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Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 00:50
von gespliesste
Hallo,
da die Vossler Rollen ja sehr beliebt sind und ich da nie Kritik gehört habe, habe ich mal eine Frage an die praxiserfahrenen Nutzer:
Ich verstehe nicht ganz, warum die Schnurführung bei (fast) allen Vossler Rollen vorne (also von der Seite betrachtet auf 3 Uhr) und hinten (9 Uhr) angebracht ist und genau da, wo ich sie nach meinem Empfinden einzig und allein brauchen würde (bei 6 Uhr, also unter der Rolle) fehlt?
Die Schnurführung vorne hat für mich überhaupt keine sinnvolle Funktion und hinten scheint es mir nur ein Notnagel das die Schnur nicht ganz aus dem Ruder läuft. Aber wenn die Schnur bei dieser Führung schon die Möglichkeit hat, hinter die Rollenachse zu kommen, dann sehe ich die Gefahr, dass man sich gerade beim Werfen mit Doppelzug und abgewinkelter Rolle (was ja so ziemlich alle Werfer machen) z.B. in der Kurbel oder gleich in der ganzen Rolle verhängt. Alle bewährten Rollen die ich aus alten Zeiten kenne, haben eine Schnurführung mindestens unterhalb der Rollenachse (wie z.B. die meisten Hardys und Orvis Rollen). Die Hardy Perfekt, hatte den Achatring sogar auf ca. 4Uhr.
Ich finde die Rollen durchaus ansprechend und auch mit einem tollen Preis- / Leistungsverhältnis. Aber als ich mal eine auf der Messe geworfen habe, hatte ich sofort Probleme mit der Schnurführung? Wenn man eine etwas kringelnde Schnur abzieht und diese beim Werfen ohne Spannung runterhängt, dann verfängt sie sich schnell in der Kurbel oder ggf. gleich ganz hinter der Rolle.
Bin ich da nur zu empfindlich, bzw. ungeschickt, oder soll diese Schnurführung ggf. sogar einen Vorteil bringen?
P.S.: Zumindest hat die Vossler S3 (als einzige?) die Schnurführung unter der Rolle? Warum dann nicht alle Modelle, das kann ja keine Preisfrage sein. Ob man den Steg nun unten, oder vorne unten hinten plaziert ...
LG,
Olaf
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 07:58
von dreampike
Hallo Olaf,
ich verstehe nicht ganz was du mit Schnurführung meinst, ich kann an meiner Vosseler DC3 keine Schnurführung entdecken. Auch der Blick auf andere Vosselerrollen ergibt ähnliche Eindrücke. Auch mit Deinen Uhrzeiten komme ich nicht ganz zurecht, von welcher Seite aus schaust Du auf die Rolle? Von der Kurbelseite her betrachtet (Rollenfuss rechts senkrecht auf 3 Uhr), dann hat meine Rolle (so wie fast alle modernen Rollen) 2 Stege, einen so auf 12 Uhr und den anderen ca. sieben Uhr. Und die Schnur kommt von unten, läuft unter dem 7 Uhr Steg durch und verläßt die Spule so um 10:30, weit vor dem 12 Uhr Steg, alles so wie es sein soll... Wo ist da für Dich das Problem?
Veränderungsbedürftig war anfangs das werkseitige Design der Holzkurbel, der Wulst am Ende war so ausgeprägt, dass sich dort tatsächlich leicht die Schnur fangen konnte. Kurzerhand Feile und Schleifpapier gezückt und seitdem bleibt da nix mehr hängen... Das einzige was ich an der Rolle bemängeln würde, ist der in der Praxis manchmal nicht gerade leicht zu bewerkstelligende Spulenwechsel. Da muss ich mit aller Kraft (und ich bin alles andere als filigran gebaut) auf die Spule drücken, was mit nassen/ klammen Fingern manchmal schon ziemlich anstrengend sein kann.
Wolfgang aus Ismaning
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 09:28
von Maggov
Hallo Olaf,
die DC Rollen haben vorne keinen Steg/Schnurführung, sie sind da ganz offen.
