. Eine feuchte Schnur läuft anders durch die Finger als eine trockene und darüber will ich mir im Drill keine Gedanken machen müssen. Meines Erachtens wird beim Drill sowieso zu viel an der Bremse "rumgetüddelt". Im Grunde reicht eine relativ feste Einstellung und gut ist. Eine Bremse ist dafür da, Schnurbruch zu vermeiden, weshalb sie bei mir meist so fest ist, das das gerade noch verhindert wird. Selbst eine 60er Meerforelle nimmt an einer 6er Rute nicht mehr als 10 Meter Schnur (wenn man es richtig macht).
Mir ist außerdem wichtig, dass ich den Hersteller kenne (er vor allem selber produziert) und mir nicht billige Chinaware als neuster Stand der Entwicklung andrehen lasse. Im Grunde ist das Thema Rolle technisch schon so weit abgehandelt, dass ich mir eher nicht vorstellen kann, dass da noch etwas Neues kommt. Für mich immer wieder eine Danielsson, die IMHO von der Qualität und dem Preis-/Leistungsverhältnis bislang ungeschlagen ist.
Obwohl ich alte Rollen zum Teil wirklich schön finde, bin ich eher ein Verfechter moderner Technologie. Das Bessere ist eben des Guten Feind. Large Arbor hat sich für mich ebenso bewährt, wie gekapselte Bremssysteme und hochwertiges Aluminium.
T
Verfasst: 27.04.2011, 10:23
von Heinz
Hallo,
ich fische nur im Süsswasser. Im Laufe der Zeit haben sich einige Rollen angesammelt, manche davon sind für meine Zwecke sicher nicht mit einer so ausgefeilten Bremse notwendig, aber mir gefällt einfach Perfektion. Meine älteste Rolle (ca. 40 Jahre alt) ist eine Hardy Marquis mit Clickbremse - funktioniert noch immer prächtig und ohne grosse Pflege. Dei zweitälteste ist eine Henschel Antireverse N. 1 - ein perfektes Ding mit gekapselter und pflegefreier Bremse - auch schon etwa 25 Jahre alt und fast wie neu. Dann gibt es eine sehr leichte Waterworks -gut, aber da muss man schon ein wenig mehr aufpassen, eine Hardy Angel TE (eine der ersten Hardy Angel Rollen) - auch sehr massiv und eine Abel, sowie eine RST Rolle (meine schwerste in Klasse 7). Meine meistverwendeten sind die Abel und die Waterworks (beide für 5) weil sie gemeinsam mit meiner Lieblingsrute, einer 5er Orvis Helios verwendet werden. Emotional ist meine Lieblingsrolle die alte Hardy Marquis, weil meine erste und ich damit viele Erinnerungen (die erste Äsche etc.) verbinde. Die technisch perfekteste Rolle ist wahrscheinlich die Henschel.
Grüsse
Heinz
Verfasst: 27.04.2011, 10:48
von piscator
Moin, bei mir sieht das etwas anders aus. Für die Salzwasserangelei bevorzuge ich auch LA-Rollen mit guter Bremse (wie Tobsn); auch wenn ich die für die Ostseemeerforellen eher nicht brauche, kann ich dieselben Rollen in den warmen Gefilden einsetzen. Allerdings seh ich das bei den Rollen für die Forellenangelei im Bach völlig anders. Meine Bambusruten können durchaus mehr Gewicht vertragen und deshalb steh ich da eher auf die Klassiker. Genauso für die Zweihänder -- viele der modernen Rollen sind einfach zu leicht um eine lange Zweihand oder eine Gesplieste auszubalancieren, deshalb auch hier Tradition und Gewicht (so eine schöne S-Handle oder eine Bougle, das hat was).
Pflege? was ist das?
Jürgen
Verfasst: 27.04.2011, 11:48
von Martin 1960
Hallo in diese Runde,
einen guten Tag wünsche ich.
Eine Rolle sollte, und muss robust sein,
ein schnelles ablegen der Rute/Rolle, darf die Kanten der Spule nicht beschädigen.
Bremse ja, kleine Scheibenbremse noch besser.
piscator hat geschrieben: viele der modernen Rollen sind einfach zu leicht um eine lange Zweihand oder eine Gesplieste auszubalancieren
Das sehe ich auch so, und es gilt, meines Erachtens nach, auch für "Kohlefaser" Einhandruten.
Für "den" entspannten Wurf, ist eine ausbalancierte Rute/Rolle sehr hilfreich,
und das heißt die Rolle braucht ein bestimmtes Gewicht.
Habe u.A. mehrere System2 im Einsatz,
diese Rollen entsprechen den Anforderungen.
Soetwas mit Großkernspule wäre dann fast perfekt.
Verfasst: 29.04.2011, 16:33
von Magallan
Hallo Leute
Tobsn schrieb:
Obwohl ich alte Rollen zum Teil wirklich schön finde, bin ich eher ein Verfechter moderner Technologie. Das Bessere ist eben des Guten Feind. Large Arbor hat sich für mich ebenso bewährt, wie gekapselte Bremssysteme und hochwertiges Aluminium.
versteht sich, wie schaut es denn aus mit der Rollenlagerung, Kugellager oder reicht die wartungarme old fashioned Gleitlagerung ?
Ps. sorry für die zwei Fronten...
Gruss Heiko
Verfasst: 29.04.2011, 16:43
von Tobsn
Moin Heiko,
mir reicht das was Danielsson in der Regel da reinbaut und das sind Kugellager, wenn ich mich nicht irre

Aber im Grunde wird die Bremse in der Regel auch überbewertet. Ich fische am Bach eine Danielsson Traditional und die macht trotz der teils hakeligen Bremse/Anzugshemmung einen guten Job. Trutten bis 50 cm bei 12er Vorfächern sind da kein Problem.
T
Verfasst: 29.04.2011, 20:43
von laverda
Hi Leute,
bei mir muss die Rolle einfach nur funktionieren und mit einigen Ersatzspulen daherkommen. Weiterhin sollte der Hersteller langfristige Modellpflege/Baukastenprinzip betreiben, damit man die Spulen auch beim Nachfolgemodell nutzen kann. Gewicht spielt nur insofern eine Rolle, dass die Balance stimmen muss und Kunststoffe sind weniger korrosionsanfällig als jedes Aluminium.
Die Bremse ist auch bei mir max ein Bruchverhinderer für das Vorfach oder die ist so weich eingestellt, dass über die "Handbremse" gedrillt wird.
Brems-Feintuning ist für mich bei Fliegenrollen ebenso überflüssig wie bei allen anderen.
Als Rutenbauer wächst und gedeiht der Rutenwald aber für jede Ruten/Schnur-Kombi eine eigene Rolle wäre mir einfach zu teuer.
Jeweils eine 3/4er, 5/6er, 7/8er, 9/11er mit hinreichender Spulenanzahl reicht mir (noch).
Gruß vom platten Niederrhein