Ich habe eine und bzgl. Abzugsprobleme kann ich nichts negatives berichten, was mir allerdings bei der Rolle mal passierte war dass ich die Schnur zwischen Rand und Spule gezogen hatte und beim Einkurbeln mir die Schnur durchgeschnitten habe. Ansonsten ein robustes und zuverlässiges Gerät.
LG
Markus
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 10:26
von Nixon
Ich weiß nicht ganz genau was du meinst? ich nehm die Spule auf circa 6 Uhr raus? Habziehen kein Problem... bin bis jetzt recht zufrieden!
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 13:25
von gespliesste
Hallo ihr,
danke schon mal für die Antworten. Mit Schnurführung meine ich natürlich die Anordnung der Stege. Es gibt bei Rollen zwei verschiedene Prinzipien für den Schnurauslass:

- Schnurführung.jpg (11.21 KiB) 4286 mal betrachtet
Um es mal einfacher auszudrücken, viele Rollen haben unter dem Rollenfuss einen Steg und die Schnur wird auf dem Halb- oder auch Viertelkreis nach vorne in Richtung Spitzenring rausgelassen (wohl fast alle Hardy und Orvis Rollen). Die Vossler (bis auf die S3) und auch viele Rollen anderer Hersteller haben den Steg vorne und hinten, also die Schnur wird in einem Halbkreis (oder auch etwas kleinerem Bereich) nach unten rausgelassen. Wenn die Schnur nicht gespannt ist und man die Rolle ausdreht, ist die Tendenz nach meiner Ansicht viel größer, dass sich die Schnur irgendwo verhängt. Das kann die Rolle selber, das Rutenende, aber auch die Weste oder der Ärmel sein ... auch wenn das erst mal nicht so gravierend erscheint, so habe ich bei Rollen die unter der Rolle keine Führung haben deutlich öfter Probleme das sich die Schnur mal eher irgendwo verhängt ...
Ich sehe da auch keinen Vorteil die Schnur nach unten rauszulassen? In dem Bereich hinter der Rollenachse hat die Schnur doch eigentlich zu keiner Zeit etwas zu suchen?
Was ist da eure Erfahrung?
LG,
Olaf
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 13:36
von derflow
Moin !
"Schnurführung" ? ....soweit ich weiss hat(te) Hardy mal sowas - das ist aber schon ein reeller Ring, der im Rollengehäuse sitzt. Verstehe das so, daß Du die Platzierung der Stege bei Vossler-Rollen vom Rollengehäuse bemängelst (warum auch immer). Diese haben lediglich die Funktion für Stabilität des "Spulenkäfigs" zu sorgen oder mal als Hakenhalter missbraucht zu werden. Entscheidend ist in meinen Augen der saubere Sitz und Lauf der Spule im Rollengehäuse - hat die zu viel Spiel oder ist derart schlecht eingebaut (sei es durch Konstruktions- oder Bedienfehler), daß die Schnur zwischen Rollengehäuse und Schnurspule rutschen kann wirds kritisch. Hab ich aber bisher noch nicht bei meinen Vosseler "S"-Rollen erlebt.
Einen häufigen Fehler den man sieht ist, daß die Schnur falsch eingefädelt wird und so über die Stege vom Rollenkäfig rutscht - ist nicht im Sinne des Erfinders und auf Dauer nicht gut für die Schnur.
edit - da hat sich was überschnitten - möchte was ergänzen:
Sind die Stege vorne und hinten ist der Schnurauslass unter der Rolle größer - hat natürlich den Vorteil, daß sie sich leichter von der Rolle abziehen lässt. Erlebe es bei manchen Rollen von mir, daß wenn ich schnell Schnur abziehe und benutze eine Rolle mit unten liegendem Steg scheuert die Schnur an der Inneseit von diesem.
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 15:00
von gespliesste
Hallo,
@Florian: jede Rolle hat eine Schnurführung, auf die eine oder andere Art. Würde gar kein Steg an der Rolle sein, also keinerlei Führung, so hast du sofort eine Perrücke.
Hardy hatte bei der "Perfekt" einen Achatring zur Schnurführung, ist dann aber wie z.B. bei der "Featherweight" auf vier Stege umgestiegen, die CFO Rollen von Orvis weisen dann nur noch den unteren Steg mit dem Schnurschoner auf (rechte Darstellung auf meiner Zeichnung). Natürlich zieht man dann ggf. die Schnur über den unteren Steg ab, aber dazu sollte der Steg ja auch wie zu sehen eine Schnurschonung haben, also kein einschneiden und keine Kanten aufweisen.

- 20110801-001.jpg (133.38 KiB) 4268 mal betrachtet
Maggov hat geschrieben:die DC Rollen haben vorne keinen Steg/Schnurführung, sie sind da ganz offen.
Mit "vorne" ist auf meiner Zeichnung 9 Uhr gemeint und nach den Bildern die ich gesehen habe, ist da bei den DC-Rollen ein Steg. Der stört mich auch nicht, sondern eher das unten einer fehlt
Wenn der untere Steg fehlt, baumelt mir die Schnur beim Wurf einfach zu unkontolliert rum und hat nach meinem Gefühl eher mal die Tendenz sich zu Verhängen ... Aber vielleicht geht das auch nur mir so?
LG,
Olaf
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 15:10
von Maggov
Hi Olaf,
habe die Rolle geistig um 90 Grad im Uhrzeigersinn im Vgl. Zu Deiner Skizze gedreht gehabt und deshalb die Sprachstörung
Was das Verheddern nach unten betrifft so schaffe ich das mit jeder Rolle, v.a. deshalb weil ich das Talent habe mir die Schnur zumeist einmal um das linke Bein zu wickeln. Ich glaube ich trete mit diesem in die abgezogene Schnur "et voilá". Dieses Problem habe ich aber auch bei meiner Hardy Uniqa aus den 50-er (Stege wie Deine Featherweight) sowie bei den anderen Rollen.
Was mir immer wieder passierte war dass ich die Schnur unter dem Steg auf 6 Uhr (in Deiner Zeichnung) rausgezogen hatte. Zum Fischen relativ egal, für die Schnur sicherlich nich schonend wenn sie dauernd über den Steg abgezogen wird aber zum Werfen fand ich es immer besser wenn ich die Schnur nach schräg unten abziehen konnte. Deshalb habe ich es meist für den Fischtag so gelassen.
Ich persönlich würde mir heute tendenziell eine Rolle aussuchen die beim Steg (wie die DC) auf 6 Uhr (deine Zeichung) eine Lücke hat da dies gut zum Schnur abziehen und aufnehmen ist. Wenn ich ne alte Perfect kriege würde ich darüber hinwegsehen
Lg
Markus
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 18:02
von Michael.
Hallo,
hier sieht man gut, was Olaf meint:
Ich persönlich empfinde diese Anordnung der Stege optimal! Vorne unten offen, zum freien, "reibungslosen" Schnurabziehen, ohne über einen lästigen Mittelsteg zu scheuern - und die beiden Stege leicht nach vorne gesetzt, um ein Über- bzw. Umschlagen der Leine um's Rollengehäuse zu verhindern. M.E. die beste Lösung für eine Steganordnung!
Gruß
Michael
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 01.08.2011, 23:21
von gespliesste
Hallo,
da eigentlich alle Hardy, Orvis, Sage, Abel, Loop usw. Rollen auf 12 Uhr (nach meiner Zeichnung von oben) einen Steg und somit den Schnurauslass nach vorne gerichtet haben und dazu die teuerste Vossler das auch hat, ist das bestimmt nicht ganz so abwegig.
@Michael: Das die zusammengerückten Stege deiner abgebildeten Vossler die Sache bestimmt ein wenig entschärfen glaube ich auch, ob es aber die optimalste Anordnung ist, mag Geschmackssache bleiben. Zumindest ein Auslass wie bei der Vossler RC von 180 Grad unter der Rolle scheint mir gar nicht optimal.
Die generelle Erweiterung des Schnurauslass "nach hinten" (also hinter der Rollenachse) leuchtet mir nicht ganz ein. Für mich persönlich überwiegen da die Nachteile, aber das bleibt wohl wie so oft dann letzendlich Geschmackssache.
LG,
Olaf
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 02.08.2011, 00:25
von jakefly
Für mich ist die Vosseler-Anordnung die optimalste Anordnung. Dies betrifft vor allem den Einsatz des Doppelzuges, und im Speziellen, wenn es etwas weiter gehen soll. Die 6-Uhr Anordnung stört mich dabei ungemein, sofern ich nicht schon vorher mehr Schnur abgezogen und auf den Boden gelegt habe. Ehrlich gesagt halte ich den 6-Uhr-Steg (sofern er der Einzige ausser dem Rollenfuß ist) für eine reine Kostenoptimierungsmaßnahme. Geschlossene Käfige (oder so 3/4 wie Vosseler ) findet man bei den reinen 6-Uhr-Füssern selten.
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 02.08.2011, 01:54
von gespliesste
Hallo jakefly,
mhh. leuchtet mir nicht ganz ein.

Was ist den die Vossler Anordnung?
jakefly hat geschrieben:Ehrlich gesagt halte ich den 6-Uhr-Steg (sofern er der Einzige ausser dem Rollenfuß ist) für eine reine Kostenoptimierungsmaßnahme.
Die günstigste Rolle von Vossler (RC) hat einen 180 grad Schnurauslass nach unten mit einem halb geschlossenen Käfig, die Rollen dazwischen setzen mit steigender Serie die Stege immer ein wenig enger zusammen.
Die teuerste Rolle von Vossler ist mit einem Steg auf 6 Uhr ausgestattet und dazu machen es fast alle anderen nahmhaften Hersteller? Gerade die teursten Topmodelle von Sage und anderen Firmen sind offen und haben nur einen filigranen Steg auf 6 Uhr.
jakefly hat geschrieben:Geschlossene Käfige (oder so 3/4 wie Vosseler ) findet man bei den reinen 6-Uhr-Füssern selten.
Zurecht. Geschlossene Käfige gab es früher ausschlieslich (alle alten Hardys), aber das hat sich überholt. Wenn du da mal einen Schnurtüddel hattest, dann weisst du einen offenen Käfig zu schätzen ... Ausserdem kannst du bei Rollen, die nur eine Hemmung besitzen, oder aus sonstigen Gründen Einfluss nehmen willst nicht mit der Hand bremsen ...
LG,
Olaf
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 02.08.2011, 15:17
von Johannes
Hallo zusammen,
ich fische eine RC2-L und empfinde den Schnurauslass auch als optimal.
Stege in 6-Uhr-Position sind m.E. meistens für "Reibereien" verantwortlich.
Die Anzahl an Verhedderungen steigt durch das Weglassen des unteren Sechser-Steges
nach meinen Beobachtungen nicht an.
tl!
J.
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 02.08.2011, 23:10
von gespliesste
Hallo,
Johannes hat geschrieben:
Die Anzahl an Verhedderungen steigt durch das Weglassen des unteren Sechser-Steges
nach meinen Beobachtungen nicht an.
das hört sich ja schon mal gut an, evtl. ist ein verkleinerter (ca .120 grad) Schnurauslass unter der Rolle durchaus eine Alternative zu der klassichsen Bauweise mit einem Steg auf 6 Uhr ...
LG,
Olaf
Re: Schnurführung bei Vossler Rollen ...
Verfasst: 09.08.2011, 21:33
von jakefly
Hallo Olaf,
die Vosseler S-Reihe hat tasaechlich einen 6-Uhr Stag aber insgesamt mit Rollenfuss 4 Stege! 3, 6, 9 und 12 Uhr. Komplett geschlossener Kaefig. Mords-Stabilitaet und Qualitaet. Die S-Rolle ist fuer die schwersten Kaliber gedacht, deswegen auch noch der 6-Uhr Steg.
Die reinen "6-Uhr Steger" sind m.E. nur auf Kosten getrimmt, egal ob Sage oder was anderes draufsteht.
Der geschlossenen Kaefig ist aufwaendiger in der Herstellung und erfordert ein hoeheres Mass an Praezision. Die Leute bei Vosseler sind Maschinenbauer, die etwas von Qualitaet verstehen. Das ist meine Erfahrung als Fliegenfischer und Maschinenbauer.
MfG, J.